Der gefürchtete Oskar

Eine wirklich geniale Rede von Oskar Lafontaine zur aktuellen Finanzkrise und vor allem der jahrelangen Unterwerfung der Politik unter die internationalen Finanzmärkte. Wer diese Rede gesehen hat, weiß, warum er so gefürchtet und von den Medien niedergeschrieben wird.

30 Gedanken zu “Der gefürchtete Oskar

  1. Reden kann er wirklich gut. Aber inhaltlich geht da doch einiges durcheinander. Ein typisch linker Rundumschlag.

  2. Durcheinander? Find ich gar nicht. Er stellt den Zusammenhang zwischen der Finanzkrise, Sozialabbau und neoliberaler Politik/Gesinnung her. Denn dieser existiert zweifellos.

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  4. ignoramus scheint seinen Namen gewählt zu haben nach seinem Handeln:
    Ignorieren der wirtschaftlichen und politischen Fakten der letzten 25 Jahre.
    Wenn jemand dies nicht getan, sondern alles in einem Zusammenhang dargestellt hat, dann ist das Oskar Lafontaine.
    Bravo Oskar, immer den Finger auf die Wunde legen und solange bohren, bis die Erkenntnis auch bei dem letzten Neoliberalen angekommen ist !

  5. nahezu die komplette Presse/Medien waren/sind ja bisher bzgl. so uwichtiger Fragen wie Wirtschafts– u. Sozialpolitik »gleichgeschaltet«. Ausnahmen bestätigen nur diese Regel. Die journalistische Behandlung von Lafontaine war dazu ein wichtiger Indikator. Er ist einer der wenigen Politiker, die öffentlich argumentieren. Die meisten bringen stattdessen nur Kraftsprüche aus der Marketingabteilung. Hoffentlich werden diese unglaublichen Vorgänge mediengeschichtlich nachgehalten, daß Spätere davon lernen können.

    Gruß,
    R.

  6. wenn es vom Format eines Osakr Lafontaines mehr Politiker und Menschen in anderen Verantwortungsbereichen gäbe, würde es in diesem Sch....Staat nicht so verheerend aussehen, wie es gegenwärtig aussieht.

    Aber die hochbezahlten Schreiberlinge bestimmter Medien dürfen das ja nicht einmal zur Kenntnis nehmen!

  7. Oskar Lafontaine ist der derzeit beste, begabteste, wirkungsvollste und vor allem glaubwürdigste deutsche Politiker, der sich nie korrumpieren ließ, sich immer treu blieb und für die nicht-nur-Egoisten in Deutschland sowie für seine Partei ein Glücksfall ist. Seine Kompetenz in Finanz– und Wirtschaftspolitik ist untypisch für einen deutschen Politiker. Dessen sollten sich auch seine parteiinternen Gegner bewußt sein. Daß er ihnen mit seinen Auftritten die Show »stiehlt«, ist nicht seine Schuld sondern ihr Unvermögen.

    Oskar ist eine Lichtgestalt, wie es sie in Deutschen Landen zuletzt mit Friedrich II gegeben hat. Das jeweils richtige Maß der Anforderungen an die Großen und die Kleinen, also Gerechtigkeit, Glaubwürdigkeit, die Einstellung, selbst nur ein Staatsdiener zu sein, also dem Gemeinwohl im eigentlichen Sinne verpflichtet zu sein und die absolute Unbestechlichkeitdas sind es, was beide Männer gemeinsam haben — trotzt so unterschiedlicher Zeiten. Der Vergleich mit Napoleon ist dagegen ein unzutreffender Vergleich seiner Gegner.

    Genau betrachtet ist Oskar Lafontaine eine für heutige Verhältnisse sehr untypische Erscheinung in der Politik. Nach meiner Beobachtung ist er auch in Europa eine Ausnahme. Darum wird er von den Diäten– und Spesenrittern, den Halbtalenten, Lobbyistenvertretern, Parteispendensenken und den parlamentarischen Gesetzesbrechern wie Friedrich Merz und Otto Schily so gehaßt.

    Ich wünsche ihm, daß sein Wirken ähnlich erfolgreich ist wie das des großen Frierich, daß er also Deutschland nachhaltig eine neue Richtung geben wird, die bei der Mehrheit Zustimmung findet. Mit einiger Sicherheit wird er in der Geschichte dt. Politik einen bedeutenderen Platz einnehmen als Schröder, Merkel, Westerwelle, Müntefering usw....

