Erschöpfte Blogger?

Feynsinn schrieb vor kurzem, er sei unentspannt, der Öffinger Freidenker fühlt sich müde, Roberto von Ad Sinistram hält für eine Weile still und Frank Benedikt vom Auto‐Anthropophag kündigt an, er wolle mit dem bloggen aufhören. Wütet derzeit eine Bloggerseuche, die alle dahinrafft und ich habe davon noch nichts mitbekommen? Wie wichtig diese Blogs alle sind, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht extra zu betonen. Einige grundsätzliche Dinge zum Thema bloggen und den damit verbundenen Erscheinungen von Frust und Müdigkeit will ich hier aber ansprechen.

Ich glaube, dass es vor allem drei Phänomene sind, die bei Bloggern zu Frust und Müdigkeit führen:

1.) Der ständige alleinige Kampf gegen den Strom. Obwohl wir schon vernetzt und verlinkt sind, fühlen sich viele letztlich doch wie einsame Einzelkämpfer. Das kostet jede Menge Kraft und Energie. Man sollte sich immer vergegenwärtigen, dass wir nicht alleine sind!

2.) Die eigene Erwartungshaltung ist einem oft im Weg. Jeder Blogger hat in irgendeiner Form einen Anspruch. Der eine ist schon zufrieden, wenn er ein Kommentar zu seinem Beitrag vorfindet, der andere erst, wenn sich die politische Landschaft in Deutschland spürbar verändert hat.Vielleicht sollte man sich vergegenwärtigen, dass es völlig genügt, wenn auch nur ein Mensch zum Nachdenken angeregt worden ist. Niemand von uns Bloggern wird die Welt über Nacht verändern können.

3.) Das falsche Einschätzen der eigenen Energie und Kraftreserven. Wir alle sind nur Menschen und sollten unsere ganz persönlichen Grenzen ernst nehmen. Wenn wir Distanz brauchen, von Politik die Schnauze voll haben, sollte man sich eine Auszeit nehmen. Es ist sehr viel sinnvoller, einen langen Atem zu haben, als sich zu verrauchen und ausgebrannt und ausgelaugt dann, politische Themen verächtlich von sich zu schleudern.

Daraus folgt, dass weniger oft mehr ist! Wir alle haben auch ein Leben jenseits des Bloggens und wie banal es klingen mag — wir sollten es nicht vernachlässigen! Wer sich zuviel aufbürdet oder das Bloggen als eine Last empfindet, sollte weniger Bloggen bzw. eine zeitlang kürzere Texte schreiben. Ich bin mir sicher, dass es vielen Lesern mehr um die Qualität als um die Quantität geht. Bei aller Ernsthaftigkeit und oft auch Nachdenklichkeit vieler Themen und Beiträge, sollte bloggen auch immer Spass machen.

Abgesehen davon sollte jedem klar sein, dass gerade jetzt wir Blogs und wir Blogger wichtiger denn je sind. Was schwarz‐gelb verzapft, darf man nicht unkommentiert, wie es die Hofberichterstattung der bürgerlichen Medien machen, stehen lassen. In diesem Sinne, erholt und entspannt euch, aber lasst uns nicht hängen! ;)

23 Gedanken zu “Erschöpfte Blogger?

  1. Ich habe mich oft uns lange mit diesem Themenbereich beschäftigt. Insbesondere mit dem Thema »Was treibt Blogger dazu, sich medial zu outen?«

    Ich bin davon überzeugt, habe einige Blogger kennen gelernt, dass sehr viele Blogger zwei Hauptmotive haben:

    1. es treibt sie ein Gefühl des Andersdenkens ( Gerechtigkeitsgefühl, andere Sichtweisen, besondere Hervorhebungen ... )
    2. es treibt sie eine egozentrische Nabelschau.

    Das wurde mir besonders deutlich dabei, als ich in vielen Blogs die Frage nach einer Art Blog‐ Dachorganisation derer, die in speziellen Dingen ähnlich denken, aufwarf. Ziel war, darüber darf man sich als Blogger keine Illusionen machen, dass man nur dann nach außen wirkungsvoll auftreten kann, wenn man gut organisiert ist ( warum haben die Neoliberalen eine solche Durchschlagskraft ? ).

    Sofort waren Abgrenzungen, die Sucht nach Eigenständigkeit usw. erkennbar. Nur mit einem Blogbetreiber verstehe ich mich in dieser Richtung gut — er war einmal Vorstand eines großen Unternehmens, er braucht nicht zu glänzen oder sich zu beweisen ...

