Angela menschelt

»Wir wollen menschliche soziale Marktwirtschaft«

- Bundeskanzlerin Angela Merkel am 7.10. im Bundestag

Anmerkung: Was an dem Konstrukt der (neuen) sozialen Marktwirtschaft unter Gerhard Schröder und nun unter Bundeskanzlerin Angela Merkel »sozial« war und ist, wissen wohl nur Eingeweihte. Ein Großteil der Bevölkerung weiß es nicht, aber die leiden sicher alle nur an einem »Vermittlungsproblem«. Da wohl langsam auch der letzte BILD-Leser dahinter kommt, dass an dieser Marktwirtschaft rein gar nichts sozial ist, muss der Slogan eben noch positiver aufgeladen werden: die »menschliche soziale Marktwirtschaft«. Sollte diese Phrase bei den Menschen genauso wenig ankommen, wie der Aufschwung, schlage ich vor, in Zukunft einfach von »gute altruistische moderne liebe menschliche soziale Marktwirtschaft« zu sprechen. Vielleicht wird das ja vom gemeinen Mob verstanden werden.

8 Gedanken zu “Angela menschelt

  1. Ich weiss gar nicht was Du hast. Stimmt doch alles.

    1. — Nur Menschen betreiben Marktwirtschaft, also ist Marktwirtschaft (als eine »rein menschliche Angelegenheit) »menschlich«.
    2. — Dazu, in eine marktfformige Austauschbeziehung treten zu koenne, gehoeren immer (mindestens) zwei, denn Markt geschehen beinhaltet letzlich immer zwischenmenschliche (inter-)Aktionen, also ist Marktwirtschaft (in irgendeiner Weise) »sozial«.
    3. Daraus folgt: menschliche soziale Marktwirtschaft ist ein doppelter Pleonasmus.

    q.e.d.

    ;-)

  2. Richtig, normativ sollte man an Begriffe und Wortkonstruktionen eh nicht herangehen: In was für einer Welt wollen wir leben? Geht es gerecht zu, in dieser Welt? Wie kann man mehr Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit für alle Menschen schaffen?

    Das sind Fragen von altklugen Weltverbesseren, Träumern und Idealisten. Typisch für diese Linken. Allein die Logik, die Rationalität und die Pragmatik sollen das Handeln bestimmen. Es lebe Rational Choice, das Kosten-Nutzen-Kalkül und die »menschliche soziale Marktwirtschaft«! ;)

  3. Immer dran denken, die gute Angie ist evangelische Pastorentocher, und in punkto Wendehalsigkeit waren die Kirchen schon immer super, d.h. es warten sicher noch einige Überraschungen auf uns was das soziale Geschwätz, und die unsozialen Handlungen der Regierung angeht.

    Ich denke immer öfter an den alten Bibelspruch: »Nicht an ihren Worten sollt ihr sie messen, sondern an ihren (in diesem Fall: unsozialen) Taten«.

    Gruß
    Rosa L.

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  5. Die Wende 8990 hat uns das anschauliche Lehrstück von den Wendehälsen aufgeführt. Mansche trauten ihren Augen und Ohren nicht ob der hemmungslosen Verlogenheit und des schamlosen Opportunismus ihrer Mitmenschen, es war einfach nicht zu fassen.

    Kollegen, die immer — über Jahre und bis zu letzt — den strammen und unerschütterlich linienfesten Parteigenossen herauskehrten, der Kritiker und nicht so sattelfeste Zeitgenossen jederzeit bereit war, im Parteiauftrag maßzunehmen, »sprangen« am Tag X öffentlich und z.T. mit Getöse plötzlich aus ihrer Partei und distanzierten sich von ihr, als wären sie eine gespannte Feder und Geiseln gewesen. Tatsächlich waren sie einfach nur Karrieristen, wie es sie zu allen Zeiten und in allen Systemen gegeben hat und gibt. Solche Charaktere kennen bisweilen keine Grenzen, wie uns das 3.Reich lehrte. Karriere über alles, Glaubensgrundsätze ihre religiösen Bekenntnisse leben — Fehlanzeige. Für Grundsätze ihres Kulturkreises kämpfen — Fehlanzeige.

