Weibliche Befindlichkeiten (5)

Seit einiger Zeit entdecke ich immer häufiger Artikel und Beiträge, in denen weibliche Personen in der Öffentlichkeit über Liebe, Beziehungen, Sex oder Dating reden und schreiben. Häufig mit einem süffisanten Unterton, der in aller Regel lautet, dass die Männer an allem schuld sind und das die Welt für die Frauen so ungerecht sei. Allzu häufig bleibt die emotionale Beweisführung unwidersprochen stehen. Das will die Leserinnen-Zielgruppe wohl so. In dieser Reihe möchte ich ausgewählten Beiträgen eine männliche Perspektive hinzufügen.


Anziehung ist nicht verhandelbar
Uma Sostman beklagt auf welt.de einen angeblichen »Hetero-Fatalismus«. Frauen hätten angeblich immer weniger Interesse an festen Beziehungen mit Männern. Das liege natürlich nicht an »Männerhass«, sondern an »Frustration«, für den ‑Oh Wunder- natürlich die Männer wieder verantwortlich gemacht werden. Die Männer würden nicht an sich arbeiten, zeigten keinen Willen zur Veränderung und würden die weiblichen Bedürfnisse zu wenig berücksichtigen.

Seltsam nur, dass die »Buckdackel-Männer«, also die Typen, die allen Frauen jeden Wunsch von den Lippen ablesen, jede Entscheidung den Frauen überlassen und keine Widerworte geben — ständig in der »Friendzone« landen. Die emotionalen Heulsusen-Männer, die mehr Haushalt machen und die Kinder hüten, sind faktisch die ersten Kerle, die Frauen aussortieren, wenn es um erotische Anziehung geht. Stattdessen: frech, wild, ungezügelt oder gar kriminell? Da sieht es schon anders aus.


Würde und Selbstachtung
Wenn Männer Fremdgehen, sind sie Arschlöcher und Schweine. Wenn Frauen fremdgehen, sind sie feministisch, emanzipiert oder »haben sich befreit«. Die Schriftstellerin Elke Naters dazu:

»Er sagt, er brauche von ihr ein Versprechen, dass sie ihn nie wieder so enttäuschen und verletzen wird. Sie sagt, sie könne sich nicht so unter Druck setzen lassen.«

Eine Entschuldigung fürs Fremdgehen sowie ein Versprechen, dass das niemals wieder passieren wird, sind jetzt also schon ein »unter Druck setzen«? Wenn also ein Kerl eine Frau betrügt und er ihr dann sagt, er könne nicht ausschließen, dass das noch mal passieren könnte — das wäre also voll in Ordnung? Weil sie ihn ja nicht »unter Druck setzen« sollte? Oder gilt das eben wieder nur umgekehrt? Also nur für die Frauen, wenn sie fremdgegangen sind?

Davon abgesehen, sollte Fremdgehen, immer das Ende einer Beziehung bedeuten. Das Vertrauen wurde gebrochen. Die sexuelle Anziehung ist kaputt. Weder Männer, noch Frauen sollten sich jemals dieser Würdelosigkeit aussetzen und mit einem Partner zusammenbleiben, der fremdgegangen ist. Wer das Treueversprechen mutwillig gebrochen hat, muss auch handfeste Konsequenzen spüren. Meine Meinung.



Chronischer Narzissmus
Was ist eigentlich schiefgelaufen, dass derart viele Frauen in aller Öffentlichkeit über ihre Sexualität unbedingt reden müssen wollen? Damit ich nicht falsch verstanden werden: Jeder und Jede soll leben, wie sie oder er es für richtig befindet. Aber warum, muss man ständig und überall damit zwangskonfrontiert werden? In beispielsweise vermeintlich reichweitenstarken Presseerzeugnissen, wie beispielsweise dem »Tagesspiegel«?

