Die Methode der Verleugnung

Eines der wohl beliebtesten rhetorischen Werkzeuge in der Politik, ist die Methode der Verleugnung. Tatsachen, Zustände und Gegebenheiten werden einfach als nicht vorhanden abgeschrieben. Das geht meist sogar so weit, dass an die eigene Verleugnung geglaubt wird. Wenn also Müntefering mit dem Zitat »in Deutschland gibt es keine Unterschichten, sondern nur Menschen die es schwer haben« auftrumpft, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass er lügt. Er glaubt an seine eigene Realitätsverleugnung. Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder glaubte sicherlich an seinen Satz, den er am 5. Juli 2004 in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin« der Nation mitteilte: »Es gibt keine Alternative zu meiner Reformpolitik«. Auch viele Experten die davon überzeugt sind, dass es keine Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland gäbe und dass Hartz4 ja eigentlich etwas ganz tolles sei, glauben sehr wahrscheinlich an ihre eigenen Aussagen. Auch Westerwelle ist eher ein Überzeugungstäter, als ein notorischer Lügner.

Es ist eine Sache, gezielt zu lügen und Dinge zu verleugnen. Eine andere ist es, an die eigene Lüge zu glauben. Wie nennt man sowas noch gleich in der Psychologie?

Bodenlosigkeit

Heute werde ich das Blog auch wirklich mal als solches gebrauchen: als persönliches Tagebuch. Mir ist stark danach. Und nach dem Lesen des Beitrages wird vielleicht auch klar, wieso ich diesmal ein solches Bedürfnis hege. Kurz und knapp, um die Einleitung zu überspringen: ich war insgesamt 5 Tage im Krankenhaus, mit Vollnarkose und davon 1 Tag  in künstlichem Koma. Heute bin ich entlassen worden. Weiterlesen →

Magic: The Puzzling

Mark Rosewater, Chefdesigner bei Wizards of the Coast, hat vor vielen Jahren als Redakteur des »Duelist« eine Rubrik ins Leben gerufen in der relativ komplizierte Boardsituationen dargestellt wurden und der Leser das Out (also die Möglichkeit das Spiel noch zu gewinnen) herausfinden musste.

Vor einigen Wochen fühlte ich mich ein wenig in einer tatsächlichen Spielsituation an ein solches Puzzle erinnert. Hier also für alle zum Nachvollziehen (mit alle sind wohl eher alle mit Magickenntnissen gemeint):

Ich spiele am Tag des  Wordwake-Prerelease ein Triple-Worldwake Draft und habe ein eher durchschnittliches G/W‑Möchtegernaggrodeck zusammengepicked. Ich bin unglücklicherweise Colorscrewed und habe lange Zeit nur grünes Mana zur Verfügung. Meine Gegnerin legt einen Halimar Excavator und mühlt mir, wie soll es anders sein, eine Ebene. Als ich anfange zu spielen habe ich die Befürchtung das Spiel ist eigentlich schon gelaufen, denn das Board ist überladen mit Bodenkreaturen und dank multipler Halimar Excavator und Join the Ranks habe ich nur noch 2 Karten in der Bibliothek und habe meiner Gegnerin bisher fast keinen Schaden zufügen können.

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TV-Reflektion: Lie To Me

Vox macht ja zur Zeit viel Werbung für die in Deutschland startende Serie »Lie to Me« (diesen Mittwoch, 10. März). Ich kann mich erinnern, dass Vox das durchaus öfters macht, wie z.B. auch schon bei »Boston Legal«. Bei einer so großen Medienpräsenz werde ich zwar eher skeptisch, aber »Lie to Me« kann man sich durchaus antun. Ich weiß zwar nicht wie die deutsche Synchro ist, aber wenn sie nicht zu schlimm ist, dann kann man eine gute »One-Man-Show« von Tim Roth erwarten. Er ist es, der die Serie trägt. Weiterlesen →

Das schwarze Wasser von Xe

In der aktuellen Ausgabe der »Le Monde Diplomatique« vom Februar 2010, gibt es einen sehr informativen Artikel über die Privatisierung der Armeen, sprich über private Militärdienstleistungen. Besonders der amerikanische Militärkonzern Xe Services, der bis zum Februar 2009 noch Blackwater Worldwide hieß, spielt hierbei eine große Rolle. Weiterlesen →

