...Ihr seid überzeugt davon, zu wissen, was das Beste für uns ist. Ihr schreibt uns vor, was wir essen, wofür wir uns interessieren und womit wir spielen dürfen. Unternehmen und Wirtschaftsverbände wollen in der Schule Wirtschafts-Unterricht einführen und stellen einseitige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Kultus- und Bildungsminister bestimmen die Rahmenlehrpläne, Werbe- und Marketingagenturen wollen uns (und unsere Eltern) dazu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen. Disney möchte uns die Welt erklären (den »American Dream« einimpfen) und uns ein Markenbewusstsein beibringen. Natürlich werden wir Kinder bei all dem nicht gefragt. Wir seien ja noch klein, dumm, naiv und unerfahren, also halbfertige Menschen. Weiterlesen
Auch Selbstzensur ist Zensur
»Es ist halt ein fruchtbarer Boden für die Zensur, wenn man als Journalist eine Familie mit zwei Kindern ernähren muß und auf Basis von Zeitverträgen arbeitet. Irgendwann ertappt man sich bei der Selbstzensur – weil man seinen Job behalten will.«
- Anonymer Redakteur des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW) im Interview mit der Jungen Welt am 15. Mai 2014
Anmerkung: Wenn von Zensur gesprochen wird, ist fast immer die von außen einwirkende Unterdrückung gemeint. Die subtile, sich selbst zwingende Zensur, ist jedoch weitaus effektiver und kostensparender, denn sie benötigt keine permanente Überwachung und damit weniger Ressourcen.
Der Anschlag (7)
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hält die Rente in Zeiten der leistungsorientierten und äußerst sozialen Marktwirtschaft für gänzlich überflüssig. Er schlägt ein neues Gesetz vor, dass alle leistungsunwilligen, erwerbslosen und obdachlosen Menschen, ab 60 Jahren, mit einem sozialverträglichen Ableben über eine staatlich verordnete Spritze belohnt werden. Weniger Ballastexistenzen würden die Renten‑, Sozial- und Krankenkassen sowie Angehörige, Unternehmen und Pflegeheime stark entlasten.
Die Frauenbeauftragte für Nordrhein-Westfalen sieht in der deutschen Sprache starke Tendenzen für ein frauenfeindliches Patriarchat. Deshalb will sie im Rahmen des Gender Mainstreaming die Begriffe Mannschaftsbus und Ernährung abschaffen und durch Frauschaftsbus und Sienährung ersetzen.
Die CDU – Arbeitsgruppe mit dem Namen »Arbeit muss sich lohnen« hat gestern in Berlin neue Konzepte vorgestellt, um das Ehrenamt und das soziale Engagement in den Jobcentern besser zu fördern. »Jeder der erwerbslos sei und auch arbeiten könne, müsse auch im sozialen Sektor arbeiten«, so der Vorsitzende. Hierbei sollen zusätzliche Erwerbsanreize, wie 50 Cent/Tag, 100 Prozent Sanktionen und Lebensmittelgutscheine genutzt werden.
Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn
[Im Pausenraum]
Chef: (wütend) Das ist unglaublich! Was erlauben die sich eigentlich?
Sekretärin: Entschuldigen Sie, was ist denn passiert?
Chef: Mein Sohn hat einen Strafzettel bekommen, weil er angeblich zu schnell gefahren ist. Aber das ist unmöglich, denn ich habe ihm persönlich beigebracht, wie man sich im Straßenverkehr zu verhalten hat.
Sekretärin: Ich verstehe. Und was haben Sie nun vor? Weiterlesen
Das muss mal gesagt werden...
An alle in der Werbe- und Schönheitsindustrie, alle Massenmedien, die Filmbranche und an alle Tussis da draußen: an Titten ist nichts besonderes!

Presseblick (26)
Frauen sind Opfer. Männer Täter. Männer führen Kriege. Frauen wollen den Frieden. So hören sich Hardcore-Feministinnen und Gender-Seminare in den Universitäten an. Zwei aktuelle Beispiele aus der Presse konterkarieren diese einseitige Weltsicht als realitätsfremde Ideologie. Auf taz.de gibt es einen interessanten Gastbeitrag der Amadeu Antonio Stiftung mit der Schlagzeile »Nazifrauen in Deutschland: Übersehen und unterschätzt«. Natürlich sind die Frauen auch hier stets Opfer, sie werden vom Patriarchat gezwungen, Ausländer zu hassen und gewalttätig zu sein (wie Beate Zschäpe). Und wer ist der Boss vom größten Mordmaschinenhersteller Friedensbringer auf Erden? Vom weltweit größten US-Rüstungskonzern Lockheed Martin? Eine Frau namens Marillyn Hewson. Auf welt.de spricht sie über die Ukraine-Krise. Weiterlesen
ZG-Rückblick: Pro-Westliche Propaganda
Der Ukraine-Konflikt dauert nun schon einige Monate an. Der Auftrag unserer Massenmedien, möglichst objektiv darüber zu berichten, ist gnadenlos gescheitert. Als beispielsweise deutsche Militärbeoachter (Spione) entführt wurden, sprachen plötzlich alle Leitmedien von OSZE-Beobachtern, damit der Eindruck erweckt werde, hier seien Zivilisten entführt worden. Auf zeit.de wird zudem behauptet, wer im Kommentarbereich die USA kritisiere, sei ein von Russland bezahlter Schreiberling. Weitere Beispiele der täglichen Desinformation, Falschdarstellung und einseitigen Berichterstattung kann man auf dem Blog »Die Propagandaschau« nachlesen.
