Natürliche Todesursachen

Es gibt keine Geheimdienste, die Attentate aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen, auf öffentliche Personen verüben. Das ist alles reine Verschwörungstheorie. Wenn…

  1. der Fallschirm nicht auf geht…
  2. man einen Verkehrsunfall hat…
  3. das Flugzeug abstürzt…
  4. man sich eine Lebensmittelvergiftung zu zieht…
  5. vom Hochhaus fällt…
  6. in der Öffentlichkeit erschossen wird...
  7. in der Badewanne ertrinkt...

...dann ist das ein bedauerlicher und tragischer Zwischeneinzelfall. Nicht mehr.

Meine guten Vorsätze für das Jahr 2015

  1. Alles glauben und nachplappern was mir BILD und RTL sagen.
  2. Keinen Sport treiben, weiter rauchen, saufen und auf der Couch rumlümmeln sowie fleißig Junk Food und Zuckerbomben fressen.
  3. Meine Lohnarbeit als mein größtes Hobby und als meine größte Leidenschaft verinnerlichen und keine Zeit für schöpferische Tätigkeiten verwenden.
  4. Weiter in meinem mental-emotionalen Biedermeier-Glasbunker leben; weltweite Armut, Ausbeutung und Kriege verleugnen.
  5. Mir ganz viel neues Zeug kaufen, was ich gar nicht brauche. Und es dann nach zwei Wochen wieder wegwerfen. Mindestens drei neue smartphones zulegen.
  6. Kinder, Migranten und alte Menschen ordentlich verabscheuen und hassen.
  7. Einen großen Bogen um Gesellschafts‑, Medien- und Wirtschaftskritik machen. Und jeden, der sich damit beschäftigt als nervigen Spinner beschimpfen.
  8. Auf Facebook viele Katzenbilder posten und teilen, fleißig Familienbilder hochladen und mein Profilbild öfter wechseln, um Bestätigung zu bekommen.
  9. Mir im Fernsehen sämtliche Pseudo-Doku-Sozialsoaps reinziehen.
  10. Weiterhin den Neoliberalismus als alternativlose Wahrheit anbeten.

Ich muss nichts verändern. Ich bin Deutschland. Ich bin perfekt.

P:S: Meine 10 Wünsche für das Jahr 2014 sind natürlich nicht in Erfüllung gegangen.

»Was ist denn jetzt wieder los?«

weihnachten 2014...ist eine Frage, die genau dann kommt, wenn man gesellschaftliche Normen und Konventionen in Frage stellt, beispielsweise zu Weihnachten. Wenn man eine andere Perspektive einnehmen oder die Normalität des Alltags durchbrechen will. Wer sich abseits der standardisierten Gedanken, der gleichgeschalteten Kommunikation und der infantilen Emotionen bewegt, mit dem muss etwas nicht stimmen. Wer Interessen hat, die den eigenen kleinen Dunstkreis, die eigene Familie und den eigenen Arbeitsplatz nicht betreffen, der ist ein unbequemer Nerd. Ein Wichtigtuer, Klugscheißer und Möchtegern. So einer ist nicht nur komisch, sondern auch furchtbar anstrengend. Das Beste ist, sich mit so einem nicht einzulassen und ihn bestmöglich zu ignorieren. Weiterlesen →

Neusprech: Gesellschaftliche Teilhabe

Nur wer ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen besitzt, ist in der Lage, sich in die Gesellschaft einzubringen und am kulturellen Leben teilzuhaben.

- Piratenpartei

ZG-Artikel: Neusprech HeuteEine immer wiederkehrende Erzählung in Politik und Gesellschaft, ist die Redewendung von der »gesellschaftlichen Teilhabe«. Besonders Gewerkschaften, Parteien und linke Organisationen verwenden dieses Narrativ gerne, um auf existenzielle Armut und die immer größer werdende Schere zwischen Armut und Reichtum aufmerksam zu machen. Wer an Politik, Kultur und Gesellschaft teilnehmen will, so die Erklärung, braucht ein Mindestmaß an finanzieller Sicherheit. Wer nicht über ausreichend monetäre Mittel bzw. ein regelmäßiges Einkommen verfüge, der würde ausgegrenzt werden. Diese Argumentation ist im (links-)politischen Diskurs weit verbreitet. Mir stellen sich hierzu jedoch einige Fragen. Weiterlesen →

Vorwürfe rechtfertigen

Typische Euphemismen um sich selbst eine Legitimation zu schaffen, um vorwurfsvoll sein zu dürfen, ohne jedoch der/die »Böse« zu sein, weil man den Gesprächspartner doch darauf vorbereitet habe, sind:

  1. Du darfst das jetzt bitte nicht persönlich nehmen, aber...
  2. Bitte nicht falsch verstehen...
  3. Das ist jetzt nicht böse gemeint...

