Der Praktikantenstaat

1.    In der Oberschule: dreiwöchiges Praktikum.
2.    Während des Studiums oder der Ausbildung: Praktikum.
3.    Nach dem Studium oder der Ausbildung: Praktikum.
4.    Während der Fortbildung oder der Umschulung: Praktikum.
5.    Praktikumsbörsen werden manchmal von Praktikanten organisiert.
6.    Absagen auf Praktikastellen werden häufiger von Praktikanten geschrieben.
7.    Praktikanten werden nicht selten von Praktikanten eingearbeitet.
8.    Das Gehalt eines Praktikanten wird in Form von Lob und Zeugnis ausbezahlt.

Praktika gehören zur Berufswahl dazu. Irgendwann macht fast jeder eines. [...] Ein Praktikum kann die Eintrittskarte in die Job-Welt sein. [...] Die Tatsache, dass man seine Freizeit dafür geopfert hat, zeigt Motivation und Leistungsbereitschaft.

- Bundesagentur für Arbeit

Eigennützig Gemeinnützig

Sponsoren: Deutsche Bank, Allianz-Versicherung, McKinsey

Der soziale Sektor bzw. der ehrenamtliche Bereich in Deutschland, ist ein Dschungel von Tausenden Projekten, Förderstellen und Sponsoren. Es gibt Projekte für Integration, Kinder- und Tierpatenschaften, Umweltschutz, Inklusion, Aidsaufklärung- und Prävention, Bildung, Engagement für mehr Toleranz, gegen Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und viele mehr. In der Regel handelt es sich nur um zeitlich befristete Projektförderung mit Leuchtturmprinzip, statt um eine echte Infrastrukturförderung. Politik und Wirtschaft unterstützen soziale Projekte, um Sozialausgaben zu sparen und um Imagepflege zu betreiben. Weiterlesen

Personalfreisetzung

by epikur

Bald ist es soweit! Es dauert nicht mehr lange! Die massenhaften kreativen Freisetzungen sind in vollem Gange. Endlich haben viele Menschen wieder Zeit für ihre Hobbys, zum Spazieren gehen oder auch zum Lesen. Auch wenn sie vorerst weniger Geld haben und dann nach einem Jahr in die staatlich verordnete Armut (auch »Hartz 4« genannt) gedrückt werden. Schuld für die Entlassungen sind eine mangelnde Eigenverantwortung, keine vorhandene positive Lebenseinstellung, zuwenig individuelle Flexibilität und die schicksalhafte Krise, für die niemand verantwortlich ist. Im folgenden ein kleiner Auszug kommender Massenentlassungen.

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Demütigung statt Motivation

Originalfoto: Andreas Praefcke (wikimedia)

  1. Um Almosen zu betteln, ist demütigend.
  2. Sich für seine Erwerbslosigkeit zu rechtfertigen, ist demütigend.
  3. Zu einem Niedriglohnjob gezwungen zu werden, ist demütigend.
  4. Zu einer sinnlosen Maßnahme gezwungen zu werden, ist demütigend.
  5. Die Aberkennung von individuellen Abschlüssen und Berufserfahrungen, ist demütigend.
  6. In den Medien als wertloser Schmarotzer und Ballastexistenz beschimpft zu werden, ist demütigend.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

- Grundgesetz, Artikel 1, Absatz 1

erniedrigt, gedemütigt, diskriminiert

Aus aktuellem Anlass, der tödlichen Messerattacke auf eine Jobcenter-Mitarbeiterin, ein ZG-Beitrag vom April 2011. Ergänzt werden sollte noch: »möchte menschenwürdig behandelt werden«.

Die Überflüssigen

Mann mittleren Alters, unsportlich, in einer 1 Zimmer-Wohnung lebend, kein Job, kein Geld, kein Auto, möchte respektiert und geliebt werden.

