Ohne Haltung

haltung_titelIn letzter Zeit begegne ich immer mehr Menschen, die sich unangreifbar machen wollen. Immer freundlich. Höflich. Lächelnd. Aalglatt. Weichgespült. Ohne Ecken und Kanten. Die mit Allerwelts-Phrasen und Small-Talk-Platitüden um sich werfen. Sie verbergen ihre ehrliche Meinung, auch bei Nachfrage. Sagen nicht, was sie wirklich denken und fühlen. Sie wollen sich alle Möglichkeiten und Optionen offen halten. Sie wissen ja nicht, wann sie jemanden mal gebrauchen, also für eigene Zwecke benutzen könnten.  Sie lügen und schweigen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Sie verkriechen sich in ihren Kokon der familiären Biedermeier-Zwangsharmonie. Ein typischer Grünen-Hipster-Pseudo-Alternativer-Club-Mate-Trinker. Im Herzen jedoch konservativ, spießig und bürgerlich: Geld, Karriere, Auto, Haus, Kinder. Am Status Quo klebend. Nur den eigenen Vorteil im Blick. Pragmatisch. Ohne Prinzipien, Überzeugungen oder einer empathischen Haltung zur Welt. Soll das etwa die hochgelobte »Generation Y« sein?

23 Gedanken zu “Ohne Haltung

  1. Zu viel diese »Alles wird gut werden«-Sprüche gehört. Und »du bist jung, dir steht die Welt offen, sie wartet auf dich« — und wir als Eltern haben zu viel Geld, also stopfen wir dir welches in den Arsch bis du 30 bist, weil wir es übrig haben... Der bourgeoise Traum von Alles-ausprobieren;Reisefreiheit;Geld-auf-den-Kopf-hauen-können;alle-Türen-offen-haben muss doch schließlich lebende Realität bleiben.

  2. »In letzter Zeit«? Da bin ich dir wohl um Jahre voraus — denn in meinem Umfeld war es eigentlich nie anders. ;) Eigentlich bestand auch meine »Erziehung« (wenn man es denn so nennen will...) im Wesentlichen daraus, genauso zu werden: Ein glitschiges, angepasstes, opportunistisches Etwas ohne (relevante!) eigene Meinung. Man gab sich (allerdings vergeblich...) große Mühe, alle Ecken und Kanten schon früh abzuschleifen. Immer freundlich sein, keine eigene »Meinung« entwickeln, vor allem niemals jemand Wichtigen verärgern...! Oder notfalls jene »Meinung« beliebig (opportunistisch) von dem abhängig machen, von dem man etwas begehrt. Der einem irgendwie nützlich sein kann. Untertänig sein, nach oben buckeln, nach unten treten. Oft liegt es auch am totalen Desinteresse, dass jene überhaupt gar keine Meinung zu etwas haben — da ist oft nix, was man verbergen könnte! Woher soll da auch das Interesse kommen — wenn man von kleinauf gelernt hat, dass eine eigene (oder zumindest die »falsche«) Meinung ne Art »Behinderung« darstellt...!

    Das Ergebnis ist dann auch die »deutsche Streitkultur«, die sich ja grade dadurch auszeichnet, als Solche nicht zu existieren. Man steht da mehr auf Friede-Freude-Eierkuchen. Das zieht sich auch durch viele Foren im Internet — willst du da mal Dinge sachlich, ernsthaft diskutieren, kommen unweigerlich die Popcorn-Trolle und die Knalltüten, die bei jeder Gelegenheit fordern, den Thread zu schließen, weil doch jetzt die Stimmung so schlecht ist. Was aber keinen davon abhält, diese Threads anzuklicken. Gute Laune ist dagegen oberste Bürgerpflicht; woher man sie auch stehlen möge.

    Grade die Omma hat sich immer große Mühe gegeben, dem Opa (oder später mir...) grundsätzlich mit aller Macht den Mund zu verbieten, wenn die Diskussionen mal etwas politischer oder ernsthafter wurden. Der Deutsche mag keinen Streit. Sieht man ja auch gerne daran, dass innerparteiliche Diskussionen sofort als »Zerstrittenheit« gebrandmarkt werden.

