»Unsere Demokratie« (6)

Vor einiger Zeit habe ich mir den James Bond Film »Spectre«, aus dem Jahr 2015 von Sam Mendes, auf Netflix angeschaut. Der Film ist jetzt nicht besonders empfehlenswert, aber halbwegs unterhaltsam, sofern man mit James Bond überhaupt etwas anfangen kann. Es gab jedoch eine Szene, die mich hart getriggert hat.

Gegen Ende des Filmes soll die britische Geheimdienst-Organisation MI6, die von einem weltweiten Verbrechersyndikat unterwandert und heimlich gesteuert wird (»Spectre«), alle weltweiten Überwachungs- und Kontrolldienste zentralisieren. James Bond und die Überreste des guten britischen Geheimdienstes MI6 wollen das verhindern. An mehreren Stellen ist hier wörtlich die Rede davon, dass sie für »Demokratie« und »Freiheit« kämpfen würden.


Hollywoodwirklichkeit
Für mich ist das eine glatte Umkehrung der Wirklichkeit. In rund 25 James Bond Filmen, hält sich der Geheimagent an keinerlei demokratische oder rechtsstaatliche Prinzipien. Von Grund- oder gar Menschenrechten ganz zu schweigen. Die moralische Überlegenheit des Superhelden entbindet ihn von allen demokratichen, ethischen oder rechtsstaatlichen »Fesseln«, welche die gelebte Machtausübung behindern könnten. Natürlich immer im Namen des Guten, Schönen und Gerechten. Was auch sonst.

Was ich damit sagen will: findet hier nicht eine komplette Verdrehung der Realität statt? Westliche Regierungen, staatliche Behörden und Geheimdienste (»Tiefer Staat«) demontieren seit Jahren und Jahrzehnten weltweit (!) sämtliche demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien, um Meinungs- und Deutungshoheit sowie geopolitische Einflusszonen zu sichern.

Es bedarf überhaupt keiner sinistren Verschwörung oder einer geheimen Macht, welche unsere Geheimdienste unterwandern. Den Grundrechte- und Demokratieabbau machen die Regierungen, mitsamt ihren »Diensten«, auch ganz ohne eine weltweite Verbrecherorganisation mit einem Superschurken an der Spitze.


Alltagswirklichkeit
An dieser Stelle hätte »Spectre« ein durchaus spannender und mutiger Bond-Film werden können, wenn er das böse und geheime Verbrechersyndikat (»Spectre«) komplett weggelassen und die britische Regierung, die EU, die weltweiten »Dienste« oder die NATO als eigentlichen Feinde der Demokratie benannt hätte. Für so etwas braucht man im Jahr 2026 als Produzent und Filmemacher natürlich viel Mut. Also wenn man zeigen will, was ist, anstatt die tatsächlichen Verhältnisse einem imaginären Superschurken unterzuschieben.

Abgesehen davon, ist der Demokratiebegriff längst zu einer inhaltsleeren Worthülse verkommen, die ausschließlich signalisieren soll: »Ich bin auf der Seite des Guten. Ich kämpfe für das Gute und alles, was ich mache, ist gut!« Wenn jedoch der Begriff »Demokratie« jedem Inhalt beraubt und nur als Moralkeule gegen die politische Opposition verwendet wird — dann steht der smarte Faschismus schneller vor unserer Tür, als uns allen lieb sein kann. Und das auch ganz ohne Trump, Putin, AfD oder »Spectre«.


»Unsere Demokratie« (1)
»Unsere Demokratie« (2)
»Unsere Demokratie« (3)
»Unsere Demokratie« (4)
»Unsere Demokratie« (5)

25 Gedanken zu „»Unsere Demokratie« (6)

  1. Hatte James Bond jemals etwas mit Realität zu tun? Selbst das reale Vorbild konstatierte, dass er so wie in den Filmen dargestellt eine realistische Überlebenszeit von nur fünf Minuten gehabt hätte.
    Tage Danielsson sagte einmal, dass der Stoff aus dem die Filme gewebt werden ein sehr grober Nylonstoff sei. Trotzdem schaut sich das Publikum die Filme an und lässt sich in eine parallele Phantasiewelt verführen. Tragisch ist nur wenn man danach nicht mehr in die wirkliche Realität zurück findet.

