Ihr seid doch alle nur neidisch! Ihr Sozialschmarotzer, Gammler und TV-Junkies wollt auch nur soviel Geld haben wie wir. Wir, die es geschafft haben, vom Tellerwäscher zum Millionär. Ja, wir haben uns kaputt geschuftet, haben viel geleistet und uns unsere Millionen auch redlich verdient. Das ist Leistungsgerechtigkeit. Und Ihr? Was macht Ihr? Meckern, motzen, jammern, klagen, schimpfen. Über vermeintlich sozial ungerechte Zustände, über Ausbeutung, Gier und Egoismus. Pah! Zwischendurch noch RTL-Assi-TV, Fast-Food-Fraß und Eier schaukeln. Was leistet Ihr denn großartiges, hm? Abgammeln und dafür Geld wollen? Weiterlesen
Schlagwort-Archiv: Ideologie
Die wichtigsten Fragen unserer Zeit
- Was habe ich davon?
- Wie mache ich einen guten Eindruck?
- Wie teuer ist es? Was kostet es?
- Wie viel bekomme ich dafür?
- Was bringt es mir? Welchen Vorteil habe ich dabei?
Scheinbar ist heutzutage jeder ein Kaufmann. Wo sind nur die Philosophen, Dichter und Denker geblieben?
Die Destruktivität des Leistungsgedanken
Im Sinne der sog. »Leistungsgerechtigkeit« hat jeder soviel verdient, wie er leistet. Das heißt jeder leistet soviel, wie er verdient. Insofern leistet ein Manager zweihundertmal soviel wie seine Angestellten und das rechtfertigt auch seine zweihundertfach höhere Bezahlung.
Dieses Denken ist in großen Unternehmen, konservativen Kreisen und Konzernen weit verbreitet. Mittlerweile wird leider auch der soziale Bereich davon vergiftet. Die Ökonomisierung des Sozialen, im Sinne eines Kosten-Nutzen-Kalküls, ist in Deutschland seit über 20 Jahren gang und gäbe. Nun übernehmen immer mehr soziale Träger das sog. »Leistungsbeurteilungsverfahren«, mit dessen Hilfe die Arbeit in sozialen Einrichtungen (Pflegeheime, Kindergärten, Beratungsstellen, soziale Notdienste, Jugendeinrichtungen usw.) vermeintlich objektiv gewertet und gemessen werden soll. Weiterlesen
Politiklosigkeiten
Was ist Politik überhaupt? Zunächst gibt es keine einheitliche Politikdefinition. Die Diskussion um die Bedeutung des Begriffes wird schon seit Jahrhunderten geführt. »Politik« leitet sich aus dem griechischen »Polis« ab, mit dem ein antiker griechischer Stadtstaat gemeint war. In der Geschichte wird die Polis oft als erste Form einer Demokratie herangezogen. Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) definiert den Begriff Politik auf zwei Ebenen:
- Handlungen von Parlament, Regierung, Parteien und Organisationen eines Landes, die bestimmte Ziele durchsetzen, die Ordnung im Staat gewährleisten und das öffentliche Leben gestalten sollen.
- zielgerichtetes, klug berechnendes Verhalten, Vorgehen eines Menschen.
In diesem Sinne sind Parteien, Politiker, die Tagespolitik und der Akt des Wählens im heutigen Zeitgeist völlig unpolitisch. Weiterlesen
Alles ist Meinung
Alles ist Meinung. Das Streben nach Objektivität und das Ideal der Versachlichung und Neutralität ist ein demagogischer Schachzug, um das ideologische Denken hinter den Aussagen zu verstecken. Jetzt werden vielleicht einige einwenden, dass die Wissenschaft der Forschung verpflichtet sei und demnach zumindest versuche, objektiv und empirisch vorzugehen. Schließlich wird jedem Studenten einer Sozialwissenschaft nahegelegt, im Laufe seines Studiums stets empirisch, objektiv und wertfrei zu sein. Andere werden vielleicht behaupten, meine These sei zu radikal und ich versuche eh nur das Meinungsbloggen hochzuschreiben. Mag sein. Weiterlesen
Expertengewäsch
Sie sind seit jeher die Speerspitze zur Argumentationsverstärkung: vermeintliche Politik- und Wirtschaftsexperten. Wir begegnen den Doktoren, Professoren, Hochschulabgängern, selbsternannten Sachkundigen, Wissenschaftlern oder sonstwie mit einem Titel versehenen Menschen, in jedem Medium. Ob Radio, Fernsehen, Printmedien oder Internet — sie sind überall. Die oft selbstverliebten Lackaffen fungieren häufig als erste und letzte Instanz, um bestimmte Interessen durchzusetzen. In Deutschland gibt es eine große Expertenhörigkeit und Expertengläubigkeit. Was ein Fachmann sagt und denkt, muss ja stimmen. Er oder Sie hat schließlich studiert, es gelernt, sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Oft wird vergessen, dass auch Experten Menschen und keine Halbgötter in Weiß sind. Sie haben Bedürfnisse, Interessen, Wünsche und Ängste. Und auch sie gehen aufs Klo.
