Als »shitstorm« bezeichnet man eine massenhafte öffentliche Entrüstung, die meist im Internet über soziale Netzwerke (twitter, facebook etc.) stattfindet. In kurzer Zeit können sich so große Empörungs- bzw. Entrüstungswellen entwickeln. Auf Facebook werden viele Kommentare zu einem spezifischen Thema oder einer bestimmten Äußerung veröffentlicht, dutzendfach Inhalte geteilt und massenhaft Beiträge mit einem »gefällt mir« versehen. Dieses neuartige Phänomen zieht meist große Aufmerksamkeit auf sich und setzt damit Politik, Medien und Unternehmen einerseits unter Druck und Zugzwang, andererseits sehen Werbenetzwerke (Affiliate), durch tausendfache Klickraten (Page Impression), hier eine große Profitchance.
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Kaufen. Wegwerfen. Kaufen.
Vor einigen Tagen ist ein Gutachten im Auftrag der Grünen durch die Presse gegangen, das Industrie und Unternehmen möglichst schnell wieder vergessen wollen: geplanter Verschleiß von Geräten als Massenphänomen. Hersteller bauen absichtlich mangelhafte Bestandteile ein oder es werden technische Tricks verwendet, um die Lebensdauer von Einzelteilen zu begrenzen.
In der Studie der »geplanten Obsoleszenz« (geplantes alt werden/abnutzen) betonen Stefan Schridde und Christian Kreis: »Je stärker die Gewinn- und Kapitalmarktorientierung, die auf Renditemaximierung setzt, desto anfälliger sind tendenziell Unternehmen, auf die Strategie geplanten Verschleißes zu setzen, da sie rein ökonomisch gesehen für das einzelne Unternehmen, wie oben gezeigt, unschlagbare Vorteile verschafft.«
Ein Social Media Shitstorm blieb aus. Viele dürfte das ohnehin nicht schockieren, unsere Wirtschaftsordnung ist schließlich auf Ausbeutung, kurzfristigen Profit und Konsum ausgelegt. Und wenn man dafür Kriege um Rohstoffe beginnt, bergeweise Müll fabriziert, die Umwelt verpestet oder Schrottprodukte produziert, damit man möglichst schnell wieder »neue, hochmoderne, auf dem Neuesten Stand der Technik« gefertigte Produkte kaufen soll, dann ist das eben so. Dem Profit darf sich nichts unterordnen. Qualität schon gar nicht!
Meinungsfakten
Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel mit dem Titel »Alles ist Meinung« verfasst. Meine Intention war nicht, einer anständigen Recherche oder der Bemühung um Sachlichkeit das Wort zu reden, sondern darauf hinzuweisen, dass Wertung und Weltanschauung in faktisch jedem Text enthalten sind.
Leidmedien.de
Das Internetportal leidmedien.de hat eine schöne Zusammenfassung erstellt, wie Medien über körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen berichten. Das »Leid« steht dabei fast immer im Vordergrund: behinderte Menschen seien »hilflos« und stets »Opfer«, »vom Schicksal gezeichnet«, »Sorgenkinder« sowie »an den Rollstuhl gefesselt«. Das Leben als behinderter Mensch sei also schwer zu ertragen und eine einzige Last. Das sie auch Freude, Liebe und Glück erleben, darauf will leidmedien.de aufmerksam machen.
(ab 0:15 gibt es auch ein Bild)
Die Welt bewegen
Heute möchte ich euch zwei soziale Projekte vorstellen. Menschen, die ganz konkret anderen Menschen helfen. Es müssen nicht immer die großen Veränderungen sein, manchmal ist den Menschen auch schon im Mikrokosmos geholfen. Dennoch steht für mich fest, dass wir eine andere Wirtschaftsordnung brauchen. Eine, die dem Menschen und nicht dem Profitstreben dient.
Die Pfandgeber
Das Prinzip ist schnell erklärt: Wer Pfandflaschen abholen möchte, lässt sich bei „pfandgeben.de“ registrieren. Das geschieht über SMS. Die Rufnummern werden in die Datenbank eingepflegt. Die Pfandgeber finden die Handynummern der rund 1300 Pfandnehmer nach Regionen sortiert im Internet. So wird Menschen geholfen, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind.
TAAK — Tauschakademie
Ich kann was, was du nicht kannst. Aber ich will es dir geben. Die TauschakademieHalle, kurz TAAK!, schafft einen Begegnungsort, an dem sich wissensbegeisterte Menschen in Form von Workshops austauschen können, fernab von Materialismus und fest gefahrenen Strukturen. Wissen nicht gegen Geld, sondern im Tausch mit einem Geschenk.
Leerkörper
Bis zum 24. März 2013 kann man sich beim Bildungswettbewerb »Land der Ideen« bewerben. Um ausgezeichnet zu werden, sollte man folgende Kriterien erfüllen:
- Bildungsgerechtigkeit.
- Partnerschaft und enge Vernetzung.
- Vorbildcharakter.
- Nachhaltigkeit.
Ich denke, die Universität Düsseldorf hat alle Kriterien erfüllt. (Noch-)Schirmherrin der Veranstaltung: Annette Schavan. (klicken zum vergrößern)
Schulfabriken
Der DGB und die GEW haben am 11. Dezember 2012 einen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK) geschrieben, in der sie ihre Bedenken darüber äußern, dass...
Wirtschafts- und Finanzverbände, Privatunternehmen, Stiftungen, Vereine und sonstige Lobbygruppen in den letzten Jahren immer stärker versuchen, die Lerninhalte in allgemeinbildenden Schulen zu beeinflussen«. [...] Der Kampf um die Köpfe ist bereits so weit vorangeschritten, dass die oben genannten Akteure eigene Schulmaterialien mit einem eigenen Gütesiegel versehen.
Die Gewerkschaften setzen sich für eine Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien ein. Denn die primäre Aufgabe der Schulen sei es, Schüler umfassend und interdisziplinär zu bilden und auf das Leben vorzubereiten. Es dauert also nicht mehr lange bis die INSM und der Arbeitgeberverband Lehrer-U-Boote schicken und den Unterricht nach ihren Profitinteressen umgestalten. Den kompletten Gewerkschaftsbrief gibt es hier.
ZG-Rückblick: Gleichberechtigungsdebatte
Rainer Brüderle soll sich gegenüber einer Journalistin inadequat in sexistischer Form geäußert haben. Das ist der Anlass für eine Debatte quer durch alle bürgerlichen Medien. Ist diese Debatte das Symptom eines schwelenden Konflikts, innerhalb unserer Gesellschaft, oder einfach nur die nächste Sau die durchs Dorf getrieben wird? Ist diese Debatte überhaupt eine, ist die Form wie sie geführt wird zielführend? Weiterlesen
Verschrieben
Schreiben ist für viele Menschen eine sehr persönliche und emotionale Angelegenheit. Man will seine eigenen Gedanken der Welt mitteilen, Menschen zum Nachdenken anregen, Anerkennung erfahren, Feedback erhalten, sich in öffentliche Debatten einbringen oder Meinungen beeinflussen und erzeugen. Weiterlesen
Wirtschaftskriminalität

by epikur
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Jahre 2010 ein sog. Bundeslagebild zum Thema Wirtschaftskriminalität veröffentlicht. Für 2011 und 2012 ist leider noch kein Bericht erhältlich. Aber auch das Dokument aus dem Jahre 2010 ist sehr aufschlußreich.

