Es ist bereits einige Jahre her, bei dem ich einen zentralen Moment der absoluten inneren Ruhe verspürt habe. Ich erinnere mich noch heute daran. Ich war mit Frau und Kind für einige Tage im Urlaub an der mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem längeren Wander- und Bade-Ausflug ging es wieder zurück zum Ferienhaus. Wir kamen an einen großen See. Meine Frau und mein Sohn wollten ihn zu Fuß umrunden, ich wollte alleine quer durch den See, auf die andere Seite schwimmen. Ich kann es schwer einschätzen, aber ich musste sicher rund 2 Kilometer schwimmen.
Als ich ungefähr in der Mitte des See’s ankam, verspürte ich leichte Ermüdungserscheinungen und schwomm etwas langsamer. Ich bemerkte, dass Niemand, wirklich Niemand irgendwo zu sehen war. Kein Boot. Kein Schwimmer. Keine Menschen an irgendeinem Ufer. Nichts. Nur ich und die Natur. Ich dachte mir, wenn ich jetzt einen starken Muskelkrampf bekommen würde oder einfach beschloss, unterzugehen, würde ich sterben. Niemand hätte mir helfen können.
Ich war in dieser Situation ganz und gar auf mich allein gestellt. Mein Leben hing existenziell ausschließlich von mir und meinem Willen ab, weiter zu schwimmen. Ich hatte so ein Gefühl der inneren Mitte, so eine existenzielle Lebensfreude, vorher noch nie gespürt.
Lebensfreude (1)
Lebensfreude (2)
Lebensfreude (3)
Lebensfreude (4)



Manchmal schreibt das Leben die besten (Horror-)Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass meine Gastherme, die in meiner Wohnung für Warmwasser und Heizung sorgt, den Geist aufgegeben hatte. Sofort hatte ich meinen Vermieter (der zugleich Eigentümer der Wohnung ist) angerufen. Dieser schickte mir einige Tage später einen Handwerker vorbei. Nachdem der unsympathische Wichtigtuer (»Haben Sie auch die Heizung angestellt?«) mehr als Zwei Stunden an der Therme herum werkelte und auch Ersatzteile einbaute, legte er mir die Rechnung von über 200 Euro vor, die ich in Bar bezahlen sollte. Mein Vermieter versicherte mir, den Betrag später zu überweisen. Der Clou: die Gastherme war immer noch kaputt. Der Handwerker verabschiedete sich und wollte sich einen Tag später noch mal melden. Es müssten weitere Ersatzteile eingebaut werden. Und damit fing der Spaß erst richtig an.