Wenn man einen Satz so beginnt, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass danach Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Kritik, Verurteilungen, Tadel, Rügen, Maßregelungen und Beanstandungen folgen. Der Versuch, die Kritik präventiv rosarot zu färben, heißt noch lange nicht, dass sie zwingend angemessen ist.

Marktgerechtigkeit und Verwertungsmoral

Und täglich sollt Ihr einkehren in unsere Konsumtempel!

Und täglich sollt Ihr einkehren in unsere Konsumtempel!

Das oberste Gebot im Kapitalismus lautet: alles ist erlaubt und angemessen, was Profit bringt. Lügen, betrügen, sparen und kürzen, verschleiern, verheimlichen, abzocken, verschmutzen, verschwenden: solange es dem Wirtschaftswachstum dient –also der heiligen Götze des Marktes- ist es gut und richtig. Der Rendite muss sich alles unterordnen. Der Kapitalismus ist nicht daran interessiert, dass es der Bevölkerung und der Umwelt gut geht, sondern einzig daran, dass die wenigen Reichen, noch reicher werden. Ganz im Gegenteil: umso mehr Menschen ängstlich, unzufrieden, chronisch krank, ungebildet oder drogenabhängig sind, umso besser. Weiterlesen →

Eine ganz normale Bahnfahrt

bahn_titelIch steige ein, blicke mich um und suche einen freien Sitzplatz. Neben den Dummlaber-Proleten oder den Ich-bin-so-schön-und-wichtig-Tussis? Nein danke. Ah, da hinten ist noch ein Platz frei. Neben der Frau im mittleren Alter, die ein Buch liest. Ein seltener Anblick heutzutage. Menschen, die in der Bahn ein Buch lesen. Hingepflanzt. Ich schaue mich kurz um. Alle sehen weg. Dutzende portionierte Menschen auf engstem Raum, die unentwegt darum bemüht sind, den Blicken ihrer Mitmenschen auszuweichen. Stattdessen vergraben sie sich in ihren smartphones. Eingestöpselt, abgeschirmt und isoliert, versinken sie in der All-Inclusive-Berieselung. Lassen sich rundum verblödspaßen. Spielen Beziehungssimulator. Streicheln ihr Tamagotchi. Wovor haben sie Angst? Vor der Stille? Den eigenen Gedanken? Ihren Mitmenschen? Vor Nähe? Weiterlesen →

Telefonterror

Variante 1

MV: (Nimmt den Hörer ab. Schweigt.)
Callcenter: »Guten Tag, spreche ich da mit Markus Vollack?«
MV: »Hallo.«
Callcenter: »Ist Herr Vollack am Apparat?«
MV: »Mit wem spreche ich denn?«
Callcenter: »Mein Name ist Sven Müller vom...«
MV: (unterbricht) »Klar, und ich bin Leo Lausemaus. Wie heißen Sie wirklich?«
Callcenter: »Sven Müller. Sind Sie Herr Vollack?«
MV: »Ich heiße Leo Lausemaus.«
Callcenter: (legt auf) Weiterlesen →

Oh Java

Java-LogoOh du kleiner Java Auto Updater von Oracle America Inc. Wie sehr du mich doch genervt hast. So unermüdlich wie ein kleines Kind hast du jeden Tag gefragt, ob du dich »Ausführen« darfst. Und kurz bevor ich mich entschloss, mich endgültig von dir zu trennen, habe ich nachgegeben. Es war die richtige Entscheidung. Du hattest mein Vertrauen, um dich selbst zu verbessern. Natürlich war es nicht wie früher, wir schwiegen uns die meiste Zeit an, es war ein tolerieren auf begrenztem Raum, aber es funktionierte.

Aber es war nicht für die Ewigkeit. Erneut ein Streit, das gleiche Thema. Ich werde müde und gebe nur leichten Widerstand. Wahrscheinlich kannst du mein Aufgeben schon riechen. War alles nur eine Illusion? Oder funktioniert es nur so?

Ich weiß, du willst nur unsere Sicherheit. Aber zu welchem Preis? Je mehr du dich für äußere Angriffe schützt, desto mehr entfernst du dich auch von mir. Wie oft habe ich dich schon aus meinen Autostartroutinen entfernt, nur um zu sehen, wie schnell du dich wieder einnistest. Siehst du nicht, in was du dich entwickelt hast? Manchmal sehe ich in dir bereits ein zweites Adobe Flash.

»How I ditched the security risks and lived without Java, Reader, and Flash«
Guter Artikel von 2013 über die 3 kleinen Monster Java, Adobe Flash und Reader und ob man ohne sie leben surfen kann.