Was ist PR?

Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations ist Auftragskommunikation. In der pluralistischen Gesellschaft akzeptiert sie Interessengegensätze. Sie vertritt die Interessen ihrer Auftraggeber im Dialog informativ und wahrheitsgemäß, offen und kompetent. Sie soll Öffentlichkeit herstellen, die Urteilsfähigkeit von Dialoggruppen schärfen, Vertrauen aufbauen und stärken und faire Konfliktkommunikation sichern. Sie vermittelt beiderseits Einsicht und bewirkt Verhaltenskorrekturen. Sie dient damit dem demokratischen Kräftespiel.

- Definiton nach dem Deutschen Public Relations Verband

Anmerkung: Faire Konfliktkommunikation? Sie dient dem demokratischen Kräftespiel? Nicht eher  den Profitinteressen von großen Unternehmen? Und was ist mit »Verhaltenskorrekturen« gemeint? PR vermittelt Einsicht? Einsicht für was?

7 Gedanken zu “Was ist PR?

  1. Das Wort Werbung war schon immer schlüpfrig. Um das seriöser zu gestalten, war es sinnvoll dafür Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben ;)

    Daraus wurde dann Public‐Relation.

    Aber einer der Gründer dieser Geselleschaft, Herr Hundhausen hat es sogar noch viel früher geschafft, das etwas ehrlicher zu formulieren.

    Public Relations ist die Kunst, durch das gesprochene oder gedruckte Wort, durch Handlungen oder durch sichtbare Symbole für die eigene Firma, deren Produkt oder Dienstleistung eine günstige öffentliche Meinung zu schaffen.

    Interessant die beiden Sätze jetzt mal zu vergleichen.

    Heute sind Public‐Relation‐Institute‐, oder Firmen meist unter dem Alias »Kommunikationsinstitut« zu finden. Klingt moderner.

  2. Public Relations bedeutet auf den Punkt gebracht: Interessensverteretung gegenüber Öffentlichkeiten. Das können — müssen aber nicht notwendigerweise — Profitinteressen sein. Es können durchaus auch andere Interessen sein.

    Irgendwie gewinnt man hier den Eindruck, es würden nur Unternehmen PR betreiben (übrigens spricht auch Hundhausen nur von Unternehmens‐PR in seiner Definition) Dem ist nicht so. Die spektakulärsten PR‐Kampagnen der jüngsten Vergangenheit stammen von NGOs, siehe Greenpeace vs. Nestlé. Ein Schelm sei, wer hier irgendwem Profitinteressen unterstellt ;) Kleine Schlußfrage: Wem hat wohl die Greenpeace‐Kampagne genützt (wer hat profitiert?) und wem geschadet?

    antiferengi sei gesagt, dass alle, die sich hinter dem Alias ›Kommunikationsinstitut: »verstecken« nicht verstanden haben, worum es geht, oder aber ganz bewußt die PR‐Unwissenheit anderer nutzen. Kommunikation ist nur ein kleiner Teil, nämlich der operative Teil der PR.

  3. @LuCloos
    Nix neues. Über Greenpeace und Bertelsmann brauchen wir nicht zu streiten. Und jede politische Partei hat heute ihre Kommunikations»agentur«. Aber ich sehe. Public‐Relations hat ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit weiterentwickelt.

    Fragt sich nur wo das hinführt, wenn jeder versucht, jeden zu überzeugen. Denn das Eigeninteresse bleibt.

  4. Ich verstehe die aufregung über diese paar zeilen nicht. Da steht doch ganz klar drin, was man unter »public relations« zu verstehen hat.

    »Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations ist Auftragskommunikation.«

    Hübsches wort übrigens, »auftragskommunikation«. Das heißt aber nichts anderes, als daß menschen dafür bezahlt werden, daß sie anderen erzählen, was die auftraggeber der PR‐aktion für richtig halten. Im grunde könnte ein jeder aufmerken, daß der arbeitgeberverband gesamtmetal mehr möglichkeiten hat, eine PR‐kampagne zu finanzieren als alle stahlarbeiter zusammen (das sagt eigentlich schon alles über den zustand dieser »demokratie«).

    »In der pluralistischen Gesellschaft akzeptiert sie Interessengegensätze. Sie vertritt die Interessen ihrer Auftraggeber im Dialog informativ und wahrheitsgemäß, offen und kompetent.«

    Ich wüßte nicht, was ich an diesen zwei sätzen aussetzen sollte. Denk an die mietmäuler der INSM, ob die aussagen tatsächlich informativ und kompetent sind, steht auf einem anderen blatt. Tatsache ist, daß die vertretenen meinungen von vielen menschen geglaubt werden — die glauben, daß diese »experten« kompetent wären. Die vertreten die ansichten einer zahlungskräftigen minderheit, die sie sehr offensiv und wahrheitsgemäß den massen um die ohren schlagen.

