Wie die Aasgeier…

…stürzen sich unsere sog. bürgerlichen Leitmedien auf den Amoklauf in Baden-Württemberg. Weder Hintergründe noch Tatmotive werden erläutert. Stattdessen ein unerträglicher Einheitsbrei. Ich könnte diesen Artikel auch „Gleichschaltung Teil 3« nennen:

Die Zeit:Polizei meldet mindestens 16 Tote – Täter erschossen“.

SpiegelOnline: „Polizei erschießt Amokläufer Tim K.“

FAZ:Innenminister bestätigt 16 Tote – Polizei erschießt Amokläufer“.

FTD: „Amokläufer auf Flucht erschossen“.

Berliner Morgenpost: „Polizei erschießt 17-jährigen Amokläufer“

Action, Mord und Totschlag in Deutschland. Da haben sich sicherlich einige sensationsheischende Journalisten gefreut. Wie Hyänen berichten sie, wie auch beim Amoklauf in Erfurt, über Tote, Verletzte, und Schießereien.

Über das Tatmotiv und den Hintergrund wird sich ausgeschwiegen. Hastig werden auch wieder überall Betroffenheitsfloskeln losgelassen werden. Nun beginnt auch bald wieder die unsägliche politische Debatte, die wieder einmal, auf der Suche nach Schuldigen ist. Seien es sog. „Killerspiele“, Rock-Musik oder soziale Vernachlässigung seitens der Eltern. Ein Schuldiger wird bald wieder gefunden werden und politisch wird es eine Alibi-Inszenierung geben. Wie Anfang 2008, als das sog. „Anti-Killerspiele-Gesetz“ verabschiedet wurde. Der Haken: Das alles wird rein gar nichts verändern. Der nächste Amoklauf wird kommen.

Vor Jahren habe ich in meinem Artikel bereits darauf hingewiesen, dass Amokläufe ein gesamtgesellschaftliches Problem sind. Die neoliberale Ideologie mit ihrem sozialdarwinistischen, menschenverachtenden Leistungs-, Ellenbogen- und Kosten/Nutzen Denken, macht die Menschen, besonders die Schüler kaputt. Der Druck auf viele Jugendliche steigt ins Unermessliche. Nur wer nichts mehr zu verlieren hat oder keinen anderen Ausweg kennt, wird solch eine Tat begehen. Sozial-, Bildungs- und Kulturabbau überall sorgen für eine immens steigende soziale Kälte unter den Menschen. Die Funktionalisierung und Verdinglichung der Jugendlichen, sie sollen „etwas leisten“ und ihre persönlichen Wünsche, Bedürfnisse und Lebensvorstellungen dem kapitalistischen Arbeitswahn unterordnen, kann nur psychotische Folgen haben. Solange das nicht politisch ernsthaft thematisiert wird, werden weitere Amokläufe folgen.

35 Gedanken zu “Wie die Aasgeier…

  1. Mann, mann. Du bist aber auch ganz schön schnell dabei mit der Nachricht.

    Gestern in Frontal 21 lief übrigens eine schöne Hetze gegen Waldorf-Pädagogen. Für die Kritik wurde sogar das Grundgesetz bemüht, in dem stünde, dass die wissenschaftliche Ausbildung von Lehrern an Privatschulen denen von öffentlichen genügen solle. Hauptsächlich wurde kritisiert, dass viel gesungen, gemalt und getanzt, dabei die „Kernfächer“ kaum vermittelt würden.

    Besonders schön war folgende Passage:
    ***
    O-Ton Moritz, Student Waldorfpädagogik:
    Grundsätzlich erst mal eine Freude vermitteln, eine Freude zu leben und ja, das vielleicht als Hauptding.

    Freude am Leben vermitteln? Dem Präsidenten des deutschen Lehrerverbandes reicht das nicht:

    O-Ton Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband:
    Gemessen an den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz betreibt die Waldorflehrerausbildung wirklich Anspruchsdumping. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ein Lehrer, der solchermaßen schmalspurmäßig ausgebildet wird, acht Jahre in acht verschiedenen Fächern ein und dieselben Schüler unterrichtet.
    ***

    Skript als PDF-Datei und
    Videobeitrag des ZDF

  2. „[…]Vor Jahren habe ich in meinem Artikel bereits darauf hingewiesen, dass Amokläufe ein gesamtgesellschaftliches Problem sind. Die neoliberale Ideologie mit ihrem sozialdarwinistischen, menschenverachtenden Leistungs-, Ellenbogen- und Kosten/Nutzen Denken, macht die Menschen, besonders die Schüler kaputt.[…]“

    Das sehe ich auch so, und traurig finde ich, dass sich zumindest etwas geändert hat – die Betroffenheit läßt nach. Ich hab’s heute mitbekommen, es hat mich betroffen gemacht, ich hab’s jemand erzählt. Antwort: „Und?Was interessiert mich das ich hab selber Probleme“.

    Die Reaktion ist doch wohl typisch für unsere medial verblödete dt. Mittelschicht von heute – Man sieht nur noch auf sich selber.

    Ich bin sicher, es hat nicht nur beim Täter eine Verrohung stattgefunden, sondern auch bei denen die nun darüber kommentieren.

    Kein Wunder, tagtäglich hört man von Selbstmordanschlägen im Irak, der Terror regiert die Welt, und alle sind zu neoliberalen Egoisten mutiert. Das meine ich durchaus so wie ich es schreibe, da ich die Erfahrung, wie bereits erwähnt, im engsten Familienkreis mache.