Da bespricht Nike Wessel ausführlich die Frage, ob sie denn bisexuell sei? Da erzählt sie von einer bisexuellen Party, wie sie sich da gefühlt hat, was Frau da so macht, mit anderen Frauen, wie die Frauen so aussehen und so weiter und so fort. Natürlich darf auch der chronische Männerhass, der natürlich keiner ist, nicht fehlen:

»Ich möchte es einfach genießen, keine Männer im Raum zu haben. Das fühlt sich nämlich ziemlich angenehm an.«

So. Und jetzt? Wen zur Hölle interessiert das, ob Du bisexuell, androsexuell, pansexuell, demisexuell, allosexuell oder-was-auch-immer-sexuell bist? Und das Du keinen Bock mehr auf Männer hast? Dann kann ich ja gleich lesen, was Cleo Libro vom »Tagesspiegel« bei ihrer Swingernacht auf Schloss Milkersdorf so erlebt hat. Das ist zwar genauso ichverliebt, öde und substanzlos, aber wenigstens gibt es hier ein Schloss!


Intellektuelle Endlagerung
Kommen wir zum Schluss endlich mal zu einer richtigen Analyse und Argumentation. Zu einer Frage, die schon seit Jahrhunderten viele Philosophen, Dichter und Denker beschäftigt und die es endlich mal in unsere »Qualitätsmedien« geschafft hat: »Ihre Jalousette ist durchsichtig, darf ich Nachbarn beim Duschen zusehen?«

Frau Binder rät uns liebevoll, dass wir das lieber bleiben lassen sollten, weil wir doch mit unseren Nachbarn klarkommen müssen. Außerdem würde man bei Nachbarstreit in Berlin so schwer eine neue Wohnung finden. Falls man(n) doch ein chronischer Spanner sei, wäre das doch eine gute Übung in Selbstdisziplin, so Frau Binder.

Ich hoffe inständig, dass die knallharte Investigativ-Journalistin, Elisabeth Binder vom »Tagesspiegel«, für diesen Bomben-Beitrag ein ordentliches Zeilenhonorar erhalten hat und für den nächsten Journalistenpreis nominiert wird? Schließlich muss der Kampf gegen diese »Alternativmedien« männlich-toxischen Fake-News-Schwurbel-Leugner-und-Putin-Lutscher ordentlich honoriert werden!


Weibliche Befindlichkeiten (1)
Weibliche Befindlichkeiten (2)
Weibliche Befindlichkeiten (3)
Weibliche Befindlichkeiten (4)

13 Gedanken zu „Weibliche Befindlichkeiten (5)

  1. Der Impuls, Frauen bei irgend etwas hilfreich zur Hand zu gehen, ist mittlerweile nahezu bei Null angelangt.

    Ausser bei denen, die ich namentlich kenne und bei denen ich durch persönliche Bekanntschaft den Charakter ganz gut einschätzen kann.

    Der Rest soll sehen, wie er mit den Härten des Lebens zurecht kommt.

  2. Alles der zwanghafte Versuch des Feminismus (dritter Ordnung) Dinge gleich zu machen, die nicht gleich sind und nie gleich werden. Dazu das Schlußzitat aus »Ehekrieg« (1949)

    Vive la difference

    Hab übrigens gerade durch eine once-in-a-lifetime Einfall ein Drehbuch in Arbeit, das zwar durchaus feministisch ist, aber in dem die Frauen gerade nicht mit der Pumpgun in der Hand die Männer niedermetzeln, auch nicht im übertragenen Sinn.

  3. Ach, irgendwie passt es doch in ein infantiles Selbstbild und nicht in feministisches Ausleben. Denn wenn man mal zwischen den Zeilen liest, geht es nicht um sexuelle Hierarchien von wegen »mal drüberrutschen« und der Umkehrung, dass dies auch Frauen zusteht. Für mich klingt das stark nach Asketismus aus Angst vor enttäuschenden Lebenserfahrungen, die zwangsläufig passieren können. Nur öffentlich »Vulva« und »Penis« zu sagen, ist ja eher kindisch denn mutig. Um dann das Beziehungsende so zu drehen, als hätte man doch so viel »emotionale Arbeit« geleistet. Ein Stuss sondergleichen, wenn man Feminismus halt nicht versteht und das mit kindischem Geflenne verwechselt.

