Der sog. »Fiskalpakt« ist nichts anderes als ein verbindlicher Kürzungspakt. Alle EU-Nationen verpflichten sich, Arbeitsplätze abzubauen (euphemistisch: »zu sparen«), ihre Sozialausgaben zu reduzieren (euphemistisch: »den Haushalt konsolidieren«) und die Renten zu kürzen (euphemistisch: »Renten stabilisieren«). Das EM-Soma 2012, wird wieder gnadenlos ausgenutzt, um unbequeme Gesetze durch zu drücken. Wir erinnern uns: als Deutschland vom sog. »Sommermärchen« im Jahre 2006 ganz betrunken war, wurde schnell die Mehrwertsteuer um drei Prozent erhöht.
Entschlüpft
»Lern viel und fleißig, dann wird aus Dir auch was Ordentliches!« oder: »Was willst Du später mal werden?«, so heißt es im Volksmund.
Wie aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan wird, wie eine Raupe zum Schmetterling wird, so sind wir erst vollkommene Menschen, wenn wir einen Beruf ausüben. Man ist erst »jemand«, darf erst Anerkennung, Respekt und Achtung erfahren, wenn man lohnarbeiten geht. Man soll gesellschaftliche Anpassung vorweisen können, ein Rädchen im Systemgetriebe sein und eine Funktion aus-füllen, selbst wenn sie einen nicht er-füllen sollte. Weiterlesen
Syrische Bombenstimmung
Neusprech: Sozialromantik
»Hollande ist beileibe nicht der ausgabenfreudige Sozialstaatsromantiker, als den ihn die Strippenzieher des Kanzleramts im französischen Wahlkampf dargestellt hatten«
- zeit.de vom 30. Mai 2012
In der öffentlichen Begriffsverwendung gibt es die Bezeichnungen des Sozialromantikers, der Sozialromantik, des Sozialstaatsromantikers, und der sozialromantischen Vorstellungen. Die Begriffe sind negativ besetzt. Damit werden vor allem Vorschläge, des Sozialstaates betreffend, als realpolitisch und pragmatisch nicht umsetzbar deklariert. Weiterlesen
Markt oder Liebe?
Wenn man sich unsere Sprache anschaut, scheint die Antwort eindeutig zu sein. Auch wenn uns Hollywood-Schinken, Literatur und Theater die ewig gleiche Leier von der unvergänglichen Romantik-Liebe als Lebensziel erzählen wollen, so schlägt unser Herz in Wahrheit doch für etwas ganz anderes. Insofern Sprache Denken ist, kann die Quantität an Begrifflichkeiten unsere wa(h)re Liebe aufzeigen:
Liebe
Zuneigung, Sinnlichkeit, Leidenschaft, Nähe, Vertrauen, Zärtlichkeit, verliebt sein...
Markt
Marktplatz, Arbeitsmarkt, Marktwirtschaft, Marktführer, Marktlücke, Marktmacht, Kapitalmarkt, Sozialmarkt, Persönlichkeitsmarkt, Supermarkt, Immobilienmarkt, Marktziele, Marktzugang, Absatzmarkt, Marktwert, Marktchancen, Bankenmarkt, Buchmarkt, Marktforschung...
In der deutschen Sprache haben wir hunderte Begriffe, die sich alle um den Gott-Leviathan »Markt« drehen. Er ist unser wahre Gott, ihm gilt unsere ganze Kraft, Aufmerksamkeit und Liebe.
„Werd Du erst mal erwachsen!“...

...sagen so manche Eltern zu ihren Kindern. Beliebt ist auch der Satz: »Solange Du Deine Füße unter meinem Tisch hast, wird gemacht was ich sage!« Erwachsen sein bedeutet...
- ...viel zu arbeiten.
- ...alles (besser) zu wissen.
- ...keine Kindheitsträume mehr zu haben.
- ...ein Spiel- und Spaßverderber zu sein.
- ...gegenüber neuen Dingen verschlossen zu sein.
- ...oft an die monatlichen Kosten und den eigenen Kontostand zu denken.
Welche Krise hätten´s denn gern?
Bankenkrise? Finanzkrise? Wirtschaftskrise? Eurokrise? Griechenlandkrise? Haushaltskrise? Währungskrise? Demografiekrise? Spanienkrise? Syrienkrise? Staatsschuldenkrise? Weiterlesen
Homestory
Individualität
Die erhabene Selbstverfaltung
vermenschelt sich
in einer marktgerechten Impfung
Die gefrorene Sinnlichkeit
verfestigt sich
in einer marktgerechten Habenliebe
Die neidbasierten Kollektivideale
verwurzeln sich
in einer marktgerechten Unterwerfung
Die schöpferische Selbstverschwendung
verlebt sich
in einer marktgerechten Nutzklugheit
Der vorzeigbare Zwangsoptimismus
entfaltet sich
in einem marktgerechten Nichtdenken
Spieltip: Civilization IV
Jedem halbwegs interessierten PC-Spieler dürfte Sid Meier´s Aufbau‑, Strategie- und Geschichtssimulations-Reihe Civilization ein Begriff sein. Es gibt zwar schon einen fünften Teil der Serie, dieser glänzte jedoch durch eine gnadenlose Spielvereinfachung, eine zu starke Kampfbetonung und eine Konsolenanbiederung. Schließlich erschien dieser Teil auch für die Konsole. Der vierte Teil der Reihe, aus dem Jahre 2005, mit dem aktuellsten Patch, den beiden Addons »Warlords« und »Beyond the Sword«, sowie zahllosen sehr gut gemachten kostenlosen Modifikationen (mods) von weltweiten Civ-Fans erstellt, ist für mich jedoch der absolute Höhepunkt der Serie. Weiterlesen