    Aber man kann diese Werte-Verlogenheit auch durchaus als Abbild der Realität interpretieren. Sehen wir ja gerade wie diese angeblichen »Werte« mit ihrem krassen Gegenteil konterkariert werden.

  2. Beim ersten Bond-Film (jagt Dr. No, 1962) gab es eine Szene, in der Bond einen unbewaffneten Verräter hinterrücks bzw. wenigstens¹ heimtückisch erschießt, ohne eine Anstands-Spur von Notwehr. Das wurde seinerzeit in den Medien durchaus kritisiert: Sowas machen die Guten nicht! Und schon gar nicht die in der Wolle (Tweed ?) mit ›Fair Play²‹ gefärbten Briten!

    »STAATliche Behörden und Geheimdienste«
    Oft gar nicht klar, wer da (überwiegend) die Fäden zieht; Immerhin verfügen die Geheimdienste typischerweise über jede Menge Kompromat³ auch gegen die eigenen ›Brötchengeber‹ (Für den Geheimdienst muss der Aufstrich Kaviar sein).

    @orinoco, »realistische Überlebenszeit von nur fünf Minuten«
    Abgesehen von den vielen Geschlechtskrankheiten, Säuferleber, ›Boxer-Demenz‹ und vielleicht am schlimmsten: Die vom Neid auf Superhelden ganz anderen Kalibers (Wonder Woman, Superman usw) zerfressene Seele.

    ¹Alles so lang her
    ²Meisterleistung der Propaganda, wenn man sich deren Geschichte anguckt
    ³ https://de.wikipedia.org/wiki/Kompromat Gibt es sozusagen auch virtuell: Politiker befürchten nur, dass ihr Dreck am Stecken dem (vermeintlich allwissenden) Geheimdienst bekannt ist, was aber bereits ausreicht, um sie zu beeinflussen

  3. Ich kenne Bond, wie so Viele, eigentlich nicht mehr seit dem Abtritt Roger Moores, dessen Darstellung, wie auch die Connerys, immer auch Distanz zu sich selber hatte und einen Schuß Selbstironie.
    Heute ist das wohl weitgehend verschwunden und es gibt noch eine andere Entwicklung die die Bond-Reihe offenbar widerspiegelt- die neue Prüderie.
    Lisa Eckart, Kabarettistin, hat sich mal die Mühe gemacht, die Zahl der Damen, die Bond beglücken darf, zu vergleichen mit der Zahl der Leute die Bond umlegt in einem Film.
    Es gab tatsächlich eine umgekehrte Korrelation, je weniger holde Weiblichkeit im Bett, desto mehr Gemetzel.
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt und einen Zusammenhang ahnt zwischen neuer Prüderie und Kriegsgefahr....

  4. Heldenfiguren sind quasi die Antithese zur Realität und zu Moralvorstellungen. Dafür ist es zuerst mal Fiktion, JB ist sicher kein Maßstab für realpolitische Diskussionen. Ich würde die Betrachtung eher umkehren: warum sind Bond-Filme eher für den politischen Handlungsdrang sozusagen als Vorbild tauglich? Warum verschwimmen in der Betrachtung Realität und Fiktion immer mehr? Ich würde eher getriggert sein, wenn herauskäme, dass UnsereDemokraten™ zu viele Filme geguckt und die für bare Münze genommen hätten.

  5. @Sascha

    Ja, auch wichtige Fragen!

