Filmtip: Shooting dogs

Der Spielfilm »Shooting dogs« aus dem Jahre 2005 behandelt den Völkermord in Ruanda von 1994. Zum Inhalt sei nicht allzu viel verraten, außer dass er die politischen Entwicklungen in Ruanda im Jahre 1994 bis zu  seinem traurigen Höhepunkt, ähnlich wie in »Hotel Ruanda«, nachzeichnet. Größter Unterschied ist wohl der, dass diesmal »Weiße« in der Hauptrolle zu sehen sind, was den einen oder anderen Zuschauer die Distanz zum Geschehen nehmen könnte. Auch das katastrophale Versagen der Weltgemeinschaft wird gut dargestellt.

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, der kann sich hier den Trailer zum Film anschauen. Mich hat der Film sehr bewegt, beunruhigt und zum nachdenken gebracht. Wenn ein Film diese Wirkung auf mich hat, kann ich ihn guten Gewissens weiter empfehlen :)

Qualitätsjournalismus?

»Das Internet treibt Zeitungen und Zeitschriften in den Ruin — sofern sie sich nichts Neues einfallen lassen«, so beginnt Karsten Lemm im »Stern« seinen Artikel, vielmehr seine Hetzschrift, gegen kostenlose Informationsangebote aus dem Internet. Seiner Argumentation zufolge, sind »Informationen wertlos geworden«, da sie im Internet nichts kosten würden. Nur eine Information, für die bares Geld fließt, ist also etwas wert? Weiterlesen →

Links II

Zur Abwechslung mal ein paar Hinweise alternativer Medien.

Die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Ulla Jelpke, schreibt in der Zweiwochenzeitschrift »Ossietzky« über den Rechtsextemismus bei Jugendlichen. Sie betont, dass rechtsextreme Straftaten in den letzten Jahren gestiegen sind, jedoch ständig versucht wird, diese Zahlen klein zu reden und Statistiken darüber zu manipulieren.

Franktireur vom Blog »Amok Koma« hat sich den 59 seitigen SPD-Entwurf zur Bundestagswahl zur Brust genommen.

Der linke Buchverlag »Graswurzelrevolution« rezensiert eine Buchveröffentlichung, das über gewaltfreie Initiativen von palästinensischen und israelischen AktivistInnen im Gazastreifen berichtet.

Geheimrätins Blog hat für uns einen schönen Filmtip: »Der gläserne Deutsche«. Die Dokumentation beschreibt eindrücklich, wie sehr Staat und Privatwirtschaft bereits verflechtet sind, wenn es um Datenüberwachung geht.

Bilder in Fernsehnachrichten

Die Themen in den Fernsehnachrichten werden primär durch Bilder vermittelt. Sie verleihen eine scheinbare Authentizität und machen den Zuschauer so zum vermeintlichen  Augenzeugen. Da man sich gegen Bilder argumentativ schwer wehren kann und sie sich selbst rechtfertigen sollen, wird häufig ein kritischer Bezug zu dem berichteten Thema schwer gemacht. Denn ein Bild hat eine höhere Glaubwürdigkeit bei den Zuschauern als die gesprochene Sprache. Weiterlesen →

Hofberichterstattung

Endlich ist es soweit. Wir werden gerettet! Die 20 skrupellosesten Industriestaaten der Welt treffen sich zurzeit in London und legen sich einen Masterplan zurecht, wie man dem kapitalistischen Irrsinn endlich wieder freien Lauf lassen kann. Just in diesem Augenblick als der Autor dieses Textes, das Wörtchen »Masterplan« im ironischen Sinne gebrauchen wollte, fand er bei seiner Recherche den Begriff im Tagesspiegel — leider ohne jede Ironie. Sprechen wir also stattdessen vom Schlachtplan. Weiterlesen →

Unglaubliche Umfragewerte

Die BILD hat mal wieder einen unglaublichen Skandal enthüllt! Diesmal übertrifft sie sich. Was sie diesmal offenlegt ist schier krank, krass, eine Offenbarung! Unter dem Titel »Lafontaine laufen die Wähler weg« offenbart sie neue Umfragewerte von Forsa. Diese haben ergeben, dass die LINKE  extrem abgestürzt  sei. Um ganze 1 Prozent! Man stelle sich das mal vor! Das ist mehr als 0,9 Prozent! Wer hier auf die Idee kommen sollte, die BILD nutzt eine nichtssagende Umfrage, um Stimmung für schwarz-gelb und gegen die LINKE zu machen, der irrt freilich. Lafontaine guckt nur zufällig bei BILD-Artikeln immer aggressiv. Und auch wenn die Umfragewerte von Forsa wenig spektakulär aussehen, 1 Prozent ist der helle Wahnsinn! Schließlich sind Umfragen keine ungefähren Aussagen, sondern bilden die Realität eins zu eins ab. Das haben uns ja bisher alle Wahlen eindeutig gezeigt, oder nicht?

Selbstloser Abgang

Laut der BILD-Zeitung ist der Abgang von Bahnchef Mehdorn das Ergebnis des medialen Trommelfeuers gegen ihn. Außerdem wolle Mehdorn in Zeiten der Wirtschaftskrise dem Unternehmen Bahn keinen größeren Schaden zufügen. Die Bild-Zeitung zitiert daher unkommentiert (!!) seinen Brief an die Mitarbeiter: »Aber ich musste für das Unternehmen und mich selber entscheiden, ob gerade in einer solchen Wirtschaftskrise eine wochen- oder monatelange Kampagne gegen mich dem Unternehmen nicht zusätzlich großen Schaden zufügt«. Mit der gnadenlosen Bespitzelungsaffäre der Bahn hat das alles natürlich wenig zu tun. Armer Mehdorn. Muss er jetzt ALG2 beantragen?

Pfeiffer die Pfeife

Immer wenn ein Amoklauf in Deutschland stattgefunden hatte, kramten die bürgerlichen Medien den Kriminologen Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) aus. So auch dieses mal. Während er in der Vergangenheit mit so geistreichen Kommentaren wie »je mehr man Ego-Shooter spielt, desto höher ist die eigene Gewaltbereitschaft« durch die Medien geisterte, so schwafelt er  nun davon, dem Online-Spiel World of Warcraft eine Altersbeschränkung ab 18 aufzuerlegen. Weiterlesen →