Die Pädagogik in Deutschland hat in den letzten 30 Jahren große Fortschritte gemacht. Auch wenn Politik und Wirtschaft Kinder, nach wie vor, primär als zukünftig verwertbare Ressourcen betrachten, so hat es in den Erziehungswissenschaften große Entwicklungen gegeben. Die Bedürfnisse von Kindern und dessen Wohlergehen stehen zunehmend im Mittelpunkt, im Gegensatz zur autoritären Erziehungsmethode der Nachkriegszeit. Auch der Integrations — bzw. Inklusiongedanke von geistig und körperlich eingeschränkten Kindern ist im Gespräch (Umsetzung jedoch mangelhaft). Gleichzeitig sind jedoch auch die Erwartungen, der Leistungsdruck und die Unsicherheiten von Eltern gestiegen. Während Kinder meist altersentsprechende Ängste haben (Furcht vor Dunkelheit, Monstern, Vernachlässigung, Gewalt etc.), werden viele Eltern von sozial konstruierten und oft völlig übersteigerten Sorgen beherrscht. Weiterlesen
Schlagwort-Archiv: Erziehung
Neusprech: Babypause
»Bundesgesundheitsminister Bahr entdeckt die Familie. Nach Geburt seines ersten Kindes will er pausieren. Genau drei Wochen. Das Handy bleibe aber an, versichert der Mann«
- manager-magazin.de vom 17. Mai 2013
Der Begriff »Babypause« ist in den Massenmedien ein oft verwendetes Wort. Es ist ein Synonym für die Elternzeit, in der die Eltern sich intensiv um ihr neues Leben kümmern. Während »Elternzeit« jedoch wertneutraler ist, suggeriert die »Babypause« als würde Frau einen, vom Unternehmen bezahlten, Urlaub wahrnehmen. Babybilder, emotionale Reaktionen und Glückwünsche sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass der Begriff eher negativ besetzt ist, da die »Babypause« oft als »Karriereknick« gewertet wird. Weiterlesen
Die perfekte Kindererziehung
- Einem Kind 10 mal sagen, »lass das sein!« bzw. »hör auf damit!« und beim 11. mal keine Konsequenz folgen lassen.
- Dem Kind keine feste Tagesstruktur geben. Es gibt Essen, wenn es Hunger hat und es wird schlafen gelegt, wenn es die Augen zu macht.
- Sich als Eltern nie selbstkritisch hinterfragen und die eigene Erziehung als unumstößlich perfekt ansehen.
- Den Fernseher als Ersatzbabysitter und Süßigkeiten als Ruhigsteller nutzen.
- Schnell vom eigenen Kind genervt sein, wenig Geduld haben und alles persönlich nehmen.
- Das Kind bei guten Noten belohnen und bei schlechten Noten bestrafen.
- In Kindern immer nur das Schlechte sehen und sie maßregeln bevor sie etwas getan haben.
- Dem eigenen Kind, ohne Ausnahme, alles geben was es haben will.
- Den Kindern vermitteln, dass Geld und Lohnarbeit das Wichtigste im Leben sind.
- Das Kind, so oft es geht, in sein Zimmer schicken, sofern es eines hat.
Habt ihr weitere »Erziehungstipps«? ;)
Kinder in Deutschland, Teil 16: Kitas
Anja G. arbeitet seit mehreren Jahren in einem Montessori-Kindergarten in Berlin. Sie hat insgesamt mehr als zehn Kinder eingewöhnt, betreibt Vorschularbeit, macht regelmäßig Elterngespräche sowie Entwicklungsgespräche und arbeitet in der Kleinkind-Pädagogik. Das Interview wurde am Samstag, den 3. September 2011 geführt.
epikur: Wie sieht die konkrete Bildungsarbeit mit Kleinkindern aus?
Anja: Ich sehe die zentrale Aufgabe einer Kindertagesstätte (= erste Bildungseinrichtung) darin, Kinder in ihrer Beziehungsfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Erst wenn sich das Kind aufmerksam mit seiner Lebensumwelt auseinandersetzt, geschieht Lernen. Das aber setzt emotionale Ausgeglichenheit, das Frei sein von Ängsten und mit sich selbst in Einklang zu sein voraus. Hier schon beginnt die Bildungsarbeit. Weiterlesen
Kinder in Deutschland; Teil 15: Väter
Väter sind für eine positive Kindesentwicklung ebenso wichtig wie Mütter. Das harmonische Miteinander in einer intakten Familie ist für Kinder von großer Bedeutung. Väter prägen ihre Kinder in vielerlei Hinsicht, geben ihnen Sicherheit und bieten eine Fülle zusätzlicher Anregungen. Väter sind weit mehr als nur Beschützer, Versorger, Vorbild und Spielgefährte – sie fördern die Sprachentwicklung, geben Selbstbewusstsein und machen den Kindern Mut, neue Dinge aus zu probieren. Eine typische Vaterdomäne ist wildes, körperorientiertes Spiel: Toben, Jagen, Kitzeln und in die Luft werfen. Vorrausgesetzt, sie sind engagiert, nehmen sich Zeit und haben ein ehrliches Interesse an ihren Kindern. Weiterlesen
Kinder in Deutschland; Teil 10: Montessori-Pädagogik
- Gastartikel von Anja G.
- Maria Montessori
Dieses Zitat besagt, dass Kinder aus ihrer Mitte schöpfen. Wenn Kinder etwas allein tun möchten, drücken sie damit aus, dass sie die Schöpfer des eigenen Ichs sind. Sie besitzen einen sog. »inneren Bauplan ihrer Seele und Entwicklung«. Weiterlesen
Kinder in Deutschland; Teil 9: Bedürfnisse
»Alle Kinder auf der Welt haben das Bedürfnis zu spielen und zu lernen. Und nicht nur das: Sie wollen selbst bestimmen, was sie tun, und sie wollen mit Liebe und Respekt behandelt werden. Sie haben also etliche Grundbedürfnisse, und erst wenn diese erfüllt sind, sind sie wirklich glücklich«.
- Justine Mol, Aufwachsen in Vertrauen: Erziehen ohne Strafen und Belohnungen, 2008, Seite 32
Kinder sind Menschen und jeder Mensch hat Bedürfnisse. Das mag für einige banal klingen, leider gehen aber viele Erwachsene auf die Bedürfnisse von Kindern nicht entsprechend ein. Viele Erwachsene kümmern sich häufig in erster Linie um ihre eigenen Bedürfnisse und vernachlässigen die ihrer Kinder. Neben Nahrung, Schlaf und Wickeln bei Kleinkindern, gibt es noch weitere wichtige Grundbedürfnisse von Kindern. Oft sollen Kinder nur gehorchen, sich den Erwachsenen anpassen und funktionieren.
Kinder in Deutschland; Teil3: Erziehung
Die Diskussion über die vermeintlich richtige Erziehung von Kindern, ist ein beliebtes Streitthema. Viele Elternteile beanspruchen für sich die Weisheit darüber, wie man Kinder am besten erzieht. Tips, Ratschläge oder auch nur Anmerkungen in diese Richtung werden schnell persönlich genommen oder sogar als Vorwurf gewertet. Erzieher, die in Kitas arbeiten, wissen genau wovon ich rede. Die Zusammenarbeit mit Eltern gestaltet sich nicht immer einfach. Als Elternteil will man sich nicht reinreden lassen. Meine grundlegenden Gedanken zur Erziehung von Kindern werde ich im folgenden nun erläutern. Weiterlesen