    Mir ist natürlich bewusst, dass Bond oder die Marvel-Filme Fiktion sind. Nur, die erreichen teilweise seit Jahrzehnten weltweit ein Milliarden-Publikum und vermtteln subtil »Werte«. Es ist quasi Kulturimperialismus.

    Deshalb nehme ich die subtilen Botschaften und Aussagen schon ernst, weil sie sich in den Kleinhirnen der Menschen festsetzen. Es ist weniger trennscharf, als man glaubt, behaupte ich.

  6. »UnsereDemokraten™ zu viele Filme geguckt und die für bare Münze genommen hätten.«
    Naja, es gibt Leute die halten sich für Teil einer »non-binären« Spezies die offenbar unerkannt unter uns lebt. Eine Idee die aus der science-fiction stammt, ich kenne es aus Star Trek, kann aber auch woanders herkommen.
    Andere glauben an Echsenmenschen, ebenfalls eine Idee aus der SF.

  7. Da lob ich mir doch folgendes Zitat aus einem berühmten SF-Buch

    Wir stammen von Männern, die richtige Männer,
    Frauen, die richtige Frauen, waren ab.
    Und nicht von kleinen pelzigen Wesen auf alpha-centauri

    oder so ähnlich ... 🤔 😉

  8. Vielen Dank epikur, für diesen Bericht und danke auch an Volker Birk, der den auf seinem Blog veröffentlicht hat. Mir kommt er authentisch, sehr ehrlich und von Herzen geschrieben vor. Ich habe da eine freundlich stellte Frage: warum sind Sie so naiv, zu denken, die Filmindustrie wäre unser Freund.und irgendwas von der Seite würde uns was Gutes tun?

    Frage ich mit der gleichen Naivität in der Hoffnung auf eine Antwort. In Ihrem Artikel über Kulturimperialismus.schreiben Sie sich doch schon eine Antwort. Meiner Meinung nach dient die ganze Unterhaltungsindustrie nur dazu, uns einzuseifen. (Die meisten) Bücher, Filme, Serien mit den Experten (Anwalt, Arzt, Polizist ...) , der kompetent ist und sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, spielen uns ein Ideal vor, was, wie wir erleben konnten, das Gegenteil der Realität ist. Eine gefilmte, geschriebene Lüge, um von den wirklichen Zuständen abzulenken, aber auch Erwartungen zu wecken, die nie erfüllt werden.

    Ich vermute, dass irgendwann sowas ähnliches wie die Epstein Akten auch bei der Unterhaltungsindustrie geleekt wird, weil all das, mit dem sie uns den Kopf verstopfen, ähnlich manipulativ ist. jiang xueqin erklärt das in seinem Video gut
    https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=jiang+xueqin&mid=21E63BC4E9A943FDC2BE21E63BC4E9A943FDC2BE&FORM=VIRE

    Hinter diesen ganzen Manipulationen steckt meiner Meinung nach die pure Bösartigkeit und das stete Bestreben, uns von unserer eigenen Kraft fernzuhalten. Meinem Eindruck nach werden wir von allen Seiten attackiert, weichgekocht, eben eingeseift. Dass die Mehrheit das nicht merkt, habe ich akzeptiert, aber dass Leute aus der kritischen Masse da auch drauf reinfallen, verstehe ich nicht. Deshalb meine freundliche Frage danach, wie es kommt, dass Sie so einen Film auch nur etwas ernst nehmen können? Frage ich echt.

    Die gleiche Naivität, Gutgläubigkeit, Arglosigkeit, kann man nennen, wie man will, habe ich bei Montagsspaziergängern gefunden, bei Mitgliedern bei der Basis, bei anderen Aktivisten. Und ich verstehe es nicht. Wenn ich was gelernt habe die letzten Jahre, dann das, das wir über alles belogen werden, Geschichte, Vergangenheit, Wissenschaft, bei allem. Ich könnte da noch stundenlang weiterschreiben. Wir sind ein Produkt des Zufalls, standen als Art mehrmals kurz vor dem Aussterben. Wenn wir auf diesem Wege solchen destruktiven Leuten, die uns seit Jahrhunderten pisacken, Macht zugebilligt hätten, wie wir es seit langem tun, wären wir längst ausgestorben. Buchstäblich. Bis vor 5000 Jahren wussten das unsere Ahnen noch, die hatten solche Leute unter Kontrolle.

