Kinder in Deutschland; Teil 17: Kita‐Alltag

cheshirekat von flickr

Ob die vorliegenden Sachverhalte  nur Einzelfälle sind oder als weitverbreitet gelten dürfen, soll jeder selbst beurteilen. Ich habe sie jedoch alle persönlich erlebt. Ich verzichte daher auch auf Relativierungen und Differenzierungen, vielleicht fühlen sich so auch mehr Leser angesprochen. Frei nach dem Motto: »bei mir ist es aber gaaanz anders!«

1.) Die Kita wird von Eltern als günstiger, staatlich geförderter Aufhaltebahnhof inklusive fürsorglicher Nannys und nicht als Bildungseinrichtung mit pädagogisch geschulten Personal begriffen.

2.) Kinder werden mit Grippe, Fieber und Windpocken in die Kita gebracht. Schließlich ist Lohnarbeit wichtiger und das Krankengeld, dass man im Falle einer Kind‐Krankschreibung als Ersatzleistung von der Krankenkasse erhält, ist viel weniger als das eigene Gehalt, es entspricht nur ca. 65% des Nettoeinkommens.

3.) Manche Eltern wollen ihre Kinder mit 6 oder sogar schon mit 3 Monaten in die Kita schicken. Karriere, Lohnarbeit und Sozialstatus ist vielen wichtiger, als sich um die eigenen Kinder zu kümmern und dabei vielleicht vorerst finanzielle Einbußen hinzunehmen.

4.) Bundesweit fehlen über 200.000 Kitaplätze und knapp 25.000 Erzieher. Zudem sind viele Kitas chronisch unterfinanziert, was sich im andauernden Personalmangel, magerem Erziehergehalt und in mangelhafter Ausstattung zeigt.

5.) Männliche Erzieher haben es genauso schwer, wie weibliche Tischler. Dominiert in einem Berufsfeld ein Geschlecht, hat das andere unweigerlich mit Vorurteilen und Klischees zu kämpfen. Es ist z.B. schon vorgekommen, dass eine Mutter bei der Kitaleitung verlangt hat, dass ihre Tochter nicht vom männlichen Erzieher gewickelt werden solle.

6.) Erzieher und Eltern, Eltern und Erzieher sind nicht selten hochsensibel und empfindlich. Wenn es um das Thema Kinder, Erziehung und Pädagogik geht, ist die Atmosphäre oft angespannt und emotional aufgeladen. Insofern ist die Kommunikation und der Umgang miteinander in den meisten Fällen verbesserungswürdig.

Eine Zusammenfassung der ersten zehn Teile der Kinderserie ist auf www.zeitgeistlos.de zu finden. Alle bisherigen Folgen können im ZG‐Blog in der Rubrik Kindheit gefunden werden.

Ein Gedanke zu “Kinder in Deutschland; Teil 17: Kita‐Alltag

  1. Ich halte das »Konzept« Kindertagesstätte (ich vermeide die Verwendung der gängigen Abkürzung, warum? Weil ich sie hasse, darum) für den hinterletzten Müll. Weil auch unsere Arbeits‐ und Leistungsgesellschaft abgefuckter Dreck ist.
    Warum kann man Arbeit und Privates nicht verschmelzen?
    Warum kann der Kleene den Eltern nicht über die Schultern schauen bei der Arbeit, warum muss immer alles nach Kalender und Uhr ablaufen, so EIN MÜLL!

    Ich stelle mir dann immer eine Gruppe von Buschleuten vor, die nach ihren Regeln leben und das ohne Psychopharmaka um das Mobbing zu ertragen und ohne Verstellungsgesprächratgeber die btw volkswirtschaftlich der letzte Betrug sind, da ja bekanntlich Arbeit für JEDEN da ist, aber nicht für ALLE und da jeder Spacko im AA meint, man müsse sich mit solchen Umschulungen und so einen Mist zudecken, damit EIN ANDERER den Job NICHT kriegt! Wo steckt da volkswirtschaftlich der Sinn??? Ich schweife ab...

    Auf alle Fälle sind Kindertagesstätten unnötig, warum müssen wir alle in irgendwelchen anonymen Furzbuden arbeiten wo dann doch nur heiße Luft rauskommt.

    Ware Werte entstehen in einer Manufaktur oder Landwirtschaft und alles andere sind nur Zahlen und Blabla und Verwaltung dieses Systems.

    Warum nicht wieder den Menschen entdecken mit all seinen Wünschen UND ABNEIGUNGEN. Die Eltern wollen ihre Kinder bei sich haben, hey, kann auch von mir aus mal der Vater die Erziehung übernehmen und die Mutter hockt auf dem Acker — je nach Einzelfall verschieden, oder?

    Aber weil wir alle linksliberal, modern, digital und rauchfrei sind und NÜMALS ins böse Mittelalter oder Steinzeit zurückwollen, weil es da noch nicht die AOK und Brustimplantate gab und weil ja Fortschritt die Lösung der sämtliche Problem ist *ironie off* ERNSTHAFT

    Die Leute wollen DAS nicht. Diese ganze Pseudoselbstverwirklichung, die wollen ihre Kinder im Arm haben solange noch nicht die Pubertät ausgebrochen ist (auch so eine Begleiterscheinung unserer ach‐so‐hochgelobten Kultur) und sie am Abend wissen, was sie gemacht haben (wer von uns kann das von sich behaupten?). Aber alle ALLE ALLE politischen Richtungen haben den Menschen vergessen; egal ob links, rechts, Mitte (die hasse ich am allermeisten!), Islamisten, Nationalisten, Antideutsche, Monarchisten, Libertäre, Piraten.

    Sie alle sind Poser mit super knorke Ideen.

    Aber wer bei diesen Ideen, den Menschen vergisst, der ist ein Misanthrop; nenn es blauäugiger Idealist oder Fascho oder wer uns nächste Woche mit einem neuen Gesellschaftsmodel »beglücken« will.

    Verzeiht, ich bin kein »rechter« Linker^_______^

    Lange Rede, kurz: Ich mag diese Technokratisierung unserer Gesellschaft nicht. Ich bin keine Nummer!

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