Felicia Langer über Grass

Wir bewundern Ihre Zivilcourage gegen die allgemeine Verlogenheit, was die israelische Politik betrifft. Wir haben die israelische und die deutsche Staatsbürgerschaft und leben seit 22 Jahren in Deutschland. Ich bin eine Trägerin des Alternativen Nobelpreises, 1990 für mein Lebenswerk, als israelische Anwältin, die palästinensische Gefangene in den Besetzten Gebieten vertreten hat. Im Jahre 2009 habe ich das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse bekommen. Ich habe eine schreckliche Verleumdungskampagne gegen mich gerichtet durch die israelische Lobby in Deutschland und teilweise in Israel, erlebt. Ich kann mir gut vorstellen mit aller Bescheidenheit, was Sie jetzt empfinden und es tut mir sehr, sehr Leid. Mieciu, mein Mann, ist Holocaustüberlebender, der in 5 Nazilager inhaftiert war und der als einziger der Familie überlebt hat. Wir sind empört über die Verleumdungskampagne, die gegen Sie zur Zeit geführt wird. Wir solidarisieren uns völlig mit Ihnen und wünschen Ihnen das Beste! Soll diese Ihre gesegnete Tinte nie austrocknen!

- Felicia und Mieciu Langer, freie-radios.net, 6. April 2012

Anmerkung: Wenn mich jemand fragen sollte, auf welcher »Seite« ich im Nahostkonflikt stehe, dann antworte ich, dass ich im Zweifel stets auf der Seite der Schwachen bin. Und dort sollte jeder vermeintlich Linke stehen.

7 Gedanken zu “Felicia Langer über Grass

  1. @Harry_HIII
    Komische Frage. Hast du keine Augen mehr, für die, denen es schlechter geht wie anderen? Das ist aber traurig.

  2. @harry_hiii

    na wen wohl!? DAS VOLK
    egal ob hinter mauern oder in muffigen zelten oder sonstwo!

    es ist DIE ELITE pardon... die »elite« welche das problem ist!

    außerdem läuft die medienpropaganda auf hochtouren, da werden aus ECHTEN NAZIS wie sarrazin »mutige« »klartexter« und aus KLARTEXTERN und MUTIGEN LEUTEN wie ... (s.o.) werden dann »nazis« oder (falls jüdisch) »sich selbst hassende juden«
    wenn ich mir die schmierig-schleimige deutsche nachkriegsgeschichte anschaue und weiß wer alles das bundesverdienstkreuz bekommen hat trotz kackbrauner vergangenheit und eine reaktionäre scheißpolitik (oder teilweise für dummes geschleime) wie etwa dieser gehlen, dann...

    dann bin ich auch ein nazi.

    ich will, dass überall menschen ohne hunger, gift und krieg leben müssen. NAZI!
    ich will, dass man offen und frei aussprechen darf, wenn die eigene regierung eine hure der hochfinanz ist. NAZI!
    und ich will kein frontex und keine eu, welche nur der »elite« dient. NAZI!

  3. Danke für den Hinweis auf das Schreiben von Felicia Langer.

    Die Reaktion der Mainstream-Medien war zu erwarten; GRASS hatte ins Schwarze getroffen; die Ertappten müssen sich jetzt der offen ausgesprochenen »Wahrheit« stellen.

    Bezogen auf den »iranischen Präsidenten« fehlen m.E. Quellenangaben für die behaupteten Äußerungen bezogen auf ISRAEL. In den zurückliegenden Jahren gab es Prozesse in Deutschland, nach deren Urteilen »Falschbehauptungen« auf der Grundlager »falscher Übersetzungen« untersagt wurden; nach meiner Erinnerung richteten sich die Urteile gegen das ZDF und den STERN.

    Es fällt jedenfalls auf, dass es in den MEDIEN kaum Hinweise (Links) zum Nachweis der Aussagen gibt, sofern ich die nicht übersehen habe.

    Ich wäre jedenfalls dankbar dafür, wenn jemand Quellenangaben zu der Behauptung geben könnte, dass der IRAN bzw. der iranische Präsident ISRAEL physisch vernichten will. Es fällt jedenfalls derzeit schwer, Kriegspropaganda von »authentischen Aussagen« zu unterscheiden, wie sie derzeit beinahe täglich veröffentlich werden.

    GRASS hat jedenfalls dazu beigetragen, ein paar Wahrheiten öffentlich zu diskutieren.

    Es könnte sogar sein, dass die in seinem Gedicht verarbeitete drohende »atomare Vernichtung des IRAN« eine Art Antwort auf die »Interpretation« der Aussagen der iranischen Seite darstellt.

    ES

  4. @eb
    »Komische Frage.« — findest du das Thema lustig?

    Ich dachte an eine konkrete Auskunft: Palästinenser, Christen zum Beispiel, die täglich einen (lebensbedrohlichen) Spießrutenlauf auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstätte erleben müssen — ohne dass irgend jemand etwas dazu sagt. An »die Israelis« die täglich im Kriegszustand und damit in Lebens-Angst leben müssen. ... usw. usf.

    Mir ist das (Anmerkung:...) zu allgemein gehalten; zu wenig konkret »Ross und Reiter« benannt; zu wenig Farbe bekannt.

    Leidende, Drangsalierte gab und gibt es leider immer. Voraussetzung: Ideologien, komplett egal welcher Couleur.

  5. @Harry

    Was ist an meiner Anmerkung zu allgemein? Wenn ich sage, ich stehe im Zweifel auf der Seite der Schwachen? »Die Schwachen« sind mal Israelis und häufiger die Palästinenser in diesem Konflikt. Als »die Schwachen« bezeichne ich Menschen, die in Todesangst leben, die leiden, in Armut ihr Dasein fristen, die ausgegrenzt und diskriminiert werden usw. Weshalb muss man sich im Nahost-Konflikt für eine Seite entscheiden? Damit die reflexartigen ideologisch behafteten Argumentationen losgehen können? Ohne mich.

  6. @epikur

    Na, das ist doch mal ein Wort. Viel konkreter wollte ich es gar nicht.

    Ich hatte den Eindruck, dass irgendwie versucht wurde, sich aus irgendeinem taktischen — oder politischen? — Kalkül heraus hinter dem Platzhalter »die Schwachen« zu verstecken.

    ;)

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