    Leuten, die eine egoistische Nabelschau betreiben, haben oft keine zweite oder dritte Luft. Wer glaubt, er könne viel in der Öffentlichkeit bewirken, der täuscht sich! Wir werden von 82 Millionen Menschen vielleicht mal 100 oder 200 mit unseren Ideen oder Interpretationen anstecken können — das war’s aber dann auch. Wer die Begrenztheit erkennt, der kann auch leicht die Lust verlieren.

  2. wichtig ist doch vor allem eines, sich dem eigenen Selbstbetrug zu verweigern, bzw. diesen immer wieder zu druchbrechen. Grade wichtig ist das für die, die sich der Aufklärung verschrieben haben. Oder wie antiferengi es neulich kommentierte, erstmal davon Abstand nehmen, anderen die eigenen Fehler vorzuwerfen.

    Ich zitiere hier jetzt nochmal das, was ich schon bei antiferengi zitiert habe

    Sie beobachten eine neue planetarische Zivilgesellschaft. Was verstehen Sie darunter?
    Eine Bruderschaft der Nacht. In Belém (Brasilien) beim letzten Weltsozialforum im Januar 2009 und auch in Porto Alegre in diesem Jahr gab es kein Zentralkomitee, kein einheitliches Programm, keine Einheitslinie, es wurde nicht einmal ein Schlusskommuniqué verfasst, weil keiner der 140 000 Menschen einen Kompromiss machen wollte. Stattdessen gab es einen riesengroßen Umzug durch Belém, um die kollektive Kraft darzustellen. Jeder kämpft dort, wo er ist. Der einzige Motor ist der kategorische Imperativ, den jeder Mensch in sich trägt. Kant schreibt: »Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.«

    Jean Ziegler

    Wie das oder was der einzelne macht, bleibt ihm überlassen. Und jeder hat seinen eigenen Wirkungskreis, seine eigenen Schwerpunkte, die sich nicht notwendigerweise unter einen Dachverband schließen lassen müssen. Wer einen Dachverband gründen will, kann dies zudem jederzeit tun, er sollte aber doch bitte davon abstand nehmen, all jenen ihre Existenzberechtigung abzusprechen, die nicht in diesen dachverband passen

  3. Es ist eine Illusion, die Welt mit Blogs ändern zu können. Ich für mein Teil schöpfe Kraft daraus, dass ich nicht allein in diesem Land bin, die eine bestimmte Denkungsart hat. Ich lerne in anderen Blogs, dieses oder jenes besser zu verstehen. Ohne Blogs würde ich verzweifeln, weil ich vereinzelt wäre.

  4. Vielleicht noch eine kleine Anmerkung von mir.
    Wir sprechen immer viel von Authentizität. Das es die nicht hunderprozentig geben kann, ist vielleicht akzeptabel. Ansonsten ginge das bis zum Exibitionismus der eigenen schwarzen Untergründe hin. Authentisch ist aber trotzdem immer nur eine Gesellschaft, welche sich in ihrer ganzen Vielfalt zeigt. Diese Vielfalt ist in der Regel komplexer, wie man sich das gerne selber immer wünscht. Dachverbände können genauso dazu gehören wie müde blogger, blogger die sich abgrenzen, grauenhafte Egozentriker wie z.B. unsereins, blogger die wenig schreiben, blogger die viel schreiben, und, und ..... Wenn ich versuchen würde das hier zu Ende zu führen, wird die Festplatte voll sein. Vielfalt ist authentisch, lebhaft, und letztendlich glaubhafter, als neoliberale Einheitsblogs. Es wird lediglich länger dauern. Für die müden, wünsche ich baldige Wiederkehr, von allen.

  5. Alles ganz »grün und schön«. ;)

    Dennoch habe auch ich immer noch die Hoffnung, durch die Aktivitäten und die Aufklärung der Blogger etwas bewegen zu können, ja zu müssen. Denn ich für meinen Teil habe festgestellt: So kann und darf es nicht weitergehen. Diese Art der Politik macht einen Großteil der Menschen kaputt. Physisch wie psychisch.

    Und deshalb finde ich den Ansatz z.B. der NDS richtig. Aufklärung, Aufbau einer Gegenöffentlichkeit zum fast schon monopolistisch organisierten Medien‐Mainstream.