    »Generation Y«? Kannte ich nicht. Ich nenn sie eher »Generation Degeneration«! ;)

  3. Pingback: Feynsinn » Überwintern

  4. Ich war auch so. Jetzt bin ich es nicht mehr. Aber macht es mich zu einem guten Menschen? Der bin ich nicht. Deshalb zeige ich nicht mit dem Finger auf andere.
    Die meisten Menschen sind so, in unterschiedlicher Ausprägung. Am besten kann man das an den Wahltagen sehen, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen oder in seiner Komfortzone zu bleiben. Bisher entscheidet sich die Mehrheit für das letztere und wundert sich anschließend, dass sich nichts ändert oder bessert. Wenn man sich selbst genauer betrachten würde, wüsste man, warum das so ist.

    Deinen besten Freund und Deinen ärgsten Feind triffst Du jeden Tag in Deinem Spiegel.

  5. @Carlo

    »Deinen besten Freund und Deinen ärgsten Feind triffst Du jeden Tag in Deinem Spiegel.«

    Das sitzt. Aber passt!

    @Wolf-Dieter Busch

    »Was soll der Artikel? Weltschmerz äußern?«

    Jup. Das hier ist der Weltschmerz-Blog für Weltschmerzer zum weltschmerzen.

    @Dennis82

    »alle Ecken und Kanten schon früh abzuschleifen. Immer freundlich sein, keine eigene »Meinung« entwickeln, vor allem niemals jemand Wichtigen verärgern...! Oder notfalls jene »Meinung« beliebig (opportunistisch) von dem abhängig machen, von dem man etwas begehrt.«

    Anpassung und vorauseilender Gehorsam zahlen sich eben aus. Und wer primär egoistisch-pragmatisch denkt, für den sind Menschenrechte, Humanismus und Empathie nur subjektive Meinungsäußerungen statt universelle Prinzipien.

  6. Was man von sich gibt, GIBT man von SICH.

    Wenn sich manch einer mal den spruch verinnerlichen würde, könnten wir weniger über die Lachen. *fg* (siehe Donald Trump)

    Aber hey, wenn man überlegt man gibt was von sich. Vielleicht wollen manche leute einem nichts negatives geben. Gibt leute die einem einen haufen ... erzählen. Hauptsache Sie konnten ihren Müll bei einem abladen. Man muss halt schauen was für eine Beziehung man zu der Person hat.

    Ich find den Artikel bescheiden, muss immer daran denken das die meisten Ammis (USA) extrem oberflächlich höflich sind. In Berlin sieht man viel zu oft grimmige Gesichter. Nachforschungen belegen, wer angelächelt wird fühlt sich besser als jemand der einen finsteren Blick abbekommt.
    Gerade in Berlin sollten wir öfter mal den anderen anlächeln, anstatt teilnahmslos (oder abweisend) anblicken. Die Beziehung zwischen den interagierenden ist eine wichtiger Aspekt. Diesen könnte man ja mal ein bisschen mehr erörtern.

    Gruß
    Berti

  7. @Berti Jones

    »In Berlin sieht man viel zu oft grimmige Gesichter. Nachforschungen belegen, wer angelächelt wird fühlt sich besser als jemand der einen finsteren Blick abbekommt.«

    Völlig richtig! Deshalb gibt es in der Werbung und im Fernsehen auch nur lächelnde Gesichter. Und deshalb sollen alle, die im Vertrieb/Verkauf arbeiten, stets höflich sein und lächeln. Damit der Rubel besser rollt. Maschinelle und antrainierte Höflichkeit. Im gleichen Sinne agieren aber auch immer mehr Menschen im Privatleben: bloß nicht anecken, wie Dennis82 bereits schrieb, man könnte ja jemand Wichtigen ‑also Nützlichen- verärgern. ;)

  8. Da kann ich mich nur anschließen, und zwar ohne langweilen zu wollen — mein Fall kennt hier jeder.

    Heute war ich mal ein’s trinken, wie es so schön heißt, und hörte, dass auch ein Kollege von der Firma nach 6 Wochen entlassen war, die mich, nach nicht einmal 4 Wochen, in Leiharbeit, entlassen hat.

    Tja, die Haltung der Nachbarschaft ist, nach wie vor, dass Zeitarbeit toll ist. Gegenargumente werden kaum gehört, d.h. man ist nach, unterschiedlicher Zeit, draussen.