    Mich macht es noch betroffen, und ich frage mich:

    Wieso ist der Jugendliche Amok gelaufen? Warum am selben Tag wie ein Amoklauf in den USA stattfand? Berichten zufolge hat es auch in den USA wieder einen Amoklauf gegeben. Woher hatte der Jugendliche seine Tatwaffe? Und warum hat die Polizei ihn erschossen? War er wirklich nicht mehr anders zu überwältigen? Oder hat die Polizei gar mutwillig….?

    Soweit will ich gar nicht denken, aber möglich ist heute alles….

    Was die Opfer angeht, die sind zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, und es ist wirklich tragisch, dass so etwas in Deutschland passiert – Die wichtigste Frage ist dennoch, bei dem strengen Waffengesetz in Deutschland, wie kommt ein Jugendlicher an eine Waffe (möglicher Weise sogar eine Kriegswaffe?)?

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  3. Pingback: "Schule der Angst - was macht Kinder zu Amokläufern?" | Project-Dragon's Gaming Blog

  4. Was die zu erwartende Killerspiel-Diskussion angeht, bin ich voll auf deiner Seite. Es ist ja leider zu erwarten und zeigt sich schon, dass das wieder anfängt.

    Dass am Tattag noch keine großartigen Hintergründe herausgekommen sein können, liegt aber doch auf der Hand. Wie schnell soll denn bitte jemand ein klares Bild zu den Hintergründen recherchieren können?

    Von den BILD-mäßigen Schlagzeilen von SPON bin ich auch nicht begeistert, aber die Kritik an den anderen Seiten kann ich nicht ganz nachvollziehen. Und auch der These des übergroßen Leistungsdruck kann ich nicht zustimmen, zumindest aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Sozial- und Kulturabbau… das halte ich eigentlich für ungerechtfertigt, die BRD ist immernoch ein soziales Paradies, wenn man mal auf andere Länder guckt.
    In Bezug auf das Bildungssystem würde ich einer „Abbau“-These jedoch wieder zustimmen, sehe hier aber keinen direkten Amok-Zusammenhang.

    Dem Elternhaus die Schuld zu geben ist natürlich genauso ein Allgemeinplatz wie Computerspiele, aber ein in weiten Teilen gültiger, wie ich meine. Dazu kommt natürlich das gesamte soziale Umfeld. Aber das werden sicher andere noch genug diskutieren ;)

    Just my 2 cents,
    Gruß Felyx

  5. @felyx:

    Vielleicht bekommst Du den Leistungsdruck nicht so zu spüren, er ist in Deutschland jedoch immens vorhanden und wird mit jedem Jahr stärker (und das nicht nur bei Schülern).

    Das dreigliedrige Schulsystem „produziert“ mit Hauptschülern nicht nur systematisch „Schulversager“, sondern setzt die Gymnasiasten auch gehörig unter Druck. So stark, dass es etliche Selbstmorde von Schülern gibt. Vor allem in Bayern, dem so hochgelobten „Bildungsland“. Denn dort ist der Druck von allen Seiten extrem hoch.

    Der Zusammenhang von Bildungs-, Kultur- und Sozialabbau mit Amokläufen, ergibt sich aus dem daraus geschaffenen gesellschaftlichen Klima. Einem Klima des Egoismus, des Leistungsdrucks, der sozialen Kälte gegenüber finanziell schwächeren Menschen und der immer weniger vorhandenen Solidarität. Eine neoliberale sozialdarwinistische Politik, indem die Menschen systematisch in Gewinner und Verlierer gespalten werden, befördert ein Klima, indem Schüler keinen anderen Ausweg mehr kennen, als Selbstmord oder Amoklauf.

  6. @felyx

    „[…]Und auch der These des übergroßen Leistungsdruck kann ich nicht zustimmen, zumindest aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Sozial- und Kulturabbau… das halte ich eigentlich für ungerechtfertigt, die BRD ist immernoch ein soziales Paradies, wenn man mal auf andere Länder guckt.[…]“

    Welche anderen Länder meinst Du denn? Nordkorea vielleicht? Also ich kenne einige andere Länder wo das Wort „sozial“ noch die Bedeutung hat, die es einst unter dem Kommunisten Ludwig Erhardt in Deutschland hatte.

    Wieso ich Ludwig Erhardt als Kommunisten bezeichne? Na ich kopiere nur den FDP/CSU/CDU/SPD/GRÜNEN-Slogan wonach jeder der die „Soziale Marktwirtschaft“ will ein Kommunist aus finstersten Sowjetzeiten ist.

    Was die anderen Länder angeht, da hätte ich einen tollen Vergleich mit skandinavischen Ländern. Die sind sozialer als Deutschland – Ja, sogar die Obama-USA ist sozialer als Merkel-Westerwelle-Steinmeiner-Münte und Co. Deutschland.

    Wer etwas anderes behauptet, der lebt einfach nicht mehr in der Realität, die ich, epikur und andere, teilweise sogar Prominente wie die Schaffer von Nachdenkseiten – die Sozis Albrecht Müller und Wolfgang Lieb darunter, seit der Agenda 2010 tagtäglich durchleiden müssen.

    Soviel nur dazu – Wir leben im Paradies?

    Gibs zu! – Daran glaubst du doch selber nicht einmal mehr.

    Für dich gibt es ja sicher auch keine „Neue Weltwirtschaftskrise“ und Obama ist nur irgend ein Schwarzer in der Bronx….