    Persönliche Eitelkeiten sollte jeder aufrichtige Blogger da ganz schnell vergessen. Das ist doch einer der Hauptgründe, weshalb sich z.B. aus den vielen sozialen Organisationen keine an einem String ziehende Einheit (im nicht‐negativen Sinn) geformt hat. Jeder will ein bisschen aus der Masse herausragen, etwas besonderes sein, vllt. gar anführen. Dass diese Eitelkeiten dazu führen, die ganze Bewegung zu zersplittern, wird dabei offensichtlich ausgeblendet. Nur, weil ein Einzelner nun vllt. mal ab und zu in einigen Medien aufgeführt wird oder von ein paar bekannteren Personen hofiert wird, ist doch das Ursprungsproblem nicht beseitigt. Dazu benötigt man, zugegebenermaßen, einige Loyalität und Standhaftigkeit.

    Nur, wenn jeder Einzelne sich als wichtigen, aber nicht herausragenden, Teil des großen Ganzen betrachtet, kann wirklich die Kraft entwickelt werden, die eigentlich darin steckt. Dessen muss sich jeder noch stärker bewusst werden.

  6. @ lutz hausstein

    alles gut und richtig was du sagst — und ja ohne Formate wie die Nachdenkseiten sähe es düster aus. Es spricht auch überhaupt nichst dagegen, neue Formate zu entwickeln, sich zu organisieren und die Kräfte zu bündeln, darüber machen sich viele kluge Köpfe Gedanken, auch solche, die bislang noch »nur« ihr eigenes Ding machen und sicherlich wird da auch noch einiges entstehen.

    Es spricht nur auch überhaupt nichts dagegen, wenn sich die weniger klugen Köpfe da raushalten und die ganz im Intersse der »kollektiven Aufklärung« dann wiederum ihr eigenes Ding machen ;) Wer das dann nicht mag, kann sich ja auch gerne verächtlich drüber stellen.

  7. @Lutz
    Und deshalb finde ich den Ansatz z.B. der NDS richtig. Aufklärung, Aufbau einer Gegenöffentlichkeit zum fast schon monopolistisch organisierten Medien‐Mainstream.

    Das ist jetzt nicht ganz fair. Was machen denn die ganzen blogger die ganze Zeit, als denn nicht das gleiche wie die NDS? Eben Aufklärung, und Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. (Und das Wort monopolitisch, habe ich jetzt einfach mal übersehen ).Die NDS ist nichts weiter als ein ganz besonders gut frequentierter, — na ja, nicht unbedingt blog. Muss die jetzt jeder gleich als Vorbild nehmen? Das sieht mir schon nach Gleichheitsdenken aus. Und meine persönlichen Eitelkeiten lasse ich mir lediglich durch mich selber nehmen, denn ich bin aufrichtig, — wie viele andere auch. Was ist aufrichtiger als den Menschen als solchen zu erklären? Dazu gehören Eitelkeiten nun mal dazu. Alles andere ist Gleichschaltung, bei Negation der ganz normalen menschlichen Eigenschaften. Das will keiner mehr, außer vielleicht den neoliberalen. Ein Zersplittern findet nur statt, wenn es von einer einheitlich orientierten Masse als solche empfunden wird. Ich kann nur für mich sprechen, aber weder sehe ich mich als wichtigen, noch als herausragenden, noch irgendwie benennenswerten Teil von irgendwas. So was ist nur möglich, wenn man um seine Eitelkeiten weiß. Also, ... den Kampf gegen Eitelkeiten damit zu begründen, das man jemanden überredet sich wichtig zu fühlen, ist widersprüchlich. Die Kunst liegt doch wohl mehr darin, sich selber nicht gar so ernst zu nehmen.

  8. Ich würde mir nicht anmaßen wollen, jemanden als weniger klugen Kopf zu verschubladen, nur weil er lieber sein eigenes Ding machen will. Das stünde mir gar nicht zu.

    Ich möchte nur gern diejenigen, welche diesbezüglich lieber ihren eigenen Weg gehen, davon überzeugen (nicht überreden), dass ein gemeinsames Handeln, meiner Meinung nach, erfolgversprechender ist. Wenn ich davon ausgehe, dass die Ursprungsziele mal identisch oder ähnlich waren.

