Das Sex‐Sells‐Prinzip

Sex verkauft sich. Sex ist allgegenwärtig. Die sexualisierte Gesellschaft stellt Dogmen auf, die zwar unausgesprochen sind, aber verinnerlicht werden:

1.) Nur wer sich dem Schönheitsideal unterwirft und seinen Körper bzw. sein Auftreten dem Schönheitsfaschismus angleicht, wird Sex haben können.

2.) Die Empfänger von direkter oder indirekter sexualisierter Werbung sind einfältig, dümmlich und triebgesteuert! Davon gehen wir Werbe‐Fachleute seit Jahrzehnten aus, deshalb bedienen wir uns auch so häufig des Sex‐Sells‐Prinzips.

3.) Image ist alles. Die Qualität und die Aufmerksamkeit für ein Produkt bzw. für eine Dienstleistung wird durch nacktes Fleisch erhöht.

4.) Die Drei‐S‐Regel (schön, schlank und still sein) bringt Dich im Leben weiter. Nur so wirst Du glücklich und zufrieden mit Dir sein.

5.) Das sexuelle Kapital ist ebenso gnadenlos wie das ökonomische und soziale Kapital, das Menschen spaltet und abwertet.

6.) Neben fressen, schlafen und scheissen, ist vögeln der Sinn des Lebens. Hobbys, Leidenschaften, Freunde, Familie und Bildung sind nur insofern wichtig, als dass sie Dich sexuell attraktiver machen.

(P:S: Die Berliner U‐Bahnhöfe sind vollgeschmiert mit obiger Rohfleischbildkost.)

7 Gedanken zu “Das Sex‐Sells‐Prinzip

  1. Ach was, das nutzt sich doch alles ab. Selten was Inflationäreres erlebt als die Vermarktung weiblicher Geschlechtsmerkmale. Wer sieht sowas noch? Keine alte Sau.

    Aber ich gebe zu: die Stereotypen nerven mitunter. Etwa im Musikgeschäft. Okay, diese ganzen Rihannas, Keshas, Katy Perrys, Lady Gagas blablablub haben Titten, Ärsche etc. pp., meinetwegen.

    Das Singen hingegen is meist nich so doll... Deswegen müssen diese musikalisch dürftigen Verkaufsmaschinen halt alle fünf Sekunden »Oh‐mein‐Gott‐was‐bin‐ich‐heiß« kreischen.

    Verzichtbar.

    PS.: »Sex ist total überbewertet«, erkennt Rainald Grebe.

  2. Naja. Ich kann dem allem nicht widersprechen. Wo ist bloß die gute alte Erotik hin geblieben? Keiner weiß mehr, was das ist. Da bleibt nur die Frage; Was ist alt werden? Etwas zu vergessen, oder es auf sein Extrem zu komprimieren?
    M.K.Trout hat in der Richtung einen tollen blog geschrieben. Aber ich glaube, dass bekommt jetzt auch keiner mehr verbunden.

  3. Bäh! Mindestens die Hälfte von den Mädels da oben sind doch magersüchtig! :X

    Es ist schon krank und Teil einer Gesellschaft in der man keine Person mehr ist sondern Personal, Konsument, Humankapital, Fall.

    Die Lebensmittelindustrie etwa will uns vollstopfen mit Dreck und die Sport‐ und Fitnessindustrie sagt uns, dann dass wir einen BMI von Schießmichtot brauchen um begehrenswert zu sein. Jojojojojo...
    Es gibt doch nichts schöneres als mit Lust (und nicht gelangweilt vor der Glotze) mit seiner Liebsten reinzuhauen und dann vllt mal zusammen Sport zu machen ;) wenn einem danach ist, ABER DOCH NICHT WEIL ES »3 A...löcher im Liegestuhl« (so nenn ich die Sendung auf MTV mal) so befehlen! Geht’s noch??

    Beim Sex genau so; Pornoindustrie und Pharmalobby meinen mittlerweile mehr Macht über den Inhalt unserer HOse zu haben als man selbst. Was wären wir doch für Würstchen...?

    Eine verlogene Drecksgesellschaft die Freiheit heuchelt, aber uns in Berwerbungshandbüchern, Glücksratgebern etc. erzählt wie wir zu fühlen, denken und dazustehen haben.

    FUCK YOU.

  4. Ich wie ja bereits hier auf das Buch hin:

    »[...]Karrieretipps einer Soziologin:
    »Nach oben schlafen — warum nicht?«

    Frauen sollten Sex für die Karriere einsetzen. Das fordert die britische Soziologin Catherine Hakim — und nennt es »erotisches Kapital«. Die deutschen Frauen wollen ihr nicht folgen[...]«

    Quelle und ganzer Text:

    http://www.stern.de/wirtschaft/job/karrieretipps-einer-soziologin-nach-oben-schlafen-warum-nicht-1724993.html

    aus selber Quelle noch ein Auszug:

    »[...]Die 63‐Jährige, die an der renommierten London School of Economics forscht, sagt im Interview im neuen stern: »Ob es uns gefällt oder nicht: Schöne, attraktive Menschen sind erfolgreicher als andere. Offenbar wird in allen Kulturen damit gerechnet, dass schöne Menschen mehr Erfolg im Leben haben.« Die Deutschen teilen diese Meinung. Laut Forsa‐Umfrage für den stern sind 54 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen der Meinung, dass es Menschen mit erotischer Austrahlung leichter haben, Karriere zu machen. Nur 26 Prozent beziehungsweise 31 Prozent glauben das nicht, 18 und 22 Prozent meinen, es hänge vom Beruf ab. 87 Prozent der Männer und 88 Prozent der Frauen achten im Job auf ihr Äußeres, um auf der Karriereleiter emporzuklettern[...]«

    Tja, jetzt weiß ich warum ich nie im erlernten Beruf gearbeitet habe — 1. Hätte ich mit meinen Vorgesetzen »erotische Beziehungen« (Würg, kotz....mit denen? Nie im Leben!) gehabt, dann wäre es anders gekommen :( ;) , und würde ich aussehen wie Brad Pitt wäre ich auch nie öfters arbeitslos gewesen.....(*grins*)

    Gruß
    Bernie

  5. @Roberto

    Hey, ich wollte doch nur ein Thema finden, um im ZG‐Blog endlich mal Sex platzieren zu können. Schließlich sind wir nur »heiß« auf Klicks und Besucherzahlen :d

    @tollername

    Eine verlogene Drecksgesellschaft die Freiheit heuchelt, aber uns in Berwerbungshandbüchern, Glücksratgebern etc. erzählt wie wir zu fühlen, denken und dazustehen haben.

    FUCK YOU.

    Volle Zustimmung.

    @Susanne

    Öhmmm...

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