Henryk M. Broder — der Agitator

Der deutsche Journalist, polnisch‐jüdischer Abstammung, Henryk M. Broder ist mir schon länger unangenehm aufgefallen. Er tingelt regelmäßig durch allemöglichen Talkshows und schreibt Kolumnen für den Spiegel, Spiegelonline u den Tagesspiegel.  Im Internet beteiligt er sich an der sog.  »Achse des Guten« — ein Tagebuch auf dem verschiedene Autoren publizieren. In diesem Online‐Blog tummeln sich z.B. karrieregeile Individuen wie Vera Lengsfeld, die in der SED und bei den GRÜNEN Parteimitglied war und heute für die CDU kandidiert. Allen gemein ist die nicht vorhandene Toleranz gegenüber dem Islam. Über einen Journalisten, der keiner ist.

Jede Form von Kritik an der Politik Israels wird sofort mit dem Vorwurf des Antisemitismus von Broder begegnet. Außerdem ist Broder fremden‐ und islamfeindlich dass die Wände sich biegen. Dafür lässt er sich auch gern von islamfeindlichen Seiten wie die politically incorrect und sogar von rechtsradikalen Magazinen wie »die blaue Narzisse« interviewen. Dort lässt Broder zum Thema Islam z.B. folgende Sätze fallen:

Es wird kein Dialog betrieben, es wird eine Form der Unterwerfung betrieben. Schauen Sie, wenn bei RTL II ein Film läuft über eine junge deutsche Frau, die im Ramadan in eine islamische Familie geht, in eine sehr sympathische islamische Familie, und wenn das als Integration ausgegeben wird, dann liegt ein Missverständnis vor. Es müsste eigentlich ein Film laufen über eine muslimische Frau, die Weihnachten in eine christliche Familie geht.«

Warum braucht man denn eine Auseinandersetzung? Ich habe auch keine Auseinandersetzung mit den Ossis. Ich lese über die auch nur in der Zeitung. Das reicht doch.«

Die Einwanderer, die zu uns kommen, suchen zwar auch ein besseres Leben, aber ich glaube nicht, dass sie davon überzeugt sind, dass sie in eine bessere Gesellschaft kommen.«

Ein latent fremdenfeindlicher Hetz‐Journalist wie Broder, der also der Meinung ist, die Deutschen haben pauschal eine bessere Gesellschaft als alle Herkunftsländer der Einwanderer es haben, ist damit nicht nur ein Befürworter einer Leitkultur der Assimilation, sondern menschenverachtend, arrogant und rechtspopulistisch obendrein. Offen spricht er aus, er wolle gar keine Kommunikation mit Einwanderern oder Menschen mit Migrationshintergrund. Es reiche doch, wenn er aus „der Zeitung von ihnen höre« und er munter weiter gegen sie hetzen kann. Wozu sich mit denen auseinandersetzen? So jemand darf in Deutschland dann im Spiegel ungeniert seine Kolumnen schreiben und wird mit dem Ludwig‐Börne Preis für »besondere jorunalistische Verdienste« ausgezeichnet.

Anfang 2008 ist Broder dann öffentlichkeitswirksam zum Islam konvertiert, nur um dann in einem Interview mit der »Welt« zu sagen, dass er »nun zu 1,3 Milliarden Muslimen in aller Welt gehöre, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen«. Außerdem sei er zum Islam konvertiert, um endlich von »glutäugigen Araberbengeln bewundert zu werden«.

Im Herbst 2008 hat Broder zudem ein neues Buch veröffentlicht: »Kritik der reinen Toleranz«. Wer diesen Blogbeitrag bis hierhin aufmerksam gelesen hat, kann sich denken worum es darin geht. Als Appetithäppchen nur soviel: »Intoleranz wird zur Pflicht und Tugend: Intoleranz gegenüber dem wohlfeilen Gutmenschentum, gegenüber totalitären Utopien«. Broder sieht sich als erbitterter Gegner des Multikulturalismus, des Liberalismus und einer humanistisch geprägten Form der Toleranz.