  9. @ Lutz Hausstein

    Nein, dir wollte ich das auch nicht unterstellen, damit meinte ich mich persönlich. Soll heißen, dass ich kein Mensch bin, der an einem Projekt wie den Nachdenkseiten mitwirken könnte und sollte! die aber trotzdem gerne mal ihr Maul aufreisst :)

    und für die anderen, wirklich klugen Köpfe die ihren eigenen Weg gehen — auch von denen lassen sich m. E. nicht alle unter einem Dachverband vereinen — was nich heissen soll, nicht weiter an Ideen und Konzepten zu stricken..

  10. @ antiferengi:

    Ich sehe keine Unfairness bzgl. meiner lobenden Erwähnung des Grundanliegens der NDS. Das schließt doch nicht aus, dass auch andere dieses Grundanliegen verfolgen können (und dies auch jetzt schon tun). Und davon mal ab. Weißt Du, wie ich das erste Mal mit den Bloggern in Kontakt gekommen bin? Durch die Verlinkungen bei NDS. :) Ich sehe diese also eher als ein Sammelbecken von guten, fundierten, mit Hintergrundwissen ausgestatteten Stellen an. Auch von Blogs. Die Informationen (und die Texte) stammen jedoch immer noch von den Primärquellen (also auch den Blogs) selbst. Ich denke schon, dass ich dies richtig einzuordnen weiß.

    Und wenn ich von »fast schon monopolistischen Medien‐Mainstream« schrieb, so denke ich, dass dies den Kern doch ziemlich gut trifft. Es gibt kaum noch abweichende Meinungen bei all den »großen Medien«. Fast überall steht (entschuldige den harten Ausdruck) derselbe geistige Dünnschiss. Alle Hauptthemen sind deckungsgleich, die Einschätzungen zu diesen Themen/Fragen sind ähnlich bis gleich. Wohltuend davon unterschieden sich z.B. eben genau die Blogger, die auch tiefergründig ermitteln, nachfragen und argumentieren. Häufig zumindest. Nur haben diese einen nur stark begrenzten Leserkreis, im Gegensatz zu den großen Medien.

    Weißt Du, dies erinnert mich an ein hervorragendes Kabarett‐Stück der Dresdner Herkuleskeule. Immerhin aus dem jahr 1977! Ich habe es noch auf Schallplatte von meinen Eltern. 3 Radiosender verlesen die Nachrichten. Alle drei lesen wortgenau dieselben Texte vor, indem alle drei Sprecher gleichzeitig die einheitlichen Texte referieren. Mit zum Teil hanebüchenen Inhalten. Selbst das Wetter war gleich. Mit ebensolchen sinnentleerten Inhalten. »Es wird eingeschätzt, dass auch morgen wieder Wetter sein wird.« Nur zum Abschluss: »Es ist Null Uhr Acht.« »Es ist Null Uhr Sechs.« »Es ist Null Uhr Zehn.« Treffender konnte man es doch nicht beschreiben.

    Daran fühle ich mich manchmal erinnert, wenn ich heutige Nachrichten miterleben muss. Heute erst wieder. In der Presseschau von MDR‐Info (Radio) waren sich alle zitierten Zeitungen darüber einig, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland »unerwartet robust« sei und dass die sinkende Arbeitslosigkeit die Bestätigung der guten Konjunkturpolitik der Regierung sei. Kein Wort darüber, dass die immer weiter zunehmende »Verbannung« von bestimmten Gruppen von Arbeitslosen aus der offiziellen Statistik diese Statistik‐Schönung erst möglich gemacht hat.

    Genau deshalb nenne ich diese Medien »fast schon monopolistisch organisiert«. Und dazu brauchen wir diese Gegenöffentlichkeit, die diese Unwahrheiten thematisiert.

  11. @Lutz Hausstein.
    Das ist schon in Ordnung. Deshalb möchte ich, das du das, was ich hier schreibe, mal nicht persönlich nimmst.

    Fast die Hälfte meiner Leser wohnen in dem gleichen Dorf wie ich. Das war anfangs auch Sinn und Zeck des ganzen. Was ich schreibe ergibt sich oft aus direkten Gesprächen mit Menschen, die ich kenne, oder nicht. D.h. ich habe den direkten Kontakt dazu. Ich rede mit den Menschen, ich streite mit ihnen, ich fluche, und sie gehen mir genauso auf den Terz, wie ich ihnen, — und trotzdem mag ich sie. Damit bin ich zumindest dafür glaubhaft. Ich denke, du bist ein Linker wie ich auch. Und wenn du mir das ökonomische Wort verzeihst, dann würde ich einfach mal behaupten, das dies mein effizientester Weg ist, in welchem ich versuche, andere Menschen wenigstens von dem Grundsatz zu überzeugen mal wieder von Menschlichkeit zu reden. Und ich wähle die Linke rein praktisch, weil ich glaube das dahinter Menschen stecken die das ebenso sehen. Und auch das vermittele ich diesen Menschen auf meine ganz eigene Art und Weise direkt.