    Ich denke, ich bin erst mit ersten Schritten auf den Weg, aus der Höhle rauszukommen, also auf dem Weg, aber längst noch nicht draußen. Fände es aber wesendlich schöner, wenn sich noch mehr Leute auf den Weg machen würden.

    jiang xueqin muss man sich auch kritisch ansehen. Ich stimme nicht mit all seinen Aussagen überein.

  9. @Klaudia

    Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar!

    Wenn ich jeden Artikel mit »wir werden alle bei allem mit allem belogen und betrogen« fülle — könnte es schnell langweilig werden, oder? https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif Insofern gehe ich auch gerne mal ins Detail und schaue mir die Sachen genauer an.

  10. @Klaudia
    Ich würde mich zwar durchaus als kleiner Filmfreak bezeichnen und ich lasse mich gerne in die Illusion eines gut gemachten Films hineinziehen, aber ich denke auch, dass ich die nötige kritische Distanz wahren kann. Ich bin in meiner Jugend gerne ins Kino gegangen (wir hatten kein Fernsehen zu Hause), aber irgendwann hab ich mir das abgewöhnt, weil ich mich mit den neuen Mainstreamfilmen und Multiplexkinos nur noch verarscht vorgekommen bin. Deswegen verteufele ich das Kino und die Filmindustrie aber nicht und ich denke das macht auch keinen Sinn. Und ganz ernst nehmen tut sich die Branche selbst auch nicht wenn regelmäßig ein Comedianhofnarr die Oscar-Nabelschau der Branche moderiert und letztere dabei durch den Kakao zieht. Ich denke wenn man sich seinen eigenen Kopf und den Blick für die Realität bewahrt, kann ich Filme, die ich gut finde, durchaus genießen. Wobei ich mich immer mehr für die Geschichte hinter der Geschichte interessiere. Was noch mal eine eigene Qualität erfahren hat, seit ich eine Produktionsfirma für mein Drehbuch suche. Da bekommt man den abweisenden, groben Nylonstoff hart zu spüren und das lässt weiter auf Distanz gehen. Und was ich alles kritisch in der Filmbranche sehe, kann ich gar nicht aufzählen. Nicht wenige Filme mit einem imdb-Score über 8 gefallen mir überhaupt nicht, auch die imdb sehe ich kritisch, weil arrogant gegenüber beitragenden Nutzern. Und eben vieles mehr.
    Ich denke wir leben in einer Welt die maßgeblich — im Guten wie im Schlechten — von der Filmbranche bzw. allgemein den Medien geprägt ist. Das kann man ignorieren und das alles meiden, aber einen kritischen Umgang lernt man damit nicht und auch niemand anderes. Deswegen besser darin schwimmen lernen und lehren als untergehen, wenn man ins »Wasser« hinein fällt.

    Ja, alles ist Zufall i.S.v, engl. random.

  11. @epikur. Vielen Dank für Ihre Antwort, obwohl Sie mir nicht wirklich geantwortet haben, schreibe ich freundlich und immer noch an einem Dialog interessiert zurück. Solche Ausweichmanöver wie Ihres kenne ich schon. (-:. Ich verstehe Ihre Haltung immer noch nicht. Echt nicht.

