Als Vater gibt es kaum etwas schlimmeres als allein unter einer Schar von Übermuttis zu sein. Sei es auf Elternabenden, Schul‑, Laternen- oder Sommerfesten. Denn für weibliche Elternteile gibt es meist nur ein Thema: das eigene Kind. Hier vermischen sich Wettbewerbs‑, Konkurrenz‑, Leistungs- und Anspruchs-Denken mit einer (über-)fürsorglich-rührseligen Affektsoße. Gleichzeitig verwerten sie die eigenen Kinder zu Objekten ihrer ganz persönlichen Projektions- und Profilierungsfläche. Erfolge der Kinder sollen hier stets auf die elterliche Erziehungsfähigkeit beruhen und für die Niederlagen sind regelmäßig Andere schuld: Erzieher, Lehrer, Schule, Kita, falsche Freunde, YouTube und so weiter. Mit kindfremden Themen braucht man gar nicht erst anfangen.
In so einem Diskursrahmen, den es in Deutschland wohl millionenfach gibt, sind spannende Gespräche in aller Regel selten möglich. Viele moderne Muttis scheinen zudem deutlich spießiger, verbohrter und langweiliger zu sein, als es unsere eigenen Eltern jemals waren. Statt also den weltfremd-ignoranten-Biedermeier-Weltverleugnungs-Kreis zu durchbrechen, wird lieber Heile-Welt gespielt und sich in den eigenen Komfortzonen-Bunker verkrochen. Im digitalen Social-Media-Wahnsinn bekommt dieser Aspekt eine unverschämt aufdringliche Dimension: »Schaut her, wie toll unser Leben ist!« Kultivierte Selbstentfemdung als Selbstverwirklichung zu etikettieren, ist jedoch weder emanzipiert noch alternativ.
Mutter: »Könnten Sie mir bitte helfen, meine Tochter zu finden?«
Ein paar zynisch-satirische Anmerkungen zu Helikopter- und 
Definiert sich selbst und ihr Leben primär über und durch den eigenen Nachwuchs. Stellt die Bedürfnisse und Interessen der eigenen Kinder immer, generell und überall an erster Stelle. Interessiert sich in der Regel wenig an (Gesprächs-)Themen, die nicht konkret mit der eigenen Familiensituation zu tun haben. Will die eigene kleine Mikrokosmos-Umwelt nach eigenen Pädagogik-Vorstellungen (um-)gestalten und (um-)erziehen. Besonders Männer und Väter sollen sich dem beugen. Kann absolut nicht nachvollziehen, wenn jemand nicht die gleiche euphorisch-infantile Begeisterung für die eigenen Kinder aufbringen will, wie man selbst. Außerdem wird jede Form von, auch nur angedeuteter, Kritik am Nachwuchs als ein kinderfeindlicher Akt gewertet.