    Aus diesen Kontakten geht aber hervor, das Worte wie monopolitisch, einheitliche Denkweisen, Systemtheorie, verbundene blogs, Gleichschaltung usw. geradezu Gift für potentielle Linkenwähler sind. Das hat durchaus was mit der Meinungsbildung der letzten Jahrzehnte zu tun, der man nur höchstsensibel gegenwirken kann. Und bringt auch mich immer erneut in Zweifel, wenn ich bei den Linken immer wieder so altbackende Menschenausrichter sehe, die mich ob meiner eigenen Manipulation durch die Medien an alte Zeiten erinnern. Auch diese Selbstzweifel schaffen Vertrauen, und neue Möglichkeiten mit Menschen darüber zu reden. Zumindest mal in meinem eigenen Umfeld, kann ich sagen, das es funktioniert, und auch ein paar neue Wähler für die Linken bringt. Aber nur, solange ich selber auch glaubhaft dafür bin. Wenn ich mich jetzt mit anderen verbinden würde, wäre ich das nicht mehr. Zumindest nicht für die Menschen, mit denen ich mich direkt auseinandersetze.

    Du siehst, jeder blogger hat so seine eigene Art und Weise, wo er meint das er was bewirken kann. Und nennen wir das Kind beim Namen. Es sind immer die ungeduldigen, die glauben das jetzt unbedingt sie die richtigen sind, um die Sache beschleunigen zu können. Damit stellen sie blogger automatisch unter Generalverdacht. Nicht bösartig, oder bewusst. Nur unüberlegt, und mit mangelndem Vertrauen gegenüber dem Einschätzungsvermögen der anderen. Bei den Linken, muss man schon ab und zu mal darauf hinweisen, das wir das Jahr 2010 schreiben, und graue Denker nicht mehr viel bewirken können. Die Menschen sind komplizierter, und eben auch egozentrischer geworden. Mit Ungeduld, ist da nix zu machen.

  12. Guter Beitrag, habe es mal auf meinen Blog verlinkt und dem gleich noch was hinzugefügt, naja ich kenne das ja selber, mal ist es einen zu viel und man braucht eine Auszeit, tja solange man gestärkt aus dieser zurück kommt ist das ok., man sollte einfach nur nicht Aufgeben, denn es dient einer guten Sache und wir sollten auch alle zusammenhalten.

    Wie Du schon sagst nicht Quantität sondern Qualität sollte zählen und man sollte sich vor allen immer selber treu bleiben und auch niemals an sich selbst denken.
    Unsere Beiträge sind für alle und sie sollten auch allen zugänglich sein, wir sollten uns weiter Vernetzen, Austauschen und auch gegenseitig helfen!

    Ich werde es jedenfall so halten und immer dazu stehen, Trolle, Spammer,Dummschwätzer,Mietmäuler,Ja-sager und Anhänger der Lumpenelite ausgeschlossen!

    Einen schönen Tag noch!

  13. Pingback: Während einige Blogger über Müdigkeit klagen oder aus privaten Gründen abwesend sind …

  14. man sollte sich da nichts vormachen. der weg durch bloggen gegenöffentlichkeit herzustellen bzw bewusstseinsänderungen bei einigen, mehreren, vielen zu bewirken ist sehr lang und sehr steinig. und wenn da ab und an dem einen oder der anderen mal die luft ausgeht — is doch ok. keiner ist allein und das ziel erscheint lohnend. und ich bin‐ was die qualität der blogs und der beiträge angeht‐ immer mal total begeistert bis furchtbar enttäuscht. aber nicht jeder kann immer nur höchstleistungen erbringen und selbstverständlich betrachte ich blogger und ihre beiträge subjektiv. aber man muss einfach das ganze sehen, selbst wenn wir ab und an oder sogar häufig verschiedener meinung sind, es gibt immer mehr menschen, die sich von den mainstreammedien abwenden und sich lieber im internet — und da eben auch bei bloggern informieren. und — das ist doch gut so und irgendwie auch ein hoffnungsfunke. und die blödheit ist riesig dank jahrzehntelanger gezielter volksverdummung — von schule bis bild.
    also: wer ausgebrannt oder erschöpft ist, der macht eben mal ne pause. es gibt doch andere die weitermachen. und immer daran denken, dass nur durch diese bloggerei eine aufgeklärte mitdenkende mehrheit hergestellt werden kann. und wenns 100 jahre dauert, besser als aufgeben.
    und, daß 100 blogger 100 verschiedene meinungen haben können, was solls, solange die hauptrichtung stimmt , ists doch ok, vielfalt weitet auch den eigenen blickwinkel.