Hinter einem vermeintlich objektiven Expertengewäsch steckt nur zu oft, eine Ideologie, ein Welt- und Menschenbild von der alle Gedanken getragen werden. Das Wissen von Fachidioten richtet sich, meiner Meinung nach, eben nicht nach dem NichtGott der Objektivität und der Neutralität, sondern nach Interessen und Weltbild. Oft genug reicht es, bei Experten-Texten und Reden, das Welt- und Menschenbild sowie die Ideologie dahinter zu suchen und zu erkennen. Denn bestimmte Weltbilder folgen immer bestimmten Argumentationsrichtlinien. Den Rest des Geschwurbels kann man sich dann gleich sparen.
»Bürger, bettelt um Lohnarbeit!«
Im April 2010 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel »Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein!«. Darin schrieb ich, dass es für viele Menschen eine Kausalität zwischen Lohnarbeit und Glück gebe. Ferner, dass wer erwerbslos ist, auch gar nicht glücklich sein könne bzw. nicht glücklich sein dürfe! Wer erwerbslos ist und auch noch behaupte, er sei gar nicht so unglücklich darüber, wird als Parasit, Schmarotzer, ja als Unmensch gesehen. Wer erwerbslos ist, hat sich zu schämen, zu ducken und sich ständig bei der Familie und bei Freunden zu rechtfertigen, warum er denn keine Lohnarbeit habe? Weiterlesen
Die (Un-)Ideologischen
»Sie sind smart, unideologisch und streben nach ganz oben: Die Minister Köhler, Rösler und Guttenberg verkörpern eine neue Politikergeneration«
- aus einem Artikel bei SpiegelOnline vom 10. Dezember 2009
Anmerkung: Wenn ich eines während meines Studiums gelernt habe, dann, dass die vermittelte Ideologie dort am effektivsten verbreitet wird, wo behauptet wird, es gäbe gar keine Ideologie. Lange Zeit wurde z.B. behauptet, wir würden heute in einer ideologiefreien Welt leben. Der kalte Krieg sei ja schließlich vorbei. Bis die politische Linke der vermeintlichen Nicht-Ideologie einen Namen gegeben hat: den Neoliberalismus.
Frau Köhler hat sich als ausländerfeindlich erwiesen, Rösler als knallharter Neoliberaler, der die Lebensrisiken der Menschen privatisieren will (Kopfpauschale). Und Guttenberg? Der wechselt einfach mal vom Wirtschafts — zum Verteidigungsministerium. Kompetenz weist er für beide Ämter gar keine auf, aber dafür genug Karrieregeilheit.
Was hängen bleibt ist vor allem wieder eins: der Spiegel sowie SpiegelOnline sind nur noch Propaganda und Meinungsmache. Jeder der diesen Mist noch liest und glaubt, er hätte ein »Qualitätsmedium« in der Hand, möge sich bitte einer kalten Dusche unterziehen ;)
Eine Gesellschaft des Misstrauens
Wir leben zunehmend in einer Gesellschaft des Misstrauens. Keiner traut keinem mehr. Niemand soll dem anderen trauen. Misstrauen, Vereinzelung und Spaltung der Gesellschaft als gewollte wirtschaftspolitische Strategie, um den Einzelnen leichter repressiv und autoritär zu begegnen. Der Überbau unter dem sich die verschiedenen Spaltungs — und Vereinzelungsdynamiken versammeln sind — zwar unausgesprochen, aber offensichtlich — der Neoliberalismus. Im folgenden einige Spaltungsdynamiken. Weiterlesen
»Und was machst Du so?«
Diese harmlos klingende Frage nach dem Beruf eines Menschen, ist in Wahrheit eine Aneignungsform der kapitalistischen Ideologie. Die Frage nach der Funktionalität des Menschen im System, impliziert hierbei die Frage nach dem Wert des Menschen. Ein Arzt ist demnach wertvoller als ein Arbeitsloser. Insofern ist der soziale und gesellschaftliche Status eines Menschen zugleich das Kriterium dafür, wie Menschen bewertet und beurteilt werden. Der Mensch wird als Ding, als Rädchen im Getriebe gesehen und definiert. Erst wenn wir unseren Mitmenschen die Frage »Und was macht Dich glücklich?« stellen, sehen wir sie auch als Menschen und nicht mehr als funktionale Status-Dinge an.
