Der pädagogische Happen (5)

Eine typische Szene auf dem Spielplatz, die täglich überall in Deutschland passiert. Mit Mutter (M) und Kind (K).

_happen_K: »Du Mama, magst Du mit mir Fußball spielen?«
M:
»Jetzt nicht, vielleicht später, ja?« (widmet sich sofort dem smartphone.)
K: (10 Minuten später. Aufgeregt.) »Mama?«
M: (reagiert nicht. Im smartphone versunken.)
K: (wird lauter) »Maaamaa?«
M: (genervt) »Ja, was ist denn? Wieso schreist Du denn so?«
K: »Ich habe ein Tor geschossen!«
M: (Gekünstelt. Falsch. Desinteressiert. Geheuchelt.) »Ja super, toll gemacht!« (wischt wieder auf dem smartphone.)

5 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (5)

  1. Die Mutter wird wohl bald möglichst dem Drängen des Kindes (»alle meine Freude haben eines, warum ich nicht!!!???) nachgeben und ihm eine Smartphone schenken.

    Dann haben beide ihren »Frieden«. Es ist so schön sediert zu leben.

  2. Wobei — Vernachlässigung dieser Art gab es auch schon, bevor die vermeintlichen »smartphones« aufkamen...

    Es wird aber in der Tat eigentlich nur noch schlimmer und schlimmer. Und wenn die Kinder dann in ihrer Verzweiflung immer intensiver um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern kämpfen, schleppt man diese »Gestörten« gleich zum (die Systemroboter systemkonform reparierenden) Kopfdoktor — und sediert sie gleich noch ausgiebig mit dem ein oder anderen ADS‐Arzneimittelchen...

    Wie sagte die alte Hexe des Neoliberalismus so »schön«: »There’s no such thing as society!« Sie haben ihr Ziel (recht bald) erreicht...

  3. Es sind nicht die Wisch‐Bildschirm‐Geräte, die PC’s, die Tablets.

    Es sind die völlig egomanisch veranlagten, dummen und verblödeten »Menschen«, die sich von diesen Dingern und den »inhaltlichen Angeboten« komplett abhängig gemacht haben. Sie wurden dazu nicht gezwungen.

    Diese komplett von äußeren Einflüssen gesteuerten, vom »Lifestyle« besoffenen Generationen haben den, völlig zynischen und abwertend gemeinten Spruch einer Thatcher im Nachhinein nur bewiesen.

  4. Selten so viele schwachsinnigen und unreflektierten Vorurteile gelesen!
    Möchte wissen, wer von Euch Kinder hat und es schafft, immer zu hundert Prozent Präsenz und Aufmerksamkeit zu zeigen? Das ist für die seelische Gesundheit der Kinder auch gar nicht nötig. Ab und zu muss man für die eigene seelische Gesundheit auch mal kurzfristig abtauchen können, und die Kinder müssen das dann auch lernen zu akzeptieren.
    Ob das nun mit einem Smartphone, einer Zeitung oder einem Buch passiert, ist doch sowas von irrelevant.
    Wenn die gute Frau das immer und stets so macht, ist es etwas anderes, aber das weiß doch keiner von Euch; schon gar nicht der Herr Beobachter, der sich bei seinen Beobachtungen nie die Frage zu stellen scheint, ob er da anderen nicht sein negatives, rein fiktionales Weltbild überstülpt.

  5. @Alfred

    Oh, da fühlt sich wohl wer ertappt ;)

    Niemand hat hier geschrieben und/oder behauptet, dass man immer und sofort für sein Kind da sein sollte. Natürlich braucht man selbst auch Freiräume und Kinder müssen lernen, das zu akzeptieren.

    Der Vergleich mit Buch und Zeitung kommt fast immer, wenn man von der Omnipräsenz des smartphones redet. Der Vergleich hinkt aber vorne und hinten. Bücher und Zeitungen bestimmen nicht die zwischenmenschliche Konversation. Sie werden auch beiseite gelegt. Man holt sie auch nicht auf Konzerten, im Kino, im Museum, im Schwimmbad oder sonstwo raus und liest ständig darin. Die kleinen Verblödungsmaschinen bestimmen jedoch mittlerweile jede soziale Interaktion. Und das leider nicht nur in positiver Hinsicht.

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