Heiße Luft aus dem Saarland

»Banken, die sich im Markt schlecht verhalten haben, müssen dafür gerade stehen«

- der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) am 13. Oktober

Anmerkung: Aha. Soso. Herr Müller. Das ist aber mal ein Wort. Wie genau stellen Sie sich das denn vor, hmm? Darf ich raten, wer in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das »Rettungspaket« von sage und schreibe 500 Mrd. Euro (!!!) abbezahlen darf? Die Banken? Die Ministerpräsidenten? Herr Ackermann? Oder vielleicht doch die 72.000 deutschen Millionäre? Alternativ können wir natürlich auch die sozialen Leistungen,  die Bildungsausgaben und die Entwicklungshilfe in Zukunft weiter kürzen oder gleich ganz weglassen. Was gefällt Ihnen besser, Herr Müller?

Ein blindes Rudeltier

Während der internationale Kapitalimus vor einer weltweiten Krise steht und sich die Ideologie des Neoliberalismus zwar hartnäckig hält, aber hoffentlich auch bei einigen Gläubigen langsam ins Wanken gerät, kommt ein Friedrich Merz daher! Am Montag dem 13. Oktober 2008 hielt er in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin eine Rede. Der Anlass? Er stellte sein neues Buch vor: »Mehr Kapitalismus wagen — Wege zu einer gerechten Gesellschaft«. Auf Friedrich Merz ist eben immer Verlass!

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Elite, Bewusstsein und Elitebewusstsein

Vor gut einem Jahr sprach sich Bundespräsident Horst Köhler dafür aus, dass wir mehr »Elite« in Deutschland brauchen würden. Wozu ein Elitebewusstsein führen kann, zeigt die Analyse einer ehemaligen Elitetruppe Deutschlands: die Schutzstaffel (SS) — der NSDAP. Im folgenden typische Verhaltensmuster der ehemaligen Schutzstaffel und zum Problem der »Elite«. Weiterlesen →

Der Kopf ist Eisen

Nachdenken
Ich brüte lange
aber das Ei ist Eis
Ich brüte lange
aber das Ei ist Eisen

Ich brüte lange
und kann es nicht verstehen
und was ich weiß
das kann ich nicht beweisen

Der Kopf ist ein taubes Ei
und das Herz ist ein Stein
und das Blut ist Eis
und die Hände sind Eisen.

- Erich Fried

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Angela menschelt

»Wir wollen menschliche soziale Marktwirtschaft«

- Bundeskanzlerin Angela Merkel am 7.10. im Bundestag

Anmerkung: Was an dem Konstrukt der (neuen) sozialen Marktwirtschaft unter Gerhard Schröder und nun unter Bundeskanzlerin Angela Merkel »sozial« war und ist, wissen wohl nur Eingeweihte. Ein Großteil der Bevölkerung weiß es nicht, aber die leiden sicher alle nur an einem »Vermittlungsproblem«. Da wohl langsam auch der letzte BILD-Leser dahinter kommt, dass an dieser Marktwirtschaft rein gar nichts sozial ist, muss der Slogan eben noch positiver aufgeladen werden: die »menschliche soziale Marktwirtschaft«. Sollte diese Phrase bei den Menschen genauso wenig ankommen, wie der Aufschwung, schlage ich vor, in Zukunft einfach von »gute altruistische moderne liebe menschliche soziale Marktwirtschaft« zu sprechen. Vielleicht wird das ja vom gemeinen Mob verstanden werden.

Neusprech: die (freie) Marktwirtschaft

»Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden«

- John Maynard Keynes, britischer Ökonom der den Keynesianismus begründete

Gemäß Walter Benjamins These, nach welcher der Kapitalismus als eine Religion fungiert, ist der Markt der Gott aller (Neo-)liberalen. Diese Vergöttlichung des Marktes erlaubt es, ihm allerlei Kräfte und Wunder zuzuschreiben.

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Dialoge sind überbewertet

Bei dem ganzen politischen Gefasel hier brummt schon mein armes Köpfchen :P Deswegen habe ich mir mal einen Film angeschaut, in dem die Dialoge auf das wesentliche reduziert sind. Nämlich auf die Namen der beiden Hauptdarsteller. WAAAlleeeE und Evaaaa. Zwar ist die Geschichte nichts neues und folgt dem normalen Disney/Pixar-Schema, aber ich fande ihn um vieles besser als Ratatouille (den ich scheinbar als Einzigster in meinem Umfeld langweilig fande). Vielleicht genau wegen der wenigen Worte die gesprochen wurden, haben sich die Macher auf die Details gestürzt, die überall zu entdecken sind. Wie die Anspielungen auf andere Filme mit der Imperator-elektrifiziert-Luke-und-fällt-dann-sehr-tief-hinunter-Szene oder die Rückkehr-zum-aufrechten-Gang-mit-Also-sprach-Zarathustra. Weiterlesen →

Suboptimale Experten

Seit 2002 ist die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Zahlreiche repräsentative Umfragen in Deutschland belegen, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen (60–80%), den Afghanistan-Einsatz ablehnt. Mit Ausnahme der LINKEN im Bundestag ignorieren die Parteien den Volkswillen und verlängern stattdessen jedes Jahr im Oktober das Mandat. Alle objektiven Fakten deuten daraufhin, dass der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nach sechs Jahren zu keinen nennenswerten Verbesserungen für die Menschen in Afghanistan geführt hat – ganz im Gegenteil. Auf der Homepage des Verteidigungsministeriums erzählen nun »fünf unabhängige Experten« wie wichtig der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr sei. Über den Afghanistan-Einsatz und den Sinn von Experten.

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Propaganda 2.0

Der neue Artikel auf zeitgeistlos.de gibt einen zynischen Überblick über die deutsche Medienlandschaft. Es wird die These aufgestellt, dass ein Großteil der deutschen Medienlandschaft nicht seriös und sachlich informiert, sondern interessensgesteuerte Propaganda betreibt:

»Skandalisierung, Personalisierung, Entertainisierung, einseitige Parteinahme sowie Agenda Setting der Medien in Deutschland machen es schwer, zu behaupten, die Medien würden aufklären und keine Propaganda betreiben. Auch wenn es keine gezielt gelenkte staatliche Propaganda ist, so kommt auch bei den privaten bürgerlichen Medien die herrschende Ideologie des neoliberalen Credos nicht zu kurz [...] «

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