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Ich sage ja nicht, dass ich meinem Kind keine Grenzen setzen und ihm alles erlauben würde. Aber ich liebe mein Kind! Ich verstehe echt nicht, warum ich mich dafür ständig rechtfertigen muss? Besonders vor anderen Müttern, Erziehern und Lehrern. Alle wissen sie es besser. Dabei habe ich meinen Sohn im Bauch gehabt. Ich versorge ihn mit ausreichend Essen, Trinken und Liebe. Ich gebe einen Haufen Geld für meinen Nachwuchs aus. Ich kümmere mich um ihn, wenn er krank ist. Ich lasse mir da von Niemandem reinreden! Erst recht nicht von anderen Vätern oder kinderlosen Männern. Die haben sowieso keine Ahnung, wie man sich als Mutter so fühlt. Ich allein bestimme, wie ich mit meinem Zögling umgehe. Basta! Weiterlesen
Der »Verband wahre Mütter e.V.« (bundesweit rund 13 Millionen Mitglieder) spricht in einer Pressemeldung über die Rolle von Vätern. Sie seien vor allem dazu da, die Mütter bei der Erziehung der Kinder zu unterstützen, aber sie sollen nicht selbst in die Erziehung eingreifen. Sie sollen die Ansichten und Pädagogik-Methoden der Mütter nicht in Frage stellen, sondern sie ausführen. Väter, die beim Grenzen setzen der Kinder laut werden, würden den Kindern Gewalt antun, so der Verband.
Erwachsen werden und eine gewisse Reife erlangen, gilt in unserer westlichen Gesellschaft als ein wichtiges und erstrebenswertes Ziel. Erwachsen sein bedeutet in der Regel (euphemistisch ausgedrückt) Verantwortung zu übernehmen, oder konkret: zu lohnarbeiten. Die unbeschwerten Kindheitstage, die voller Spiel, Spaß, Glück und Freude waren, sollen vorbei sein. Es ist keine Zeit mehr für Neugier, Entdeckerfreude, eigenen Ideen und der ureigenen schöpferischen
Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass Großeltern, ihre Enkel materiell und emotional verwöhnen dürfen. Es werden den Kindern wenig bis keine Grenzen gesetzt, sie dürfen überdurchschnittlich viele Süßigkeiten futtern und sie werden mit allerlei Kram beschenkt. Viele Großeltern entschuldigen ihr Verhalten mit dem Argument, dass sie nicht anders »könnten«, sie würden ihre Enkel doch so selten sehen und wollen ihnen dann doch »etwas Gutes« tun. Dabei ist dieses Verhalten der Großeltern alles andere als ein Kavaliersdelikt, denn es geht ihnen vor allem darum, von den Enkeln unbedingt geliebt zu werden. Diese egoistische Einstellung so mancher Großeltern, erzeugt häufig nicht nur viele Konflikte mit den Eltern, sondern schädigt langfristig auch der kindlichen Entwicklung der Enkel.
...Ihr seid überzeugt davon, zu wissen, was das Beste für uns ist. Ihr schreibt uns vor, was wir essen, wofür wir uns interessieren und womit wir spielen dürfen. Unternehmen und Wirtschaftsverbände wollen in der Schule Wirtschafts-Unterricht einführen und stellen einseitige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Kultus- und Bildungsminister bestimmen die Rahmenlehrpläne, Werbe- und Marketingagenturen wollen uns (und unsere Eltern) dazu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen. Disney möchte uns die Welt erklären (den »American Dream« einimpfen) und uns ein Markenbewusstsein beibringen. Natürlich werden wir Kinder bei all dem nicht gefragt. Wir seien ja noch klein, dumm, naiv und unerfahren, also halbfertige Menschen.
Viele Eltern in Deutschland setzen sich selbst, und besonders ihre Kinder, nicht nur wegen der beruflichen Zukunft unter Druck, sondern auch wegen
Ob Geburtstage, Familienfeiern, Weihnachten oder normale Eltern-Kind-Treffen: in Anwesenheit von Kleinkindern mutieren viele Erwachsene zu infantilen Gefühlslawinen. Es wird gedrückt, geknuddelt, ge-ooht und ge-ahht. Die kleinen sind doch so süß, niedlich und putzig. Deshalb gibt es auch nicht selten ein Foto- und/oder Video-Dauerfeuer mit dem smartphone. Die Gespräche kreisen in der Regel um Themen wie: Kindergarten und Grundschule, Kinderkleidung, Leistungs- und Entwicklungsvergleiche mit anderen bzw. den eigenen Kindern, Spielzeuge und Spielplätze, Erziehungsformen, kindliche Verhaltensweisen und Entwicklungen, Kinder- und/oder Elterngeld und Kinderkrankheiten. Sich jedoch auf die Ebene des Kindes zu begeben, heißt nicht, selbst ein Kind werden zu müssen.
In einer beißenden Polemik kommentiert die Redakteurin Melanie Mühl (Jahrgang 1976) auf