Original chilenisches Berliner Szenewasser

Letzten Freitag war die Spaß-Rubrik »Nichtlesen« von Michael Bukowski wieder sehr erheiternd. :lol:

(...) Der Produkt-Kern von Wasser liegt letztlich in seiner Wasserheit, analysierte man in der Agentur. Sprich: Die »Nassness« von Wasser ist der Core-Benefit des Produkts. Konsequent leitete das Kreativteam auch die Namensgebung für die neue Kreation ab. Die Marke heißt »Wasser« und wird in den drei gleich schmeckenden Geschmacksrichtungen »Wasser nass«, »Wasser flüssig« und »Wasser überflüssig« angeboten. (...)

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Der kleingeistige Glaspalast

Wie groß ist Deine Wohnung? Wieviel Zimmer hast Du? Und wie teuer ist die Miete? Welches Auto fährst Du? Wieviel verbraucht er so? Und wie teuer war er? Welches Handy hast Du? Nokia? Vertrag oder Prepaid? Ach, ein iphone hast Du auch? Hast Du schon den neuen Actionfilm mit Vin Diesel im Kino gesehen? Was machst Du so beruflich? Welchen Schulabschluss hast Du? Und wieviel verdienst Du? Hast Du einen Garten oder eine Laube? Ach, Du hast ja neue Klamotten? Von Esprit oder C&A? Hast Du einen PC und auch eine Playstation 3? Und warste am Wochenende mal wieder bissl feiern? Wodka oder Becks? Hast Du eine/n Freund/in? Wohin fährst Du in den Urlaub? Vollpension? Hast Du DSDS im Fernsehen gesehen? Habendenken als Normalzustand.

Das sexuelle Kapital

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu entwickelte in seiner Kulturtheorie vier Kapital-Begriffe: das ökonomische Kapital, das kulturelle Kapital, das soziale Kapital und das symbolische Kapital. Jeder Mensch besitzt und verinnerlicht diese Kapitalarten. Sie zeigen sich in individuellen Denk- und Verhaltensmustern, Wahrnehmung und Auftreten oder kurz: im Habitus. Dieser Habitus verdeutlicht eine real existierende Klassengesellschaft, die sich eben nicht nur in feudalen Kriterien offenbaren. Erweitert man nun die Kapitalarten Bourdieus mit den Werken des Psychoanalytikers Erich Fromm und den Thesen des französischen Skandalautors Michel Houellebecq, so ergibt sich eine fünfte Komponente: das sexuelle Kapital. Weiterlesen →

Der freiwillige Flattr-Profit

»Erst wenn alles Geld der Erde über Flattr geht, dann sind wir glücklich«

- Peter Sunde, Mitgründer des flattr-Bezahlsystems aus der TAZ vom 1. Mai 2011

Anmerkung: Alle euphorischen Flattr-Unterstützer sollten sich diesen Satz, und das Denken dahinter, mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Flattr-Aktiengesellschaft ist ein profitgeiles Unternehmen, das sich einen Dreck um gesellschaftskritische Artikel schert. Besonders linke politik‑, wirtschafts- und sozialkritische Blogs sollten sich vergegenwärtigen: wer flattr bei sich einbaut, unterstützt ein Aktienunternehmen. Besonders bei Beiträgen und Autoren, die rücksichtslose geldgeile Unternehmen kritisieren und im gleichen Atemzug geflattert werden möchten, ergibt sich für mich ein arges Glaubwürdigkeitsproblem. Bei jedem Geld herumschieben kassiert vor allem das Unternehmen in Schweden. Und mit einer Gebühr von 10% ist flattr sogar gieriger als Paypal mit ca. 2–4% Nutzungsgebühr. Der ZG-Blog sieht sich bei seiner Flattr-Kritik bestätigt und wird nach wie vor einen großen Bogen um das Bezahlsystem machen. Geld adelt nicht.

Wissen ist relativ VII

Back to the Roots, aber nicht im positiven Sinne. Die »Enzyklopädie des relativen Wissens« bekommt ein abgespecktes Update. Neu sind die Begriffe Hoffnung & Stolz, aber die vierte Definition lässt noch auf sich warten. Wir schreiben also weiter und schauen mal, was sich ergibt.