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  7. Naja, das dreigliedrige System wird ja nun allerorts abgeschafft… ob das aber gut ist, wage ich zu hinterfragen. Die Mißerfolge des Bildungssystems rühren ja nicht unbedingt daher, sondern vll von schlecht ausgebildeten Lehrern, zu großen Klassen etc. (Ich denke die Platte kennt jeder)

    Mit dem vermeintlichen Abbau kann ich mich einfach nicht anfreunden. Es gibt verschiedene Schichten, das ist nunmal so, und eventuelle „soziale Kälte“ ist nicht nach Einkommensgröße bestimmt. Genau wie das „Klima des Egoismus“ reine Ansichtssache ist, ich empfinde das Klima in meinem sozialen Umfeld nicht derart negativ, und eine systematische Spaltung kann ich ebensowenig erkennen.

  8. Die Misserfolge des Bildungssystems rühren gerade durch das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland. Das wird Dir jede PISA-Studie bestätigen. Und wo wird es bitte abgeschafft?

    Es sei Dir gegönnt, dass Dein soziales Umfeld gesund und herzlich ist. Vielleicht kannst Du Dir aber auch vorstellen, über Deinen Tellerrand zu blicken ;)

  9. @Felyx

    „[…]Mit dem vermeintlichen Abbau kann ich mich einfach nicht anfreunden. Es gibt verschiedene Schichten, das ist nunmal so, und eventuelle »soziale Kälte« ist nicht nach Einkommensgröße bestimmt. Genau wie das »Klima des Egoismus« reine Ansichtssache ist, ich empfinde das Klima in meinem sozialen Umfeld nicht derart negativ, und eine systematische Spaltung kann ich ebensowenig erkennen.[…]“

    Man hat einen Begriff für eine solche Einstellung.

    Wie heißt er doch gleich?

    War es „typisch deutsche Ignoranz“?

    Oder Realitätsverlust?

    Wo waren Sie die letzten 10 Jahre?

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  10. „[…]Es sei Dir gegönnt, dass Dein soziales Umfeld gesund und herzlich ist. Vielleicht kannst Du Dir aber auch vorstellen, über Deinen Tellerrand zu blicken […]“

    @epikur

    Daran habe ich so meine Zweifel ;) :(

    Lassen wir ihn lieber im sogenannten „Tal der Ahnungslosen“ – auch FDP-Wähler genannt ;) :)

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  11. Huppala, ich glaube ihr habt noch die Klischeecreme auf euren Vorwürfen gegen das böse, böse Deutschland vergessen.

    „War er wirklich nicht mehr anders zu überwältigen? Oder hat die Polizei gar mutwillig….?“
    Ganz nebenbei: Wie mittlerweile bekannt geworden ist, hat der Amokläufer sich selbst erschossen. Also kein Skandal um mutwillig agierende Polizei (oder blinde Staatsgewalt, wie ihr es sicher ausdrücken würdet).

    Dann mal nach der Reihe: Da Hauptschüler ja als zukunftslos angesehen werden, werden sie nun in manchen Bundesländern mit Realschülern zusammen in eine „Regionalschule“ gesteckt. Anders benannt, Problem gelöst. Daneben gibt es noch häufig die Gesamtschule, die ja auch nicht dreigliedrig ist, wie der Name sagt.

    Zu Pisa: Wer diese Studie nicht hinterfragt, ist selber schuld.

    Zu Erhard: Deine Behauptung ist einfach lächerlich. 1. haben CDU/CSU und FDP ihn zum Kanzler gemacht, nachdem Adenauer abgetreten war, und 2. ist die soziale Marktwirtschaft so ungefähr das einzige, bei dem sich die genannten Parteien einig sein dürften.

    Wenn einfach über etablierte Politiker hergezogen werden soll, dann ist das euer gutes Recht, bitteschön. Aber eventuell sollten solche Aussagen als linke Propaganda gekennzeichnet werden, damit Leute, die sie nicht hinterfragen können, nicht beeinflusst werden.

    Eventuell macht ihr euch bei Obama mal Gedanken darüber, was es heißt, wenn er das Gesundheitssystem verbessern will. Dann ist Amerika evtl. auf dem Stand, auf dem das Deutsche Reich nach Bismarcks Sozialgesetzgebung um 1890 war.
    Allein das Stichwort Kündigungsschutz sollte ausreichen. Den gibt es nämlich in Deutschland (bevor ihr was anderes behauptet) Für die USA ist Google euer Freund, wenn ihr mir nicht glaubt.

    So, zu dem Tellerand- und FDP-Argument sage ich nur: Eventuell solltet ihr die klischeebeladenen Journalisten nicht schelten, wenn ihr selber anfällig für eine solch überaus reflektierte Ansicht seit.

    Good night, and good luck

  12. Solange es nur einige Gesamtschulen und gleichzeitig das dreigliedrige Schulsystem gibt, werden sich auf den Gesamtschulen nur die vermeintlich schlechteren Schüler tummeln. Alle anderen werden nämlich aufs Gymnasium gehen. Damit wäre das Problem der Selektion und der feudalartigen Bildungsstruktur in Deutschland eben nicht gelöst. Das ginge nur, wenn das dreigliedrige Schulsystem komplett abgeschafft werden würde. Das blockieren die Herren von der CDU aber seit Jahrzehnten.

