Der Tod ist ein Humanist

tod_titelImmer sterben irgendwelche Promis, Stars, Sänger, Politiker. Und jedesmal wird so ein Bohei darum gemacht. Meine Güte. Jedes Jahr das Gleiche Theater. Immer. Und immer wieder. Helmut Schmidt. Lemmy Kilmister. David Bowie. Und stets folgt die gleiche öffentlich‐inszenierte Trauerevent‐Heuchelei. Der Tod gehört zum Leben dazu. Am Ende nimmt er jeden zu sich. Egal ob reich oder arm. Berühmt oder unbekannt. Gebildet oder dumm. Ob Manager oder Arbeitsloser. Der Tod ist ein Humanist, denn er sorgt für Gleichberechtigung. Die Berichterstattung über »besondere Todesfälle« macht dies jedoch zunichte.

4 Gedanken zu “Der Tod ist ein Humanist

  1. Kann man nur eines sagen: Lass sie ruhig machen, hör‹ nicht zu. Sie werden wohl kaum ein ganzes Jahr nur um eine einzige Person trauern. Dafür werden zu schnell neue Säue durchs Dorf getrieben.
    Deswegen werden wohl einige der Berühmtheiten, die vor kurzem und im abgelaufenen Jahr gestorben sind, ihre Krankheiten vor der Öffentlichkeit verheimlicht haben — weil sie es nicht wollten, dass man sie schon 1 Jahr vor dem unausweichlichen betrauert, als wären sie schon im Sarg.

  2. @matrixman Vor allem, wenn man weiß, dass in irgendwelchen Redaktionsstuben bereits fertige Nachrufe auf die alten Promis warten, obwohl sie noch am Leben sind. Damit man dann, wenn es so weit sein sollte, direkt als Erster dem Toten quasi »gratulieren« kann. Dann sterbe ich auch lieber in Ruhe und ohne großes Aufsehen der Medien und Blogger ;)

  3. Hmmm, naja, widersprechen, kann man dem nicht. Die Logik spricht für sich. Aber ich hab’s da gut, da die eigenen bedeutsamen Helden öffentlichem Rampenlichtes, noch unter den Lebenden weilen. Die Jüngsten, sind das allerdings fürwahr auch nicht mehr. Und wenn es dereinst mal Lüdden wie Leonard Cohen, Robert Crumb oder Tim Burton erwischen sollte, müsste ich lügen, wenn das eine oder andere Tränchen nicht doch auftauchen würde. Muss ich einfach zugeben. Ob Crumb allerdings nen großen Bahnhof dafür bekommt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Es hat wohl wirklich etwas mit Inszenierung, aufgebauschtem Pathos und Eventmanagement zu tun. Alles, einfach nicht mehr echt.

  4. Natürlich hast du Recht. Der Tod gehört zum Leben und das lässt sich wahrlich schlecht bestreiten. Auch verstehe ich die Leute nicht, die Rotz und Wasser heulen, wenn ein Promi stirbt, als handelte es sich um ihre Mutter. Trotzdem habe ich mich jetzt auch dabei erwischt, dass ich kurz traurig war, dass Alan Rickman gestorben ist. War schon ein interessanter Schauspieler.

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