Anime III — Samurai Champloo

Anime Samurai Champloo

Die Anime-Serie »Samurai Champloo« ist im Gegensatz zu Ergo Proxy eher leichte Kost. Die in der Edo-Zeit gesetzte Geschichte erzählt von dem Mädchen Fuu und ihren Reisebegleitern Jin und Mugen. Beide sind zwar Samurai, aber sehr verschiedene Charaktere. Das sorgt dann natürlich für Spannungen in der Reisegemeinschaft, aber wie man sich denken kann, lernen sie sich auch zu schätzen. Weiterlesen →

Anime II — Ergo Proxy

Die Anime-Serie »Ergo Proxy« (2006) konnte ich schauen, wie ich japanische Animes am liebsten schaue. Im Original mit Untertiteln. Denn ich finde keine deutsche oder englische Synchronisation kann der emotionale Sprechweise der Japaner das Wasser reichen. Allerdings dürfte »Ergo Proxy«  selbst in der Muttersprache nicht leicht zu verstehen sein. Nicht weil die Story so kompliziert ist, sondern weil der Zuschauer oft im Ungewissen gelassen wird und man sich manche Dinge selbst zusammenreimen muss. Weiterlesen →

Anime I — Prinzessin Mononoke

Da wir zu dem Thema »Anime« bis jetzt nur sehr wenig gebracht haben, schreibe ich mal ein paar Vorschläge, was man sich so angucken kann. Und damit ihr seht, dass es eine Außnahme ist, habe ich mal für Atmosphäre geschaffen. Keine Angst, es wird nicht zu viel und auch nicht auf einen Schlag. Weiterlesen →

verschweigen und verzerren

Ulli Sander hat auf der AG Friedensforschung auf einen interessanten Aspekt hingewiesen.  Letzten Samstag (3. Sep) gab es in Dortmund einen Nazi-Aufmarsch mit rund 7.ooo Teilnehmern. Jedoch stellten sich ihnen knapp 10.000 Antifaschisten und Linke in den Weg. Die Polizei half den Nazis ihr »Versammlungsrecht« wahrzunehmen. Für Eingeweihte und Aktivisten dürfte dies kein neuer Umstand sein, da dies jährlich bei den Nazi-Aufmärschen am 15. Februar in Dresden der Fall ist. Und nicht nur dort.

Interessant ist ein kleiner Pressespiegel, der eindringlich zeigt, dass sog. »bürgerliche Medien« jedwede Demonstration in Deutschland verurteilen. Wer in Deutschland demonstrieren geht, sich Nazis in den Weg stellt oder den Kapitalismus hinterfragt, ist ein Spinner, Chaot, Randalierer, Verschwörungstheoretiker und Träumer. Nur wer im Iran, in Saudi-Arabien oder in China demonstrieren geht, ist ein aufrechter Demokrat. Ein kleiner Auszug:

Linksextreme fallen über Polizei her (SZ-online, 04.09.2011)

Linksextreme bewerfen Polizisten mit Steinen (SPIEGEL-online)

Autonome randalieren bei Demo gegen Neonazis (SPIEGEL-online, Diehl)

Krawalle in Dortmund bei Aktionen gegen Neonazis (Bild am Sonntag)

 

Breaking Bad

Ich bitte um höflichste Beachtung, dass wir nun »Breaking Bad« in unserer TV-Reflektion haben.

Nachdem die Sopranos die Dramaturgiekonventionen für Fernsehserien auf den Kopf stellten, wussten wir, dass Verbrecher auch nur Menschen sind. Breaking Bad schickt sich an, auch noch den Umkehrschluss zu belegen. So ist das Verbrechen in zeitgenössischen Serien häufig nicht mehr nur auf der Straße zu verorten, sondern bei uns hinter verschlossen Türen.

So ist Walter White (Bryan Cranston) eigentlich nur ein einfacher Familienvater um die 50, der in einem für die USA typischen Vorort irgendwo in New Mexiko versucht seine bald vierköpfige Familie durchzubringen. Die Arbeit als Lehrer an einer High School scheint weder seine fachlichen Fähigkeiten als Chemiker ernsthaft zu fordern, noch scheint sich seine Begeisterung für die Materie zu übertragen. Demütigenderweise ist die Arbeit aber auch nicht lukrativ genug, speziell wo jetzt Familienzuwachs erwartet wird, so dass Walter noch in einer Autowaschanlage aushilft. Als er unter erhöhtem Stress einen Zusammenbruch erleidet wird eine Krebserkrankung in terminalem Zustand diagnostiziert. Er hält diese Information vorerst vor seiner Familie geheim, aber er scheint dabei eine Entwicklung durchzumachen. Bisher war Walter ein eher höflicher zurückgenommener Mensch, der vermutlich nicht immer der Beste darin war seine eigenen Interessen zu wahren, aber nun scheint seine Risikobereitschaft zu steigen, er wirkt teilweise sogar aggressiv. (...)

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Der Vermarktung entsagen

Am 17. August 2011 lief  in der Sendung Panorama ein Beitrag mit dem Titel »Rot-Grün macht Kasse«. Auch wenn die Doku mit dem Reporter Christoph Lüdgert ein wenig sensationsheischend daherkommt, so ist sie doch zu empfehlen. Denn was sie zwischen den Zeilen sagt, ist erwähnenswert. Schröder, Fischer und Konsorten haben sich verkauft, ihre Prinzipien und Ideale verraten. 20 Prozent aller Minister und Staatssekretäre der zweiten rot-grünen Regierung betreiben heute Lobbyarbeit für Unternehmen und Konzerne. Warum? Und wie konnte das geschehen?

