Der pädagogische Happen (3)

_happen_»Warum ist das Schwimmbad jetzt in diesem Jahr schon wieder teurer geworden? Briefe verschicken auch? Und Lebensmittel?«

»Weil wir in einer Welt leben, in der Geld mehr zählt, als Freude, Liebe und Menschen.«

»Und warum leben wir in so einer Welt?«

»Weil manche Menschen nie genug bekommen können und sie ihren großen Reichtum nicht teilen wollen.«

»Aber kann man das nicht ändern?«

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12 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (3)

  1. »Klar kann man das! Aber dann kommen ein Leute wieder an, die dir sagen wie barbarisch es ist, eine Keule in die Hand zu nehmen, wie ungesetzlich und verwerflich es ist, wie sehr es auch Kindergartenniveau ist, und sie sagen sich »Wir demonstrieren rechtschaffend! Wir nehmen ein paar bunte Luftballons, Spruchbänder und eine Hüpfburg mit und stehen uns einen Nachmittag die Beine in den Bauch! Und das wird gerantiert etwas bringen!««

    »Das hätte ich denen gleich sagen können — Mama geht auch weg, wenn ich mich auf den Boden werfe und schreie.«

  2. »Aber kann man das nicht ändern?«

    »Nein — denn so ist der Mensch nun mal...! Und auch du wirst irgendwann begreifen, dass auch du nur mit Geld deine Wohnung und dein Smartphone bezahlen kannst. Um jenes Geld zu erhalten, musst du einen Großteil deiner Lebenszeit damit verbringen, andere reicher zu machen. Ansonsten landest du in der Gosse. Das ist letztlich die »Freiheit«, in der wir leben«! ;)

    @matrixmann: (Strukturelle oder physische) Gewalt ist trotzdem keine Legitimation für »Gegengewalt«! Sie ist und bleibt die Sprache der Dummen und Verzweifelten. Man begibt sich (vorwiegend getrieben von niederen Rachegelüsten, »Auge um Auge...«) damit nur herab auf jenes »Niveau«, welches man ja doch eigentlich selbst verachtet...!? Jener Einsatz der »Keule« wird dann liebend gerne zum Anlass genommen, die Zügel weiter anzuziehen; die RAF lässt grüßen...

    Zumindest was das sinnlose Herumdemonstrieren betrifft, bin ich ja bei dir — daran kann man aber auch gut das eben Erwähnte erkennen; es bedarf ja nicht einmal realer »Gewalt«. Das System definiert, was Gewalt ist. U. a. auch »passive Bewaffnung«... Auch bei Demos ist es ja inzwischen üblich, mittels agent provocateurs aus friedlichen Demonstrationen eben »gewalttätige« zu machen — und daraus von der anderen Seite her eine Legitimation abzuleiten, mit »Gegengewalt« reagieren zu dürfen!

    Aber: am Ende wird dieses System eben von einer bedeutsamen Mehrheit bei den Wahlen regelm. abgesegnet. Die verkloppten Demonstranten sind in deren Augen nur Chaoten, die Randale machen wollen.

  3. @Dennis 82 zum Kommentar Matrixmann
    Na da fühl ich mich doch jetzt viel besser, moralisch erhöht, weiterhin verzweifelt in der Gosse.
    Frei nach dem Motto: Dann halt ich die andere Wange auch noch hin.
    So kann nur einer sprechen der auf dem Schulhof schon auf die Fresse gekriegt und keine Ahnung von der menschlichen Natur hat.
    Peace Love and Understanding