Antwort der Blätter-Redaktion

Vor einigen Tagen schrieb ich einen Beitrag über Josef Isensee´s  These der »Integrationsresistenz«. Meine Kritik habe ich auch der Blätter-Redaktion geschickt, die mir nun geantwortet haben. Wie der Kommentator Morsch in meinem Blogbeitrag schon richtig klargestellt hatte, ging es den Blättern vor allem auch darum, eine gegensätzliche Meinung abzudrucken, also eine Debatte voranzutreiben. Isensee´s Meinung spiegelt also nicht die Meinung der Blätter-Redaktion wider. Meine Wenigkeit unterlag einem Mißverständnis. Vielleicht sollte man aber auch so einen fragwürdigen Beitrag größer als »Debatte« kennzeichnen und nichtsdestotrotz bleibt der Artikel von Isensee  bedenklich.

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Nicht vergessen ... Abschalten: SGU

Letzte Woche Mittwoch feierte Stargate: Universe auf RTL2 Premiere. Heute kommt die nächste Folge. Man könnte also meinen, dass man eine aktuelle Sci-Fi-Serie zu sehen bekommt.

Nun dem ist nicht so. Dass ich keine besonders hohe Meinung von den vorherigen Stargate-Serien habe, kann man in meinem Sci-Fi-Artikel nachlesen. Aber wer bitte hat das Konzept dieser neuen Serie geschrieben? Der hochtrabende Name lässt viel erwarten, aber lässt um so mehr enttäuschen. Denn was man da sieht ist Battlestar Gallatica trifft Stargate (wie immer mit einer Menge Star Trek vermischt, aber das übersehen wir jetzt mal charmant). Die Charaktere sind ziemliche Stereotypen, nur das jeder noch einen dunklen Fleck in seiner Seele trägt. Das soll die Serie auch irgendwie sein: dunkler. So auch das Schiff in dem sie per Autopilot durch das Universum reisen. Weiterlesen →

Die Grenzen meiner Toleranz

Josef Isensee schrieb in der aktuellen Ausgabe (3÷2010) der »Blätter für deutsche und internationale Politik« einen Artikel zur Integrationsdebatte mit dem Titel »Integration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz«. Seit November 2007 habe ich die Blätter abonniert und lese sie sehr gerne. Die politische Monatszeitschrift enthält oft sehr gut recherchierte linkspolitische Artikel, Essays und Beiträge. Isensee´s Artikel jedoch, ist nationalistisch, fremdenfeindlich und strotzt nur so vor Islamophobie. Weiterlesen →

ZG-Rückblick: Massenarbeitslosigkeit

Zurzeit erleben wir ein großes Getöse unseres Außenministers Guido Westerwelle, wie er auf die Schwächsten der Gesellschaft spuckt: Arbeitslose. Dabei wird davon abgelenkt, dass es in Deutschland nicht genug freie Stellen gibt. Selbst wenn im Idealfall alle Arbeitslosen einen Arbeitsplatz vermittelt bekommen, wären immer noch mehrere Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Knapp 500.000 offene Stellen treffen auf offiziell registrierte 3,5 Millionen Arbeitslose. In Wahrheit haben wir ca. 10 Millionen Arbeitslose. Was tun gegen Arbeitslosigkeit? Wird sie jemals wieder abgebaut werden können? Besteht überhaupt ein ernstes Interesse daran? Weiterlesen →

Freiheit als Zwang, Zwang als Freiheit

»Das, was man bei uns hier Freiheit nennt, das hat man nur nach Feierabend. Das hat man, wenn man pennt. [...] Das, was man bei uns hier Freiheit nennt, das ist doch ziemlich schizophren. Diese Freiheit die macht Dich verrückt, die gibts in Scheiben, aber niemals am Stück. Das halbe Leben machst Du Lohnarbeit, die andere Hälfte bist Du Mensch auf Zeit. Die eine Hälfte wirst Du als Abtreter benützt, die andere Hälfte wird Deine Würde geschützt. Die eine Hälfte sollst Du Deine Knochen hinhalten, die andere Hälfte Deine Persönlichkeiten falten. Die eine Hälfte bist Du Untertan und in der Freizeit darfst Du König spielen«

- Floh de Cologne aus ihrem Lied »Deine Freiheit« aus dem Album Lucky Streik vom Jahre 1973