Krankhafte Gesundheit

Ich fühle mich gesund. Ich bin zufrieden mit mir und meinem Leben. Sicher gibt es immer Rückschläge, nachdenkliche Zeiten, aber auch Erfolgsgefühle und glückliche Momente in meinem Leben. Alles in allem bin ich jedoch ein recht zufriedener und ausgeglichener Mensch, auch wenn einige vermuten mögen, mein kritischer Geist rühre von einer unzufriedenen Seele her. Dem ist aber nicht so. Es ist eben einfach meine Art. Soweit so gut.

Wenn ich mich jetzt entscheiden würde, eine Therapie zu machen, stelle ich folgende These auf:

Der Therapeut würde nach spätestens zwei oder drei Sitzungen, bei mir etwas vermeintlich ungesundes finden. Er würde vermutlich solange in meiner Psyche bohren und popeln, bis er eine Diagnose erstellen kann. Was würde das über Psychologen und Therapeuten aussagen? Machen sie gesunde Menschen krank bzw. sorgen sie für ihre eigenen Patienten? Werden Therapeuten maßlos überschätzt? Oder sind wir einfach alle krank und wissen es nur nicht?

P:S: Passt zwar jetzt nicht hier hin, aber wir haben unsere »Kommentieren-Infoseite« aktualisiert.

Bild-Leser beschimpfen Titanic-Redakteure

Im Jahre 2000 manipulierten Titanic-Redakteure durch eine Fax- und Bestechungsaktion die Entscheidung des Weltfussballverbandes zum Austragungsort der Fussballweltmeisterschaft im Jahre 2006. Die BILD rief daraufhin ihre Leser auf, bei der Titanic-Redakton anzurufen und sich zu beschweren. Die Titanic wiederum hat damals alle Anrufe aufgenommen und auf eine CD gebrannt. Auf youtube habe ich zwei Teile nun auch gefunden. Sehr amüsant.


Kinder in Deutschland, Teil8: Weihnachtsmaterialismus

Weihnachten für Kinder wird maßlos überschätzt. Sicher ist es für viele Kinder eine sehr harmonische Familienzeit. Mit Weihnachtsbaum, Leckereien und harmonisches Beisammensein der Familie. Dennoch folgt gerade auch das christliche Weihnachtsfest dem kapitalistischen Markt- und Konsumprinzip. Es wird viele Weihnachtsgeschenke für Kinder geben, die Unternehmen und Konzerne natürlich nicht an Kinder verschenken, sondern kräftig daran verdienen. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nennt das: Konsumklima zum Weihnachtsgeschäft. Kinder werden durch Weihnachten eben nicht nur durch Familienharmonie geprägt, sondern schon früh mit einer Gesellschaft, die auf Konsum und Materialismus aufbaut, vertraut gemacht. Weiterlesen →

Menschenrechte nur für Deutsche!

Die 16 Jährige Schülerin Aydin (Name geändert) aus Badenhausen, im Landkreis Osterode, wollte mal eben auf die Toilette gehen. Der Deutsch- und PW-Lehrer Dirk H. meinte daraufhin: »Du bist Türkin und hast hier keine Rechte!«. Er hatte in der Haupt- und Realschule gerade über das Thema Menschenrechte referiert und wollte damit wohl gleich klar machen, dass die nur für Deutsche gelten. Türken und andere Ausländer sollen wohl gefälligst mit Windeln in die Schule kommen oder sich gleich in die Hosen machen? Ob Dirk H. mit Thilo Sarrazin verwandt ist? Oder wachsen diese Unmenschen mittlerweile wie Unkraut aus dem Boden?

Quelle: NDR.de vom 9. Dezember 2010

Status-Denken

Mein Gott, wie mich das nervt! Die Frage nach Beruf und Abschluss sind fast immer die ersten Fragen, wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Auf dem Arbeitsplatz, in der Kneipe, auf Partys, bei Freunden, in der Öffentlichkeit. Egal wo. Menschen werden abgecheckt, eingeordnet und dann kategorisiert. Abschließend folgt, in Kombination mit Aussehen und Kleidung, eine Erstbewertung. Hat man studiert, sein Diplom gemacht und verdient ganz gut, gibt es aufschauende Blicke und »Ohh-Floskeln«. Ist man erwerbslos, darf  man sich schämen und gleich rechtfertigen, warum man denn keine Lohnarbeit habe. Mit viel Glück wird die Rechtfertigung angenommen werden. Meistens wird aber heimlich abschätzig über die Person gedacht werden: »hmmm...ein Arbeitsloser, ein fauler Sack, jemand ohne Geld und Ansehen«.

Wieso fällt es Menschen so schwer, den Menschen an sich zu sehen? Stattdessen wird immer und immer wieder der Sozialstatus abgefragt. Wenn Lohnarbeit den Menschen von sich selbst entfremdet, ist es absurd, nach genau der Lohnarbeit zu fragen, um einen Menschen einschätzen zu können. Menschen sind nicht ihre zum Zwang erhobene Lohnarbeit, sondern ihre Bedürfnisse, ihre Leidenschaften, ihre Neigungen,  ihre Stärken und Schwächen, ihre Ängste und ihre Wünsche. Das machen Charakter und Persönlichkeit aus.

Traurige Realität

Die Ausgrenzung von Erwerbslosen ist in vollem Gange. Erwerbslose werden als Menschen zweiter Klasse behandelt. Sozialtranfers werden gekürzt, eine ständige Medienhetze gegen Arbeitslose findet statt, Kinder von Hartz4-Empfängern können sich keine Klassenfahrten und warme Mahlzeiten leisten, Arbeitslose werden gezwungen in günstigere Wohnungen umzuziehen und prekäre Arbeit anzunehmen, Langzeitarbeitslose haben kaum eine Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit, Sozialgerichtsgebühren hindern Arbeitslose daran ihr Recht wahrzunehmen, BA-Mitarbeiter schikanieren und drangsalieren Erwerbslose mit offener Willkür usw. Vor ca.70 Jahren hat es schon mal so angefangen.

Verantwortungsdefizit

Das Prinzip Eigenverantwortung als Euphemismus für Sozialabbau, Egoismus und Solidaritätsabbau ist in Politik, Wirtschaft und Medien weit verbreitet. Die Menschen sollen mehr Eigenverantwortung zeigen, heißt es, wenn sich Lebensrisiken verschärfen und es vielen Menschen ‑durch politisches und unternehmerisches Handeln- in Deutschland immer schlechter geht. Oder anders ausgedrückt: ihr seit selbst schuld! Uns trifft keine Schuld! Interessant ist, wie eigenverantwortlich Politiker, Unternehmen und Wirtschaftseliten eigentlich sind? Weiterlesen →

Neusprech: Faulheit

»Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich«.

- Anatole France

Faulheit bezeichnet im Sinne von faul und Fäulnis, dass Verderben und das Verwesen von Obst und von Tieren. Im Zeitalter von Arbeitsfetischismus, Sklavenmoral, Arbeitssucht und vorauseilendem Arbeitsgehorsam ist der Vorwurf der Faulheit eine schlimme Sünde. Wer als faul bezeichnet wird, sei träge, arbeitsscheu, unnütz, wertlos und letztlich gar überflüssig. Der Begriff ist im Kapitalismus negativ konnotiert und wird als Waffe gegen all jene verwendet, die sich nicht dem Hamsterrad der ewigen Selbstverwertung unterwerfen können oder wollen. Weiterlesen →