  4. Ich merke, es ging in die richtige Wunde hinein.
    Sei man mal ehrlich: Die Mächtigen tun nichts anderes als Dirk Bach als Egon Krenz in einem von den Crazy Race Filmen — als sich der Krach von draußen nicht mehr durch das Abschalten des Fernsehers beseitigen ließ, zieht er einfach die Vorhänge zu und dann ist die Sache für ihn damit gegessen.
    Was anderes passiert in der Realität auch nicht — sie ziehen die Vorhänge zu, sind nicht in der Stadt oder abgezäunt und von tausenden Polizisten bewacht, die Demonstration findet am Stadtrand statt, wo sie niemand von den Mächtigen sieht. Die spazieren weiter in ihrem Glauben umher, alle finden das toll, was sie anleiern. Das war sogar schon beim König so — man meinte schon, die Menschheit kommt niemals wirklich vorwärts...
    Und, ganz offen gesprochen: Was haben sie vor den Demonstranten zu fürchten? Es fliegt nicht mal ein Stein in ihre Richtung. Stehen alle brav da wie die Hühner auf der Stange, haben internalisiert, was diese System ihnen als »Protest« erlaubt, was dieses System als »Protest« deklariert. Die Einzigen, die da für Bambule sorgen, sind die Krawalltouristen, ob bezahlt oder wegen der Prügelei angereist wie »Fußballfans«. — Die Gruppen, bei denen immer mit Ärger zu rechnen ist.
    Weiß nicht, wenn ich ein Mächtiger bin, fürchte ich mich vor Demonstranten, die brav an meiner Türschwelle halt machen, die mich in Ruhe lassen sobald die Regel greift »fremdes Eigentum betritt man nicht ohne zu fragen«?

    Und, Dennis82, Gewalt ist nicht nur was für dumme Leute. Was meinst du wie Faschisten sich aufhalten lassen? Die Leute im Donbass mussten das schon lernen, dass es da nur hilft, sich mit Gewalt zu verteidigen. Das macht man dann aber nicht bloß mit der Keule und sucht sich jemanden, den man schnell greifen kann, nur um jemanden geschlagen und für seine Probleme verantwortlich gemacht zu haben. Das macht man mit Strategie und nennt sich »Kriegsführung«. Ist ein bisschen was anderes Lynchmob zu spielen — und zugegeben, dafür benötigt man Intelligenz.

    Nimm’s zuerst als Provokation für den Verstand, nicht als Bereitschaftserklärung für irgendwelche zukünftigen Handlungen.
    Manchmal muss das sein.

  5. @matrixmann
    Die Einschätzung deinerseits kann man m. M. nach erst mal so stehen lassen. Wollte oben auch nicht so brachial reingrätschen.
    These 1: Wir sind im Krieg befindlich, dem Krieg gegen das Prekariat.
    Die Spielregeln bestimmen derzeit nicht wir. Wir verlieren.
    These 2: Wenn Einigkeit darüber besteht das gegen einen Großteil der Bevölkerung Krieg geführt wird und diese Bevölkerung diesen Krieg auch annimmt, ist es an der Zeit die Regeln zu ändern.
    Dazu gehört eine saubere Strategie genauso, wie die Bereitschaft sich zu engagieren als auch Opfer zu bringen. Und da liegt der Hase im Pfeffer.

  6. @ Fluchtwagenfahrer
    D’accord kann ich nur sagen.
    Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich mir auch immer mehr diese »keine Gewalt«- und Pazifismus-Einstellung an und werde den Eindruck nicht los, dass das auch etwas Agenda-mäßiges an sich hat.
    Ich sehe vieles mit solchen Augen an, weil das Misstrauen dem gegenüber über seine »edlen« Motive stetig wächst — weil Menschen selten edle Motive haben und politische Steuerung ist nichts, was erst in der heutigen Zeit erfunden wurde.
    Das muss man noch nicht einmal registriert haben, wenn man in der Zeit selbst schon gelebt hat als eine bestimmte Einstellung aufkam, oder gar Teil der Gruppe war, in diese Denkweise als Mainstream galt.
    Ich sehe es mir nur an, zu einem Ergebnis bin ich noch nicht gekommen — aber selbst wenn es das im Ursprung nicht war, so hat das System doch gelernt, die Bewegungen und Einstellungen seiner Bürger, die sich gegen ihn stellen, für seine Zwecke zu korrumpieren. Heißt: Wenn man vor 20–30 Jahren noch mit einer bestimmten Einstellung herumgelaufen ist und dieser in der Praxis auch Ausdruck verliehen hat, so spielt die selbe Einstellung heutzutage dem System schon wieder eher in die Hände. Weil es damit rechnen kann, kalkulieren und sich darauf verlassen kann. Und wenn dies so aussieht, dass die Leute »bloß« bunte Märsche veranstalten, die möglichst niemand sieht und bei denen auch nichts ernsthaftes passiert, dann muss ich sagen, das spielt dem System definitiv in die Hände. Es weiß, es kommt niemand um die hohen Tiere aus ihren Positionen zu holen, es weiß, am Ende gehen die Leute wieder nach Hause und am Montag sind sie wieder auf der Arbeit zu finden, wie man es von ihnen erwartet. Und zwischendurch kann man damit rechen, dass sie sich psychologisch gegenseitig positiv vergewissern werden, was für eine gute Aktion sie durchgeführt haben.
    Um es kurz auszudrücken: So sieht Protest innerhalb der Regeln des Systems und dessen Manifestation in den Köpfen aus.
    Das hat auch fast schon was von einem Gewaltopfer, dass es sich innerhalb der Grenzen seines physischen Missbrauchs »wohnlich« macht, wohl glaubend und / oder resignierend, dass es seine Situation nicht zum besseren verändern darf und auch nicht fähig dazu ist (kann).