    Du kannst statt der PISA-Studie auch die worldvisionkinderstudie nehmen oder zahlreiche andere Studien und Untersuchungen. Sie alle werden Dir beweisen, dass das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland eine Katastrophe ist.

    Dass sich FDP/CSU/CDU/SPD/GRÜNEN noch groß voneinander unterscheiden ist politische Naivität. Beispiele gibt es zuhauf: sie alle haben der Agenda 2010 und Hartz 4 zugestimmt. Sie alle stimmen dem Afghanistan Einsatz zu und verlängern ihn jedes Jahr! Sie alle treten für marktwirtschaftliche Reformen der Gesellschaft ein usw. etc.

    Bei Obama muss ich Dir zustimmen. Ich sehe ihn auch noch sehr kritisch.

    Im Unterschied zu den Journalisten wird hier ein Blog betrieben, der nicht zwingend einen Anspruch auf journalistische Objektivität legt. Denn diese ist eh häufig nur ein Vorwand für versteckte Ideologien ;)

  13. Der PISA-Studie würde nicht über den Weg trauen. Die erzielten Werte liegen sehr nahe beinander, die Studie ist auch nicht repräsentativ, da die Teilnehmer an der Studie nicht zufällig ausgewählt werden. Des Weiteren ergibt sich automatisch ein größere Schwankung im Ergebnis, da ja nicht alle Schüler der Altersklasse überprüft werden.

    Wahrscheinlich liegt es unter anderem daran, dass der Druck auf den Einzelnen immer stärker ansteigt ein möglichst gutes Ergebnis in der Schule zu erzielen, da man sich sonst die Berufschancen und Lebenschanchen zerstört.

    Im hochgerühmten finnischen Schulmodell hat es ja auch einen Amoklauf vor einem Jahr oder so gegeben. Was ist schon das ideale Schulmodell? Selbst, wenn man alle in die selbe Schule steckt, werden gewisse Gruppen durch informelle Netzwerke und das Vermögen der Eltern besser gestellt sein, dass lässt sich leider in keinem System verhindern.

  14. Die Schulmodelle sind ja nicht die alleinige Urasche der Amokläufe. Nur ein Teil davon trägt dazu bei. Aber immerhin müssen die Finnen in der Richtung nicht so viel ändern wie wir. Dafür haben sie jetzt ihr Waffengesetzt verschärft. Ist zwar immer noch lascher als bei uns, aber es wird zumindest etwas getan. In USA passiert da nix. Und auch bei uns darf im Schützenverein und dann auch die Kinder weiter ballern…

  15. Schlimm nur, dass nun wieder die “killerspiele” ins Zentrum der Diskussion kommen. Dabei hat das ja nichts damit zu tun. Hier beispielsweise ein Artikel einer Seite, die normalerweise NICHT für Shooter einsteht und dennoch Handlungsbedarf sieht:

    http://www.kindgerechte-spiele.de/?p=30

    “Der Weg vom Computerspieler zum Massenmörder ist doch bedeutend länger, als der Weg vom Waffenbesitzer zum Amokläufer.”

  16. […]Dafür haben sie jetzt ihr Waffengesetzt verschärft. Ist zwar immer noch lascher als bei uns, aber es wird zumindest etwas getan. In USA passiert da nix. Und auch bei uns darf im Schützenverein und dann auch die Kinder weiter ballern…[…]

    Unser aller Innenminister Schäuble sperrt sich gegen eine erneute Verschärfung des Waffengesetzes. Übrigens, nach Erfurt gab es die Diskussion, dass auch die Verschärfung des Waffengesetzes zu lasch wäre – der Amoklauf in Winnenden – übrigens einer Hochburg der rechtsextremen REPS, das nur am Rande -, d.h. auch die heute gültige Waffengesetzgebung in Deutschland wurde damals der Lobby geopfert.

    Würde es nach mir gehen, dann dürfte kein hier lebender Mensch Waffen, egal welcher Art, bei sich zuhause horten. Nur die Berufe, die mit Waffen umgehen dürften solche tragen, aber auch nicht zuhause sondern im Dienst – eben Militär, Polizei, Jäger usw. usf.

    Dies wäre – nach Hessens Koch – „die brutalstmögliche“ Verhinderung von Amokläufen, aber ich denke Winnenden zeigt, dass es nicht Fünf-Vor- sondern bereits Fünf-Nach-Zwölf ist.

    Waffen sollten nur noch an besonders befugte Personen abgegeben werden, und nicht mehr zuhause gebunkert werden können – auch in Deutschland nicht….

    Ich weiß, die deutsche Schützen- und Waffenvereinslobby sieht dies nicht gerne, aber es ist die einzige Möglichkeit weitere Amokläufe zu verhindern.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

    PS: Wollen wir wetten, dass Innenminister Schäuble dies genau aus dem Grund abgelehnt hat – die Waffen- und Schützenvereinslobby ist dagegen und außerdem wird was von der Linkspartei kommt, auch wenn es noch so vernünftig ist, erst einmal alles abgelehnt…..

  17. Noch was:

    Jeder Verein hat doch Spinde, und Safes.

    Was also spricht dagegen, dass Waffengesetz so zu verschärfen, dass diese Waffen nur noch dort gelagert werden sollten, vom Besitzer, unzugänglich für eigene Kinder, und sonstige unbefugte Personen.

    Natürlich müßte man durch strenge Bestrafung dafür sorgen, dass die Waffen auch wirklich wie oben beschrieben gelagert werden…..

