Grüne Illusionen

Letztlich lässt jedes Wachstum, ob öko-grün oder fossil-schwarz, den Output aller Güter und Dienstleistungen ansteigen und mit ihm wiederum die Nachfrage nach Energie und Ressourcen.

- Tilman Santarius. »Der Rebound-Effekt: Die Illusion des grünen Wachstums«. Blätter. Ausgabe Dezember 2013. (S. 73)

Anmerkung: Grüner Öko-Konsum ist bequem und gibt ein gutes Gewissen. Man darf fröhlich weiter konsumieren und fühlt sich als ein besserer Mensch. Dafür muss man lediglich ein paar Euro mehr ausgeben. Am Wirtschaftskreislauf und dem Wachstums-Fetisch ändert das aber leider nichts. Um wirklich nachhaltig zu sein, muss man auf Konsum generell mehr verzichten lernen können. Daran führt kein Weg vorbei.

Der Anschlag (2)

anschlagDer Blogger Edward S. will herausgefunden haben, dass die vier Stromriesen in Deutschland gemeinsam an einem geheimen Forschungsprojekt arbeiten, dass die europäischen Winter dauerhaft auf die Temperatur von Minus 20 Grad senken würde, um so die Gewinne zu steigern. Politik, Unternehmen und Medien bezeichneten diese Behauptung als realitätsfremde Verschwörungstheorie und den Blogger Edward S. als einen Spinner.

Die Tierschutzorganisation PETA findet, dass alle Fleischesser Mörder seien. Ausgenommen sind fleischfressende Venusfliegenfallen, Spinnen und Haie, da Tiere besser als Menschen und von Natur aus lieb seien.

In den neuen allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, ist das Teilen und Veröffentlichen von Tier- und Babybildern beziehungsweise –Videos, ab sofort untersagt. Bei Nichtbeachtung drohe eine Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro. Nun demonstrieren und protestieren seit Wochen täglich mehrere Millionen Menschen und belagern die deutsche Facebook-Zentrale in Hamburg.

Kinder in Deutschland; Teil 30: Machen Kinder glücklich?

kinderglück_titelIn einer beißenden Polemik kommentiert die Redakteurin Melanie Mühl (Jahrgang 1976) auf faz.net, dass sie kinderlos glücklich sei und Kinder sie eigentlich nur nerven würden: »Kinder sind lästig. Ich bin froh, dass ich keins mehr bin und, vor allem: dass ich keins habe.« Im Dezember 2012 habe ich in einem Beitrag schon versucht zusammenzufassen, warum viele keine Kinder wollen. Es liegt nicht nur daran, dass sie laut seien, Krach und Dreck machen und vor allem viel Geld kosten würden, sondern hauptsächlich am wirtschaftsfundamentalistischen Marktradikalismus (Konsum, Egoismus), den wir in Deutschland anbeten und vergöttern, und auf dessen Schrein wir unsere Kinder opfern. Weiterlesen →

Presseblick (19)

Der Stern schreibt über das sogenannte Komasaufen bei Jugendlichen: »Komasaufen ist seit Jahren bei Jugendlichen eine ebenso beliebte wie gefährliche Freizeitbeschäftigung.« Beschrieben wird der Ist-Zustand und die tollen Anti-Alkohol-Kampagnen. Hat sicher nichts damit zu tun, dass viele Jugendliche keinerlei berufliche Perspektiven für sich sehen, keine intakte Familie haben, durch RTL und BILD verblödet werden oder sich, wegen dem extrem hohen Leistungsdruck, als komplette Versager fühlen — romantisierender, gutmenschelnder Humanismus-Quatsch! Das sind coole Gangster, die sich aus Spass an der Freude das Hirn wegsaufen. Weiterlesen →

Kollektive Kommunikationspflicht

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© epikur

Wer heutzutage ein Rebell oder Außenseiter sein will, muss dafür nicht viel machen. Sich beispielsweise einfach kein smartphone zulegen. Nichts verunsichert das Heer der Kommunikations-Fetischisten mehr. Warum man denn keines habe, ob man denn kein Geld dafür hätte (als wenn die noch was kosten würden) oder ob man so ein Datenschutz-Fanatiker sei, darf man sich dann immer wieder rechtfertigen. Man habe doch eh nichts zu verbergen und selbst wenn, die Geheimdienste und Konzerne würden doch sowieso schon alles wissen. Außerdem sei so ein Teil doch total cool, man könne sich kostenlos (!) schreiben, Chat-Räume aufmachen, lustige Videos und Bilder schicken und vieles mehr. Sei man vielleicht so ein genereller Miese-Peter, Über-Kritiker oder Kultur-Pessimist? Man könne und wolle diese negative Verweigerungshaltung einfach nicht verstehen. Weiterlesen →

