Gratismut (3)

Vor einiger Zeit war ich auf einer Preisverleihung des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs. Es wurden lange Reden von Politikern und Medienvertretern gehalten. Die Schülerzeitung unserer Schule hat auch einen Preis bekommen. Die Kinder haben sich sehr gefreut und waren sehr stolz. Meine Wenigkeit jedoch, kann die »Demokratie-Medien-Simulation« kaum noch ertragen.


Feigheit ist Mut
Die Kinder wurden vielfach gelobt und gewertschätzt für ihre »mutigen, kritischen und unbequemen« Themen. So die stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegel, Anke Myrrhe, sowie die Berliner Staatssekretärin für Bildung, Christina Henke. Die Kinder sollen sich von Niemandem etwas sagen lassen, ihrem Gespür und ihren Instinkten vertrauen. Es sei für die Zukunft unseres Landes und »für die Demokratie« so ungeheuer wichtig. So der ellenlange und stets wiederholte Tenor.

Welche Artikel, Beiträge und Themen wurden ausgezeichnet? Klima. Gender. Ukraine. Gegen Nazis. Alles Themen, die so wahnsinnig unbequem sind und von denen Niemand irgendwo schon einmal gehört hat, nicht wahr? So soll also investigativer und machtkritischer Journalismus der Zukunft aussehen? Weil ja weder die Tagesschau, noch die Bundesregierung jemals über solche »Randthemen« berichtet hätten? Ja, dafür braucht man wirklich ganz viel Mut und Entschlossenheit, liebe Kinder!


Anpassung ist Zivilcourage
Was wäre wohl gewesen, wenn die Kinder geschrieben hätten, wie doof sie Gendersternchen finden? Oder sie darüber reden, was die C‑Maßnahmen mit ihnen und ihrer Familie gemacht haben? Wie oft sie am Hauptbahnhof abgezockt oder verprügelt werden? Warum denn die Politik kein Geld für marode Schulgebäude und Schultoiletten, aber für Kriegswaffen hat? Wenn sie über die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem geschrieben hätten? Oder ein kritischer Beitrag über »die neue Wehrpflicht«? Wäre auch nur ein Beitrag über so ein Thema ausgezeichnet worden?

Das wäre natürlich nicht mutig, sondern einfach nur »rääächts« und somit kriminell gewesen. Kleine »Nazi-Kinder«, die man vermutlich gleich zu einer Meldestelle weiterreicht oder mit einer polizeilichen Belehrung kommt. Keine Rede von beispielsweise wirklich mutigen Menschen, wie Florian Warweg, Jacques Baud, Julian Assange, Wolfgang Wodarg oder Michael Ballweg. Oder von Artikeln und Beiträgen, die komplett gegen den Zeitgeist schießen. Weder von den Rednern, noch von den Kindern.

Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass Preise und Preisverleihungen vor allem für besonders staatswohldienliche Aussagen verliehen werden. Für Beiträge und Themen, die herrschende Erzählungen unterstützen, bedienen und stärken. Selbst- und Freidenker, die sich außerhalb des Sagbaren und des Overton-Fensters bewegen, werden ignoriert, diffamiert oder bekämpft. Sie fangen damit schon bei den Kindern an.


Gratismut
Gratismut (2)

6 Gedanken zu „Gratismut (3)

  1. »Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass Preise und Preisverleihungen vor allem für besonders staatswohldienliche Aussagen verliehen werden. Für Beiträge und Themen, die herrschende Erzählungen unterstützen, bedienen und stärken.«

    Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt.
    Jetzt fehlt nur noch der entschuldigende Zusatz, daß die Kinder das alles nur machen, um irgendwelchen Erwachsenen zu gefallen, die ihnen gegenüber eigentlich wie Schädlinge handeln.
    (Erwachsene Preisträger haben diese Entschuldigung natürlich nicht mehr.)

    Für die rebellische Phase in der Pubertät haben sie ja auch schon vorgesorgt: »Ist ihr Kind in der Pubertät schwierig? Vielleicht ist es ja Trans. Fragen sie UnserePsychologen!«

    Ich habe keine Ahnung, wie man DAS alles jemals wieder reparieren soll.

  2. @Holger

    Ich mache den Kindern keinen Vorwurf. Sie spüren ganz genau, was erwünscht und nicht erwünscht ist. Woher sollen sie auch den Mut haben, gegen den Zeitgeist zu schießen, wenn das überall sofort mit sozialen Repressionen belegt wird?

    Es sind die Erwachsenen, die den (Frei-)Raum für Nicht-Overton-Gedanken zunehmend schließen, weil sie selbst alle die Hosen gestrichen voll haben.

  3. Für jeden Scheiß, ’nen Preis

    Es ist einfach nur noch lächerlich.

    Nur interessanterweise: Dissidenten aus Russland, die dort schulischen Konformitätszwang kritisieren, werden vom Wertloswesten hofiert. //Ein Nobody gegen Putin// bei arte bis zum 2030-04-29 verfügbar. Es sind eben immer nur die anderen, die sowas Böses machen. »Wir« sind ja die Guten.

    Ja, ich schau mir dosiert auch die wertloswestliche Propaganda an.

  4. Die „das anders sehen“, die Opposition, besteht überwiegend aus Querköpfen, Unangepassten und Nonkonformisten. Durch die Bank selbstständig denken könnende Individualisten. Zumeist Einzelgänger. Das macht machtvollen Widerstand so schwierig bis unmöglich.

    Denn der Mainstream besteht aus dem exakten Gegenteil an Menschenwesen. Da sammeln sich die Herdenmenschen, die Konformisten und Mitläufer. Deren einzige Stärke ist die einheitliche Masse. Wie immer, gebündelt hinter der Macht (Faschisten eben).

    Die Machthaber wiederum sind Psychopathen, die von Geisteskranken in ihrer Macht getragen und bestärkt werden.

    Und hier liegt das (unlösbare) Problem.

    Die Nachkommen können einem da nur noch leid tun. Man kann unendlich froh sein, wenn man sein Leben im Großen und Ganzen schon gelebt hat.

    Oder sieht irgendwer eine Tendenz, einen Silberstreifen am Horizont der Hoffnung, das Zuversicht vermittelt? Zurücklehen! Show genießen! Welche Generation hat schon das »Vergnügen«, einem Zivilisationsuntergang solchen Ausmaßes live und in Farbe beiwohnen zu können?

  5. Schon, dass der Tagesspiegel hier kuratiert und einordnet, sollte einen stutzig machen, wenigstens die Eltern. Aber ein Extrapreis für »geschlechtliche Vielfalt« und »Selbstbestimmung von Frauen« — klar, es wird ja viel zu wenig darüber geredet und berichtet.

    Ist ja schon ein Weilchen her, da wurde mal kritisch darüber berichtet, dass Großkonzerne Schulen sponsern und teils Einfluss auf Unterricht und Ausstattung nehmen. Man befürchtete, man würde den Kindern in den Lernalltag eingreifen oder sie manipulativ erziehen.

    Aber hey — Tagesspiegel ist ja kein Großkonzern. Und hat so gar nichts mit der Berliner Senatsverwaltung zu tun. Doppelmoral halt wieder. Wenn schon, dann hätte man ja lieber die Berliner Zeitung gesehen, aber dem Senat ist das Friedrich-Erzeugnis wohl zu unbequem. Kann man den Kids ja nicht antun. (abgesehen davon, dass keine Zeitung bei solchen Wettbewerben etwas zu suchen hat).

  6. Pingback: Linkschleuderei vom 2. Februar 2026 – betonflüsterer

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