    Amokläufe wären dann wirklich für alle Zeit ausgeschlossen, was aber nicht verheimlichen soll, dass wir dann ein anderes Problem hätten, aber dies ist ein anderes Thema, dass mehr mit dem sogenannten Gewaltmonopol des Staats zu tun hat ;) :(

    Man stelle sich vor: Waffen nur noch in der Hand von Polizei und Militär, und die drehen durch…..

    Ich darf gar nicht daran denken….

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  18. Ein Waffenbesitzer ist schon heute verpflichtet, den Zugang zu seiner Waffe vor Unbefugten zu schützen, so what? Ob das nun im Schützenverein oder zuhause geschieht ist doch unrelevant. Jugendliche und „junge Erwachsene“ dürfen auch Schußwaffen besitzen, sie sind schließlich mündig.

    Für alle Zeit ausgeschlossen: Sicher, so etwas wie „Schwarzmarkt“ gibt es ja auch nicht…

    Zu deiner Gewaltmonopol-Durchdreh-Überlegung lache ich einfach mal wieder eine Runde. Klischeepackung für heute wieder voll erfüllt :d

  19. Sehr interessante Diskusion.

    Allerdings habe ich zu vielem von dem was hier geschrieben wurde eine etwas andere Meinung.

    Vorallen Dingen stehe ich ALLEM was ich über die Medien, egal welcher Art, erfahre , äußerst kritisch gegenüber. Da ich nicht nachprüfen kann, ob es auch tatsächlich so geschehen ist. Wie man manipuliert, hat mit ganz besonders der Film „WAG THE DOG“ gezeigt.

    Eines ist bisher, meines Wissens nach, noch nirgendwo zur Sprache gekommen. Im WDR2 habe ich gehört, dass der „Amokläufer“ in psychiatrischer Behandlung war. Mich würde jetzt interessieren: Welche Medikamente wurden ihm verabreicht?

    In dem Buch „Nebenwirkung Tod“ von John Virapen, wird ausführlich erklärt, welche Auswirkungen Antidepressiva haben können. Ich weiß nicht mehr, war es in „Frontal 21“, „Panorama“ oder einem anderen Magazin, wurde vor einiger Zeit auch darüber berichtet.

    Davon hört man nichts, wird nicht zur Diskusion gestellt. Stellt sich mir die Frage: WARUM?????

    Liebe Grüße
    Margitta Lamers

  20. „[…]Zu deiner Gewaltmonopol-Durchdreh-Überlegung lache ich einfach mal wieder eine Runde. Klischeepackung für heute wieder voll erfüllt […]“

    Lach nur, der einzige – Und da bin ich mit „epikur“ wohl einer Meinung? – der hier Klischees verteilt bist !

    Was die anderen Dinge angeht, du verharmlost schon gewaltig, aber wie schon gesagt bei einem CDU/CSU/FDP/GRÜNEN/SPD-Wähler wundert mich nicht einmal das mehr….

    Eine Ironie der Geschichte, die besagten Personen ähneln immer mehr dem staatskommunistischen System nach dessen Scheitern….

    Honecker & Co. wollten auch nicht wahr haben, dass ihre Ideologie auf voller Linie gescheitert war, die widersprachen sogar einen sowjetischen Staatspräsidenten namens Gorbatschow…kein Klischee, die Neoliberalen sind so größenwahnsinnig, dass die weder die Finanzkrise noch die „Neue Weltwirtschaftskrise“ sehen wollen, und gescheiter als Nobelpreisträger ist man allemal – kein Klischee so sehe ich den neoliberalen Größenwahn & die Realitätsverleugunung die du hier betreibst.

    Macht aber nix, darfst ruhig weiter schreiben, denn mit jedem Kommentar entlarvst du dich selber *lol* ;)

    Amüsierte Grüße
    Nachdenkseiten-Leser

  21. Ach noch was, genau so Sprüche & Realitätsverweigerung waren angeblich der Grund warum der junge Spund in Winnenden Amok gelaufen ist, aber keine Sorge, ich gön auch „Idioten“ (=lat. rein auf’s Privatleben konzentrierte) wie dir ein langes, und gesegnetes Leben.

    Wie sagte schon der Deist Voltaire:

    „Ich bin nicht Ihrer Meinung, aber ich würde Sie sogar mit meinem Leben verteidigen, damit Sie diese äußern können!“

    In diesem Sinne gute Nacht
    Nachdenkseiten-Leser

  22. @Margitta

    Danke für den Buchtipp.

    Was mir an den „Aasgeiern“ auffällt, die sich nun auf den Fall Winnenden stürzen ist etwas, dass in Deutschland ja – nicht allein bei Amok-Tätern – Hochkonjunktur hat.

    Man will die gesellschaftlichen Hintergründe, die heute sogar Wolfgang Schäuble ansprach – in Interview – nicht wahr haben, und schiebt die auf die „psychische Krankheit“ des Betreffenden….

    Wohlgemerkt, ich verteidige hier nicht einen Amok-Läufer oder einen Brandstifter, der sich nun als Innenminister der Gesellschaftskritik an eine Gesellschaft nähert, die er selbst so mitfabriziert hat.

    Mir geht es um was ganz anderes, eben die „Psychologisierung“, die bei Fällen, egal welchen, neuerdings wie in totalitären Systemen immer als erstes erwähnt wird.

