Das Rotdorn‐Projekt

Vor kurzem hat der Kollege von Feynsinn die berechtigte Frage gestellt, inwieweit wir Blogger eine wirkliche Gegenöffentlichkeit darstellen können?  Dies hat mich auf die Idee gebracht euch eine Form der Gegenöffentlichkeit vorzustellen, bei dem ich selbst schon seit 3 Jahren aktiv bin: Das Rotdorn‐Projekt. Der Rotdorn ist eine linkspolitische Zeitung, die 3x im Jahr erscheint. Zusätzlich gibt es jeden zweiten Montag auf dem Berliner Offenen Kanal eine Rotdorn‐Radio Sendung. Beides kann man sich auf der Rotdorn‐Homepage runterladen.

Was ist der Rotdorn genau und welche Idee steckt dahinter? Seit 1991, also seit guten 17 Jahren wird der  24 seitige Rotdorn 3x Jährlich mit einer Auflage von ca. 10.000 Stück veröffentlicht. Er ist kostenlos und wird vor allem auf Demonstrationen und politischen Veranstaltungen verteilt, besitzt jedoch auch eine feste Stammleserschaft. Wer den Rotdorn kostenlos abonniert haben will, schreibt einfach eine Mail an rotdorn@gmx.de. Die aktuelle Ausgabe und auch ältere Ausgaben sind auf der Homepage zu finden. Dem Rotdorn geht es vor allem um den »Kampf um die Köpfe« und bietet eine alternative Informationsquelle an. Er wird zwar von der Linksjugend Solid finanziert, behält sich jedoch einen eigenen Standpunkt vor. Nicht selten wird z.B. auch die Linkspartei in Berlin kritisiert. Die Redaktion entscheidet frei und demokratisch.

Inhaltlich unterstützt der Rotdorn eine konsequente Friedens‐ und Sozialpolitik sowie die Auffassung das parlamentarisch keine großen Veränderungen in Deutschland möglich sind. Denn Pöstchengeschacher, Fraktionszwang, Parteisoldatentum und Karrieregeilheit der einzelnen Parteimitglieder verhindern wirkliche strukturelle Veränderungen. Außerdem ist der Rotdorn davon überzeugt, dass Geduld und Ausdauer immens wichtig sind, um eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Hau‐Ruck‐Aktionen, Eintagsfliegen oder blinder Aktionismus bringen sehr wenig. Nötig ist ein langer Atem. Der Rotdorn tritt auch für eine solidarische Linke ein. Insofern bietet er verschiedenen linken Gruppen die Möglichkeit zur Veröffentlichung. Wer einen Artikelvorschlag oder eine Idee hat: immer her damit!

Seit 2006 gibt es auch das Rotdorn‐Radio.  Auf der Homepage könnt ihr ausgewählte Sendungen im mp3‐Format downloaden. Besonders empfehlenswert ist z.B. die Sendung vom 13. Oktober 2008, indem es um die Aufklärung des Mythos geht, der Buddhismus sei eine durchweg friedliche Religion. Dieses »Image« hat er in Deutschland durchweg vor allem wegen eines ständig lächelnden Dalai Lamas und diversen Hollywood‐Filmen. Friedlich ist der Buddhismus nicht zwangsläufig, wie z.B. in Sri Lanka zu sehen ist. Auch die Sendung vom 10. März 2008 über das »Schwarzbuch Kapitalismus« von Robert Kurz ist empfehlenswert.  Hier wird vor allem die Geschichte und Gegenwartsdiagnose des Kapitalismus und die Systemfrage thematisiert.

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