    Was ich meine ist das Einstimmen auf ein bestimmtes Weltbild, dass uns über Filme und andere Medien eingeimpft wird, uns aber sowohl von unserer Kraft abschneidet, wie auch uns schadet und uns schon gar nicht gerecht wird, und das geschieht so umfassend, dass sich die meisten Menschen ein anderes Weltbild gar nicht mehr vorstellen können. Hier kommt das Weltbild, dass sie uns einimpfen=

    +unsere eigene Wahrnehmung ist fehlerhaft und Quatsch,
    +vertraue automatisch und immer allen offiziellen Autoritäten, nur die sind kompetent und der Wahrheit verpflichtet
    +das Leben ist eben so und im Grunde lügt doch jeder
    +fremdgehen ist in Ordnung und normal
    +genauso normal sind Irritationen bei Kindern, was ihre geschlechtliche Identität angeht

    Die Realität ist, dass man sehr wohl seiner Wahrnehmung trauen kann, was einen auch stärkt, autonom macht und unabhängig von Abhängigkeiten

    Für das eigene Leben ist man selbst die alleinige Autorität, man ist alleiniger Bestimmer über das eigene Leben, hat die alleinige Entscheidungsgewalt darüber (kann ich grad nicht besser ausdrücken)

    Nicht alle Leute lügen, im Gegenteil sind die meisten Leute mehr oder weniger ehrlich.

    Es gibt sehr wohl echte Kompetenz, die kommt aber meist nicht so glatt und ohne großen Theaterdonner daher, sondern eher leise wie z.B. beim verstorbenen Marco Bülow oder etwas verkompliziert wie bei Sabine Strebel

    Es gibt tatsächlich Leute, die Loyalität für praktikabel und erstrebenswert finden und entsprechend leben, und fremdgehen als Verrat ansehen

    Kindern die Entscheidung zu überlassen, welches ihr Geschlecht ist, ist irgendwie ungesund. Von den wenigen Ausnahmen, die es sehr wohl gibt, mal abgesehen.

    Liste ist selbstverständlich unvollständig

    freundlicher Gruß auch an @orinoco

    Antwort kommt später (-:

  12. Nachtrag: was mir in Ihrem Artikel komplett fehlt ist die Wahrnehmung der Bösartigkeit, die hinter der ganzen Manipuliererei steckt. Was man da mit uns macht, ist bösartig. Das finde ich weder bei Ihnen noch bei den anderen Menschen aus der kritischen Masse, mit denen ich bisher in real und persönlich gesprochen habe. Und das verstehe ich nicht.

    Um nur mal ein Beispiel zu nennen: Ich kann mich noch an die Stimmung, die Gefühle erinnern, von Kälte und Gefahr, so ab Mitte 2021, wo man, wie man heute weiß, die ersten Lager einrichtete. Diese Bedrohung habe ich gespürt. Die wurden nur deswegen nicht in Betrieb genommen, weil man kein Personal fand. Gruselig. Ich dachte damals oft, wenn ich nicht aufpasse, sperren sie mich ein.

    Es war im Grunde nur Zufall, dass diese Lager nie in Betrieb genommen wurden....

  13. @Klaudia

    »und immer noch an einem Dialog interessiert zurück«

    Sie stellen mir eine subversive Vorwurfsfrage: »Warum sind Sie so naiv?« und behaupten dann, dass sei ein »Dialog«? Dann geben Sie sich neben Ihrer »Frage« auch gleich die »ausführliche Antwort« selbst. Sie wissen doch also schon über alles Bescheid! Was wollen Sie da mit mir noch groß »reden«?

    Ich behaupte für mich nicht, über alles Bescheid zu wissen, sondern sehe mich eher als Suchender. Im Übrigen habe ich hier in rund 20 Jahren, fast 3.000 Beiträge veröffentlicht. Wenn Sie mich an diesen einen Beitrag hier definieren und »kennen wollen« — nun gut. Stöbern Sie doch vielleicht hier ein wenig herum, bevor Sie sich ein Urteil über mich erlauben? Danke. Schönen Tag noch!

  14. @Klaudia

    Erwarten Sie ernsthaft, dass man sich mit dieser Sammlung von Behauptungen, Annahmen, auch Widersprüchen ernsthaft auseinandersetzt?

