Die Troll-Theorie

Die [nosmiley]re:publica[/nosmiley] XI ist schon eine Weile her, aber wir behaupten ja nicht aktuell zu sein. In Sascha Lobos Vortrag geht es um die »Digitale Gesellschaft« und wie der Troll ein wichtiger Bestandteil davon ist. Um auch ein wenig Kritik zu äußern: Ich habe mal gehört, wenn einem keine guten Theorien einfallen, soll man einfach die Natur als Vergleich nehmen. Aber dennoch ist der Vortrag sehr sehenswert und für meine beiden Kollegen anschaupflicht. Ich bereite mal inhaltliche Testfragen vor ;)

via Happy Schnitzel (hinter dem Link ist auch ein lesenswerter Artikel zum Video und der [nosmiley]re:publica[/nosmiley])

5 Gedanken zu “Die Troll-Theorie

  1. eine stunde länge — das ist wohl etwas für jüngere. ältere können sich nicht so lange konzentrieren.

    ich habe 2 oder evtl. sogar 3 trolle. einer davon hat sogar den lateintest bestanden, denn er wußte die bedeutung von ad personam im unterschied zum argumentum ad rem.

    das besondere an diesen trollen ist: sie giften immer mich an, bringen aber nie ein inhaltliches argument. wenn ich jetzt staatsanwalt wäre und gründe vortrüge, die beweisen sollen, dass X der täter war, so sagt der troll, also der rechtsanwalt nicht: das kann nicht sein, denn es gibt 5 voneinander unabhängige zeugen, denen zufolge der angeklagte gar nicht zu fraglicher zeit am tatort gewesen sein kann. der troll bringt nicht solche gegenargumente, sondern er würde zum staatsanwalt sagen: sie wälzen sich mit ihrer satten wampe in den gerichtssaal und klagen hier menschen an.

    der troll ist unfähig, zur klärung einer sache argumente beizutragen.

  2. @klaus baum

    Das ist richtig. Meistens will er auch gar keine Argumente bringen. Das liegt in der Natur des Trolls.

    Nun es gibt leider sehr unterschiedliche Arten und dementsprechend verschiedene Ansätze, wie man mit diesen umgehen sollte. Eine Faustregel ist halt »Nicht füttern«. Manchmal verschwinden Sie dann nach einiger Zeit.

    Musst ja nicht gleich das ganze Video schaun. Ich habe das auch geteilt. Sascha Lobo erzählt von drei sehr unterhaltsamen Lösungsansätzen für Trolle aus eigener Erfahrung.

  3. Also, ich weiß nicht. Hab mir nicht mal fünf Minuten von dem Loboismus ansehen können. Das Thema hat eine rudimentäre Symbolik bekommen, die am Kern vorbei geht. Zuviel einfache Sätze, von einem zu einfachen Mann. Professionelle Trolle pöbeln niemals. Ganz im Gegenteil. Sie haben ein Ziel, und eine absolut durchdachte Vorgehensweise mit schier endloser Geduld. Und ausgesprochen empathischem Einfühlungsvermögen. Es gibt Leute, die werden dafür bezahlt mit fester Anstellung und allem was dazu gehört. Oder vertreten sonstwie eindeutige Interessen. Und machen ihren Job verdammt gut. Das ist Teil von Lobbyarbeit heute. Mir wird da zuviel irrtümlich etwas als Troll bezeichnet, was als Kommentator genauso bleiern daher redet wie im privaten Leben auch. Die wahre Trollerei, läuft auf einem hochsensiblen Niveau ab. Und die besten Psychologen, sind immer noch die Werbepsychologen. Bei den Nerds, scheint nach wie vor, ein recht einfaches Weltbild zu herrschen, — ohne jedes Gefühl für das was das Internet heute ist. Purer Markt.

  4. Ich muss Antiferengi zustimmen. Zwar offenbart der Lobo einige interessante Aspekte über das Troll-Gebaren, aber ansonsten lässt er viel Marketing-Gequatsche vom Stapel. Er kommt ja auch aus der Werbung und das merkt man.

    »Ihr seid schuld, dass nur ich, der Lobo, immer eingeladen werde, wenn es um das Thema Internet geht«.

    Warum sind wir schuld? Weil wir uns nicht gut genug verkaufen können? Weil wir uns nicht zu einer Marke machen? Weil wir nicht auffällig sind? Weil wir zu blöde sind, die Massen, die bürgerlichen Medien und die Talkmaster-Affen zu erreichen?

    Meine Wenigkeit hat überhaupt nicht den Anspruch irgendwelche Massen zu erreichen, sich zu verkaufen oder exorbitant hohe Besucherzahlen zu bekommen. Für mich ist der ZG-Blog ein Ort, der meine Gedanken entmarktet und indem meine geistigen Ergüsse frei sind, von vermeintlichen monetären Sachzwängen. Unsere Lebenswelten sind bis ins Kleinste durchökonomisiert, es ist wichtig, sich Freiräume zu schaffen.

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