    In gewisser weise: »Wir bezahlen glaubwürdige personen, die dem volk einigermaßen unterhaltsam beibringen, daß es bestimmte kröten so oder so zu schlucken hat.«

    Eine diskussion darüber findet nicht statt, darf auch gar nicht.

    »Sie soll Öffentlichkeit herstellen, die Urteilsfähigkeit von Dialoggruppen schärfen, Vertrauen aufbauen und stärken und faire Konfliktkommunikation sichern. Sie vermittelt beiderseits Einsicht und bewirkt Verhaltenskorrekturen. Sie dient damit dem demokratischen Kräftespiel.«

    Eine schmucke umschreibung für hirnwäsche: Wenn ich es mir zu eigen mache, wie die PR‐fuzzies zu argumentieren, dann ist meine »urteilsfähigkeit« geschärft, ansonsten bin ich halt ein »fehlgeleiteter sonderling«. Es läuft aber nicht anders, DU sollst gefälligst einsicht zeigen, daß Du als angehöriger der mehrheit Dein verhalten im sinne der minderheit änderst, diesen vorgang nennt man hierzulande »volksherrschaft«.

    Das »demokratische kräftespiel« sah schon immer so aus, daß unternehmen, die es sich leisten konnten, gekauft haben, was sie konnten. Ich sehe das, was man »demokratie« nennt, nicht übermäßig positiv.

  5. @Mechthild
    Ähhm. INSM war und ist nichts anderes als Public‐Relations. Und gerade der Arbeitgeberverband hängt da ganz dick mit drinne.
    Public‐Relations ist ja nicht nur die Vertretung einer Interesse, sondern die gezielte Steuerung mit allem was man zur Verfügung hat.

  6. @mechthild mühlstein

    Wenn die Auftragskommunikation (PR) nicht erfolgreich war, es also keine »Einsicht« beim Empfänger gab, das beworbene Produkt, die Idee, die Dienstleistung -oder was auch immer‐ ganz toll zu finden, dann wird häufig von einem »Vermittlungsproblem« gesprochen.

    Neusprech in Reinform.

  7. @ antiferengi
    habe ich irgendetwas anderes behauptet? Natürlich ist INSM ist nichts anderes als ein pr‐verein, der arbeitgeberverband gesamtmetall steckt da nicht »dick mit drin«, der hat sich von der werbeagentur Scholz & Friends ein konzept entwickeln lassen — wie man sieht, echte pr‐experten. Die leute fressen den käse, den man ihnen auftischt. Das ist politpropaganda, wie Du richtig anmerktest zur steuerung.

    An sich zielte ich eher auf Lous »scheinbar« naive weltsicht ab, die weismachen möchte, PR könne auch »edel, hilfreich und gut« sein, zumal angeblich nicht immer profitinteressen vertreten würden. Genützt hat die kampagne von Greenpeace in erster linie der werbeagentur, die damit wahrscheinlich nicht schlecht verdient hat und jetzt ihrerseits mit dem sauberen image werben kann, etwas für »die gute sache« getan zu haben. Wirklich geschadet hat die aktion Nestlé nicht, ich habe nicht gehört, daß sich der konzern nun in wohlgefallen oder, was vielleicht wünschenswert wäre, in salzsäure aufgelöst hätte. Das ergebnis ist, daß die Indonesier, die sich auf diesem brutalen weltmarkt irgendwie behaupten müssen, Nestlé als zuverlässigen kunden verloren haben und jetzt womöglich zu noch rabiateren mitteln greifen müssen, um die ware, die sie produzieren, verkaufen zu können. Für einfach gestricke kreaturen mögen derartige aktionen die sympathiewerte für Greenpeace steigern, dem naturschutz an sich tut man damit einen bärendienst.

    @ epikur
    das »vermittlungsproblem« war ungefähr das, worauf ich hinaus wollte.

    »Faire Konfliktkommunikation« beispielsweise, heißt ins deutsche übertragen nichts anderes als »friß‘ die tablette, die wir Dir geben, etwas anderes bekommst Du nicht«. Die sind so fair, die trichtern es Dir (ganz demokratisch) auch fünfhundert mal ein, wie Du denken sollst und wenn Du dann immer noch nicht so denkst, dann wurde es Dir noch nicht richtig erklärt, oder Du bist begriffsstutzig oder so.

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