Statt Schwerter zu Pflugscharen, heisst es jetzt: Arbeitslose zu Haustiere! Langzeitarbeitslose können sich fortan auf Hunde, Katzen, Hamster und Aquariumsfische umschulen lassen. Absurde Idee, meinen Sie? Mitnichten! Das Konzept hat viele Vorteile für Erwerbslose und den Staat! Hartzis bekommen Nahrung, Obdach, Liebe und Aufmerksamkeit und der Staat spart Millionen. Weiterlesen
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Status-Denken
Mein Gott, wie mich das nervt! Die Frage nach Beruf und Abschluss sind fast immer die ersten Fragen, wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Auf dem Arbeitsplatz, in der Kneipe, auf Partys, bei Freunden, in der Öffentlichkeit. Egal wo. Menschen werden abgecheckt, eingeordnet und dann kategorisiert. Abschließend folgt, in Kombination mit Aussehen und Kleidung, eine Erstbewertung. Hat man studiert, sein Diplom gemacht und verdient ganz gut, gibt es aufschauende Blicke und »Ohh-Floskeln«. Ist man erwerbslos, darf man sich schämen und gleich rechtfertigen, warum man denn keine Lohnarbeit habe. Mit viel Glück wird die Rechtfertigung angenommen werden. Meistens wird aber heimlich abschätzig über die Person gedacht werden: »hmmm...ein Arbeitsloser, ein fauler Sack, jemand ohne Geld und Ansehen«.
Wieso fällt es Menschen so schwer, den Menschen an sich zu sehen? Stattdessen wird immer und immer wieder der Sozialstatus abgefragt. Wenn Lohnarbeit den Menschen von sich selbst entfremdet, ist es absurd, nach genau der Lohnarbeit zu fragen, um einen Menschen einschätzen zu können. Menschen sind nicht ihre zum Zwang erhobene Lohnarbeit, sondern ihre Bedürfnisse, ihre Leidenschaften, ihre Neigungen, ihre Stärken und Schwächen, ihre Ängste und ihre Wünsche. Das machen Charakter und Persönlichkeit aus.
Traurige Realität
Die Ausgrenzung von Erwerbslosen ist in vollem Gange. Erwerbslose werden als Menschen zweiter Klasse behandelt. Sozialtranfers werden gekürzt, eine ständige Medienhetze gegen Arbeitslose findet statt, Kinder von Hartz4-Empfängern können sich keine Klassenfahrten und warme Mahlzeiten leisten, Arbeitslose werden gezwungen in günstigere Wohnungen umzuziehen und prekäre Arbeit anzunehmen, Langzeitarbeitslose haben kaum eine Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit, Sozialgerichtsgebühren hindern Arbeitslose daran ihr Recht wahrzunehmen, BA-Mitarbeiter schikanieren und drangsalieren Erwerbslose mit offener Willkür usw. Vor ca.70 Jahren hat es schon mal so angefangen.
»Bürger, bettelt um Lohnarbeit!«
Im April 2010 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel »Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein!«. Darin schrieb ich, dass es für viele Menschen eine Kausalität zwischen Lohnarbeit und Glück gebe. Ferner, dass wer erwerbslos ist, auch gar nicht glücklich sein könne bzw. nicht glücklich sein dürfe! Wer erwerbslos ist und auch noch behaupte, er sei gar nicht so unglücklich darüber, wird als Parasit, Schmarotzer, ja als Unmensch gesehen. Wer erwerbslos ist, hat sich zu schämen, zu ducken und sich ständig bei der Familie und bei Freunden zu rechtfertigen, warum er denn keine Lohnarbeit habe? Weiterlesen
Gepflegte Dauerpropaganda
Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, werden uns bestimmte Lügenmärchen und Mythen immer und immer wieder erzählt. Die herrschende Kaste will damit vor allem den Status Quo der Profitsicherung und den gesellschaftlichen Frieden aufrecht erhalten. Drei besonders penetrante Lügenmärchen, die uns durch jeglichen Kommunikationskanal fast täglich erreichen sind:
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Arbeitslose sind selbst schuld an ihrer Situation.
