Ungleichheit stärkt Misstrauen

In der aktuellen Blätter-Ausgabe vom Juli 2010 gibt es einen interessanten Artikel von Richard Wilkinson und Kate Pickett: »die verlorene Gleichheit«. Zahlreiche internationale Studien und Untersuchungen hätten demnach gezeigt, dass je höher die Ungleichheit in der Bezahlung und im Lebensstandard der Menschen ist, desto höher sei das Misstrauen unter den Menschen:

...dass die sozialen Beziehungen umso mehr verfallen, je stärker eine Gesellschaft von Ungleichheit geprägt ist.

Weiterlesen →

Rotdorn Ausgabe Nr. 53 erschienen!

Ab sofort könnt ihr unter www.rotdorn.org die aktuelle Rotdornausgabe Nr. 53 bewundern. Zum ersten Mal in der 20jährigen Geschichte des Rotdorns ‑meine Wenigkeit ist erst seit knapp vier Jahren dabei- ist er 36 Seiten lang. Diesmal mit dem Schwerpunkt Afghanistan. Außerdem gibt es Interviews mit Mellowmark, mit Prof. Peter Grottian oder auch Film- und Buchtips zu lesen.

Demobericht: Wir zahlen nicht für eure Krise

Während meine geschätzten Kollegen Antiferengi und die Geheimrätin über die Großdemonstration am 12. Juni 2010  in Stuttgart berichteten, will ich euch heute meine persönlichen Eindrücke über die Demo in Berlin, mit knappen 20.000 Teilnehmern, schildern.
Am 12. Juni 2010 um 12:00 Uhr, traf sich ein breites Bündnis vor dem roten Rathaus. Attac, Linkspartei, Solid, verschiedene sozialistische und kommunistische Sektierer, Antikapitalisten und einige vom sog. »schwarzen Block« sind aufmarschiert. Im großen und ganzen verlief die Demonstration friedlich, am Rande gab es aber kleinere Scharmützel.

Weiterlesen →

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Am Samstag den 12. Juni 2010 gibt es einen bundesweiten Aufmarsch gegen das Kürzungspaket der Bundesregierung. Interessant ist, dass diese Demonstration schon lange vor der Bekanntmachung der radikalen Kürzungen angekündigt wurde. Viele wussten, dass für die Milliarden, die man den Banken großzügig geschenkt hatte,  nach der NRW-Wahl die einfachen Leute bluten müssen. Die genauen  Standorte und wann es losgeht erfahrt ihr auf Kapitalismuskrise.org.

Köhler tritt zurück — das System bleibt

Bundespräsident Köhler ist von seinem Amt zurückgetreten. Gestern wurde noch Köhlers Aussage, Kriege für freie Handelswege zu führen, massiv kritisiert, heute wird es Trauer- und Abschiedsreden geben. Der Deutschlandfunk, der das pikante Interview mit Köhler geführt hatte, ist nicht schuld. Köhler hat sich einfach verplappert, für einen Moment die Wahrheit ausgesprochen. Deutschland führt einen Krieg wie in Zeiten des Imperialismus: für Rohstoffe und Macht.

Letztendlich ist seine Entscheidung überraschend, aber doch konsequent. Man stelle sich nur mal vor, wir hätten jetzt eine wochenlange öffentliche Diskussion über Köhlers Aussage? Das wollen viele Herrschaften sicher nicht. Medien und Politiker können jeden Fehler, jede Aussage, jedes politische Denken usw. einfach personalisieren — der/die tritt bei Fettnäpfchen zurück und niemand dringt je zum wirklichen Problem vor. Denn es ist völlig irrelevant ob Koch, Köhler und Konsorten zurücktreten, solange die neoliberale Ideologie (Personalabbau, Sozialabbau, Deregulierung, Profitmaximierung statt Gemeinwohl-Orientierung usw.) alle öffentlichen Institutionen und Ämter beherrscht.

Statt Koch und Köhler, sollte der Neoliberalismus endlich zurücktreten. Denn er hat auf allen Gebieten kläglich versagt. Er bleibt jedoch weiterhin im Amt.

Weihnachten vorverlegt: Koch tritt zurück

Da sag mir mal einer, es gäbe keine guten Nachrichten mehr! Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen und CDU-Bundesvize will von all seinen Ämtern zurücktreten. Der brutalstmögliche Lügenbaron und ausländerfeindliche Kinderhasser Roland Koch, hat endlich genug Schwarzgeld angesammelt, um sich ein schönes Leben außerhalb der Politik zu machen. Ganz Herzlichen Glückwunsch! Das Land hat einen schmierigen und korrupten Politiker weniger. Nur eine Frage bleibt Koch uns schuldig: »Wo beginnt menschliches Leben, Herr Koch?«

Update: Wer Koch und seine Machenschaften nicht kennen sollte, der möge bitte hier klicken!

Politik ist allgegenwärtig

Jeder Politikinteressierte bekommt von Freunden, Bekannten und Familienangehörigen zu hören, dass  Politik nicht »ihr Ding« sei. Frei nach dem Motto, als wäre Politik, als wären politische Themen, nur ein Hobbythema von vielen, wie Autos, Fussball oder Fernsehen. Dabei ist die Politik, die Lehre von der Macht und des gesellschaftlichen Miteinanders allgegenwärtig. Niemand kann sich dem entziehen. Ob es um Behördengänge, tarifliche  und gesetzliche Regelungen in der Lohnarbeitswelt, medizinische Versorgung oder um die Tochter, die in die Schule geht, handelt — Politik durchdringt uns, bestimmt überall unseren Alltag. Weiterlesen →

Geschichte der Herrschenden

Die Geheimrätin hat in Ihrem Blog die Abschiedsrede von Oskar Lafontaine als Parteivorsitzender der Linken reingestellt. Lafontaines Rede war wie immer grandios und auf den Punkt gebracht. Er erwähnt das Gedicht von Bertolt Brecht »Fragen eines lesenden Arbeiters«. Die ersten drei Zeilen des Gedichtes lauten:

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?

Bertolt Brecht zeigt damit auf, dass unsere Geschichtsschreibung stets auf die Herrschenden ausgerichtet war, ist und wird. Wenn heute in den bürgerlichen Medien von großen Konzernen und ihren Vorstandsvorsitzenden gesprochen wird, werden die Menschen die sich für das Unternehmen kaputt geschuftet haben ‑die also den Reichtum des Konzerns erarbeitet haben- schlichtweg ignoriert. Viele vergessen diesen Zusammenhang und denken immer noch, sie würden für sich selbst lohnarbeiten. Selbstbestimmung als Zwang zur Selbstverwurstung. Lohnarbeiter sind doch für viele Manager   einzig und allein dafür da, den Reichtum des Konzerns zu mehren.