  8. @naomi-klein-freund (btw. eine sehr gute autorin^^)

    Das sehe ich ganz ähnlich wie Du. Als Lafontaine 1990 ehrlich war u gesagt hatte, das es keine »blühenden Landschaften« für den ehemaligen Osten geben würde u langsam u pragmatisch an die Wiedervereinigung herangehen wollte, wurde er verspottet und ausgelacht. Ebenso als er unter Schröder die Finanzmärkte regulieren wollte. Bis heute hat Lafontaine in vielen Dingen Recht und Wort gehalten — eine seltene Gabe unter Politikern heutzutage. Leider.

  9. ignoramus representiert den weitaus größeren Teil unserer Bevölkerung. Ist schon erstaunlich das er auf einer Seite wie dieser gelandet ist.

    Das »Weltbild« unseres Systems ist dermaßen tief eingeprägt da hilft nix mehr.

  10. @epikur betr. 1990

    Natürlich hatte er da Recht, aber das war absolut unpopulär auf beiden Seiten. Mir ist allerdings kein machbarer Vorschlag zur kohlschen Variante in Einnerung. Hätte man die gemeinsame Staatsbürgerschaft aufgeben sollen, das GG ändern und die Ostdeutschen auslagern? Dafür hatte m.W. auch Oskar keine brauchbare Lösung, denn es gab sie nicht. Nur die Steuersonderzone, die aber hätte im 80%-Westen zum Aufstand geführt.

    Die schnelle Vereinigung war unvermeidbar, die Treuhandpolitik allerdings nicht unbedingt in der Art. da ging es oft nur um Schnäppchen, Reibach, Konkurrenzplattmachen und um viel viel Korruption.

  11. Beschimpft ignorasmus nicht so... seid doch froh das er hier gelandet ist und versucht ihn zu überzeugen. Sich immer nur mit denen zu unterhalten die derselben Meinung sind ist fruchtlos...
    Sachlich habt ihr völlig recht.. aber wenn ignorasmus hier gelandet ist bedeutet es das er ein opfer neoliberaler propaganda mit zweifeln ist.. überzeugt ihn und er wird ein doppelt so guter multiplikator der wahrheit sein.

    wenn man merkt das man lange manipuliert wurde steigert das die inbrunst und den zorn ungemein.. ich weiß wovon ich rede.

    also ... seid bitte nicht herablassend ... dafür freundlich und überzeugend.
    damit nützt ihr viel mehr.

    grüße

    A

  12. @ignorasmus

    es ist wichtig zu verstehen das die schlechte presse mit der lafontaine zu kämpfen hat ein ergebnis gezielter medienbeeinflussung von sehr zahlungskräftiger seite ist.
    Da sagt mancher: »die tagesschau ist doch kein propaganda-organ!«
    Natürlich nicht! Aber schau dir doch nur mal an wer zur besten sendezeit vor den nachrichten werbung schaltet. Commerzbank, Deutsche Bank, MLP.
    in den USA nennt man das »Big Finance«. Das heißt diese Leute finanzieren zu weiten Teilen diese Sendung, und dann gibt es natürlich massive Beeinflussungsmöglichkeiten.

    Ich will dir keine Meinung aufdrücken aber lass dich nicht verarschen.
    Ich bin dreissig jahre alt.. studiert und alles und hab mich bis vor etwa einem jahr von den Neoliberalen überzeugen lassen. Ich bin kein Sozialist sondern eher Mitte-Links. Der Grund für Lafontaine zu sein ist weder Sozialromantik noch Mitgefühl mit den Schwachen, sondern schlicht ÖKONOMISCHE VERNUNFT. Das kann ich hier nicht ausführen aber wenn du dich interessierst für die sachlichen Zusammenhänge so empfehle ich das Buch: »Grundzüge der Volkswirtschaftslehre« ab Kap.15 von Prof. Peter Bofinger (Mitglied der 5 Wirtschaftsweisen)..
    Oder zu den Mechanismen der Medienmanipulation die versuchen dir eine Meinung einzuimpfen an der andere viel Geld verdienen:
    »Machtwahn« von Albrecht Müller

    Schnellen Zugang zu beidem ermöglicht
    http://www.nachdenkseiten.de

    wünsche fröhliches Erschüttern des bisher geglaubten..
    nichts ist befreiender..

    Gruß
    A

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  14. »Was Ihr den Geist der Zeiten heißt, ist stets der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln«

    Goethe

  15. Alle Probleme richtig benannt.

    Unglaublich aber wahr, die Forderung des Herrn Ackermann nach 25% Rendite. Angesichts der des exponential ansteigenden Zuwachses von Reichtum selbst bei kleinen Renditen, müsste man eine solche Forderung nicht nur als verrückt, sondern sogar als versuchte Enteignung, ja sogar als versuchte Versklavung von Arbeitnehmern, bezeichnen.