Für solche Journalisten hätte sich die Tagesthemen‐Legende und der vorbildliche Journalist Hanns‐Joachim Friedrichs wahrlich geschämt. Seinen berühmten Satz was einen guten Journalisten ausmacht, nehmen sich immer weniger Journalisten zu Herzen:

Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache, dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.«

9 Gedanken zu “Henryk M. Broder — der Agitator

  1. Broder hat auch ein Buch geschrieben, namens : »Hurra, wir kapitulieren«.
    ich hab kurz reingeblättert, lohnt sich nicht, es sei denn man will sich mal wieder ärgern. Ist Broder vielleicht auch Mitglied des INSM?

  2. Aber, aber, Broder ist doch einsichtig:

    »Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Täter haben meistens eine längere Lebenserwartung als Opfer und es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein.«
    — Jüdische Allgemeine, März 2005 -

    Kampf der Völker und Rassen? Man muß härter sein als das andere Volk, die andere Rasse? Muß denen zuvorkommen? Das hat auch mal einer erzählt, der mal Postkartenmotive in Wien gemalt hat.

  3. Richtig erkannt. Ich dachte, das wurde durch meinen Beitrag auch ersichtlich? Broder hat das nur gemacht, um den islam öffentlich diskreditieren zu können. Dass er nicht wirklich konvertiert ist, versteht sich von selbst. Und auch wenn »die Welt«, dass unter der Rubrik »Satire« verzeichnet — Broder meint es ernst mit seinem Islam‐Hass.

  4. Ich bin mir nicht so sicher wie ihr, ob der Broder Islam*feindlich* ist. Den Zitatbeitrag von Roberto (oben) muss man ironisch verstehen. Die Politik Israels hat Broder selbst schon scharf -wenn auch nicht sehr konstruktiv‐ kritisiert (es folgt ein Zitat von seiner Homepage):

    »Den Siedlern müsste etwa dies gesagt werden: »Tut uns leid, Leute, es war ein schwerer Fehler, euch in den besetzten Gebieten anzusiedeln. Ihr seid ein Sicherheitsrisiko, für euch selbst, für ganz Israel, für den Frieden. Wir hätten das auch schon früher erkennen können, aber wir waren dazu nicht in der Lage. Doch das kann kein Grund sein, mit der falschen Politik weiter zu machen. Ihr habt jetzt die Wahl: Bleiben oder gehen. Wir bieten jedem von Euch ein nagelneues Haus im Negev oder im Galil an, dazu einen VW Passat Kombi und 1oo.ooo.- Dollar bar auf die Hand. (...)
    Die Frage, warum Israel nicht in der Lage ist, den Konflikt auf diese Weise zu beenden, wäre in der Tat eine Überlegung wert. Wahrscheinlich deswegen, weil die Juden nicht so klug sind, wie es die Antisemiten irrtümlich annehmen. Und weil sie das »Überleben« seit viertausend Jahren üben und deswegen mit dem »Leben« nicht klar kommen. Man könnte auch eine internationale Intervention fordern, wobei man dann sowohl die Israelis wie die Palästinenser entmündigen müsste, was vermutlich die einzige vernünftige Option wäre.« (Zitat Ende)

    Was Broder stört, ist die Tatsache, dass der »Israel‐Palästina‐Konflikt« (und die Kritik an der Außenpolitik der USA) in deutschen Medien so überrepräsentiert ist, besonders eben im Vergleich zu menschenrechtsverletzungen in Islamischen Unrechtsstaaten. Er hält das für eine spezifisch deutsche Fixierung. Deswegen ist er überempfindlich und spuckt Gift und Galle, wenn wieder Deutsche sich »zuständig fühlen«, Israel zu kommentieren. Ich denke er übersieht einfach, dass USA/Israel den Deutschen weltanschaulich und politisch näher stehen als Islamische Staaten, weshalb es empörender für »uns« ist, wenn diese Länder etwas »moralisch Anstößiges« tun.
    Was seine Islamkritik angeht, hat Broder m.E. im Übrigen mit vielem Recht. Scharia passt einfach nicht zum Grundgesetz, und ohne »unsere« Kultur als überlegen anzusehen, muss man sicherstellen, dass Einwanderer egal woher mit dem Konzept der Menschenrechte einverstanden sind. Hierzulande Opern abzusetzen oder Prügel von Ehefrauen zu tolerieren, um Islamisten »nicht zu provozieren« ist durchgeknallt, und die Reaktionen vieler Islamischer Gruppen und Institutionen auf die Mohammedkarikaturen waren es auch.

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