    Da frage ich mich doch:

    „Wie lange geht es noch, bis die ersten Andersdenkenden in geschlossenen Einrichtungen verschwinden, nur weil die unsere Gesellschaftsform ablehnen?“

    Wer übrigens nun damit kommt, dass dies in Deutschland so nicht möglich wäre, dem lege ich mal die Zwangspsychiatrisierungsgeschichte des NS-Staates, der Ex-DDR und ja, sogar der alten Bundesrepublik, ans Herz zu studieren.

    Es gibt sogar einen Fall der bis zum höchsten europ. Gericht ging, und dort das Recht erstritten hat als „normal“ zu gelten.

    Der Fall „Vera Stein“ (=Pseudonym), d.h. hier wurde eine völlig gesunde Frau mit der falschen Diagnose jahrelang in Deutschlands Psychiatrie herumgereicht….

    Sorry, ich hab etwas ausgeholt, aber eigentlich wollte ich nur schreiben, dass mich die erneute Psychiatrisierung von allen Andersdenkenden, Unangepaßten & sonstigen „Fällen“ wirklich nervt….

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  23. @Margitta

    „Vera Stein: Diagnose ‚unzurechnungsfähig‘

    Sie entkam dem Räderwerk der Psychiatrie und kämpfte um Ihr Recht bis zum Europäischen Gerichtshof – mit Erfolg!.

    VAS-Verlag für Akademische Schriften,Karl-Heinz Balon, Frankfurt
    Juni 2006 – Kunststoff – 277 Seiten“

    Nur als Nachschub noch, damit du siehst, es gibt – leider – auch in Deutschland Menschen die völlig unschuldig in die Psychiatrie eingesperrt wurden.

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

    PS: Welch prominentes Mitglied der Menschheit wurde übrigens in der Ex-Sowjetunion als „politisch Unangepasster“ in die Psychiatrie gesperrt? Sacharow war sein Name….

  24. Hi Nachdenkseiten-Leser,

    ich freue mich für Deine rege Teilnahme an unserem ZG-Blog. Ich hätte nur einen echten Herzenswunsch bzw. eine Bitte an Dich: versuch in Zukunft doch bitte Deine Gedanken zu sammeln, bevor Du kommentierst. Vier Kommentare hintereinander von Dir, bevor eine Antwort kommt, erschweren eine fruchtbare Diskussion und sieht nicht sehr schön aus.

    Ansonsten freue ich mich über jeden Kommentar von Dir :)

  25. Zur Argumentation der Verschärfung des Waffenrechts.
    Für mich ist das beste Argument immer noch die Schweiz. Dort haben Militärangehörige ihre Armeewaffen zu Hause und trotzdem werden nicht jeden Tag Menschen erschossen.

    Die Hauptursache liegt meiner Meinung nach in der Schule und Familie. Gerade die moderne Schule mit ihrem Leistungsdruck ist für manche Kinder und Jugendliche eine tägliche Mobbinghölle. Vera Birkenbihl hat in einem Vortrag einmal gesagt, daß eine Abwertungsattacke einmal pro Jahr von Lehrern oder Mitschülern ausreiche, um für den Schüler oder die Schülerin die Schule für den Rest des Jahres fast unerträglich zu machen. Und wer dann kein gefestigtes Elternhaus aufweisen kann, mit dem diese Attacken verarbeitet werden können, der frißt die Angst und Wut über Jahre in sich hinein – bis zur möglichen Explosion.

    Ich glaube, jeder kennt die Wutphantasien, sei es als Kind, Jugendlicher oder gar als Erwachsener. Ich erinnere mich noch, wie mein Bruder und ich die verarbeitet haben, wir spielten mit unseren Plüschtieren oder im Wald die Phantasien aus. Wir spielten Rollen!

    In dem Buch – Schule kann gelingen von Enja Riegel – betont sie immer wieder, wie wichtig Rollenspiele und Theater ist. Hier werden in sicherer Umgebung Problemlösungsfähigkeiten trainiert, die unsere Kinder brauchen. Und es sind nicht die einseitigen, us-amerikanisch geprägten Problemlösung via Gewalt, sondern solche, die sich auch realistisch anwenden lassen.

    Es sind wirklich nicht unbedingt die Videospiele – ich halte sie nur für ein Symptom, es ist das gesamte tägliche Umfeld, daß Gewalt als Lösung vorführt. Ein heutiges Kind sieht mehr Morde im Fernsehen an einem Tag, als ein Kind in den Sechziger in einem Jahr. Gleichzeitig werden Sozialkontakte zu Eltern, Verwandten, Freunden und Mitschülern immer ärmer. Wo soll also ein Jugendlicher, der sich in einer Orientierungsphase befindet, Handlungsanweisungen herbekommen? Wenn er von uns Erwachsenen keine bekommt, dann nimmt er sich eben was er kriegen kann – Medien, Videospiele, etc.. Der sind Videospiele ein Symptom aber nicht die Ursache.

  26. @ gerhardq,

    da bringen Sie ein sehr wichtiges Argument zur Sprache. Da wird immer kritisiert, dass die Kinder und Jugendlichen sich zu wenig bewegen und zu viel vorm Computer hocken.

    Wenn ich mir so den Tagesablauf der heutigen Kinder ansehe und mit meinem vergleiche, der nun mehr als 50 Jahre hinter mir liegt, möchte ich wahrlich kein Kind mehr sein.

