
»Allein in den zehn größten Städten fehlen rund 880.000. Diese Lücke durch den Bau von Sozialwohnungen zu schließen, würde beim aktuellen Förderumfang 185 Jahre dauern.«
-Böckler Impuls 14–2018, Hans-Böckler-Stiftung (DGB)
»Es gibt kein Recht darauf, ewig in vertrauter Umgebung zu wohnen.«
-Carsten Brückner, Berliner Eigentümerverband auf zeit.de vom 23. November 2018
Anmerkung: In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 steht in Artikel 12: »Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung [...] ausgesetzt werden.« In Artikel 25 heißt es: »Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung...« Aber wen interessieren schon Menschenrechte, wenn es um Profite um jeden Preis geht? :sick:



Seit einiger Zeit arbeite ich nun in einer Grundschule. Vormittags bin ich in einer Jül-Klasse und Nachmittags im Hortbereich. Es ist die schlechtbezahlteste Lohnarbeit, die ich bisher hatte und gleichzeitig die zufriedenstellendste Tätigkeit, die ich in meinen rund 40 Jahren ausgeübt habe. In aller Regel füllt man eine Funktion aus, die nicht erfüllt. Bei der man eine soziale Maske kultivieren und sich langfristig von sich selbst entfremden muss, damit man auf der Lohnarbeit ordentlich funktionieren kann. Aber, um mal ein Wort zu bemühen, dass leider längst von Marketing-Soldaten gekapert wurde: eine Arbeit, bei der man 
Gated Communities
Vorauseilender Gehorsam. Untertanenmentalität. Sklavenmoral. Millionen von Lohnarbeitern in Deutschland wollen gerne daran glauben, dass sie auf der Arbeitsstelle unersetzlich sind. Sie seien doch so zuverlässig, loyal, motiviert und würden so außergewöhnlich viel und einzigartiges leisten, was andere nie niemals könnten. Sie lechzen nach Lob, betteln nach Anerkennung. Doch während Unternehmen zwar vermeintlich soziale Methoden zur Motivationssteigerung anwenden, so sind sie nur selten an ihren Mitarbeitern ernsthaft interessiert. Das Menscheln ist in der Regel nur Mittel zum Zweck. Für die Motivationsverbesserung der Untertanen und somit für die Produktionsoptimierung des Betriebes.
Manchmal schreibt das Leben die besten (Horror-)Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass meine Gastherme, die in meiner Wohnung für Warmwasser und Heizung sorgt, den Geist aufgegeben hatte. Sofort hatte ich meinen Vermieter (der zugleich Eigentümer der Wohnung ist) angerufen. Dieser schickte mir einige Tage später einen Handwerker vorbei. Nachdem der unsympathische Wichtigtuer (»Haben Sie auch die Heizung angestellt?«) mehr als Zwei Stunden an der Therme herum werkelte und auch Ersatzteile einbaute, legte er mir die Rechnung von über 200 Euro vor, die ich in Bar bezahlen sollte. Mein Vermieter versicherte mir, den Betrag später zu überweisen. Der Clou: die Gastherme war immer noch kaputt. Der Handwerker verabschiedete sich und wollte sich einen Tag später noch mal melden. Es müssten weitere Ersatzteile eingebaut werden. Und damit fing der Spaß erst richtig an.