  4. Ich als Frau sach ma so: Erstens sind das ein paar randerscheinende, nun ja: Frauen. Zweitens hat das mit Feminismus exakt gar nix zu tun. Und drittens ist das sowas von dumm und uninteressant, daß man (egal ob Frau oder Mann) sich da nicht nur nicht drüber aufregen, sondern das ganze am besten komplett ignorieren sollte. Wozu diesen Leuten eine Bühne geben?!(*)
    Es gibt wichtigeres, interessanteres, witzigeres, tiefgründigeres und ein paar Superlative mehr. Just go for them instead.
    :-)

    (*)Hatte ich hier aber, so meine ich, bereits an anderer Stelle erwähnt.

  5. @Tiffany

    Da stimme ich Ihnen auch als Mann zu. Und mit noch weniger Feminismus hat es was zu tun, wenn Frauen ihren Körper optisch ›vermarkten‹ und sich dazu operativ auch noch ›verunstalten‹ lassen.

    Ungemein logisch dann noch solche Kommentare wie:

    »Der Impuls, Frauen bei irgend etwas hilfreich zur Hand zu gehen, ist mittlerweile nahezu bei Null angelangt.«

    Man weiß es also genau, um dann den ›Nullwert‹ gleich wieder ein wenig zu entwerten mit:

    »Ausser bei denen, die ich namentlich kenne und bei denen ich durch persönliche Bekanntschaft den Charakter ganz gut einschätzen kann.«

    Dann wäre ja alles geklärt. lol

  6. @Tiffany

    »...nicht drüber aufregen, sondern das ganze am besten komplett ignorieren sollte.«

    Ja, das machen ja auch alle. Den Schmonz ignorieren. Deshalb haben sie ja auch diese Narrenfreiheit.

    Ich nehme das auch kaum noch ernst, wie man an meinen ironischen Untertönen erkennen könnte. Dennoch fühle ich mich genötigt, dazu etwas zu sagen und werde das auch in Zukunft machen. Das dass nicht jeden gefällt oder interessiert — damit kann ich leben. https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif

    In der Zwischenzeit warte ich immer noch darauf, dass männliche Journalisten auf dieser »Sex-Beziehungs-Dating-Ebene« etwas in den Altmedien veröffentlichen dürfen, ohne das danach der Teufel los ist.

  7. Ach Paul,

    es gibt für mich nicht nur schwarz oder weiss, sondern auch noch Grautöne.

    Aber ich erwarte schon lange nicht mehr, daß du etwas mit Substanz von dir gibst. Jeder Rülps ist wertvoller.

  8. Guter Artikel. Fanatismus in der Geschlechterfrage dient mittlerweilen als Standardargument um Mißstände zuzudecken.
    Das weiße Patriarchat ist an allem schuld, nicht die Art unseres Wirtschaftens und Lebens.
    Falsches Gendern ist unser Problem, nicht die soziale Schieflage und die Umweltzerstörung.
    Die Männer sind unterentwickelt, nicht die soziale Kompetenz in der Arbeitswelt.
    Ja, es gibt eine massive und gewollte Vereinzelung, der Verfall der Paarbeziehung ist nur ein wesentlicher Aspekt unter mehreren.
    Aber das hat eben mit unserer Lebensweise zu tun die entfremdet und in der »alle Menschen ihr Ich verlieren« (Slime).
    Wenn du deine Persönlichkeit am Betriebstor abgeben musst, und wenn du auch in der Freizeit »Optimierung« zu betreiben hast, wie willst du dann irgendeine Art von Beziehung führen?
    Wenn du Straßenlärm ausgesetzt bist und mit Mobbing zu kämpfen hast, wie willst du dich dann öffnen?
    Progressive haben sich auf dem Umweg über den Genderfanatismus an den elitären Zeitgeist verkauft und bekommen dafür an den Wahlurnen die Quittung.