  15. Ich blogge erst seit 8 Wochen. Ich tat es erst nur um meine Kunst darzustellen und meine Arbeitsweise zu veröffentlichen. Dann las ich immer öfter die politischen Beiträge anderer Blogger und beteiligte mich daran. Immer mehr erlebte ich, daß ich endlich die Möglichkeit hatte, meine Meinung öffentlich kund zu tun, aber auch durch die Mitwirkung anderer weiter zu entwickeln. Diese 8 Wochen Meinungsaustausch haben mich und meine Denkleistung verändert und erweitert. Meine Standpunkte sind sicherer verankert, so daß ich freier und beweglicher nach Neuem Ausschau halten kann. Also, das Bloggen hat hier einen Menschen verändert. Wie viele sind es, denen es eben so geht. Dafür lohnt es sich.
    Klar, es ist nicht leicht, das Bloggen und das Privatleben in Einklang zu bringen. Man muss lernen damit umzugehen, und seine Aktivitäten im Blog so zu gestalten, daß sie bereichern, und nicht auslaugen. Das geht, durch geziehlte Zeiteinteilung und Eingrenzung der Themenbereiche. Wenn ein Blogger ausfällt, weil er eine Auszeit braucht, oder zu wanken beginnt, übernimmt in der Zeit ein anderer, der sich stark fühlt diesen Part. Und je mehr wir werden, desto besser funktioniert es.
    Für mich ist das Internet ein »Nervenzentrum« der Gesellschaft. Jede Gehirnzelle wird gebraucht und keine ist ständig aktiv.

  16. Ich blogge seit 2005.
    Natürlich bin ich des Bloggens oft überdrüssig gewesen.
    Besonders im vergangenen Jahr.

    Gegen den Überdruss des Bloggens,lösche ich ofters mein Blogg,
    und und komme mit einem neuen Bloog wieder .

    Diese Strategie hat sich bewährt!
    Und meine Bloggfreunde von blog.de möchte ich halt auch nicht missen .
    Schön wäre es ‚mal leib‐haftig diese Freund kennenzulernen .

  17. Hallo an den Blogger und den Rest der Welt :d

    Jeden verlässt mal die Kraft.
    Das ist nichts zum schämen oder aufgeben.
    Wenn die Kraft weg ist dann muß man halt eine Pause machen und auftanken. Ich stöbere sehr gerne in Blogs rum.
    Bin zwar nicht mit allem einverstanden was da so geschrieben wird. Aber ich bin sehr froh, das es Menschen gibt, welche versuchen eine ander Sicht der Dinge zu geben. Anders als die der Masse und der Mitläufer.

  18. Ich bin persönlich wirklich jedem Blogger dankbar, der mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, seinen Teil zur Verbesserung der Welt hin zu gerechteren und sozíaleren Lösungen beizutragen. Daß es aufgrund der herrschenden Verhältnisse und der wenig existierenden Erfolgsmeldungen frustrierend wirken kann, ist mir aus eigener Erfahrung geläufig.

    Mit einem Freund versuche ich gerade, ein Netzwerk aufzubauen, weil ich trotz Mitgliedschaft in einer Partei nicht mehr an Effektivität von Parteien glaube und die wirklich einzige Möglichkeit für uns darin sehe, mit Hilfe des Internets eine wirksame Gegenkraft aufzubauen, die politischen Einfluß gewinnt. Das Vertrauen in eine Reformbarkeit des Systems habe ich schon lange verloren. Deshalb sind Leute wie Blogger und andere Aktivisten unsere einzige mögliche Rettung, sofern es überhaupt eine gibt! Deshalb meine inständige Bitte an alle Betroffenen: niemals aufgeben, selbst wenn kurzfristig keine Erfolgserlebnisse zu verzeichnen sind — die Zeit arbeitet für uns. Selbst wenn wir es nicht mehr selbst erleben werden (ich selbst mit meinen 61 Jahren glaube daran eigentlich schon nicht mehr), die Aufgabe lohnt den Einsatz, selbst wenn unsere Kinder erst davon profitieren.