    Soll ich noch erwähnen, dass die »lieben Nachbarn« nur gute Erfahrung mit dieser Form der »modernen Sklaverei« (Zitat, Linksfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht) gemacht haben, und dies auf alle Leiharbeitsverhältnisse, wider der Normalität, die ich geschildert habe, übertragen?

    Das Menschen es für »normal« halten, dass einmal gelernt eben nicht »für immer gelernt gilt«? Mir wird meine einstige Berufsausbildung im Ö.D. abgesprochen. Ich würde es ja einsehen, wenn der Beruf ausgestorben wäre, aber er ist nach wie vor da, und die Kenntnisse die mir fehlen kann ich mir leicht aneignen.

    Tja, egal, die Haltung der »lieben Nachbarschaft« ist, dass man seinen alten »Lehrberuf« vergißt, und am besten in Leiharbeit....

    Darauf geschissen....

    Gruß
    Bernie

  9. In Berlin sieht man viel zu oft grimmige Gesichter.

    Ja, bewahre! Wo kämen wir hin, wenn alle Menschen, denen es dreckig geht dies ihre Umwelt auch permanent und ungehemmt spüren lassen würden...!? Am Ende würde ihnen evtl. gewahr, dass sie mit ihren Gefühlen gar nicht alleine sind...!? Vielleicht würden dann sogar die wirklichen Ursachen für ihre miese Laune ins Blickfeld geraten...!?

    Was haben wir stattdessen? Eine erzwungene »heile-Welt-Matrix«. Alle unterdrücken ihren Ärger — und schaffen durch ihr permanentes »runterschlucken« jeglichen Frusts erst ein allumfassendes Trugbild von Glück und »Zufriedenheit« — an dem andere (Sensiblere, weniger zum Selbstbetrug Neigende) dann wieder umsomehr verzweifeln!

    Leute, die fortan »lächeln« und einen auf »fröhlich« machen, obwohl sie innerlich im Grunde fast tot sind, machen mir persönlich Angst... Das derartige Selbstentfremdung erst zu einer unausgeglichenen, insgeheim zynischen, bösartigen Persönlichkeit führt (eigentlich sind auch alle »Zutaten« da, die man für Sozio- oder Psychopathie braucht), die sich dann regelm. mit dem erstbesten Sündenbock zufrieden gibt, ist doch ein wesentlicher Zweck unseres »Gesellschaftssystems«. Nicht umsonst heißt es bei stereotypen Amok- oder Familientragödien dann gerne »ach, das war immer so ein lieber Nachbar, der hat immer nett gegrüßt, war sozial engagiert und ging jeden Sonntag in die Kirche«! :D

    @Bernie: Nochmal — was deine dümmliche, spießige Nachbarschaft über dich denkt, kann dir sowas von scheißegal sein...! ;) Messe dich selbst nicht mehr an »bürgerlichen« Maßstäben; damit tust du dir im Grunde in erster Linie immer wieder nur selbst(!) weh!

  10. Dieses Nicht-Authentische und Aalglatte hat auch Folgen. Seht euch mal an wie psychische Krankheiten sich entwickeln. Die ständige Manier Rollen auszuüben statt zu leben — da kann mir niemand erzählen, dass das ohne psychische Folgen bleibt.

  11. @Dennis

    Ja, ich weiß, aber es ist schwer, da man diese »dümmliche, spießige Nachbarschaft« jeden Tag um sich hat — ich versuch deinem Rat zu folgen, aber es ist nicht einfach.

    @Lillie

    Ja, stimme völlig überein mit Dir, und dies sogar bei Menschen, denen man es wirklich nicht wünscht psychisch krank zu werden:

    So kenne ich eine nette, frisch verheiratete, kommunikative und offene, sehr kundenfreundliche, Verkäuferin, die mich immer wieder aufgebaut hat, mit dem sehr schönen Spruch:

    »Immer positiv denken« und »immer optimistisch sein«.

    Heute habe ich mal eine Arbeitskollegin von ihr gefragt, wo sie denn die ganzen Wochen bleibt, als Kunde, ob die nicht mehr im örtlichen REWE-Markt arbeitet?

    Tja, was soll ich schreiben?

    »Sie ist psychisch krank geschrieben, und wird wohl so schnell nicht mehr zur Arbeit kommen«, so die Antwort auf meine Frage.

    Soviel zum Thema »Optimismus« und »immer positiv denken«.....

