Die ZAPP-Sendung vom 1. Juli zeigt, wie Prominente und Politiker ihre Interviews manipulieren und aufhübschen. Insbesondere der versuchte Eingriff in die journalistische Freiheit der Berichterstattung wird thematisiert. Nach der Interview-Bestätigung bekommen viele Redaktionen anschließend einen dicken Vertrag mit den Interview-Bedingungen zugesendet. Auch wollen viele Interviewte unliebsame Passagen im Nachhinein streichen. Politiker und Prominente missbrauchen insofern den Journalismus als große und vor allem kostenlose PR-Veranstaltung.
Archiv der Kategorie: Medien
Nicht vergessen... abschalten!
Wie von epikur hier elegant angekündigt, startet eine neue Rubrik im Bereich Medien. »Nicht vergessen... abschalten!« ist eigentlich ein Sammelartikel auf zeitgeistlos.de. Dort wollten wir immer wieder vorstellen, wie schlecht doch das Fernsehprogramm ist. Jedoch war es schwierig, diese Rubrik mit neuen Inhalten zu füllen, besonders weil manche Sendungen nach einer Weile durchaus von der TV-Landschaft verschwunden sind. Also wollen wir die Rubrik in den Blog bringen, wo die vorgestellten Sendungen mit der Zeit ruhig in den unendlichen Weiten des Blogs verschwinden können.
Im Gegensatz zu euch müssen wir also einschalten und zwar da, wo es weh tut. Damit aber nicht nur genörgelt wird, haben wir zu der Rubrik auch ein Gegenstück geschaffen: die »TV-Reflektion«. Wenn es dort demnächst auch wieder Zuwachs gibt, werdet ihr natürlich auch hier im Blog informiert.
Ach ja und epikur, ab und zu darfst du auch mal mit abschalten. Wir wollen dich ja nicht ausschließen.
Mit zweierlei Maß
Die Unruhen und Proteste im Iran beherrschen seit längerer Zeit die Presse. Der moralische Zeigefinger und die Verärgerung des Westens über eine erneute Amtszeit Ahmadinedschads ist nicht zu überlesen. Allerdings wird sich auch, ohne jede Rücksicht auf die staatliche Souveränität des Iran, eingemischt und Stimmung gemacht. Wenn das Handelsblatt vom »Polizeistaat« schreibt oder die Welt betont, der »Iran schotte sich von der Welt ab«, frage ich mich wieviel Heuchelei und Verlogenheit der Mainstream-Presse eigentlich noch ertragbar ist? Weiterlesen
Filmtip: Shooting dogs
Der Spielfilm »Shooting dogs« aus dem Jahre 2005 behandelt den Völkermord in Ruanda von 1994. Zum Inhalt sei nicht allzu viel verraten, außer dass er die politischen Entwicklungen in Ruanda im Jahre 1994 bis zu seinem traurigen Höhepunkt, ähnlich wie in »Hotel Ruanda«, nachzeichnet. Größter Unterschied ist wohl der, dass diesmal »Weiße« in der Hauptrolle zu sehen sind, was den einen oder anderen Zuschauer die Distanz zum Geschehen nehmen könnte. Auch das katastrophale Versagen der Weltgemeinschaft wird gut dargestellt.
Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, der kann sich hier den Trailer zum Film anschauen. Mich hat der Film sehr bewegt, beunruhigt und zum nachdenken gebracht. Wenn ein Film diese Wirkung auf mich hat, kann ich ihn guten Gewissens weiter empfehlen :)
Qualitätsjournalismus?
»Das Internet treibt Zeitungen und Zeitschriften in den Ruin — sofern sie sich nichts Neues einfallen lassen«, so beginnt Karsten Lemm im »Stern« seinen Artikel, vielmehr seine Hetzschrift, gegen kostenlose Informationsangebote aus dem Internet. Seiner Argumentation zufolge, sind »Informationen wertlos geworden«, da sie im Internet nichts kosten würden. Nur eine Information, für die bares Geld fließt, ist also etwas wert? Weiterlesen
Gleichschaltung — Nachtrag
Nachdem ich nun seit einem knappen halben Jahr nebenberuflich die Titelseiten von BILD, FAZ, die Welt, dem Handelsblatt, der FTD, Spiegel und der Südddeutschen analysiert habe, lassen sich gewisse Methoden der Mainstream-Medien eindeutig dingfest machen. Weiterlesen
Christophe Huet
macht erstaunliche Photobearbeitung. Besonders beeindruckend die Arbeiten für AIDS, Playstation, Surfrider und DDB. Sehr schöne Funktion ist der »Making-Of«-Button bei manchen Bildern.
via Pixelgangster
Links II
Zur Abwechslung mal ein paar Hinweise alternativer Medien.
Die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke, schreibt in der Zweiwochenzeitschrift »Ossietzky« über den Rechtsextemismus bei Jugendlichen. Sie betont, dass rechtsextreme Straftaten in den letzten Jahren gestiegen sind, jedoch ständig versucht wird, diese Zahlen klein zu reden und Statistiken darüber zu manipulieren.
Franktireur vom Blog »Amok Koma« hat sich den 59 seitigen SPD-Entwurf zur Bundestagswahl zur Brust genommen.
Der linke Buchverlag »Graswurzelrevolution« rezensiert eine Buchveröffentlichung, das über gewaltfreie Initiativen von palästinensischen und israelischen AktivistInnen im Gazastreifen berichtet.
Geheimrätins Blog hat für uns einen schönen Filmtip: »Der gläserne Deutsche«. Die Dokumentation beschreibt eindrücklich, wie sehr Staat und Privatwirtschaft bereits verflechtet sind, wenn es um Datenüberwachung geht.
Bilder in Fernsehnachrichten
Die Themen in den Fernsehnachrichten werden primär durch Bilder vermittelt. Sie verleihen eine scheinbare Authentizität und machen den Zuschauer so zum vermeintlichen Augenzeugen. Da man sich gegen Bilder argumentativ schwer wehren kann und sie sich selbst rechtfertigen sollen, wird häufig ein kritischer Bezug zu dem berichteten Thema schwer gemacht. Denn ein Bild hat eine höhere Glaubwürdigkeit bei den Zuschauern als die gesprochene Sprache. Weiterlesen
Hofberichterstattung
Endlich ist es soweit. Wir werden gerettet! Die 20 skrupellosesten Industriestaaten der Welt treffen sich zurzeit in London und legen sich einen Masterplan zurecht, wie man dem kapitalistischen Irrsinn endlich wieder freien Lauf lassen kann. Just in diesem Augenblick als der Autor dieses Textes, das Wörtchen »Masterplan« im ironischen Sinne gebrauchen wollte, fand er bei seiner Recherche den Begriff im Tagesspiegel — leider ohne jede Ironie. Sprechen wir also stattdessen vom Schlachtplan. Weiterlesen

