SpiegelOnline titelt »Aussteiger mitten in der Großstadt — Arbeit ohne Stress« und porträtiert einen Ex-BWL-Fuzzi, der aus seiner Wohnung heraus, hochwertige Musik-Anlagen verkauft. Er würde seine Kunden dutzen und manchmal würden sich auch echte Freundschaften daraus entwickeln. Wenn das im Denkgebäude der Journalistin Anja Tiedge bereits als ein Aussteiger-Modell aus dem Kapitalismus gelten soll, dann ist es kein Wunder, dass unsere Medien weder fähig noch willens sind, echte Alternativen zu gängigen Denkmustern zu formulieren. Weiterlesen
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Presseblick (21)
Die Uni Cambridge hat eine extrem überraschende Studie veröffentlicht, wie das Handelsblatt berichtet. Demnach stiegen seit der Wirtschaftskrise in Griechenland dort die psychischen Leiden, die Totgeburten, die Selbstmorde sowie die HIV-Infektionen. Unerwähnt bleiben natürlich die Massenerwerbslosigkeit, die sozialen Kürzungen in fast allen Bereichen (Bildung, Rente, Kultur etc.), die Privatisierung staatlicher Infrastruktur und die Massenentlassungen. Alle diese Maßnahmen sind, vor allem von Deutschland, als notwendiges »Gesund-Sparen« verordnet worden. Sie sind natürlich nicht dafür verantwortlich, sondern einzig das Naturereignis »Wirtschaftskrise«. Weiterlesen
Kollektive Kommunikationspflicht

© epikur
Wer heutzutage ein Rebell oder Außenseiter sein will, muss dafür nicht viel machen. Sich beispielsweise einfach kein smartphone zulegen. Nichts verunsichert das Heer der Kommunikations-Fetischisten mehr. Warum man denn keines habe, ob man denn kein Geld dafür hätte (als wenn die noch was kosten würden) oder ob man so ein Datenschutz-Fanatiker sei, darf man sich dann immer wieder rechtfertigen. Man habe doch eh nichts zu verbergen und selbst wenn, die Geheimdienste und Konzerne würden doch sowieso schon alles wissen. Außerdem sei so ein Teil doch total cool, man könne sich kostenlos (!) schreiben, Chat-Räume aufmachen, lustige Videos und Bilder schicken und vieles mehr. Sei man vielleicht so ein genereller Miese-Peter, Über-Kritiker oder Kultur-Pessimist? Man könne und wolle diese negative Verweigerungshaltung einfach nicht verstehen. Weiterlesen
Smartphomanie
Das Video zeigt eindrucksvoll, wie die smartphone-Sucht unsere zwischenmenschlichen Fähigkeiten und unsere Kommunikation verkümmern lässt! Lasst doch alle mal für eine Woche das Ding liegen und öffnet eure Sinne wieder für eure Umgebung! Auf youtube.com wurde der Clip bereits über 30 Millionen mal aufgerufen. Er scheint wohl einen Nerv getroffen zu haben ;)
Tamagotchi 2.0
Sie sind unter uns! Sie leben! Wesen, welche die totale Kommunikation anbeten und uns in eine diskursive Glasblase sperren wollen. Der Kopf ist ein taubes Ei. Der Verstand ein Feindkörper. Die Sinne ein Sparschwein. Es gibt kein Entkommen!
P:S: Alltägliches Bild in der Berliner U‑Bahn.
Das öffentliche Privatleben
In Bus, Bahn, Supermarkt, Schule, Arbeitsplatz und Öffentlichkeit wird per smartphone und Handy über sexuelle Vorlieben gesprochen, Konflikte werden ausgelebt, Beziehungen beendet und es wird über Freunde oder die Verwandtschaft getratscht. Vielen scheint es eine helle Freude zu bereiten, über ihr Privatleben in aller Öffentlichkeit zu sprechen. Mir ist das, nach wie vor, eher unangenehm. Wer mich unterwegs anruft, wird mich dann meist eher unfreundlich und kurz angebunden erleben. Einfach, weil bestimmte Dinge nicht jeden in der Öffentlichkeit zu interessieren haben und ich selbst entscheiden möchte, wem ich was erzähle. Bin ich jetzt neurotisch?