    Meine Devise lautet: niemals aufgeben — nur über meine Leiche — ohne Angst und mit viel Selbstbewußsein offensiv handeln. Sich den positiven Sinn des Lebens nicht nehmen lassen und eine innere Distanz zu all dem Negativen und zu kritisierenden Dingen aufbauen, um sich die innere Kraft nicht zerstören zu lassen. Ich glaube unerschütterlich an so etwas wie Träume, Illusionen, Visionen, Ziele, Werte, Wünsche, Lebenssinn oder wie man es auch sonst bezeichnen will. Und ich bin auch der Meinung, daß ich dabei zunächst überhaupt keine Kompromisse eingehen muß, denn sonst besteht auf dem weiten Weg zur Realisation überhaupt keine Chance. Die Fortschritte der Menschheit wurden ausschließlich von Menschen mit solchen Vorstellungen erzielt. Kleingeister und Schwanzeinzieher haben niemals einen Beitrag geleistet.

    Also in diesem Sinne vorwärts! Immer wieder aufstehen und niemals kleinkriegen lassen! Venceremos!

  19. Ich möchte doch gern mal als nicht Blogger das Gespräch auch um meinen Senf bereichern. Ich halte es für sehr menschlich, mal ermüdet zu sein, gerne auch mal frustriert ob der Erwartungshaltung und des sich vermeintlich nicht einstellenden Erfolges. Gegen die Erschöpfung kann nur eine halbwegs eigene Ressourcenplanung helfen. Auch ist es nicht sinnvoll, allzu Perfektionistisch daran zu gehen. Weniger, dafür fundiert, auch wenn es nur Meinung ist, ist dem geneigten Leser wertvoller als Masse. Die gibts ja schon genug. Die Gegenöffentlichkeit, welche durch Blogs aufgebaut wird, ist schon erheblich, nur haben alle Dinge ihre Relationen. Bedenkt, daß eure Leser am Rande der Verteilungskurve zu finden sind. Sicher werdet Ihr nicht die Änderung der Menscheit verursachen, wohl aber zum nachdenken anregen. Dies führt zumindest in den kleinen Bereichen durchaus zu Veränderungen. Ich drück das mal vorsichtig aus, die Leser welche euch folgen, müssen eine Mindestintelligenz mitbringen und auch bereit sein, selber denken zu wollen. Das ist der Mehrheit ja gut abgewöhnt worden. Viele eurer Leser sind leise, folgen euch aber durchaus und reflektieren eure Arbeit in die Welt.

    Ach ja, ich würde mal Abstand nehmen von der Einstellung der Positionierung (egal ob links, rechts wie auch immer), da dies ein allgemeingültiges Koordinatensystem voraussetzt, welches dank Medien ja nicht mehr gegeben ist.

  20. Lieber Kollege,

    ich denke, das ist alles halb so wild. Roberto hat derzeit halt private Sorgen, denen sein wesentliches Augenmerk gelten muß, Stefan ist nach gut vier Jahren ein wenig erschöpft, der Duke schreibt munter weiter und auch für mich gilt, was man Totgesagten im Allgemeinen nachsagt ;)

    Klar — wenn Du siehst, daß Bewegung hauptsächlich in die falsche Richtung stattfindet, Du Dich mal wieder ohnmächtig fühlst, an den herrschenden Verhältnissen rütteln zu können, wenn zudem noch Termine platzen, dann kommst Du schon mal in Versuchung, zu (ver)zweifeln und da muß ich mich an die eigene Nase fassen. Wenn Du dann aber siehst, daß´es den Leuten eben doch was gibt und daß glücklicherweise auch nicht alle KollegInnen mit einer Einzelkämpfermentalität ausgestattet sind, setzt Du Dich halt doch wieder auf den Hosenboden und versuchst, so etwas wie »Organisation« zustande zu bringen.

    Dir und allen anderen hier einen schönen 1. Mai!
    Frank

  21. Erstmal alles Gute an Roberto, dessen Blog ich sehr schätze, und seine Familie.

    Was Frank, den Öffinger und Feynsinn betrifft, wir brauchen alle mal Urlaub, macht euch deshalb doch keine Gedanken.
    Antiferengi, die Geheimrätin, der Spiegelfechter und viele andere machen solange weiter, und wenn die mal ne Pause brauchen, seid ihr wieder da.