    Ich nehme mal ein Textstelle von Ihnen, der man folgen kann:

    »Die Realität ist, dass man sehr wohl seiner Wahrnehmung trauen kann, was einen auch stärkt, autonom macht und unabhängig von Abhängigkeiten.«

    Gut so, dann checken Sie das möglichst gegenüber Fakten und behaupten nicht einfach (ein Beispiel):

    »Bis vor 5000 Jahren wussten das unsere Ahnen noch, die hatten solche Leute unter Kontrolle.«

  15. @orinoco

    Ich liebe Filme, und Bücher und andere Informationsquellen. Schaue oder lese aber immer weniger davon. Weil, wenn ich vermute, da steckt Manipulation dahinter, ist mein Interesse weg. Das macht die Auswahl immer kleiner, leider

    freundliche Grüße

  16. @epikur

    Ich muss mich entschuldigen. Das mit den Wertungen Ihrer Person war unhöflich und nicht angebracht. Ich schätze Sie so ein, dass Sie mir mit Detail Wissen und anderem haushoch überlegen sind und mein Verhalten diesbezüglich nicht richtig war.

    Ich will nicht streiten.

    Ich will es nochmal probieren. Ohne jede Wertung, ohne weitere Erklärungen oder Vorannahmen.

    Meine Frage an Sie ist: wer von der Filmindustrie, welche Person aus der Ecke würde mit Ihnen auf einer Ebene, als gleichwertiger Gesprächspartner meine ich, reden. Und wenn ja, welches Ergebnis würden Sie sich davon erhoffen?

    Grüße

  17. > Kriege gibt es laut Ausgrabungen erst seit 5000 Jahren

    Das Interview mit dem Archäölogen Harald Meller (youtube, 1h41m!¹) ist dazu sehr interessant. Stichwörter: stratifizierte Gesellschaften, charismatische Herrschaft, »der Staat hat etwas mafiahaftes«, »man versteht das Ende viel besser, wenn man den Anfang versteht«

    ¹ ich lade mir bei sowas die Audiospur mit yt-dlp runter und höre es als Podcast unterwegs.

  18. @Klaudia

    »Meine Frage an Sie ist: wer von der Filmindustrie, welche Person aus der Ecke würde mit Ihnen auf einer Ebene, als gleichwertiger Gesprächspartner meine ich, reden. Und wenn ja, welches Ergebnis würden Sie sich davon erhoffen?«

    Ich wüsste derzeit nicht, warum ich mit Jemanden aus der Filmindustrie sprechen sollte? Dazu bräuchte ich einen konkreten Grund?

    Von einem offenen Gespräch sollte man sich generell nichts »erhoffen«, denn genau das verengt jeden Diskurs. Das erleben wir doch tagtäglich in den Altmedien, wo ständig das »Erwartbare« und »Erwünschte« gesehen und berichtet wird.

    Wenn Sie darauf abzielen, dass ich in der Filmindustrie Jemanden nach »Propaganda« und »Manipulation« fragen solle und Derjenige das dann verneinen und abstreiten würde — ja gut, das ist keine Wissenschaft.

  19. Ich habe in das Video reingehört. @orinoco. Den Archäologen Harald Meller hatte ich bisher nur am Rande auf dem Schirm. Seine Erklärungen finde ich einleuchtend »der Staat hat etwas mafiahaftes«, »man versteht das Ende viel besser, wenn man den Anfang versteht«. Nach seinen Zeitangaben fing das mit den Hierarchien früher als die von mir vermuteten vor 5000 Jahren an. Was bleibt, ist, dass nur eine bestimmte Sorte von Mensch Fürst oder König sein will, ein Mensch, der auf Kosten anderer leben und von vielen verehrt werden will. Ähnliche Charaktere wie die Täter von heute.

