- wenn die Massenmedien ohne ein zentrales Zensurorgan alle das Gleiche schreiben.
- wenn die Bürger mit Vorliebe nach oben kriechen und nach unten treten.
- wenn die Mehrheit die Wiedereinführung der Todesstrafe freudig begrüßt.
- wenn Lohnarbeits- und Schuldknechtschaft für Freiheit gehalten werden.
- wenn der Staat einen Krieg führt und es niemanden interessiert.
- wenn ein Großteil der Bevölkerung sich in ihr Schicksal fügt, resigniert und davon überzeugt ist, »nichts ändern« zu können.
- wenn Kunst, Kultur und Philosophie stark an Bedeutung verlieren und das ökonomisch-bürokratisch-technokratische Denken dominiert.
- ein Gerät zu besitzen, daß die Bürger bespaßt, überwacht und Daten sammelt, dass den Menschen aber vollkommen gleichgültig ist.
Schlagwort-Archiv: Freiheit
Grenzen setzen

- Die Grenzen der nützlichen Bildung diktiert das kapitalistische Verwertungsdenken.
- Die Grenzen der Selbstbestimmung legen Lehrer, Arbeitgeber, Erzieher und Eltern fest.
- Die Grenzen der Freiheit bestimmen das Gesetz und der Überwachungsstaat.
Gewaltfreiheit
Das Schwein
steinigt den Schlächter
Der Gefangene
geißelt den Wächter
Der Landlose
liquidiert den Pächter
Die Hoffnung
häutet das Gelächter
Braucht der Wind einen Grund zum Wehen?
Freiheit im Gefängnis
»Ein leistungsfähiges Individuum ist jemand, dessen Verhalten nur insofern Aktion ist, als es die richtige Re-Aktion auf die objektiven Anforderungen des Apparates ist und dessen Freiheit sich beschränkt auf die Wahl des angemessensten Mittels, um den Zweck zu erreichen, den es selbst nicht gesetzt hat.«
— Herbert Marcuse. (Dieses Zitat ist nicht aus »Der eindimensionale Mensch«, sondern aus »Einige gesellschaftliche Folgen moderner Technologie‹, in: Schriften Bd. 3. »Dem User »Blub« war das wichtig.)
Anmerkung: Oder auch: Selbstentfremdung durch den Lohnarbeitszwang. Heute wird euphemistisch behauptet (auch in linken Kreisen), dass der sozioökonomische Druck zum Lohnarbeits-Fetisch, nicht entfremden, sondern die Menschen an der Gesellschaft teilhaben lassen würde. Das Leben in Lohnarbeits-Knechtschaft und finanzieller Abhängigkeit mache also aus Menschen freie Persönlichkeiten?
Freiheit?
»Ein Arbeiter ist nicht frei wie ein Bürger, er ist nicht frei, zu denken und zu handeln wie ein Bürger, er hat nur die Freiheit, zwischen der Revolution und der Resignation zu wählen.«
- Jean-Paul Sartre. »Der Mensch und die Dinge«. Rowohlt 1978. S. 194
Anmerkung: Zu ergänzen wäre noch die Freiheit der Lohnarbeit und des Konsumierens. Laut Human Development Index 2013 (HDI), der die menschliche Entwicklung messen soll, ist Deutschland auf Platz 5 von insgesamt 186 Plätzen. Nach der aktuellen Rangliste von Reporter ohne Grenzen für die Pressefreiheit steht Deutschland auf Platz 14 von insgesamt 180 Plätzen. Wir müssten insofern doch ein Land sein, in dem die Menschen eine hohe individuelle Freiheit genießen, oder etwa nicht?
Sicherheit vor Freiheit
»In gewisser Hinsicht sind die heute geltenden Sicherheitsgesetze in den europäischen Ländern deutlich strenger als in den faschistischen Regimen des 20. Jahrhunderts.«
- Giorgio Agamben, »Die Geburt des Sicherheitsstaats«, Le Monde Diplomatique, März 2014, S. 12
Anmerkung: Die Formulierung »aus Sicherheitsgründen« gilt heute als Freifahrtschein für den Abbau von Bürgerrechten. Im Namen der Sicherheit werden biometrische und genetische Daten der Bürger erfasst und gespeichert, öffentliche Orte und Arbeitsplätze mit Videokameras überwacht, Agent Provocateurs bei Protestaktionen eingesetzt, das Internet kontrolliert und vieles mehr. Es sind nicht allein die technischen Möglichkeiten, sondern vor allem der Wille der Mächtigen, das Volk lückenlos kontrollieren zu wollen.
Es ist so, weil es so ist?

Pragmatismus als Glücksprinzip?
Wenn sich jeder als Getriebener fühlt, um die Missstände weiß, aber nichts dagegen unternehmen kann und will, sich niemand für das Unrecht in der Welt verantwortlich fühlt, ja selbst Manager sich als Getriebene der Aktionäre, Politiker als Getriebene der Medien fühlen und jeder wegen seiner ökonomischen Abhängigkeit schweigt – wer ist dann überhaupt noch für irgendetwas verantwortlich?
Vergauckt
Auszüge aus der Lobrede zum Neoliberalismus, gehalten von Bundespräsident Joachim Gauck, bei der Festveranstaltung zum 60-jährigen Bestehen des Walter Eucken Instituts am 16. Januar 2014 in Freiburg. »Wer dies im Hinterkopf hat, kann es übrigens nur höchst merkwürdig finden, dass der Begriff neoliberal heute so negativ besetzt ist«, meint unser Bundespräsident. Frech und unhöflich übersetzt von epikur. Der liberale Kampfbegriff »Freiheit« wurde im Original insgesamt 31 mal verwendet. Weiterlesen
Ihre Freiheit
Ihre Freiheit meint Deregulierung, Flexibilisierung und Liberalisierung.
Ihre Freiheit meint den Schutz des Eigentums.
Ihre Freiheit meint Konsum und Eigennutz.
Ihre Freiheit meint Profite vor Menschen.
Ihre Freiheit meint Lohnarbeitszwang.
Ihre Freiheit ist nicht unsere Freiheit.
Marktfreiheit
Oben
empathiefreie Herrschaft
Unten
kompromissfreie Beziehungen
Links
geldlosfreie Lebenswelten
Rechts
wertfreie Gesetze
In der Mitte
kritikfreie Gedanken
