Die tägliche TV-Massen-Verblödung

Beispiel: TV-Sender Vox, Sonntag, 3. August 2014

8:30 – 13:25 Uhr: 4 Hochzeiten und eine Traumreise

Anmerkung: Billig produzierte Pseudo-Doku-Sozialsoap (Artikel von todesglupsch) mit Laien-Darstellern und einem vermeintlichen Hochzeitsexperten, der die Ausrichtung der jeweiligen Hochzeitsfeiern kommentiert: Wie war das Essen? Wie war der erste Tanz? Wie waren die Emotionen?

13:25 – 15:30 Uhr: Goodbye Deutschland! Die Auswanderer

15:30 – 16:30 Uhr: auf und davon — Mein Auslandstagebuch

16:30 – 17:00 Uhr: Schneller als die Polizei erlaubt

17:00 – 18:15 Uhr: Abgewürgt und ausgebremst — Deutschlands schlechtester Autofahrer

19:15 Uhr – 20:15 Uhr: Ab ins Beet! Die Garten-Soap

20:15 – 22:45 Uhr: Das perfekte Promi Dinner

Anmerkung: Pseudo-Doku-Sozialsoap mit abgehalfterten C‑Promis, die unbedingt mal wieder ins Fernsehen wollen. Wir dürfen ihnen beim kochen und fressen zuschauen. An inhaltslosen Phrasen aus dem Handbuch für oberflächliche Konsum-Karrieristen wird nicht gespart.

Ab 22:45 Uhr: Wiederholung aller Tages-Sendungen bis spät in die Nacht

Das Prinzip ist bei allen Sendungen immer das Gleiche: es werden niedere Instinkte und Emotionen bedient und geschürt: Neid, Misstrauen, Schadenfreude und schwülstig-kitschige Konserven-Romantik. Ein vermeintlicher Experte und eine Stimme aus dem Off sollen als objektiv-sachlicher Überbau herhalten, welche die wirren Emotionen der Protagonisten ordnen sollen.

Und für diesen Rotz soll ich den Fernseher einschalten und mich freiwillig verblöden lassen?

8 Gedanken zu “Die tägliche TV-Massen-Verblödung

  1. @rainer, passt doch ins «big picture»: wir zahlen doch ohnehin
    für Alles, was uns schadet, einschränkt, entrechtet (fängt schon
    beim Perso an). Wenn wir schon nicht zählen, müssen wir halt
    zahlen :mrgreen:

  2. »Und für diesen Rotz soll ich den Fernseher einschalten und mich freiwillig verblöden lassen?«
    schalt das ding doch einfach nicht ein oder rechtzeitig aus, also wirklich, auf die einfachsten dinge kommen die leute nicht!
    was doch viel schlimmer ist, dass es sich lohnt, solchen dreck zu produzieren, also dass es genug leute gibt, die das auch noch gut finden. diese leute sind deine nachbarn und gehen wählen, krass oder?

    @rainer
    vox ist ein privatsender, für den zahlst du keine gebühren!
    wenn du dir den rotz reinziehst, zahlst du mit deinem verstand, das ist noch schlimmer.

  3. Du bezahlst das Privatfernsehn natürlich über die im Produktpreis enthaltenen Werbekosten. Im Schnitt kostet PrivatTV 3x mehr als öffentlich rechtlich. Und an der Kasse kannste auch nicht feilschen, und behaupten du hast keinen TV und zahlst deswegen bei den Cornflakes nur die Hälfte.

  4. Wie schon bemerkt: Privatsender bekommen nix von den Gebühren (soweit ich weis). Sie müssen sich über die Werbung und Investoren finanzieren.
    Hier hätte man nun endlich was wo sich die »freie Marktwirtschaft« bewähren könnte: Guckt keiner diesen Müll fällt die Quote ins bodenlose und die Werbekunden springen ab.!!!! Also guckt einfach keine Müll !!!! (PS: ich habe seit ca. 5 Jahren keinen Fernsehr und mir geht wirklich nix ab) ;)

  5. @Seismograph und @W.Buck

    Ich schaue auch seit Jahren kein Fernsehen mehr ;)

    Bei solch einer Programmgestaltung kann man sich eigentlich nur fremdschämen. Sind solche Trash-Crap-Sendungen den Produzenten und Verantwortlichen nicht peinlich? Oder sind wir wirklich schon bei »alles-ist-erlaubt-solange-es-Geld-bringt« angekommen?

    Und ja, es ist gruselig zu wissen, dass es scheinbar noch genug Menschen gibt, die diesen Müll freiwillig oder gar gerne schauen.

  6. Ich habe noch nie einen Fernseher besessen.
    Die paar guten Unterhaltungsserien lassen sich auch runterladen und am Computerbildschirm gucken.

    Natürlich freue mich mich trotzdem darüber, das Ruhigstellungsfernsehen für Altenheimbewohner monatlich mitfinanzieren zu dürfen.

  7. Wahrscheinlich hat mir das Internet mein Leben gerettet: seit mehr als 30 Jahren bin ich Fernseh-Verweigerer – TV-Dodger gewesen – ausser wenn ich mal auf Besuch bei TV-Addicts war). Die langen Pausen haben mir vor Augen geführt, wie abgrundtief die Qualität des Fernsehens gesunken ist. Seit es Podcasts gibt, habe ich die Möglichkeit, mir die wenigen relevanten TV-Produktionen anzuschauen (vor Allem politisches Kabarett und sozialkritische Reportagen). Alles Andere wäre definitiv Selbstverletzung aka Ritzen – ich mache mich doch nicht zum Informations-Borderliner ;-)

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