Wir hatten auch schon einen Bewerber, aber wir merkten im Prozess, dass sein Stil einen großen Bruch zu den bisherigen Definitionen bringen würde. Wir danken minimal trotzdem für seine Mühe und möchten seine hedonistischen Ansichten der beiden Begriffe mit euch teilen: Weiterlesen →

Kinder in Deutschland; Teil 12: Der Pädagogik-Sarrazin

Im Jahre 2008 erschien das Buch Warum unsere Kinder Tyrannen werden vom Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff. Auf der Jahresbestsellerliste des Spiegels landete das Buch 2008 auf Platz 4. Mittlerweile wurden über 450.000 Exemplare verkauft. Seine zentralen Thesen lauten, dass Kinder in Deutschland verwöhnt werden, ihnen zu wenig Grenzen gesetzt werden, man auf ihre Bedürfnisse zu viel eingehen würde und dass man Kinder vor allem partnerschaftlich, also wie kleine Erwachsene behandeln würde. So weit kann man Winterhoff teilweise zustimmen. Allerdings ist dies nur eine Seite der Medaille. Vernachlässigung, Gewalt, Armut und autoritäre Erziehung sind ebenfalls nicht folgenlos. Winterhoff schreibt zwar in der Einleitung, dass er weder ein Anhänger der autoritären Schule sei und dass er auch keine Schulddebatte führen möchte, trotzdem kommt beides zwischen den Zeilen immer wieder vor. Schwer nachvollziehbare konstruierte Kausalitäten, Unwissenschaftlichkeit und schiefe Vergleiche runden das Werk ab. Weiterlesen →

ZG-Rückblick: Track me down

Zuckerberg’sche Datenauswertungen und Googles Straßenbildchen sind langsam nicht mehr das angesagte Thema. Jetzt ist Apples intelligentes Telefon so intelligent, dass es sich merkt wo sein Besitzer sich aufgehalten hat. Außerdem berichten die Mainstreamedien über eine Panne bei Sony die dazu geführt haben soll, dass große Mengen persönlicher Daten von PS-Network Usern Dritten zugänglich wurden. Alles halb so wild? Eh alles nicht personenbezogen. Die Nebeneffekte des digitalen Zeitalters. Oder eher der Beginn des orwell’schen Zeitalters? Weiterlesen →

Warum Libyen-Krieg?

Viele werden sich durch die bürgerlichen Massenmedien nicht ausreichend informiert fühlen und werden sich fragen, warum die NATO so verdammt scharf darauf ist, in Libyen einzugreifen und zu bomben? Vor allem, weil Assad gerade in Syrien auf seine Bevölkerung losgeht, die internationale Gemeinschaft aber keinen Finger rührt. Das Geschwafel um Menschenrechte, die eine humanitäre Intervention nötig machen, haben wir schon oft genug gehört. Nicht selten entpuppte es sich als dreiste Lüge, um Interessenspolitik zu kaschieren und ungehindert Krieg führen zu können. Davon abgesehen greift die internationale Gemeinschaft in Darfur seit Jahren nicht ein, obwohl es dort einen systematischen Völkermord gibt. Hier ein Erklärungsversuch, warum auch gerade Frankreich so verdammt heiß auf Libyen sein könnte:

Zum Beispiel ist das libysche Rohöl von exzellenter Qualität, und seine Fördergebiete liegen in kostengünstiger Entfernung zu den europäischen Raffinerien. Gegenwärtig macht das libysche Erdöl rund 15 Prozent des Verbrauchs in Frankreich aus und knapp unter 10 Prozent des Gesamtverbrauchs der Europäischen Union.

- Jean-Pierre Sereni, »Am Anfang war der Rote Scheich«, Le Monde Diplomatique, Ausgabe April 2011, Seite 5

Die Überflüssigen

Mann mittleren Alters, unsportlich, in einer 1 Zimmer-Wohnung lebend, kein Job, kein Geld, kein Auto, möchte respektiert und geliebt werden.

Kleinkind, neugierig auf die Welt, spricht, lacht und weint lebensfroh, tobt und spielt gerne in der Wohnung, möchte respektiert und geliebt werden.

Rentnerin, herzkrank, langsam im Gehen und Denken, graue Haare und viele Falten, herzlich, fürsorglich, möchte respektiert und geliebt werden.

Politisch interessierter junger Mann, tierlieb, leider ohne Wohnung, alkoholkrank, möchte respektiert und geliebt werden.

17 jährige Vollwaise, rundlich und dick, lebt im Jugendheim, zeichnet gerne Pferde, besitzt leider nur second hand Kleidung und hat kein Handy, möchte respektiert und geliebt werden.

Flüchtling aus Libyen, kinderlieb, verantwortungsbewusst, leider ohne Lohnarbeit, Wohnsitz und gültigen Pass, möchte respektiert und geliebt werden.

Sehschwache Frau, mit Down-Syndrom, kreativ, philosophisch, möchte respektiert und geliebt werden.

Blogpost-Vernetzung

Ab heute gibt es eine neue Umfrage. Sie läuft auch wieder ca. 1 Monat und wir möchten euch damit Fragen, ob ihr Social Network-Funktionen vermisst, die es in anderen Blogs schon länger im Angebot gibt. Dazu gehört primär das Teilen der einzelnen ZG-Beiträge in den ensprechenden Diensten, wie Facebook, Twitter, Mister-Wong, etc. Weiterlesen →