  7. matrixmann: Das prinzipielle Bekenntnis zur Gewaltfreiheit auf Demonstrationen bedeutet die Anerkennung des staatlichen Gewaltmonopols ‑und dessen Missbrauch einschl. kalkulierter Todesfälle- unter Verzicht auf phantasievolle Aktionen am Rande des »gesetzlich« Erlaubten. Gewalt halte ich in Form von Gegengewalt (Miliitanz) dann für legitim, wenn sie die Perspektive eröffnet, nach dem (erfolgreichen) Kampf eine gewaltfreie Situation hergestellt zu haben. Sitzblockaden und Schottern haben in meinen Augen nicht die Qualität von Gewalt, werden aber von Staat als Inhaber der Definitionsmacht so gewertet um losprügeln zu können.

    Gewalt geht übrigens nach meinen Erfahrungen überwiegend geplant von den Polizeieinheiten aus. Das war schon immer so:

    https://www.youtube.com/watch?v=DCrHbOhHhT8

  8. Das prinzipielle Bekenntnis zur Gewaltfreiheit auf Demonstrationen bedeutet die Anerkennung des staatlichen Gewaltmonopols (...) unter Verzicht auf phantasievolle Aktionen am Rande des »gesetzlich« Erlaubten.

    Das genau ist dann »Protest innerhalb der Regeln des Systems«.
    In der Praxis bedeutet es dann sogar umso mehr »ich verzichte auf mein Recht, zurückzuschlagen, wenn mich jemand anderes schlägt, weil ich dann potentiell eine Anzeige am Hals habe und dafür evtl. sogar strafrechtlich verurteilt werde, wenn diese Person ein paar Sterne zu viel an der Jacke hat, weil diese Person mir gegenüber gemessen wie heilig ist«.
    Ich erwähne es nur ungern, aber in der Praxis sehe ich keine anderen Verhältnisse: Wenn nicht die Unfähigen und die Schmarotzer ganz oben das Volk fürchten, was ihnen jeden Tag ihren Lebensunterhalt generiert, dann denken sie, sie können sich alles erlauben. So lang für sie die tägliche Infrastruktur ihres Lebensstils intakt ist, so lang gibt es für sie keinen Grund, sich anders zu verhalten, geschweigedenn das Weite zu suchen.
    Das funktioniert im Kleinen nicht anders als bei jedem Menschen mit einer schlechten Angewohnheit — so lang man noch mit ihr durchkommt, unternimmt man keine Anstalten, sein Verhalten zu ändern. Der Kopf sagt »warum sich ändern? es geht doch auch mit«.
    Und diese Infrastruktur zu stören, wird wohl von jedem Staat in dieser Welt als illegtim und als »Gewalt« eingestuft werden. Sogar egal, um welche politische Weltanschauung es dabei geht.

  9. Gute Beispiele für die typische »Ich-will-Aber!-Mentalität« vieler Linker! ;)

    So kann nur einer sprechen der auf dem Schulhof schon auf die Fresse gekriegt und keine Ahnung von der menschlichen Natur hat.

    Interessanter Widerspruch, lieber »Fluchtwagenfahrer«. Man sollte meinen, dass grade jemand, der vermeintlich »schon immer auf die Fresse gekriegt hat« doch dann mehr als ausreichend Ahnung von der »menschlichen Natur« haben müsste, oder...? :P Mir dünkt eher, dass Leute, die schon sehr früh »auf die Fresse bekommen« haben, einen intensiven Rachedurst verspüren, den sie endlich an wem ausleben wollen...!?