    SK

  22. Total interessante Debatte. Sie drückt aus, was ich persönlich immer als großartig und kläglich zugleich an der Linken empfunden habe. Nämlich ihre Bereitschaft und zugleich Verbissenheit, alles grundsätzlich zu diskutieren.

    Die Konservativen kennen da gar nichts. Sie eint ein handfestes Interesse — nämlich das, ihre Privilegien gewahrt zu wissen. Und ob da einer mit ner zerissenen Jeans auf einen mit ner jagdkompatiblen Kniebundledernen trifft, ist dann egal. Der eine wählt grün, der andere CSU. Privilegienreiter, also bessergetellte Bürger, sind sie beide. Die kulturellen Unterschiede sind Spiel, mehr nicht. Da empfinde ich, ich sage das ganz offen, einen Mann wie Guido Westerwelle dann fast schon wieder als ehrlich. Der spricht mehr oder weniger offen dann wirklich von jener (selbsternannten) E l i t e , der er den steuerpolitischen Knüppel zu machen gedenkt. Vergleiche ich Westerwelle mit den unfassbar schäbigen Typen, wie sie von Steinbrück und Asmussen verkörpert werden...da weiß ich aber, mit wem ich eher ein Bierchen trinken würde. Westerwelle ist bereits Großbürger, er kann gnädig sein. Die, die sich aus Versehen »Sozialdemokraten« nennen, müssen ihren neoliberalen Befähigungsschein hingegen durch Gnadenlosigkeit ausweisen.

    Wer mit eine/m/r Arbeitsvermittler/in der AA sprechen muss, der sollte beten: Dass sie/er es lieber mit ne/r/m FDP‐Madame/Mister zu tun bekommt als mit ne/r/m SPD‐Fotze/Schwanz. Sorry für die Begrifflichkeiten, aber es ist so. Im Rahmen des neoliberalen Wahnsystems kann man in der Tat mit dem besser sprechen, der diesen Irrsinn bereits verinnerlichte. Da weiß man, was kommt, da weiß man: Ich kanns eins zu eins zurückspiegeln, da weiß man, ich muss jetzt das Stichwort »marktfähig« fallen lassen und alles wird gut. Nichts aber ist nervtötender, als eine Auseinandersetzung mit jenen, die zwar innerlich genau wissen, auf der falschen Seite des Schreibtisches zu sitzen, die sich, durch ichweißnichtwieviele Selbstbetrügereien, aber auf die so‐to‐speak Täterseite gemogelt haben. Die werden, you better believe it, im Zweifelsfall viel härter zuschlagen. Denn sie müssen sich dazu überreden, dass Du wirklich schuldig bist. Sie identifizieren sich mit dem Aggressor, aber auf der Täterseite. »Der war wirklich faul«...ach, ich kenn die Selbstbetrügereien der so called »Sozialarbeiter«.

    Worum geht es noch mal? Ach ja, um menschlichen Anstand. Menschlicher Anstand. Weiß das halbwegs situierte progressive Bürgertum, das FDP wählte, weil es fälschlicherweise glaubte, seine bescheidenen Halbprivilegien seien dort gut aufgehoben, eigentlich, was das ist?

  23. Genau aus diesem Grund macht DER TROTTELBOT regelmäßig im Jahr ein wenig Pause — diesmal leider unter Zwang, da wir erst den neuen Server störungsfrei einrichten und kalibrieren mußten — aber er ist wieder da und er macht weiter! Wie bisher.

    Ich blogge seit 5 Jahren und wenn ich dann sehe, wie Gammas derzeit geschafft vom Feld kriechen, mache ich mir um die FREIE politische Meinung durchaus meine Gedanken. Jedoch gehe ich davon aus, daß die im Artikel genannten Blogger nicht so kampflos das Feld räumen werden. Und Benedikt schreibt ja schon wieder ^^

    DER TROTTELBOT macht weiter, wie bisher. Noch haben wir unseren Biß nicht verloren, obwohl es mittlerweile so viele Themen sind, daß ich mir eine Teamaufstockung wünsche. Und jedes Jahr einmal für einen Monat auszusetzen ist auch nicht schwer. Mir brachte es die Muse, alles noch einmal zu durchdenken und danach doch weiter zu machen.

    Man darf sich eben von den Sozialschmarotzern aka Politikern niemals kleinkriegen lassen, egal wieviel Druck sich aufbaut.

    lg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.