    Gruß
    Bernie

  12. @Bernie
    Wie kleine Kinder, die am meisten versuchen zu lächeln, während sie sonst hinter den Kulissen nach Strich und Faden verdroschen werden...

    Ist das, was mir instinktiv dazu einfällt.

  13. @matrixmann

    Kann auch sein, aber am Geschäft in dem sie arbeitet liegt’s m.E. sicher nicht.

    Ich kaufe auch in anderen Discountern (z.B. Edeka, Aldi, Fristo Getränkemarkt usw. usf.) ein, und dort hat schon mal der eine, oder die eine, Verkäufer/-in aus dem Nähkästchen geplaudert, wenn der Boss gerade nicht da war, bzw. man merkt es sofort an der gedrückten, bzw. unterschwellig-aggressiven Grundstimmung des Personals, dass da etwas nicht stimmen kann — der REWE gehört, in meiner Wohngegend, nicht dazu. Ergo liegt es an was anderem.

    Was die »kleine Kinder« von dir angeht, da kann ich dir nur recht geben, denn auch ich trage im Alltag oft »eine Maske« vor mir her, die Menschen denken läßt, der ist aber »gut drauf«.....und nicht in einer absoluten, existenzgefährdenden Lebenskrise....die ich hier ja bereits geschildert habe....

    Gruß
    Bernie

  14. @Bernie
    Ich denke mal, mir fiel die Assoziation ein, weil es strukturell irgendwie nicht mehr als die Geschichte ist. Auch wenn Leute erwachsen werden.
    Die Schemen bleiben dieselben. Sie machen Leute als Kinder krank — sie machen Leute auch als Erwachsene krank. Insbesondere, wenn ein Erwachsener genau diese Konstellation in seinem täglichen Leben schon von Kindesbeinen an gewohnt ist.

  15. @Bernie
    Trauriges Schicksal! Ich hab den Eindruck, dass es immer mehr werden.

    Ein ständiges Hamsterrad und diese beschriebene Fassade — wir haben uns als Menschen sehr von uns selbst entfernt — aber wenigstens mit dem Lächeln des traurigen Clowns :-(!

    Als Verkäuferin hat die Frau nichts zum Lachen. Der ständige Zeitdruck und dann das bereits beschriebene Arbeitsklima, welches in den Supermarktketten immer wieder vorherrscht... Ich hoffe für sie, dass sie die Psychopharmaka-Maschinerie vermeiden kann!

    @matrixmann

    Ja es wird uns schon als Kind eingetrichtert, sei immer nett und freundlich, anständig und setz dir gefälligst Ziele. So geht es weiter und willst du aussteigen und sagst den konsumquatsch mach ich nicht mit, ich bin auch nicht immergut drauf, ich hab auch keine Ambitionen auf Karriere sondern will LEBEN dann bist ein Außerirdischer für die Meisten.

    Viele Grüße
    Lilie

  16. @Lilie

    Ich hoffe es auch für sie, da sie mich, wie bereits erwähnt, sehr aufgebaut hat, und dies schreibe ich obwohl ich derzeit selbst wegen »mittelschwerer Depression« vier Wochen krank geschrieben bin.

    Mein Fall ist ja bekannt, und eigentlich ist es ein Wunder, dass ich nur eine »mittelschwere Depression« habe, da ich — wäre ich kein Atheist — hochgradig selbstmordgefährdet wäre.

    Mein Hausarzt hat mich sofort krank geschrieben, aber der Psychiater, der eigentlich für mich zuständig ist, ist derzeit im Urlaub, und sollte ich nicht weiter krank geschrieben sein dann habe ich am 16.11. einen Termin bei ihm — Lustig war mein erstes Vorsprechen bei seiner Sprechstundenhilfe schon, und dies erfolgte, wie bereits erwähnt, vor der Krankmeldung am 21.10.16 — sie können mich erst am 16.11 behandeln.

    Tja, als zynischer Scherz, wäre ich nicht wie oben geschildert, dann wäre die Behandlung vorbei, denn vorher würde ich mich aufhängen, oder vor einen Zug springen bzw. mich sonst selbst um’s Leben bringen, aber wie bereits erwähnt, keine Sorge — als Gottloser, der noch an seinem Leben hängt, und weiß, dass ich vielen Menschen damit sehr weh tun würde, wage ich diesen Schritt (vorerst noch nicht), und dies schreibe ich obwohl ich morgen nahe an einem Bahngleis stehe wo ein einfacher Sprung.....