Neusprech: Traumberuf

Das Reich der Freiheit beginnt da, wo Arbeit aufhört.
- Karl Marx

ZG-Artikel: Neusprech HeuteWerbekampagnen, Plakate, Jobcoacher oder Artikel sprechen häufig vom sog. »Traumberuf«. Gemeint ist hierbei, dass man die Lohnarbeit bekommen hat und ausführt, die einem am meisten Sinnerfüllung, Gehalt, Lebensfreude, Motivation und Spaß verspricht. Umso höher die gesamtgesellschaftliche Erwerbslosigkeit und umso niedriger das Stellenangebot, umso größer ist der Wunsch nach dem Traumberuf ausgeprägt. Das Nomen Traum soll hierbei als positive Aufladung fungieren, ähnlich wie bei Traumhaus, Traumauto, Traumpartner, Traumhochzeit und Traumurlaub. Weiterlesen →

Luftblasen

Martin Sonneborn, eigentlich Satiriker und Mitbegründer der »PARTEI«, zeigt eindrucksvoll, dass die Kumpanei zwischen Massenmedien, Banken und Unternehmen bereits so eng ist, dass von freier Meinungsäußerung oder gar Pressefreiheit keine Rede mehr sein kann. Und nein, das ist sicher kein »Einzelfall«.

P:S: Rippchen, Alles Gute zum Burzeltag! ;)

Neokolonialismus

Auf der einen Seite werden in der sogenannten Dritten Welt für Gold, Silber, Coltan ganze Berge abgetragen, um sie in Fabriken zu transportieren [...] Und auf der anderen Seite kommt ein Großteil davon mit den einlaufenden Schiffen in Bergen von Zivilisationsmüll wieder zurück.

- Jürgen Reuß und Cosima Dannoritzer. »Kaufen, wegwerfen, neu kaufen«. Blätter Ausgabe Januar 2014. S. 96

Anmerkung: Dieses Zitat bringt für mich den heutigen Neokolonialismus, der als Globalisierung bezeichnet wird, bildlich sehr gut auf den Punkt. Wir stehlen den »Dritte Welt« Ländern die Ressourcen und berauben sie damit der Möglichkeit, wirtschaftlich eigenständig und unabhängig zu werden, und gleichzeitig beliefern wir sie mit unserem Abfall, der ihre Flüsse und Seen vergiftet, Krankheiten verbreitet und unsere Verachtung verdeutlicht.

Der Anschlag (1)

anschlagDie Bundesregierung gibt bekannt, dass sie bei seit Jahren sinkenden Reallöhnen, steigender Inflation und Massenerwerbslosigkeit, bei der Verlagerung von Fabriken in Billiglohnländern, bei Banken, die Milliarden Euro verzocken und verbrennen sowie bei einer großflächigen Internet-Überwachung durch die NSA, das »Prinzip Eigenverantwortung« für die Bevölkerung weiterhin befürwortet. Strengere Regeln und Gesetze würden nur das freie Spiel der sich selbst reinigenden Marktkräfte gefährden.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) rät allen Unternehmen bei bekannt gewordener Korruption, Steuerhinterziehung, Skandalen und Umweltverschmutzung, von Einzelfällen und fehlender Zuständigkeit zu sprechen. Im schlimmsten Fall solle man die Redewendung »wir kümmern uns darum« verwenden oder jemanden als Bauernopfer entlassen, um die Öffentlichkeit zu besänftigen. Auch das »aussitzen« oder der Einsatz von Anwälten hätten sich in der Vergangenheit bewährt, so die BDA.

Die US-Botschaft in Deutschland ist gegen den Vorschlag der Vertretungen von Iran, Nordkorea und Venezuela, die Verwendung der Begriffe Anti-Nordkoreanismus, Anti-Venezualismus und Anti-Iranismus in der Forschung zu verwenden. Die Schlagwörter Anti-Semitismus und Anti-Amerikanismus würden völlig ausreichen, so ein US-Diplomat.