    Frau Merkel ging mit ihrem Vater, dem »roten Kassner« von West nach Ost in den SED-Staat, durfte im Staatsauftrag studieren, was manch andere nicht durften, da nicht die richtigen Eltern oder selbst nicht genug Staatsbewußtsein. Sie wurde FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda in der Kaderschmiede der DDR-Wissenschaft. Sie wurde von der Stasi fotografiert in der für Bürger abgesperrten Zone um’s Havemanngrundstück, in der sich bis zu 300 Spitzel tummelten. Das Foto zu senden verbot sie dem WDR (” Im Auge der Macht- die Bilder der Stasi”).

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/435060

    Sie wurde Mitgied im vom Stasispitzel Wolfgang Schnur geleiteten Demokratischen Aufbruch, der dann vor dem Zusammenbruch durch die CDU bewahrt wurde, indem sie ihn sich einverleibte wie eine Blockpartei.

    Sie wurde Kohls stark geförderte Quotenossifrau und stürzte ihn dafür vom Sockel, bekam seine Position. Sie wurde Vorkämpferin der CDU für die US-Neocons, Bushs Freundin, die einzige europäische Politikerin, die es fertig brachte, den Mann, den andere einen Terroristen nennen, hier ein Fest zu bereiten, ihn auf seiner Texasranch zu besuchen. Die US-Medien feierten sie dafür als mächtigste Frau der Welt. Natürlich war sie gegen Schröders Nein zum Irakkrieg, eine seiner wenigen richtigen Entscheidungen.

    Sie wurde natürlich CDU-Dereguliererin Nr.1, denn das war gerade angesagt, als Wahlkampkonzept zu Erringung der Macht. Freie Finanzmärkte, Hedgefonds und Derivate, Privatisierung, Kopfpauschale, Privatrente usw. mußten in den Koalitionsvertrag.

    Dann der Crash, den kluge Leute schon vor 10 Jahren vorhersagten und 2004/2005 massiv publizierten — da war bei Merkel aber noch Fehlanzeige, große Politikerin! Viel Sachverstand! Nun wieder eine Wende nach dem Motto: Alles Schuld der sturen Amis und Engländer, wir sind unschuldig. Frau Merkel mutiert nun zur Retterin Deutschland und zur OberReguliererin der Finanzmäkte. Mir fällt da nur der Adenauersatz ein »was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern«. Adenauer allerdings konnte sich diesen Satz leisten.

    Wendehälse sind immer unschuldig, das lehrt die Geschichte. Man sollte sich aber vor ihnen hüten, da man nie weis, wohin sie demnächst drehen.

  6. Es geht doch nicht um Merkel oder irgendeine andere Person. Es geht um Strukturen. Ein Ackerman ist — wie Merkel — als Person eine Randnotiz der Geschichte, die von ihm ausgegebene Devise von 25% Rendite ist Struktur. Die Dominanz der Finanzwirtschaft (besser: — Kapitals) über allem (gerade der real-güter-erwirtschaftenden industrie) ist im moment unübersehbar, ihre Verflechtung ins industriekapital (Aufsichtsräte) ebenso und die Austauschbarkeit der Protagonisten (Wechsel des Personals von der Politik in die Wirtschaft) gang und gäbe — es scheint so, als ob die Realität genau das nachvoillzieht, was ihr die Theorie des STAMOKAP vorausgesagt hat.Der Staat nicht nur als Reparaturbetrieb des Kapilatlismus, sondern gar als ideeler Gesamtkapitalist — ausgleichendene Instanz der verschiedenen Kapitalien — kommt ja gerade heute zum Vorschein: es meldet sich die AutoIndustrie _ Mercedes„ BMW — zu Wort und will dieselbe Unterstützung des Staates wie für die Finanzwirtschaft. Egal wie „Sozialdemokrat” Steinbrück sich wendet, er wird sich stamokap-theoretisch korrekt verhalten: Ausgleich der Kapitaiien untereinander.Und es wird ein prodagandistisch-erregendes Feuerwerk sein, wie er uns allen seine Verrenkungen mit zusammengekniffenen Mundwinkeln als ( wie alle bisherigen Äußerungen auch) „alternativlos” verkauft.

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