    @matrixmann:

    Und, Dennis82, Gewalt ist nicht nur was für dumme Leute. Was meinst du wie Faschisten sich aufhalten lassen? Die Leute im Donbass mussten das schon lernen, dass es da nur hilft, sich mit Gewalt zu verteidigen. Das macht man dann aber nicht bloß mit der Keule und sucht sich jemanden, den man schnell greifen kann, nur um jemanden geschlagen und für seine Probleme verantwortlich gemacht zu haben. Das macht man mit Strategie und nennt sich »Kriegsführung«. Ist ein bisschen was anderes Lynchmob zu spielen — und zugegeben, dafür benötigt man Intelligenz.

    Im Zusammenhang mit deiner ablehnenden Haltung gegenüber Flüchtlingen tun sich da gewisse Abgründe auf... Ghandi war ja bekanntermaßen ein totaler Loser. ;) Interessant, wohin sich diese »Diskussion« entwickelt. »Linke« sprechen also von (intelligenter) »Kriegsführung«... Was ich mich frage: Was ist dann am Ende anders...? Menschen fühlen sich grds. dazu legitimiert, anderen Menschen Gewalt anzutun... Wahre Größe zeigt sich darin, dem »Feind« nicht genau dass anzutun, was er einem auch angetan hat! Andernfalls schwingen sich nur ein paar Böcke zu den neuen Gärtnern auf...!

    Definiere »Faschist«...! Wo fängt er an, wo hört er auf...?! Ich hab diesen Punkt betreffend bekanntermaßen eine recht »weitläufige« Auffassung. Soll ich jetzt die Pumpgun rauskramen — und einfach jeden umnieten, der mir mit »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen« oder »wer Arbeiten will, findet auch eine« oder »hätteste dich halt angestrengt« begegnet...? Nun — diese Menschen nehmen es völlig gleichgültig in Kauf, dass anderen Menschen per Verwaltungsakt das Existenzminimum verwehrt werden kann und in die Obdachlosigkeit entlassen werden. Diesen Menschen ist das Leid in Griechenland (oder sonst wo auf der Welt) vollkommen egal — im Gegenteil verhöhnte man die Griechen noch in unmenschlicher Art und Weise! In meinen Augen ist unsere »westliche« Bevölkerung eine Ansammlung von empathielosen Barbaren...! Zig Millionen, allein nur in diesem Land...

    Ich habe hier lang und breit meinen Standpunkt zu struktureller, »normaler«, »alltäglicher« Gewalt verdeutlicht. Dieser kannst du (so sehr du es möchtest...) nicht mit simpler »Gegengewalt« begegnen, weil es in der Summe die (wegschauende, ignorante, dies Handeln bei Wahlen legitimierende) Gesellschaft ist, die Menschen dies antut. Sie trägt es mit. Du kannst dann einen Schergen im Jobcenter (oder auch den Agenturleiter, den oberesten BA-Chef oder die Arbeitsministerin...), abstechen — landest dann aber halt eben: in der Klapsmühle. Weil der rechtstaatliche als auch gesellschaftliche Zeitgeist diese Tat eben nicht unter »Notwehr« verbuchen wird. Tja, Pech! Im Übrigen machen die »islamistischen Terroristen«®™ ja nichts anderes — sie verdammen die Bevölkerungen der westlichen Welt für ihre Dekadenz und Ignoranz — und nehmen dann halt hin und wieder ein paar von denen mit. Auch wenn da Einzelne dabei sind, die es nicht verdient hätten (»Kollateralschaden«)...

    Du vergleichst mit der Ukraine auch Äpfel mit Birnen. Wir haben hier keinen offiziell ausgerufenen »Bürgerkrieg« — und wir reden nicht von unmittelbarer Notwehr, wie sie im Falle eines solchen Konfliktes notwendig wird. Wenn mich ein »Faschist« (in Form einer konkreten Person) willkürlich vermöbeln will, wehre ich mich im übrigen auch. Wenn ich den Fallmanager (der mir mit nem Schulterzucken das ALG II wegsanktioniert) absteche — hockt da an seiner Stelle morgen: ein Neuer...! Ich sehe auch keinen Grund, jenen schon mal »präventiv« aus dem Weg zu räumen...! Aber auch da kommen dann wieder die »Unschärfen« zum Tragen — so könnte man ja auch einfach jeden Polizisten zum Faschisten erklären (tun viele Linke ja gerne) — und daraus eine Legitimation ableiten, ihn selbst um die Ecke zu bringen!