  9. @Tiffany
    Ignorieren-verständlich, aber epikurs Argument der »Narrenfreiheit« stimmt.
    Der Feminismus haut eine Verschwörungstheorie nach der anderen raus wie »Krieg ist männlich«, einer der drei dümmsten Sätze die je geäußert wurden.
    Oder auch die Trümmerfrauenlüge, nachweislich falsch, es waren fast nur Männer die seinerzeit eingesetzt wurden.
    Die Narrenfreiheit hat aber auch Nachteile weil sie Kritik verhindert und den Feminismus mittlerweile in die Zone des Wahnsinns abgleiten läßt.
    Es gäbe einen »Femizid« der stattfindet, wobei die ganz normale Mordrate hochgejazzt wird zu etwas was ganz bewußt in die sprachliche Nähe eines Genozids an Frauen gerückt wird.
    Die Jusos brabbeln gar wirres Zeug von einem »Krieg« gegen Frauen der mitten unter uns stattfindet.
    Das ist noch nichtmal mehr Ideologie, das ist geistig verwirrt, die Progressiven sind in der Genderfrage mehrheitlich nicht mehr zurechnungsfähig.

  10. Männer und Frauen, was war da nochmal der Unterschied?
    Zu den Morden:

    Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 154 Männer und 131 Frauen Opfer eines polizeilich erfassten vollendeten Mordes, was einem Männeranteil von rund 54 % entspricht.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1561139/umfrage/mordopfer-in-deutschland-nach-geschlecht/
    Es gibt also auch im Frieden einen Death-Gap, der muss geschlossen werden, welche Frau bietet sich freiwillig an?
    Beim Frauenbild, da hat sich durchgesetzt, dass Frauen (Mamis) alles können und alles wissen, egal was sie gelernt haben. »Mother knows best« und Männer sind wehleidig, dumm, aggressiv und eigentlich nicht lebensfähig. So wie es in den US Serien seit den Zwanzigern erst im Radio dann im TV propagiert wurde. Der Unterschied heute ist nur, dass jetzt die Frauen nicht mehr nur Mütter sind, sondern Rechtsanwälte, Polizisten, CEO’s, Schwertkämpfer oder what ever.
    Aus den derzeit ach so beliebten New Adult Romanen kann man lernen, dass die Frau trotzdem einen starken Mann braucht, zum ficken und zum Schutz.
    Das Frauenbild in der Sowjetunion war zeitweise ein anderes, aber die ist ja untergegangen.

  11. Max Weber irrte, dass der Protestantismus die Triebfeder des westlichen Erfolgs gewesen sei — tatsächlich war es die Unzufriedenheit der Frau.

    Ohne den Drang zum Zufriedenstellen einer Frau ist die westliche Gesellschaft nicht erklärbar. Dabei wuchsen die Bedürfnisse: das Weib ward zur Freiin/Frau und diese ward zur Dame. So sehr der Adel sich auch abzugrenzen versuchte, die Frau war ihm immer auf den Fersen, denn mit den Hochgeborenen gleich zu sein war und ist doch das Mindeste, was eine Frau beanspruchen darf.

    Von den Suffragetten über Zetkin, Hitler bis Merkel und Co. wurde das weidlich ausgenutzt. Und nun sitzt die Frau (des Fischers...) in ihrem Papstpalast und beschuldigt »den Mann«, sie zu hindern, Gott zu werden.

    Und da das in Millionen Jahren selektierte Steinzeithirn die Entwicklung der letzten 100 Jahre demnächst im »Männerkaufhaus, 6. Etage« enden lässt, wird die westliche, wie die verwestlichte, Frau zu Gott werden, so wie im ziterten Märchen.

    Und der Mann wird schuldig sein, so wie alle Männer, deren Erblinien innerhalb der letzten 40.000 Jahre kollektiv erloschen.
    »Und zwar völlig zu recht!!« Sagte die Frau, litt am meisten und zwinkerte dem Sukzessor zu.

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