Aufkleber statt Menschen

Die Berliner Nahverkehrsbetriebe (BVG) haben eine einzigartige Kampagne gestartet. Nachdem sie jahrelang verzweifelt versucht haben, ihre Mitarbeiter auf Freundlichkeit zu schulen und ihre Unternehmenspolitik als kundenfreundlich darzustellen, schulen sie jetzt -mit durchschlagendem Erfolg‐ Aufkleber. In einem Power‐Wochenendseminar werden Aufkleber auf Freundlichkeit geschult, die Fairness, Rücksichtnahme und Höflichkeit vermitteln sollen. Also alle Eigenschaften, die weder das Personal noch die Unternehmensführung aufweisen können. Seminarleitung und Unternehmensführung sind begeistert, es kostet kaum was, der Aufwand ist vergleichsweise gering, die Aufkleber streiken nicht und wollen auch nicht mehr Gehalt. Wie es bei den Fahrgästen ankommt, kann der BVG‐Chef leider noch nicht genau sagen: »Wir stecken noch in der Evaluation«.

4 Gedanken zu “Aufkleber statt Menschen

  1. Hmm. Aber zugegeben. Der Grafiker hat Geschmack. Hat was nostalgisches an sich. Menschen denen ihre Arbeit Spaß macht, kommen mitunter an ein Verhalten heran, das dem der Dame auf dem Plakat des öfteren nahe kommt. Zeitarbeit, Lohndumping, Managementbevormundung, Übercontrolling, und Zukunftsängste, sind dagegen eher nicht dafür geeignet. Ich denke, der Grafiker ist befähigt genug, ein realeres Bild des zeitgemäßen Mitarbeiters hinzukriegen. Würde mich jetzt echt interessieren, was er daraus macht, und wie es auf den Betrachter wirken würde.

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