    Aber — was soll’s...? Ich schlage vor, ihr schwingt dann nicht nur in irgendwelchen Blogs große, gewaltverharmlosende Reden, sondern »tut« dann endlich auch mal was Handfestes...!? Bin gespannt, was die »RAF 2.0« so leisten wird — vielleicht kann sie mich ja sogar umstimmen...! ;)

  10. @matrixmann @Dennis82 @Fluchtwagenfahrer

    Es gibt hierzu ein treffendes Zitat vom guten alten B. Traven:

    »Wenn den Staaten jedes Mittel im Kriege erlaubt ist, warum nicht den Arbeitern in ihrem Kriege ebenfalls? Der Arbeiter begeht nur immer den Fehler, dass er als ein anständiger Bürger angesehen werden will. Aber dafür gibt ihm niemand etwas.«

    B. Traven. »Die Baumwollpflücker«. Rowohlt Verlag. Hamburg 1962. S. 76

  11. @Dennis82
    Das Beispiel Donbass ist nicht umsonst gewählt.
    Weißt du, was das Beispiel signifikant von einer RAF 2.0 unterscheidet?
    Es haben viele das Gleiche gedacht, es kam dann nur irgendwann jemand mit einem Plan an und es wurde kollektiv realisiert.
    Die RAF ist ein Gebilde aus Einzelgeistern, die sich denken, sie könnten die Welt revolutionieren.
    Stichwort »zusammenstehen« oder »allein kämpfen«. Wird doch hier immer sehr viel beschworen.
    Wenn du allein kämpfst, wirst du mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts erreichen und so enden wie du es schon selbst beschrieben hast. In der Klapse, im Knast oder im Grab. Als Beispiele kannst du dir da allein die School-Shooting-Szene ansehen — viel Systemkritik, ob immer richtig oder nicht, aber draus geworden ist nichts.

    Die Diskussion um den Begriff »Faschist«, insbesondere in Bezug auf das Beispiel, was ich erwähnte, lässt mich zu dem Schluss geraten, dass ich mit jemandem diskutiere, der sich das Ausmaß dessen lediglich in sicherer Umgebung versucht vorzustellen.
    Wer schon mal erlebt hat, oder auch nur davon gehört hat, wie plötzlich Leute in dein Haus kommen, dein Eigentum stehlen, zerstören, dich und deine Kinder misshandeln, sogar deine 70 Jahre alte Großmutter, die wirklich niemandem mehr etwas zu leide tun kann, oder dich sogar töten, EINFACH NUR ZUM SPAß, und dann dein Haus anzünden, fröhlich singend »We don’t need no water, let the motherfucker burn!«, der braucht keine Definition mehr, was ein Faschist ist. Er weiß, was ein Faschist ist.
    Totquasseln ist eine Angewohnheit von Menschen, wenn sie etwas nicht in ihrer Tragweite fühlen. Wenn es für sie ein hypothetischer Gegenstand bleibt.
    Selbstredend, dass, wer einen Banker erlebt hat, der nur darauf aus ist, die Nullstellen hinter der Zahl auf seinem Konto zu erweitern, und dem auf dem Weg dahin nichts heilig ist, dem es sogar wichtiger ist als morgens ein Frühstück auf dem Tisch stehen zu haben, der hat auch ein Bild davon, wie Faschismus aussehen kann. Der Faschismus, wenn man sich nicht weiter als seinen Schreibtisch bewegen muss, um anderes Leben zu vernichten.

    @ epikur
    Das Zitat finde ich mal treffend und das ist genau das Problem. Die, die ein Gewissen haben, wollen immer nicht so dastehen, wie die, die keines haben, vergessen dabei aber, für Moral kann man sich weder ein Brot zu essen kaufen, noch schützt dich Moral davor, dass jemand an dir Schaden anrichtet. Moral ist eine Milde, die man sich leistet, die gnadenlose Faschisten und Kapitalisten nicht kennen und demzufolge auch nicht auf einen anwenden werden. Und genau dieser Unterschied führte bisher immer dazu, wer am Ende den Krieg gewonnen hat. Wer bereit ist, mit allen Mitteln zu arbeiten, der hat maximale Handlungsfähigkeit für eine Situation.

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