Wie funktioniert der Ausverkauf des Charakters, der eigenen Prinzipien und Wertvorstellungen? Verdirbt Politik den Charakter? Ist letztlich jeder käuflich und es ist nur eine Frage des Preises? Inwiefern kann man Prinzipien und Überzeugungen überhaupt noch trauen? Weiterlesen →

Moviefans: Léon

Léon - The Professional

Die Idee zu dem Film hatte Luc Besson bereits als Jean Reno den Cleaner in »Nikkita« spielte. Als klar wurde, dass die Produktion von »The Fifth Element« noch sehr lange dauern würde, entschloss sich Luc Besson, noch einen Film vorher zu drehen. Er schenkte Jean Reno das Drehbuch zu »Léon« bei einem Abendessen. (...)

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Die tägliche Dosis Gleichschaltung

Wer von gleichgeschalteten Medien in Deutschland spricht, dem wird schnell vorgeworfen einer Verschwörungstheorie anzuhängen. Man würde übertreiben, Medien-Bashing betreiben und überinterpretieren. Dabei ist es ganz einfach, die Gleichschaltung zu beweisen: zitieren. Die bürgerlichen Medien schreiben, bei großen Ereignissen, eigentlich alle von den Nachrichtenagenturen, anderen Medien oder von offiziellen Bekanntmachungen ab, variieren vielleicht ein wenig in der Formulierung und in der Sprache, aber im großen und ganzen unterscheiden sich die Artikel wenig. Heute geht es um die aufgebrachte Menge in England:

FAZ: »Der Polizei gelang es mit einem Großaufgebot offenbar, neue Ausschreitungen in den Städten zu verhindern«

Süddeutsche: »Mit einem Großaufgebot gelang es der Polizei offenbar, neue Ausschreitungen zu verhindern«

Focus: »Der Polizei gelang es mit einem Großaufgebot offenbar, neue Ausschreitungen in den Städten zu verhindern«

TAZ: »Dafür sorgte ein Großaufgebot von Sicherheitskräften, allein in London waren 16.000 Beamte im Einsatz«

SpiegelOnline: »Polizei-Großaufgebot stoppt die Randalierer«

Krawallmacher, Chaoten, Randalierer, Plünderer und die guten Polizisten — das ist die derzeitige Sprache der bürgerlichen Medien. Das große Problem der Gleichschaltung ergibt sich daraus, dass eine gleiche Sprache, ein gleiches Denken und gleiche Assoziationen beim Leser hervorrufen. Zudem ist die Medienvielfalt, die angebliche Pluralität der Medien nicht gegeben, wenn freiwillige Konformität herrscht. Der immer noch weit verbreitete Glauben, die TAZ sei bissl links, die WELT ein bissl rechts, SpiegelOnline ein bissl mittig usw., entpuppt sich als absurd, denn der Einheitsbrei regiert die Köpfe. Drei weitere Beispiele:

1.) »Obama ordnet Schließung von Guantanamo an«
2.) »Christian Klar bereut nichts!«
3.) »Zusammenstöße mit der Polizei«

Unperson Arnulf Baring

Das INSM-Mietmaul Arnulf Baring sitzt schon seit längerer Zeit in sämtlichen TV-Politshows und gibt gerne neoliberale Kampfparolen von sich. Baring ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der BRD sowie Träger des europäischen Kulturpreises für Politik. Bei Anne Will vom 10. Juli 2011 zum Thema »Leopard-Panzer-Lieferung an Saudi-Arabien« bewies sich Baring endgültig als Unperson. Nachdem der Autor und Kriegsgegner Jürgen Todenhöfer die Demokratiebewegungen im Nahen Osten lobte, Monarchen, Könige und Panzer als Relikte einer alten Zeit bezeichnete, flippte Baring aus: »Ihr seid ja alle simpel«. Seine Antwort auf Frau Will, warum Deutschlands Sicherheit davon abhänge, dass Saudi-Arabien deutsche Kampfpanzer haben müsse, war, dass man mit den Panzern Stabilität und Sicherheit in Saudi-Arabien herstellen würde. Als er abermals alle Gäste cholerisch als »simpel« beschimpfte und Frau Will ihn zu einer Entschuldigung aufforderte, sagte er:

Was soll denn das, wollen Sie jetzt Sprachkritik üben?

Später schob er noch nach:

Wenn man allein moralisch argumentiert, ist man ein Simpel.

Zum Glück für Baring war dies die letzte Anne Will Sendung, bevor Günther Jauch übernimmt. Denn Will hätte den senilen Geldgeier hoffentlich nicht mehr eingeladen. TV-Zuschauer können nur hoffen, dass der neoliberale Kasper endgültig von der TV-Bildfläche verschwindet.

Gewollte Altersarmut

In der Süddeutschen Zeitung vom 5. Juli 2007 schreibt Thomas Öchsner über das Phänomen der zunehmenden Altersarmut in Deutschland. Wie er richtig schreibt, haben Rentner in den letzten zehn Jahren, nach Abzug der Inflation, reale Verluste hinnehmen müssen. Er vergleicht das mit jüngeren Arbeitnehmern, die ja auch Reallohnverluste hinnehmen mussten. Mir fehlen in dem Artikel aber zwei entscheidende Sachverhalte, warum wir in den nächsten Jahrzehnten eine massive Ausweitung der Altersarmut in Deutschland haben werden: die Rente mit 67 und die Rentenformel. Weiterlesen →