Arbeit. Anpassung. Ausbeutung.

Die Menge an Euphemismen für einen Sachverhalt, kann als ein Indikator dafür dienen, wie unangenehm eine Wahrheit für die Herrschenden ist. Die Realität soll, im Dienste von Partikularinteressen, so zurecht gebogen, verdrängt, verharmlost und schöngefärbt werden, bis sie in die vorherrschende Ideologie passt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Euphemismen, wenn es um die Kündigung von (Lohn-)Arbeitskräften geht, also wenn Menschen ihrer finanziellen Existenzgrundlage entzogen und zum Bittsteller beim Arbeitsamt gemacht werden:

  1. Den Mitarbeiter freistellen oder freisetzen.
  2. Umstrukturierungs- oder Restrukurierungsmaßnahmen.
  3. Das Unternehmen sanieren.
  4. Personalumbau.
  5. Gesundschrumpfung.
  6. Sich neu aufstellen.
  7. Sozial verträglicher Stellenabbau. Betriebsbedingte Kündigung.

Die Euphemismen sollen mit allen Mitteln verhindern, dass ein wirtschafts‑, unternehmens- oder gar kapitalismuskritisches Weltbild entstehen könnte. Außerdem sind sie stets aus der Position des Unternehmens formuliert, also beschreiben, was das Unternehmen will, ohne jedoch die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Dies verdeutlicht zum Einen, dass die Sprache immer die Sprache der Herrschenden ist und zum Anderen, dass Lohnarbeiter als reine Verfügungsmasse für den Profit betrachtet werden. Denn was Lohnarbeiter denken und fühlen, findet in unserer Sprache erst dann Berücksichtigung, wenn es zur »Depression« oder zum »Burnout-Syndrom« kommt.

Presseblick (25)

SpiegelOnline veröffentlicht einen Artikel mit dem Titel »Geldvermögen: Deutsche sind so reich wie nie«. Im entsprechenden Forum gibt es verständlicherweise große Kritik zu dem armutsrelativierenden Beitrag. Bei ausufernder Leiharbeit, Dumping-und sinkenden Reallöhnen, gestiegenen Lebenshaltungskosten, steigenden Miet- und Energiepreisen, Massenerwerbslosigkeit und mindestens acht Millionen ALG 2 — Empfängern, von den »Deutschen« zu sprechen ist schon krass realitätsverweigernd und dreist. Es gibt auch keine Schere zwischen arm und reich (wie man immer wieder betont), denn Scheren sind am Ende miteinander verbunden. Millionäre, Reiche und Vermögende leben jedoch schon längst in einem Parallel-Universum. Weiterlesen

Vollbeschäftigung erreicht!

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz gestern mitteilte, ist die Massenerwebslosigkeit in Deutschland überstanden: »Jeder, der arbeiten will, findet nun auch eine Arbeit«, so Merkel. Mit einer groß angelegten Joboffensive im öffentlichen Sektor, einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sowie einer Entkoppelung der Sozialabgaben vom Faktor Arbeit, ist es der Bundesregierung gelungen, innerhalb von nur 5 Jahren die Massenerwerbslosigkeit von statistisch schöngerechneten 3 Millionen (also ca. 6 Millionen) Arbeitslosen, auf sagenhafte ca. 100.000 Arbeitslose zu reduzieren. Während die Mehrzahl der Bürger die Entwicklung begrüßt, sind die Reaktionen aus der Wirtschaft eher verhalten. Weiterlesen

Was ist Leistung?

  1. Ist es leistungsfeindlich oder solidarisch, wenn die finanziell Starken die finanziell Schwachen unterstützen?
  2. Wie viel leistet ein unbezahlter Praktikant, der 40 Stunden in der Woche arbeitet?
  3. Wie hoch ist die Leistung eines Millionen-Erben oder eines Lotto-Millionärs?
  4. Was leisten Alkoholsüchtige für die Spirituosenindustrie?
  5. Ist die Leistung so hoch wie der Lohn oder der Lohn so hoch wie die Leistung?
  6. Die physikalische Größe für Energie pro Zeit?

Kinder in Deutschland; Teil 22: Umerziehung

Typische Gespräche zwischen Mutter (M), Vater (V) und Sohn (S). Über Schule, Arbeit und Leistung. Eine Tragödie in fünf Akten.

Akt eins

M: Guten Morgen, mein Sohn!
S: (brummelt)
M: Die Sommerferien sind vorbei, heute ist endlich wieder Schule! Freust Du Dich schon?
S: Nein.
M: Aber warum denn nicht? Dort lernst Du viele tolle Sachen!
S: Zum Beispiel?
M: Englisch, Mathe, Deutsch — wenn Du später eine anständige Arbeit finden willst, dann musst Du das lernen. Und jetzt raus aus den Federn! Weiterlesen

Sex Internet facebook RTL

Werter Leser,

ich bin ein suchmaschinenoptimierter Text ohne Sinn und Verstand. Ich schreibe nicht für Sie, sondern für eine Maschine. Ferner, ich täusche Ihnen natürlich vor, als hätte ich wahnsinning wichtigen CONTENT, als würde ich etwas zu sagen haben. Aber in Wahrheit schreibe ich ausschließlich für GOOGLE. Und um dort besser gefunden zu werden, gibt es das sog. SEO (»Search Engine Optimization«). Dieses besagt, dass ich im Blog- und Artikelnamen sowie im Text KEYWORDS unterbringen muss, um ein besseres PAGERANKING erzielen zu können: RTL, YOUTUBE, FACEBOOK, AMAZON, BILDER, GELD, EBAY, ARBEIT, SEX und so weiter.

Insofern ist »www.zeitgeistlos.de« für die Suchmaschinenoptimierung eine schlechte Wahl, denn wer gibt dieses Wort schon bei google ein? Besser wäre: »www.zeit-berlin-geist.de«. Außerdem rät mir SEO auf Wortschöpfungen, Neologismen und Gedichten zu verzichten. Kreativ ist nur das, was SEO erlaubt, d.h. was Menschen bei GOOGLE eingeben. Wichtig sei die ONPAGE- und OFFPAGE-OPTIMIERUNG einer Seite. Bitte benutzen Sie mich und setzen Sie BACKLINKS.

Herzlichst,

Ihr bezahlter SEO-Autor

Für das deutsche Vaterland!

 

Quelle: www.bundesfreiwilligendienst.de

Ab dem 1. Juli 2011 startet der neue Reichsarbeitsdienst Bundesfreiwilligendienst (BFD). Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kann man sich für mindestens 6 und maximal 24 Monaten freiwillig verpflichten, im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich tätig zu werden. Hintergrund ist die Aufhebung der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Ausfall von ca. 90.000 Zivildienstleistenden. Nach Wunsch des BMFSFJ sollen zukünftig 35.000 Männer und Frauen den Dienst absolvieren. Der Dienst ist Vollzeit und unterliegt dem Arbeitsschutzgesetz. Bezahlt wird ein Taschengeld bis maximal 330 Euro pro Monat. Es werden alle Leistungen zwischen Freiwilligen und Einsatzstelle vereinbart. ALG 2 Empfänger dürfen maximal 60 Euro vom Taschengeld behalten, können aber zusätzlich eine Versorgungspauschale von 30 Euro sowie Fahrtkosten beantragen. Laut einer Broschüre des BMFSFJ soll der Bundesfreiwilligendienst arbeitsmarktneutral ausgestaltet sein, d.h. die Freiwilligen verrichten unterstützende, zusätzliche Tätigkeiten und ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte. Weiterlesen