Kollektive Kommunikationspflicht

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© epikur

Wer heutzutage ein Rebell oder Außenseiter sein will, muss dafür nicht viel machen. Sich beispielsweise einfach kein smartphone zulegen. Nichts verunsichert das Heer der Kommunikations-Fetischisten mehr. Warum man denn keines habe, ob man denn kein Geld dafür hätte (als wenn die noch was kosten würden) oder ob man so ein Datenschutz-Fanatiker sei, darf man sich dann immer wieder rechtfertigen. Man habe doch eh nichts zu verbergen und selbst wenn, die Geheimdienste und Konzerne würden doch sowieso schon alles wissen. Außerdem sei so ein Teil doch total cool, man könne sich kostenlos (!) schreiben, Chat-Räume aufmachen, lustige Videos und Bilder schicken und vieles mehr. Sei man vielleicht so ein genereller Miese-Peter, Über-Kritiker oder Kultur-Pessimist? Man könne und wolle diese negative Verweigerungshaltung einfach nicht verstehen. Weiterlesen →

Neusprech: Traumberuf

Das Reich der Freiheit beginnt da, wo Arbeit aufhört.
- Karl Marx

ZG-Artikel: Neusprech HeuteWerbekampagnen, Plakate, Jobcoacher oder Artikel sprechen häufig vom sog. »Traumberuf«. Gemeint ist hierbei, dass man die Lohnarbeit bekommen hat und ausführt, die einem am meisten Sinnerfüllung, Gehalt, Lebensfreude, Motivation und Spaß verspricht. Umso höher die gesamtgesellschaftliche Erwerbslosigkeit und umso niedriger das Stellenangebot, umso größer ist der Wunsch nach dem Traumberuf ausgeprägt. Das Nomen Traum soll hierbei als positive Aufladung fungieren, ähnlich wie bei Traumhaus, Traumauto, Traumpartner, Traumhochzeit und Traumurlaub. Weiterlesen →

Luftblasen

Martin Sonneborn, eigentlich Satiriker und Mitbegründer der »PARTEI«, zeigt eindrucksvoll, dass die Kumpanei zwischen Massenmedien, Banken und Unternehmen bereits so eng ist, dass von freier Meinungsäußerung oder gar Pressefreiheit keine Rede mehr sein kann. Und nein, das ist sicher kein »Einzelfall«.

P:S: Rippchen, Alles Gute zum Burzeltag! ;)

Neokolonialismus

Auf der einen Seite werden in der sogenannten Dritten Welt für Gold, Silber, Coltan ganze Berge abgetragen, um sie in Fabriken zu transportieren [...] Und auf der anderen Seite kommt ein Großteil davon mit den einlaufenden Schiffen in Bergen von Zivilisationsmüll wieder zurück.

- Jürgen Reuß und Cosima Dannoritzer. »Kaufen, wegwerfen, neu kaufen«. Blätter Ausgabe Januar 2014. S. 96

Anmerkung: Dieses Zitat bringt für mich den heutigen Neokolonialismus, der als Globalisierung bezeichnet wird, bildlich sehr gut auf den Punkt. Wir stehlen den »Dritte Welt« Ländern die Ressourcen und berauben sie damit der Möglichkeit, wirtschaftlich eigenständig und unabhängig zu werden, und gleichzeitig beliefern wir sie mit unserem Abfall, der ihre Flüsse und Seen vergiftet, Krankheiten verbreitet und unsere Verachtung verdeutlicht.

Der Anschlag (1)

anschlagDie Bundesregierung gibt bekannt, dass sie bei seit Jahren sinkenden Reallöhnen, steigender Inflation und Massenerwerbslosigkeit, bei der Verlagerung von Fabriken in Billiglohnländern, bei Banken, die Milliarden Euro verzocken und verbrennen sowie bei einer großflächigen Internet-Überwachung durch die NSA, das »Prinzip Eigenverantwortung« für die Bevölkerung weiterhin befürwortet. Strengere Regeln und Gesetze würden nur das freie Spiel der sich selbst reinigenden Marktkräfte gefährden.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) rät allen Unternehmen bei bekannt gewordener Korruption, Steuerhinterziehung, Skandalen und Umweltverschmutzung, von Einzelfällen und fehlender Zuständigkeit zu sprechen. Im schlimmsten Fall solle man die Redewendung »wir kümmern uns darum« verwenden oder jemanden als Bauernopfer entlassen, um die Öffentlichkeit zu besänftigen. Auch das »aussitzen« oder der Einsatz von Anwälten hätten sich in der Vergangenheit bewährt, so die BDA.