    Spannender finde ich das, was Richard Wrangham rausgefunden hat, nämlich das wir uns auf harmlos gezüchtet haben. Eine zufällige Entwicklung, weil unsere Ahnen vor Entstehung der ersten Hierarchien Leute, die andere beherrschen wollten, nicht in ihrer Mitte duldeten. Schon aus Selbsterhaltungstrieb. So ohne staatliche Organe wie Justiz und Polizei musste sich eine Gruppe, umgeben vom Nirgendwo, ganz auf sich allein gestellt, direkt mit Mördern oder anderen asozialen Menschen aus ihren Reihen beschäftigen, bevor die die Gruppe zerstörten. Dazu wurde im letzten Jahrhundert bei den letzten ursprünglich lebenden Menschengruppen geforscht. Dort fand man Verhalten, dass diese These stützt. Richard Wrangham interessierte sich für das Thema, weil er die Gewaltattacken unter Schimpansen kannte und sich fragte, warum wir Menschen nicht ähnlich aggressiv miteinander umgeben.

    Das so eine Zucht auf harmlos möglich ist, beweisen die Experimente aus Russland mit Wildfüchsen. Wenn man bei Säugetiere nur die freundlicheren Exemplare zur Zucht zulässt, verändert sich bei jeder neuen Generation bei der Mehrheit des Nachwuchses zum einen die Anatomie, zum anderen die Wesenseigenschaften in Richtung Gutgläubigkeit, Freundlichkeit.

    Als ich das verstanden hatte, konnte ich mit meiner eigenen Naivität, Gutgläubigkeit und Arglosigkeit Frieden schließen. Für sind das nicht so negative Eigenschaften, wie sie vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheinen.

    Damit diese Gutgläubigkeit nicht zur Falle wird, braucht es die Erfahrung, dass nicht alle Menschen das sind, was sie vorgeben. Die ersten Herrscher waren nicht gutgläubig, sondern das Gegenteil, sie lernten aber immer besser, ihre wahren Absichten (parasitärer Lebensstil) zu verstecken. Darauf will ich die ganze Zeit hinaus, dass die Täter immer raffinierter werden, aber böse bleiben.

    Link zu dem Experiment mit den Füchsen
    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/zahme-fuechse-wie-der-silberfuchs-domestiziert-wurde

  20. Erwarten Sie ernsthaft, dass man sich mit dieser Sammlung von Behauptungen, Annahmen, auch Widersprüchen ernsthaft auseinandersetzt?

    @Paul, unsere heutige Lebensweise, diese 50 Jahre Wohlstand für einen Teil der Welt, oder die ca. 400 Jahre Industrielle Revolution sind, was den Zeitraum von 300 tausend Jahre betrifft, die es uns Menschen gibt, ein Fliegenschiss. Bei einer Bevölkerungsdichte von wenigen Millionen vor 10tausend Jahren und viel weniger Menschen noch vor der Erfindung der Landwirtschaft mussten die einzelnen Menschengruppen ihre Angelegenheiten direkt in der Gruppe in den Griff kriegen. Sprich, die längste Zeit, die es Menschen gibt, hatte man die Übeltäter direkt vor der Nase, alle lebten die meiste Zeit des Tages draußen, da kriegt man abweichendes, unsoziales Verhalten früher oder später mit.

    »Bis vor 5000 Jahren wussten das unsere Ahnen noch, die hatten solche Leute unter Kontrolle.«

    Erst das Aufkommen von festen Behausungen, aber auch da nicht gleich, schuf für Täter die Möglichkeiten, ihre Untaten zu verstecken und oder heimlich zu begehen. Ein Lernprozess. Richard Sennett beschreibt in seinem Buch »Fleisch und Stein« den Zusammenhang von Behausungen und der Art, wie die bewohnt wurden. Im Mittelalter galt man als sonderbar, wenn man nicht die Schlafstätte mit den anderen Hausbewohnern teilte und so weiter.

