Die Konstruktion der Welt

Jeder kennt öffentliche Debatten, Reden oder Gespräche in Zeitungen, TV-Shows, politischen Debatten, im Alltag untereinander, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz oder auch in der Wissenschaft. Sie alle halten unterschiedlich lang an und werden dann meist von einem neuen Thema wieder verdrängt. Meistens spielt das sog. Agenda Setting der Medien eine große Rolle dabei. Bestes Beispiel: die EM 2008. Dieses Thema beherrschte im Juni 2008 sämtliche Medien. Diese Debatten werden Diskurse genannt. Welche Wirkung haben diese Diskurse? Wie kann man diese messen und feststellen? Wie werden Diskurse bestimmt und gesteuert? Welche Diskurse sind erlaubt und welche unterliegen einem Tabu? Was sagen die Themen der Diskurse über die Gesellschaft aus, die sie führt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Diskursanalyse. Weiterlesen

Freie Meinungsäußerung?

Als ich vor einigen Tagen in meinem Blogbeitrag über vermeintliche Verfassungsbrüche in Deutschland schrieb, dass es keine wirkliche freie Meinungsäußerung in Deutschland gebe, sondern sich Personen im öffentlichen Raum an aus- und unausgesprochene Regeln zu halten haben, dachte ich schon, ich hätte vielleicht ein wenig übertrieben. Nun hat das ZDF Elke Heidenreich fristlos gefeuert, weil sie den Sender öffentlich in der FAZ für seine Programmpolitik kritisiert hat! Weiterlesen

Burn After Reading

Nach »No Country for Old Man« sind die Coen Brüder mit »Burn After Reading« zurück. Bevor ich den Film sah, hatte ich eine Kritik überflogen, die zwar insgesamt positiv war, aber meinte, dass der Film zu viele Elemente aus den vorherigen Coen-Filmen versucht zu vereinen und deswegen schwächelt.

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Somuncu, die Dampframme

Während sich klassischerweise in dem Comedyboom geschuldeten Sendungen à la »Quatsch Comedy Club« Albernheiten an Belanglosigkeiten reihen mit oft stark begrenztem Unterhaltungswert, gibt es ab und zu einen Künstler der im Vergleich zur restlichen Hintergrundberieselung wie eine Dampframme wirkt: Serdar Somuncu.

Abseits jeder klaren Definition welche Art Künstler Somuncu denn nun darstellt, zeichnet er sich vor allem durch seine markerschütternde Ehrlichkeit, Direktheit und Glaubwürdigkeit aus. Sein Unterhaltungswert ist enorm, aber sein pädagogischer vielleicht noch höher und dabei ist er nicht im klassisch kabarettistischen Sinne politisch.

Neulich im Quatsch Comedy Club:

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Dialoge sind überbewertet

Bei dem ganzen politischen Gefasel hier brummt schon mein armes Köpfchen :P Deswegen habe ich mir mal einen Film angeschaut, in dem die Dialoge auf das wesentliche reduziert sind. Nämlich auf die Namen der beiden Hauptdarsteller. WAAAlleeeE und Evaaaa. Zwar ist die Geschichte nichts neues und folgt dem normalen Disney/Pixar-Schema, aber ich fande ihn um vieles besser als Ratatouille (den ich scheinbar als Einzigster in meinem Umfeld langweilig fande). Vielleicht genau wegen der wenigen Worte die gesprochen wurden, haben sich die Macher auf die Details gestürzt, die überall zu entdecken sind. Wie die Anspielungen auf andere Filme mit der Imperator-elektrifiziert-Luke-und-fällt-dann-sehr-tief-hinunter-Szene oder die Rückkehr-zum-aufrechten-Gang-mit-Also-sprach-Zarathustra. Weiterlesen

Über Fließbandbabys

»Auf dem Markt, auf dem Arbeitsmarkt trägt der Arbeiter seine Arbeitskraft zu Markte. Auf dem Arbeitsmarkt platzieren wir den Unternehmer wie er von einem Arbeitsmarktstand zum anderen geht und Arbeitskraft einkauft. Da sehen wir den Unternehmer wie er die Ware prüft. Ob sie auch kräftig ist? Ob sie auch kein Großmaul ist? Ob sie auch nicht verbraucht ist? Ob sie auch nicht über 50 ist? Ob sie auch schön frisch ist?«

So beginnt das Lied »Auf dem Arbeitsmarkt« vom Album »Profitgeier« der Band Floh de Cologne. Zur fruchtbaren Verquickung von Musik und Politik.

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