Kleinkind, neugierig auf die Welt, spricht, lacht und weint lebensfroh, tobt und spielt gerne in der Wohnung, möchte respektiert und geliebt werden. Weiterlesen

Die Destruktivität des Leistungsgedanken

Im Sinne der sog. »Leistungsgerechtigkeit« hat jeder soviel verdient, wie er leistet. Das heißt jeder leistet soviel, wie er verdient. Insofern leistet ein Manager zweihundertmal soviel wie seine Angestellten und das rechtfertigt auch seine zweihundertfach höhere Bezahlung.

Dieses Denken ist in großen Unternehmen, konservativen Kreisen und Konzernen weit verbreitet. Mittlerweile wird leider auch der soziale Bereich davon vergiftet. Die Ökonomisierung des Sozialen, im Sinne eines Kosten-Nutzen-Kalküls, ist in Deutschland seit über 20 Jahren gang und gäbe. Nun übernehmen immer mehr soziale Träger das sog. »Leistungsbeurteilungsverfahren«, mit dessen Hilfe die Arbeit in sozialen Einrichtungen (Pflegeheime, Kindergärten, Beratungsstellen, soziale Notdienste, Jugendeinrichtungen usw.) vermeintlich objektiv gewertet und gemessen werden soll. Weiterlesen

Selbstbestimmt ist, wer lohnarbeitet

Innerhalb der Linken ist die Kritik am Feminismus nicht selten ein Stich ins Wespennest. Es gibt einige, die bei Kritik an feministischer Ideologie, mit Pöbelei und Unsachlichkeit reagieren. Wohl auch ein Grund dafür, warum Feminismuskritik innerhalb der Linken, verpönt ist und tabuisiert wird. Ich bin das Thema, ehrlich gesagt, so langsam auch leid. Mit Verbitterung, Zorn, Opferhaltung, ständigen Forderungen, Borniertheit und Schaum vor dem Mund, werden die Menschen (also Frauen und Männer) weder  glücklicher, noch zufriedener.

Nachdem ich vor einiger Zeit einen Beitrag von Bascha Mika, der ehemaligen Chefredakteurin der TAZ, in der Blätter-Ausgabe vom März 2011 gelesen habe, komme ich leider nicht umhin, mal wieder im feministischen Sumpf zu wühlen. Ihr könnt gerne mit Dreck nach mir werfen. Weiterlesen

»Bürger, bettelt um Lohnarbeit!«

Im April 2010 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel »Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein!«. Darin schrieb ich, dass es für viele Menschen eine Kausalität zwischen Lohnarbeit und Glück gebe. Ferner, dass wer erwerbslos ist, auch gar nicht glücklich sein könne bzw. nicht glücklich sein dürfe! Wer erwerbslos ist und auch noch behaupte, er sei gar nicht so unglücklich darüber, wird als Parasit, Schmarotzer, ja als Unmensch gesehen. Wer erwerbslos ist, hat sich zu schämen, zu ducken und sich ständig bei der Familie und bei Freunden zu rechtfertigen, warum er denn keine Lohnarbeit habe? Weiterlesen

Entmarktet die Gedanken!

Geld regiert die Welt. Geld bestimmt den Alltag. Geld beherrscht die Gedanken. Leider scheinen die bedruckten Scheinchen auch viel negatives in der Welt zu adeln. Sicher, wir alle müssen von irgendetwas leben. Miete bezahlen, Nahrungsmittel kaufen und auch das Leben in Form von Konsumgütern und Dienstleistungen genießen, kostet Kohle. Der Sachzwang Geld tropft in jede Pore unseres Alltags. Materialismus und individuelle Konsumlust sind Prinzipien unseres Lebens. Haben-Denken und Haben-Wollen, sich verkaufen, sich anpreisen, sich im Persönlichkeitsmarkt anbieten sowie Liebesbeziehungen als Verträge betrachten, sind Zeichen für ein tief verankertes marktwirtschaftliches Bewusstsein und sind längst Teil unserer Lebenswelten. Weiterlesen