    Ich ging im schönen Bayernland vormittags und ein- oder zweimal nachmittags zur Schule, danach nach Hause Mittagessen und anschließend waren die Hausaufgaben zu erledigen. Danach konnte ich machen was ich wollte. Meist verbrachte ich meine Zeit in den umliegenden Wäldern, mal mit den anderen Kindern sehr oft aber auch alleine, da ich mehr der Einzelgänger-Typ war.

    Wenn ich mich so in die Lage der heutigen Kinder hineinversetze und mit deren Zwängen mich arrangieren müsste, ich weiß nicht ob ich mich nicht auch in eine derart kritische, ausweglos scheinende Lage manövriert hätte und blind vor Wut und Hass zu einer solchen Tat fähig gewesen wäre.

    Bei genauem Hinsehen würden wir sehen, das Kinder die Gesellschaft in der sie leben nur widerspiegeln und ihr den Spiegel vorhalten.

    Liebe Grüße
    Margitta Lamers

  27. Zunächst: Ich freue mich auch über jeden Kommentar von Nachdenkseiten-Leser, wie schon beidereseits erwähnt amüsiere ich mich köstlich.

    „Mir geht es um was ganz anderes, eben die »Psychologisierung«, die bei Fällen, egal welchen, neuerdings wie in totalitären Systemen immer als erstes erwähnt wird.“
    Von einer »Psychologisierung« muss man doch nicht sprechen, wenn der Junge in Behandlung war! Das ist bereits durch den Fakt erledigt, dass er in Behandlung war! Wenn du meinst, dass hierzulande mit Gewaltverbrechen umgegangen wird wie in totalitären Systemen, dann sag hallo zum Realitätsverlust. Dass es weitergehende Ursachen gibt bzw. Ursachen für seine Erkrankung gibt, das ist logisch.

    Was der von dir angesprochene Fall Vera Stein mit dem Amoklauf oder allein mit der angeblichen Psychologisierung, um von wirklichen Ursachen abzulenken, zu tun hat, das erschließt sich mir auch nicht. Wäre der Junge nicht krank gewesen, vielleicht wäre er nicht durchgedreht. Hätte er keine Waffe bekommen, hätte er keine Menschen erschießen können etc., aber ist die Krankheit wohl einer der Hauptgründe. Wer depressiv ist, hat nunmal nicht so viel Spaß am Leben.

    hast du dich schon einmal als Gagschreiber versucht? „bei einem CDU/CSU/FDP/GRÜNEN/SPD-Wähler wundert mich nicht einmal das mehr“ finde ich einfach gut :d
    Hast du etwas gegen Demokratie, gegen Parlamentarismus? Oder warum lehnst du die größten Parteien allesamt ab? Das ist natürlich dein Recht, aber der Rundumschlag ist einfach nur drollig.
    Ich hoffe nur, dass du dein Wahlrecht wahrnimmst (oder eine Partei gründest, wenn dir keine zusagt), denn wer sich nicht beteilgit, dem steht einfach keinerlei Kritik an irgendeiner Partei und an Politik im Allgemeinen zu. Sämtliche etablierte deutsche Parteien ablehnen und totalitäre Zustände herbeireden, das ist eine lustige Taktik…

  28. @gerhardq (13. März 2009 um 09:35)

    […] Zur Argumentation der Verschärfung des Waffenrechts.
    Für mich ist das beste Argument immer noch die Schweiz. Dort haben Militärangehörige ihre Armeewaffen zu Hause und trotzdem werden nicht jeden Tag Menschen erschossen. […]

    Das stimmt (leider) nicht. An der Universität Zürich hat man Daten dazu seit 1980 erhoben und kommt auf valide Ergebnisse, dass es einen Zusammenhang gibt. Mittlerweile ist die angesprochene Praxis in der Schweiz auch geändert (weiß aber aus dem Kopf grad nicht, wie lange schon).

    Ansonsten hier noch der Link zu einem interessanten Newsletter vom 14. März von Dr. Schnitzer: „Wo fehlen Tassen im Schrank?“

    http://www.dr-schnitzer.de/emailnachrichten.html

    Es werden neben einigen aufschlußreichen Links über Zahlen zu Selbstmorden, Medienmanipulationen, der „Volkskrankheit“ Depression (immerhin wird von 4 Millionen Betroffenen ausgegangen) auch die Auswirkungen von Psychopharmaka/Antidepressiva genannt.

  29. Auf Ad Sinistram so eben gefunden:

    http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/03/eine-schulkarriere.html

    Der Text deckt sich gut mit dem von mir weiter oben geschriebenen, dass gewisse Forenteilnehmer hier als „Schwachsinn“ abtun wollen.

    Man sollte aber wissen, dass ich weder mit Herrn Lapuente identisch bin, noch dass Herr Lapuente mit dem Amokläufer von Winnenden identisch ist, aber die Sichtweise, die diesen Jugendlichen letztendlich zur Tat geführt hat hat Herr Lapuente sehr gut beschrieben.

    Man könnte glatt befürchten, dass, rein psychologisch gesehen („Luzifer-Effekt“) ein Amokläufer in JEDEM von uns wohnt, aber der Zündfunke, der letztendlich zur Tat führt der fehlt den meisten von uns, z.B. auch mir, zum Glück.

    Übrigens habe ich hier auch einen Text hinterlassen:

    http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/03/de-auditu.html#comment-5836890230361727289

    …mir gibt insbesondere zu Denken, dass die Antiterrorgesetzgebung, die Schäuble immer wieder beschwört, anscheinend vor unseren dt. Mitbürgern – in diesem Punkt = privatem Waffenbesitz – doch halt macht.

