Die Illusion der Ehe

»Nach den derzeitigen Scheidungsverhältnissen werden etwa 36 % aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre geschieden. Die durchschnittliche Dauer der im Jahr 2013 geschiedenen Ehen betrug 14 Jahre und 8 Monate.«

- Statistisches Bundesamt

Anmerkung: Liebe und Vertrauen hängen nicht von Eheringen oder einem Ehevertrag ab. Eine Ehe ist genauso wie die Liebe kein Zustand, den man einmal (käuflich) erwirbt und dann besitzt, sondern ein stetig schöpferischer Prozess, der durch Ehrlichkeit, Vertrauen, Empathie und Kompromissen gefestigt wird. Weder Eheringe noch Hochzeitsfotos im Glasschrank halten die Liebe fest. Allein der Glaube, ein Gefühl bzw. einen Menschen konservieren und einsperren zu können, um ihn für immer zu »haben« ist naiv und destruktiv. Nur Selbstreflektion, Toleranz, Respekt und Aufgeschlossenheit können stets neue Liebes-Augenblicke erschaffen.

4 Gedanken zu “Die Illusion der Ehe

  1. Es gibt einen Riesenunterschied zwischen Verliebtsein und Liebe. Verliebtsein ist eine hormonelle Krankheit, die etwa 1–2 Jahre dauert. Danach ist der Hormoncocktail abgebaut und das Verliebtsein beendet. Dann beginnt der Ernst des Alltags, d.h. man muß lernen miteinander auszukommen. Wenn Kinder da sind, dann bedeutet das, daß man als Ehepaar die Verantwortung dafür hat. Bis die Kinder erwachsen sind, bleiben viele Partner nur aus diesem Grund zusammen.
    Wenn das Verliebtsein beendet ist, dann entscheidet sich erst wirklich, ob man sich liebt. Dieses Gefühl ist nicht die hormonelle Hochstimmung sondern ein warmes Kuschelgefühl zueinander.
    Wenn das stimmt, dann kann eine Ehe oder auch ein Zusammenleben ewig dauern. Man ist miteinander einfach zu Hause.

  2. @gerhardq

    Schön zusammengefasst! Ich kenne nämlich so einige, bei denen die Liebe nach maximal 1–2 Jahren vorbei ist und sie sich nach der »Anfangszeit« zurücksehnen. Es gibt aber kein dauerhaftes »Verliebtsein« — das wird uns nur durch Hollywood und SOAP-TV eingeimpft. Hinzu kommt, dass manche die Messlatte so hoch setzen, dass sie zwangsläufig enttäuscht werden.

  3. Ein Mann, von seiner Ehe überfordert, sitzt beinahe täglich in seiner Stammkneipe.
    Auf die Frage eines anderen Gastes, warum ihm dies zur Gewohnheit wurde, knurrt er kurz angebunden:
    Meine Frau!
    Was ist mit ihrer Frau?
    Sie redet, redet und redet!
    Was redet sie denn?
    Das sagt sie nicht!

  4. Wie sagte es mein Hauspoet W. Droste schon so schön: »Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Beziehung.« (Man kann natürlich auch Ehe einsetzen)

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