    Die meisten Bürger haben wohl wenig Interesse und wenig Kenntnisse über wirtschaftliche Zusammenhängen, und das machen sich die »Finanzexperten« wie z. B. Ackermann, Steinbrück und andere zunutze. Ich kann jedem nur raten, sich in Zukunft intensiv mit wirtschaftlichen Zusammenhängen auseinanderzusetzen...

  16. Wow. Der benutzt doch tatsächlich das Wort »googlen«. Mal ganz abgesehen vom guten Inhalt, ist das alleine schon beeindruckend.

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  19. Zitat:
    »wenn es vom Format eines Osakr Lafontaines mehr Politiker und Menschen in anderen Verantwortungsbereichen gäbe, würde es in diesem Sch….Staat nicht so verheerend aussehen, wie es gegenwärtig aussieht.«

    Es sähe sähe aus wie im Osten vor 20 Jahren, Ihr würdet alle schön kuschen, und heimlich um Bananen und eine 15 Jahre alte Trabbi-Anmeldung betteln!
    Ihr hättet alle endlich einen Job, 8,5 Std./tgl. für 4.-M/h, Internet nur »geprüfte Seiten«, Bier für -,40 M. Ein Paradies für Schwätzer!
    Ein wirklich erstebenswertes Ziel!

  20. Einfach gestrickte Schuldzuweisungen, Neid, Klassenkampf...
    Das Rezept ist immer das gleiche, egal ob es nun ein Lafontaine, ein Haider oder ein Le Pen ist. Und das unglaubliche... es finden sich immer wieder Mitgänger.

  21. @ Jan Hanfeld: Danke für den Link um Parlamentsfernsehen — aber mal ehrlich, ist das nicht ene Schande, dass sowas mit dem sch... real codec gemacht wird. Mein VLC Player will das nicht zeigen, jetzt soll ic mir so ne proprietäre Müll-Software installieren? Ich finde, hier fehlt eine ernsthate Initiative — schon aus historischen Erwägungen MUSS dieses Archiv mit quell-offenen und lizenzfreien Codecs angelegt werden und nicht mit patentiertem Closed-Source Code, der in 20 jahren womöglich nicht mehr benutzt werden kann. Eine wichtige Arbeit, die da erledigt werden muss.

  22. @ Horst-Peter:
    Gute sachliche Argumente, die Du da vorbringst ;)

    @Phil:
    Knapp 3 Millionen Kinder die in Deutschland in Armut leben, sind nicht neidisch, sondern in Not.
    Ca. 7,5 Millionen Menschen die in Deutschland auf Hartz4 Niveau leben, sind nicht neidisch, sondern in Not.

    Ein Lafontaine mit einem Haider oder Le Pen zu vergleichen und in einen Topf zu schmeißen zeugt von völliger politischer Unkenntnis, um es mal vorsichtig zu formulieren.

  23. ^Ein Lafontaine mit einem Haider oder Le Pen zu vergleichen und in einen ^Topf zu schmeißen zeugt von völliger politischer Unkenntnis, um es mal ^vorsichtig zu formulieren.

    Ist eher lustig, wie gegen O.L. argumentiert wird(-:

  24. Erstens, den wichtigsten Punkt hat Lafontaine nicht genannt: es war eben der Punkt der Regulierung der Finanzmärkte, wegen dem er sich mit Schröder überworfen und die SPD verlassen hat.

    Zweitens, ich finde gar nicht, das Lafontaine so ein Überredner ist, besser als etwa Merkel oder Schäuble ist er auch nicht ... er überzeugt einfach nur damit, was er sagt, nicht mit der Art und Weise, wie er es sagt. Während man bei Merkel oft auf Luftblasen trifft, wenn man denn untersucht, was sie eigentlich gesagt hat — und bei Schäuble auf Absichten, die mit Demokratie und Rechtsstaat nicht zu vereinbaren sind.

    Ich denke, viele Leute loben Lafontaine in dieser Beziehung, um zu implizieren, das seine Reden nur deßhalb gut sind, weil er sie so schön vortragen könnte. Das ist natürlich ein vergiftetes Lob, mit dem man davon ablenken möchte, das Lafontaine schlicht ergreifend eins hat: nämlich recht.

  25. Pingback: Finanzkrisengeblubber | Nerdcore

  26. Einen Punkt finde ich in Oskars Rede nennenswert und zwar das es zu einer geistlich/moralischen Umorientierung kommen muss. Ist zwar auch zeimlich Schwammig formuliert, wie so vieles was aus der Linken Richtung kommt. Aber im Grund ist es das was unsere Gesellschaft weiterbringen würde. Ethischer Liberalismus. Die Verantwortung des Einzelenen gegenüber der Gesellschaft.

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