Tod durch Profitgier

Als am 11. September 2001 knapp 3.000 Menschen durch einen Terror-Anschlag auf das World Trade Center ihr Leben verloren haben, gab es eine große internationale Solidarität mit den USA, einen Krieg mit Afghanistan sowie eine weltweite Mobilisierung gegen die terroristische Vereinigung Al Kaida. TV-Sender, Printmedien sowie die Wissenschaft beschäftigen sich bis heute ausführlich mit diesem Thema.

Am 24. April 2013 sind über 1.000 Menschen bei einem vermeidbaren Fabrikeinsturz (unzureichende Sicherheitsbedingungen) in Bangladesch ums Leben gekommen. Die Textilfabrik hat, mit Billig-Lohnarbeitern, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten, Mode für internationale Konzerne hergestellt. Nun »versprechen« die Mode-Konzerne (in bester Krisen-PR-Manier) bessere Arbeitsbedingungen und neue Brandschutz-Regeln. Keine internationale Solidarität, keine Eingreiftruppe und keine Mobilisierung gegen die Modeketten. Und in zwei Wochen ist das Thema wieder von der medialen Agenda verschwunden.

Merke: Tod durch Profitgier ist kein Terror, sondern unvermeidbarer Kollateralschaden.

Ein Toter, zwei Meinungen

A

Als ich mit Bus und Bahn fuhr
wollte ich ein Auto haben

Als ich allein war
wollte ich eine Freundin haben

Als ich zur Miete wohnte
wollte ich ein Haus haben

Als ich erwerbslos war
wollte ich einen tollen Job haben

Als ich eine Playstation 2 hatte
wollte ich eine Playstation 3 haben

Als ich im Sterben lag
wollte ich das Leben haben

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Igod ist tot

Der Übervater, der Held der Helden, der Rächer der Enterbten; kurz: Gott ist tot! Verbeugt euch, kniet nieder und bittet um Vergebung!

Der Kalifornier war der größte praktische Philosoph unserer Zeit.

- SpiegelOnline

Es ging Steve Jobs um die permanente Erneuerung des Lebens und des Denkens.

- FAZ

Der Mann war ein Pionier, Erfinder, ein Visionär.

- Süddeutsche

Jetzt ist der Religionsführer Jobs tot...

- Frankfurter Rundschau

Die Kritik an den unmenschlichen Produktionsbedingungen von Apple-Produkten in China, ist nur die Propaganda der Konkurrenten.

Sozial ist, was tötet!

Führende Ökonomen und Wissenschaftler bescheinigen der deutschen Wirtschaft eine neue jahrelange Krise. Hunderttausende Arbeitsplätze würden abgebaut werden und Massenentlassungen könnten nicht verhindert werden. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung sowie die Wirtschaftsprofessoren Dieter Hundi und Hans-Werner Unsinn haben jedoch einen innovativen Lösungsvorschlag!

Bestattungsunternehmen seien die Branche der Zukunft! Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und der Anstieg des BIP´s seien hier zu erwarten. Damit Sargmacher und Totengräber jedoch mehr Kundschaft, d.h. mehr Umsatz machen können, müsse zahlreich und recht schnell gestorben werden. Ärzte, Krankenhäuser und die Medizin im Allgemeinen sollten sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und die Menschen nicht vom Sterben abhalten! Konkrete Pläne und Vorschläge zur Umsetzung der Tod-Agenda nannten Unsinn und Hundi nicht. Die Kreativität der Regierung sei hier gefragt, meinten die Experten.

Achtung: Killergemüse!

Nach der Schweinegrippe, BSE, Dioxin, der Vogelgrippe, Gammelfleisch und Sars haben wir nun Ehec. Ich kann auch nicht verstehen, weshalb man diese Gefahren nicht ernst nimmt. Die Chance an Ehec oder einer anderen Lebensmittel-Krankheit zu erkranken und zu sterben ist extrem hoch. Seht selbst: (Quelle: Wiki)

Tote bei Ehec bisher: 7. Am besten sollten alle Deutsche an einen Tropf und nur noch Flüssignahrung zu sich nehmen. Das wäre das Sicherste. Achja:

Üblicherweise beherrscht ein gesunder Körper die Infektion, so dass in vier bis zehn Tagen eine vollständige Remission eintritt.

- aerztezeitung.de vom 25. Mai 2011

Im Übrigen begehen jedes Jahr in Deutschland ca. 10.000 Menschen Selbstmord. Wieso gibt es hier keinen Medien-Aufschrei? BILD-Schlagzeile: »Hilfe, Deutschland stirbt aus! Wieso bringen wir uns um?«.

Robert Enke — eine Zusammenfassung

Nun gab es die große Abschieds- , Gedenk- oder Trauerfeier, je nachdem welche Begrifflichkeit einem hier am liebsten zusagt. Nur eine »Feier« sollte es schon gewesen sein. 35.000 Menschen seien ins Stadion von Hannover gekommen, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und DFB-Präsident Theo Zwanziger hielten eine Rede. Zahlreiche Prominente und Vertreter zahlreicher Fussballverbände waren anwesend. Menschen trauern, zeigen ihre Emotionen, wenn Personen die in der Öffentlichkeit standen verstorben sind. Das war eben schon immer so. Was also gibt es daran zu kritisieren oder zu hinterfragen? Eine kleine Zusammenfassung wichtiger Gedanken hierzu. Weiterlesen

Untotes Humankapital

»Zwar ist die Sterberate dank längerer Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, doch die Demografie wird diesen Trend ab 2020 umkehren. Ökonomisch betrachtet ein Wachstumsmarkt«.

- Artikel aus dem Stern vom 13. Juni 2009

Auch mit dem Tod von Menschen lässt sich in unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung glänzend was verdienen.  Beispiel eines Friedhoftarifes in Berlin-Pankow:

- Erdwahlstelle (je nach Lage) ab 1633 Euro

- Erdrasenstelle (inkl. Liegeplatte mit Name und Lebensdaten, 20 Jahre Pflege): 1447 Euro

- Urnenstelle (für 4 Urnen): 650 Euro

Versicherungen für Bestattungen und Beerdigungen, Bestattungsunternehmen und viele andere tummeln sich im Geschäft mit dem Tod. Selbst vor Abzock-Tricks mit den Hinterbliebenen schrecken Bestattungsunternehmen nicht zurück. Nicht selten werden ganze Familien in den finanziellen Ruin getrieben, weil sie sich den Tod eines geliebten Verwandten schlichtweg nicht »leisten« können. Die kapitalistische Heilslehre »Profite vor Menschen« macht auch vor dem Tod nicht halt. Brauchen wir eine neue Sterbekultur?