    Zynischer Gruß
    Bernie

  17. @Bernie

    Diese Wunde wollte ich nicht aufreißen.!!!!! Glaub mir eins, und das sag ich als jemand deren ehemaliger Klassenkamerad sein Leben beendet hat, das ist für diejenigen, die dich kennen, schätzen und lieben, furchtbar und selbst nach 15 Jahren tut es noch weh!!!!

    Ich wünsche dir viel Kraft, Durchhaltevermögen und Lust am Leben!

    Viele Grüße
    Lilie

  18. @Bernie

    Es gibt rund um die Uhr Möglichkeiten zur Soforthilfe , auf einen Termin mußt du nicht warten , vor allem , wenn du das erzählst , was in deinem Kommentar steht.
    Hausarzt , Krisendienste , psychiatrische Notfallambulanz , oder einfach die Kommune anrufen , die wissen immer irgendeine Stelle.Nachts die Telefonseelsorge , die keineswegs den Sums von Gott oder so erzählen , wie das Vorurteil es will.
    Besser als die Sache mit dem Zug , und auch mutiger.

    @Lilie 24.10. 22:31

    Das glaub ich auch.

  19. @Lilie

    Danke für deine lieben Worte, die ich nur teilweise annehmen kann, denn du hast scheint’s ein besseres Umfeld als ich, denn denen die mich kennen ist es sch...egal ob ich tot bin, oder lebe....

    Was die Kraft angeht, die geht mir, aus den öfters hier geschilderten Gründen, die ich nicht wiederholen will, ebenso wie das Durchhaltevermögen, und die Lust am Leben derzeit völlig ab, aber wie bereits erwähnt, einzig die beiden Gründe, dass es noch nette Menschen gibt (zu denen ich auch dich, und andere hier im Forum zähle), und ich als Atheist nicht an ein Jenseits glaube halten mich vom Selbstmord ab...

    Gruß
    Bernie

  20. @Art Vanderley

    Danke für die Tipps, was die »psychiatrische Notfallambulanz« angeht, da hab ich gerade geguckt, aber für mich als Atheisten ist die wohl — zumindest in meiner Wohnregion — keine gute Idee. Beide sind kirchlich organisiert, und daher nix für mich.

    Guck aber weiter, da ich — als jemand, der als junger Mann mal Zivi war — noch weiß, dass es mal eine AWO in der Region gab — Sollten die sowas anbieten, dann bin ich sofort bei denen....

    Schade übrigens, dass die Kirchen hier, bei dieser ernsten Thematik, scheint’s auch ein Monopol haben — in dem südwest-deutschen Bundesland in dem ich lebe, denn ich glaube, dass es auch hier so manchen gibt, der Hilfe benötigt, aber eben nicht von der falschen Seite....den religiösen Organisationen....

    Gruß und dennoch danke
    Bernie

    PS: Apropo, sind in meinem Fall auch Gewerkschaften, für Nicht-Mitglieder, Ansprechpartner? Wäre mal interessant zu wissen....oder liege ich da ganz falsch?

  21. @Lilie

    »Dieses Nicht-Authentische und Aalglatte hat auch Folgen.«

    Und ob das Folgen hat: Im schlimmsten Fall greift einer zur Knarre und läuft Amok (siehe USA, aber auch zunehmend hier). Neuester Trend: Der »Horror-Clown«. Kennen wir ja schon.

  22. @Bernie

    Ob kirchlicher Träger oder nicht , ist egal, niemand fängt dort an, dich zu indoktrinieren, hier steht dir dein eigenes Vorurteil im Weg. Außerdem heißt christlich nicht, daß Leute nicht helfen wollen.

    Gewerkschaften bieten — nur für Mitglieder — Hilfe bei allem rund um den Job, auch Fragen der Arbeitsfähigkeit und Arbeitslosigkeit können dazu gehören. Nicht jedoch, wenn es nur um psychische Probleme geht, dafür ist der therapeutische Bereich da.
    Die Mitgliedschaft beträgt mit Job 1% des Lohns, ohne Job 0,5% der Sozialleistung (verdi, dürfte aber überall ähnlich sein).

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