    Sennett beschreibt auch, wie sich die Hierarchien auf die Bauweise auswirken. Größere Paläste, mehr Abstand zum Volk, mehr und größere Villen von der entstehenden nächst niedrigeren Kaste, armselige Hütten für den Rest, je stärker sich diese Lebensformen durchsetzen und die Eliten von damals mehr Macht kriegten.

    Je mehr Macht, je versteckter das alles, desto größere Gebäude, desto größer der Abstand zum Rest der Bevölkerung...

  21. @epikur, ich habe nachgedacht, warum ich auf Ihren Artikel schriftlich förmlich explodiert bin. Mir fehlten in Ihrem Artikel die Beschreibungen Ihrer Gefühle zu dem, was Sie erzählt haben. Dieser Verrat, den wir die letzten Jahre noch mal verstärkt erleben mussten, bei dem die Filmindustrie mitmacht, ich finde den schrecklich.

    Ich weiß, ich wiederhole mich, ich habe die letzten Jahre mehrere solcher Gespräche wie das virtuelle hier mit Ihnen geführt, von verschiedenen Ausgangspunkten aus wie mit Ihrem Thema, aber auch von anderen Ausgangspunkten, anderen Themen aus, die alle auch mit der destruktiven politischen Entwicklung zutun hatten. Das waren durch die Bank Gespräche mit Leuten wie Sie, intelligent, gebildet, mitten im Leben stehend. Nette Leute, die wie Sie nicht verstanden, was ich von ihnen will.

    Natürlich will ich gar nichts, weder von Ihnen noch von wem anders, bloß Austausch und das erleben, dass auch andere das, was die Täter da mit uns machen, grauenvoll finden. Das wir eigentlich wie griechische Klageweiber zum Beispiel um die vielen Impfopfer weinen müssten. Nun stellt sich auch noch raus, dass wir Ungeimpften auch nicht ungeschoren davon kommen.

    Es stellte sich raus, dass ich mittlerweile mehrere Mörder kenne, ob das juristisch korrekt ist, weiß ich nicht. Aber wer anderen eine giftige Substanz verabreicht, ist was? Wer sich weigert, sich anständig dazu informieren, ist was? Sowas finde ich bizarr und gruselig. Und alle Institutionen machen da mit.

    Ich vermisse (es ist Zufall, dass Sie diese Textberge gekriegt haben) die menschliche Betroffenheit bei den Leuten der kritischen Masse. Die Gefühle zu den Ereignissen der letzten Jahre. Das ist das, was ich vermisse, was ich mir wünschen würde, dass sich da noch andere zeigen würden. Weil, in diesen Gefühlen von Trauer, Entsetzen und anderem liegt doch auch eigene Kraft, meine Erfahrung.

  22. @Klaudia

    Ich könnte diese Arbeit hier seit bald 20 Jahren nicht machen, wenn ich keinen »emotionalen Schutzschild« aufgebaut hätte und täglich in der Empörung leben würde. Daraus würde entweder eine tiefe Depresson über die Zustände der Welt oder ein grenzenloser Hass auf alle Verbrecher folgen. Beides ist nicht gesund.

    Natürlich empört mich das alles und natürlich wünsche ich mir eine bessere Welt (das liest man hoffentlich auch in vielen Subtexten von mir) — wenn ich resigniert hätte, fatalistisch oder ohnmächtig wäre, könnte ich mir die ganze ehrenamtliche Arbeit hier sparen. https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif

  23. @Klaudia

    »Das wir eigentlich wie griechische Klageweiber zum Beispiel um die vielen Impfopfer weinen müssten.«

    Dann schlage ich Arbeitsteilung vor:

    Sie übernehmen das Trauern um die ›vielen Impfopfer‹, und ich halte mich an die Datenlage und bin froh darüber, dass durch die Impfungen Schlimmeres verhindert wurde (WHO/The Lancet/Nature u.a.).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif 
https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif 
 

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..