Sind wir eine US-Kolonie? Sind unsere Journalisten einseitig ideologisch geprägt? Oder ist Russland nun mal böse und wir (mit den USA zusammen) sind einfach die Guten? Weiterlesen
Arbeit. Anpassung. Ausbeutung.
Die Menge an Euphemismen für einen Sachverhalt, kann als ein Indikator dafür dienen, wie unangenehm eine Wahrheit für die Herrschenden ist. Die Realität soll, im Dienste von Partikularinteressen, so zurecht gebogen, verdrängt, verharmlost und schöngefärbt werden, bis sie in die vorherrschende Ideologie passt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Euphemismen, wenn es um die Kündigung von (Lohn-)Arbeitskräften geht, also wenn Menschen ihrer finanziellen Existenzgrundlage entzogen und zum Bittsteller beim Arbeitsamt gemacht werden:
- Den Mitarbeiter freistellen oder freisetzen.
- Umstrukturierungs- oder Restrukurierungsmaßnahmen.
- Das Unternehmen sanieren.
- Personalumbau.
- Gesundschrumpfung.
- Sich neu aufstellen.
- Sozial verträglicher Stellenabbau. Betriebsbedingte Kündigung.
Die Euphemismen sollen mit allen Mitteln verhindern, dass ein wirtschafts‑, unternehmens- oder gar kapitalismuskritisches Weltbild entstehen könnte. Außerdem sind sie stets aus der Position des Unternehmens formuliert, also beschreiben, was das Unternehmen will, ohne jedoch die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Dies verdeutlicht zum Einen, dass die Sprache immer die Sprache der Herrschenden ist und zum Anderen, dass Lohnarbeiter als reine Verfügungsmasse für den Profit betrachtet werden. Denn was Lohnarbeiter denken und fühlen, findet in unserer Sprache erst dann Berücksichtigung, wenn es zur »Depression« oder zum »Burnout-Syndrom« kommt.
Zehn Grenzwertige Gemeinschaften

Rücksicht?
- Fahrgäste, die in Bus und Bahn demonstrativ ihre Tasche/ihren Rucksack neben sich auf den Sitz legen, um allen zu signalisieren, dass sie niemanden neben sich haben wollen. Ihr verdammten Ignoranten: die Sitzplätze sind für alle da!
- Raucher, die in Nichtraucher-Zonen paffen und ihre Kippen überall hinwerfen. Hundebesitzer, die ihren Hunden erlauben, Parks voll zuscheißen. Und alle, die ihren Müll auf die Strasse werfen.
- Eltern, die ihren Kindern erlauben (oder es zumindest unkommentiert dulden), wenn ihre Kleinen gegenüber anderen Kindern oder Erwachsenen rücksichtslos und egoistisch sind. Schließlich sind ihre Kinder unantastbare Götter! Weiterlesen
Machtlose Politik
Wer sagt, die Politik habe in Wahrheit gar keine Macht, sie sei nur die ausführende Gewalt, ja die Marionette von Banken, Konzernen und Milliardären, gilt schnell als Spinner und Verschwörungstheoretiker. So einfach sei die Welt doch gar nicht, man müsse differenzieren (solange bis keine Täter mehr übrig bleiben) und man solle doch die Rolle von Politikern bei Gesetzesvorlagen berücksichtigen. Letztlich will man an dieser Illusion auch festhalten, weil Abgeordnete als öffentliche Personen greifbarer sind, es ist allgemeiner Konsens, bequem und einfach, sie für alles Schlechte in der Welt verantwortlich zu machen.
Am besten erkennt man die Machtlosigkeit der Politik, wenn man Politikern genau zuhört. Fast täglich wird politisch ermahnt, appelliert, gewarnt und gedroht, das Beileid ausgesprochen, Vorschläge werden gemacht, Reden gehalten, es wird angekündigt, gewollt, nachgedacht und so weiter. Aber eben sehr wenig wirklich entschieden. Das tun hinter den Kulissen häufig ganz andere Kräfte.
»Nahles appellierte an die Gewerkschaften, bei der Neuauflage des Ausbildungspaktes mitzumachen.«
— bundesregierung.de vom 13. Mai 2014»Merkel ermahnt Poroschenko: Schokobaron redet nicht mit Separatisten.«
— n‑tv.de vom 7. Mai 2014»Steinmeier droht Ukraine mit Sanktionen«
— zeit.de vom 3. Februar 2014