Ganz normal

Ist es normal, nur weil alle es tun?

- Thomas D. von den Fantastischen Vier, »Ganz Normal« auf dem Album »die vierte Dimension«

Anmerkung: Das Argument, dass etwas doch normal sei, weil es eben die Mehrheit bzw. die Masse macht, hört man fast täglich in seinem Umfeld. Wenn also die Mehrheit mordet, dann ist das ganz normal? Nein, aber es macht doch die Mehrheit? Ab wann ist etwas normal, weil es alle tun und ab wann nicht mehr?

6 Gedanken zu “Ganz normal

  1. Was für ein Zufall. Hab mir gerade das Fanta4 Live‐Album angehört, da ist es auch drauf und eine gute Version.

    ... haben aufgegeben zu leben weil es sie bedrückt und das scheint ganz normal und genau das macht mich verrückt

  2. Hallo epikur,

    »das Normal‐sein ist nur der Wahnsinn der Mehrheit«. ;)

    Ja, die Mehrheit definiert das Prädikat »normal«.

    »Normal« ist aber nicht dasselbe wie »richtig«, »anständig«, »nachahmenswert« etc. Und schon gar nicht ist es sakrosankt. Auch das Normale kann bekämpfenswert sein, vielleicht sogar bekämpft werden müssen!

    »Das ist doch normal!«, lasse ich daher weder für mich noch habe ich es für meine Kinder als alleinige Begründung gelten lassen.

    Die Mehrheit hat nicht allein schon deswegen Recht, nur weil sie die Mehrheit hat. (Man kann schließlich Mehrheiten auch durch Verführung erzielen...)

    Schönes Wochenende!
    Omnibus56

  3. Wie schon Jean Cocteau sagte:
    »Man darf Wahrheit nicht mit Mehrheit verwechseln«
    Das trifft es irgendwie, da die Mehrheit sich immer als im Besitz der Wahrheit wähnt, also damit gesellschaftlichen Standard definiert.
    Dewegen bin ich auch skeptisch gegenüber Plebisziten, siehe z.B. Minarettverbot in der Schweiz.
    Und das regelmässige Versagen und die »Vergesslichkeit« der Bürger bei Wahlen in denen sie immer wieder die gleichen Politiker und Ideologien welche so offensichtlich entgegen ihrer eigenen Interessen handeln, zu unseren »Volksvertretern« wählen, bestätigt diese Aussage.
    Deswegen wird sich auch — trotz aller löblichen Gegenkultur wie z.B. in diesem und anderen Blogs — nichts ändern. Die Umstände und der Aufwand den man persönlich treiben muss um sich ein tatsächlich differenzierteres Bild unserer Gesellschaft und der Politik machen zu können, ist so immens und so jenseits des persönlichen, von »der Mehrheit« als Wahrheit angenommenen Weltbildes, dass »die Mehrheit« gar nicht erst auf die Idee kommt, es könnte ja vielleicht alles anders sein als man denkt. Im Gegenteil — allein der Versuch einer gewissen Aufklärung wird meistens mit Ablehnung, Unverständniss, Häme und dem Vorwurf der Radikalität beantwortet. Im besten Fall wird man als Spinner abgetan im schlimmsten Fall als Subversives Subjekt gemieden.
    In den allermeisten Fällen hört man allerdings: »Politik interessiert mich nicht«
    In so fern bin ich froh, nicht »normal« zu sein.

  4. Wenn der Normale dem normalen Unnormalem sagt, dass er nicht normal ist, ist das normal.

    Die normale, oder gaußsche Verteilung beruht auf Wahrscheinlichkeiten im Bereich zwischen minus und plus Unendlich. Zufallsvariablen kann man dann als normalverteilt ansehen,wenn sie durch eine unabhängige Überlagerung in großen Mengen entstanden sind. Solcherlei Zufallsgrößen sind beliebt zum Aufspüren zufälliger Messfehler.

    Schön find ich hier auch wiki;
    Ein Normal ist ein metrologischer Vergleichsgegenstand, ein Vergleichsmaterial oder präzises Messgerät, der bzw. das zur Kalibrierung anderer Messgeräte dient.

    Was wollt ich noch sagen?

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