Die US-Botschaft in Deutschland ist gegen den Vorschlag der Vertretungen von Iran, Nordkorea und Venezuela, die Verwendung der Begriffe Anti-Nordkoreanismus, Anti-Venezualismus und Anti-Iranismus in der Forschung zu verwenden. Die Schlagwörter Anti-Semitismus und Anti-Amerikanismus würden völlig ausreichen, so ein US-Diplomat.

Meine 10 Wünsche für das Jahr 2014!

  1. Es gibt wieder einen öffentlichen Diskurs für wirtschaftspolitische Alternativen. Neue Ideen und Vorschläge werden nicht mehr als unrealistisch, träumerisch, utopisch oder populistisch diffamiert, sondern ernst genommen und medial thematisiert.
  2. Männer und Frauen sind wieder zärtlicher und einfühlsamer zueinander. Es wird mehr gekuschelt, geschmust und gestreichelt, anstatt dass immer nur an die eigenen Bedürfnisse und an Sex gedacht wird.
  3. Das menschliche Wohlergehen steht nun im Mittelpunkt aller politischen und unternehmerischen Entscheidungen. Das Prinzip lautet fortan: Menschen sind wichtiger als Profite. Im Zweifelsfall wird eben mehr Geld ausgegeben und weniger Gewinn gemacht, wenn es Mitarbeitern dadurch besser geht. Weiterlesen →

Frohe Weihnachten?

weihnachten_titelWeihnachten ist in Deutschland (und wohl nicht nur hier) ein scheinheiliges Konsumfest. Die Massen sind im Kaufrausch, drängeln, schubsen und jagen Schnäppchen. Die Unternehmen freuen sich über die »Konsumlaune« und über das Weihnachtsg-e-s-c-h-ä-f‑t. Auch wenn gerade die Städte teilweise sehr schön geschmückt sind: uns wird ein monströs-verlogenes Blendwerk sondergleichen vorgeführt, das nur dazu dienen soll, unsere Moneten locker zu machen. Denn genau darum, und um nichts anderes, liebe Leser, geht es hier: um den Profit. Besinnlichkeit, Ruhe, Konzentration, Frieden, Liebe — all die ständig beschworenen Weihnachtstugenden sind dem Kapitalismus das ganze Jahr über zuwider. Ja, er bekämpft sie sogar mit allen verfügbaren Mitteln. Weiterlesen →

Kinder in Deutschland; Teil 29: Missbrauch

»Ein weiterer Motivator war die Annahme, dass es anderen Unternehmen der Stadt ähnlich ging und auch dort Kindergesichter gefragt sein könnten.«

- Christina Höser von der Kindermodelagentur modelzwerge.de

Kleinkinder und Babys werden in Deutschland massenhaft missbraucht. In der Werbeindustrie werden sie benutzt, um die Zielgruppe der Kinder und Eltern anzusprechen oder um ein Produkt bzw. eine Dienstleistung mit den Eigenschaften von Kindern und Babys aufzuladen (jung, unschuldig, formbar, süß, unerfahren etc.). Auf Facebook sind sie, in Form von Bildern, ein Instrument der eigenen Inszenierung und des Selbst-Marketings, um besonders viele »likes«, »ist der/die aber süüüüß« – Kommentare und um Bestätigung zu bekommen. Im Musik- und Showbusiness werden sie öffentlich vorgeführt. Politiker und Promis zeigen sich im Boulevard mit ihren Kindern oder Babys, um sich ein besonders familienfreundliches Image zu geben. Bedenklich ist das vor allem deshalb, weil sie meist nicht einschätzen können, wofür sie gerade instrumentalisiert werden. Weiterlesen →