    Wäre der Amokläufer von Winnenden ein Osama-Bin-Laden-Typ gewesen, dann wäre das Geschrei der Konservativen (ja, auch die dt. Medien sind weitgehend konservativ – nicht allein das Springer-Organ Bild) riesig, so wird am selben Wochenende in Sindelfingen wieder mit Waffenausstellung hantiert als wäre nix gewesen in Winnenden – …das Geld verdienen ist eben auch hier wichtiger als 16 Amokläufer-Opfer + toter Täter zynisch gesehen!

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  30. Epikur (ziemlich zu Anfang der „Diskussion“ hier): „Eine neoliberale sozialdarwinistische Politik, indem die Menschen systematisch in Gewinner und Verlierer gespalten werden, befördert ein Klima, indem Schüler keinen anderen Ausweg mehr kennen, als Selbstmord oder Amoklauf.“

    Mit dem Rücken zur Wand… dann wenigstens noch ein paar von den Idioten mitnehmen, die einen jahrelang getreten haben (wobei sich getreten fühlen eine extrem subjektive Empfindung ist).
    Außerdem kann man einen Amoklauf als Auwuchs sozialdarwinistischer Ideologie sehen: gottgleich, alle anderen sind wertlos. Hier nennt es der Psychologe Kontrollverlust, im 3.Reich hatten solche Leute gute Karrierechancen…

    Interessant finde ich, was ich heute so zufällig gehört habe, daß lustig Teutonia (aka Bananenrepublik Deutschland) neben den USA führend in der Produktion von (jugendlichen) Amokläufern ist. Aber nein, die pösen Killerspiele und das pornoversuchte Internet sind Schuld… Alles klar.

  31. „[…]Interessant finde ich, was ich heute so zufällig gehört habe, daß lustig Teutonia (aka Bananenrepublik Deutschland) neben den USA führend in der Produktion von (jugendlichen) Amokläufern ist. Aber nein, die pösen Killerspiele und das pornoversuchte Internet sind Schuld… Alles klar.[…]“

    Sehe ich ganz genauso, jetzt werden wieder die üblichen Schuldigen gesucht, um vom Sozialdarwinismus (ich mußte mich mal korrigieren lassen: Sozialrassimsus wäre der bessere Ausdruck für die Auswüchse unter Merkel/Schröder) abzulenken.

    Ich bin mal gespannt was die Herrschaften in Berlin zur neuesten Nachricht aus Paris sagen – dort wurde, lt. Medienberichten, 21 Polizisten von Jugendlichen in einen regelrechten Hinterhalt gelockt, und teilweise mit Schrottgewehren und Steinen attackiert, d.h. in den Banlieus herrschen Bürgerkriegszustände, die zu schwerverletzten Polizisten führen.

    Auf die Diskussion in Frankreich, und Deutschland bin ich schon gespannt, denn im Unterschied zu Deutschland zitieren unsere Medien die Vorgänge in Frankreich genüßlich unter „soziale Spannungen“.

    In Deutschland unmöglich, der Amokläufer ist doch nur ein Computerspielsüchtiger gewesen, der seine Tat kurz nach dem Spielen eines Spiels – welches wurde gestern nicht gesagt. Ja, warum wohl? – ausgeführt hat.

    „Soziale Probleme“ in Deutschland? Die existieren nicht, die gibt es nur in Frankreich, und auch dort nur in den Vorstädten von Paris bei arabischstämmigen „Ausländern“.

    Ich korrigiere mich, auch die dt. Medien zeigen wieder ihr altes rassistisch-sozial“darwinistisches“ Gesicht, in Zeiten der „Neuen Weltwirtschaftskrise“ (Zitat Nobelpreisträger Paul Krugman).

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

  32. Wichtig!?!

    Weiss jemand wieviel Magazine er dabei gehabt hat…diese Frage ist von extenzieller Bedeutung…in einem Bericht hatte ich was gelesen, dass er angeblich nur ein Magazin dabei gehabt haben soll…wenn DAS stimmt…

    Überlegt doch mal Leute: Er hatte 3 Minuten Zeit…Von dem Betreten bis zum Eintreffen der Polizei…

    Er soll in dieser Zeit 10 Schüler erschossen haben…er soll 60 Schuss abgegeben haben….aus einem Magazin?? Ist ja wie in den James Bond Filmen (auch immer ne Berretta die unendlich viel Schuss im Magazin hat)

    Soll er in diesen 3 Minuten etwa noch mindestens 3 mal (bei einem 15 schuss magazin) jede EINZELNE PATRONE einzeln in das Magazin gefüllt haben? Jeder der schonmal beim Bund war weiss das das totaler Bullshit ist…er wird ja auch kaum vor den Schülern 3mal das Magazin aufgefüllt haben, hätte sich also erstmal zurückziehen müssen….dann nochmal raus, 15 schuss abfeuern…dann wieder zurückziehen, jede einzelene Patrone neu in das Magazin füllen, dann wieder raus aus dem Versteck…dasselbe nochmal, und in dem Zeitraum noch 10 Kofschüsse verpasst und auf die Polizei geschossen?

    KEINE OBDUKTION DER OPFER. Seit wann gibts denn sowas? Jeder Penner sorry der unter ner Brücke gefunden wird, wird obduziert

    Das könnt ihr Zivildienstlleistende erzählen die Ommas im Rollstuhl schieben, aber nicht mir

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