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Leistung lohnt sich.
- Wir werden immer älter und Deutschland stirbt aus.
Die Jugend von heute
Die Jugend von heute sei größtenteils nicht ausbildungsfähig und nicht ausbildungswillig, wird oft behauptet. Sie seien undiszipliniert, vorlaut, wollen nur rumhängen, vor dem PC oder dem Fernseher sitzen, saufen, sms schreiben, mp3´s hören und chatten. Viele Ausbildungsbetriebe beklagen sich, dass Jugendliche große Bildungslücken aufweisen würden. Kurz: die Jugend ist dumm und schuld! Für viele Jugendliche gibt es heute nur zwei Perspektiven: Superstar werden oder Hartz 4 beziehen. Nach den Ursachen fragt wie immer keiner.
Alles wird gut
Forscher bestätigen es: in ca. 50 Jahren wird die Armut abgeschafft sein, Arbeitslose wird es keine mehr geben, auf Gewalt und Kriminalität wird freiwillig verzichtet werden, Politiker sagen nur noch die Wahrheit und niemand geht mehr fremd! In akribischer jahrelanger Forschungsarbeit haben dies nun Forscher herausgefunden. Ihre repräsentative Studie lässt keine Fehlkalkulationen zu. Wir können uns nun alle zurücklehnen und die Zukunft genüßlich erwarten. Alles wird gut!
- inspiriert von der Hellseherei-Studie des IAB, nach der es im Jahre 2025 nur noch knapp 1,5 Millionen Erwerbslose in Deutschland geben wird
Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein!
Arbeitslosigkeit und Glück dürfen nicht zusammengehören. Wer arbeitslos ist, hat sich zu schämen, zu ducken, muss unglücklich und unzufrieden mit sich und seinem Leben sein. Da sich jedes Individuum in Deutschland über Lohnarbeit zu definieren hat, müssen folglich alle Erwerbslosen unglücklich und unzufrieden sein. Freunde, Liebesbeziehung, Familie, ehrenamtliche Arbeit, Sport, Reisen, Bücher, Musik sowie sonstige Hobbys und Leidenschaften dürfen nicht zufrieden und glücklich machen. Das darf nur die Lohnarbeit. Schließlich stellt sie einen Wert an sich dar, völlig unabhängig von Art und Inhalt der Tätigkeit. Weiterlesen
ZG-Rückblick: Massenarbeitslosigkeit
Zurzeit erleben wir ein großes Getöse unseres Außenministers Guido Westerwelle, wie er auf die Schwächsten der Gesellschaft spuckt: Arbeitslose. Dabei wird davon abgelenkt, dass es in Deutschland nicht genug freie Stellen gibt. Selbst wenn im Idealfall alle Arbeitslosen einen Arbeitsplatz vermittelt bekommen, wären immer noch mehrere Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Knapp 500.000 offene Stellen treffen auf offiziell registrierte 3,5 Millionen Arbeitslose. In Wahrheit haben wir ca. 10 Millionen Arbeitslose. Was tun gegen Arbeitslosigkeit? Wird sie jemals wieder abgebaut werden können? Besteht überhaupt ein ernstes Interesse daran? Weiterlesen
Zum Thema Obdachlosigkeit
Vor kurzem saß ich in der Berliner U‑Bahn und »gönnte« mir mal wieder die Obdachlosen-Zeitung »der Strassenfeger«. Auf Seite 20 der aktuellen Ausgabe Nr. 20 vom September 2009 gab es ein Verkäuferportrait von René Soltysik. In diesem Portrait wird ausführlich geschildert, wie er zur Obdachlosigkeit gekommen ist. Da es leider immer noch sehr viele Menschen gibt, die der Auffassung sind, »die sind ja alle selbst schuld« und die sich nicht mit den Hintergründen von Obdachlosigkeit auseinandersetzen, ist hier im folgenden das Verkäuferportrait mit Einverständnis der Strassenfeger-Redaktion zu lesen. Weiterlesen

