Spätestens seit der Tsunami-Katastrophe in Südostasien im Jahre 2004, bei der über 200.000 Menschen gestorben sind, wissen wir, dass sterben nicht gleich sterben bedeutet. Es muss einer biblischen Tragödie gleichen oder einem Wettlauf gegen die Zeit, wenn sich die Mainstream-Massenmedien der Toten annehmen sollen. Einfaches Verrecken, alltägliches Sterben ist eben unspektakulär und besitzt daher, wie Publizisten immer so schön formulieren, wenig »Nachrichtenwert«. Weiterlesen
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Mut zum schlechten Geschmack
»Mit einem unglaublichen Mut, den wahrscheinlich nur das Privatfernsehen mit seinem Zwang, Geld verdienen zu müssen, haben konnte, ging es in Richtung schlechter Geschmack.«
- Medienwissenschaftler Norbert Bolz über »10 jahre Big Brother« in der TAZ vom 11. januar 2010
Anmerkung: Ohja. Unglaublich mutig, billig zu produzieren, um den größtmöglichen Gewinn einzufahren. In Wahrheit sind auch nicht die halbwegs intelligenten Zuschauer die Opfer dieser völlig öden Klosendungen, sondern die Medienkonzerne. Sie stehen schließlich unter »Zwang« Geld zu machen, die Armen. Prosieben-Sat1, Bertelsmann, Burda, die WAZ-Gruppe, der Holtzbrinck-Verlag und der Axel-Springer Konzern würden ja so gerne endlich Qualität und Aufklärungsarbeit bringen, aber sie können nicht. Sie stehen unter dem unsäglichen Zwang Geld verdienen zu müssen. Möchte sie nicht jemand von ihrem Leiden befreien?
Anstelle eines Weihnachtsgrußes...
...lässt uns Christine Kruttschnitt im Stern daran teilhaben, wie die wirklich wichtigen Menschen (ihr wisst schon: die Stars!) ihre Weihnachtseinkäufe machen und was sie so verschenken. Wenn nun jemand auf die Idee kommen sollte, dass wäre billigstes Boulevard-Niveau, der täuscht sich gewaltig. Selbst Gala und Bunte können von der lieben Christine noch was lernen. Knallhart recherchiert und brutalstmöglich geschrieben mit einem Hang zum Schwachsinn:
Wir wissen natürlich nicht, ob Pamela Anderson in diesem Jahr schon wieder ein Buch gelesen hat. Oder ob Kate Hudson ihren mittlerweile Sechsjährigen noch einmal in einen Zopfmusterpullover stopfen kann. [...] Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder »gute« Geschenke, die ein Hollywood-Star seinen hundert engsten Freunden machen kann. Patenschaften für Eisbären zum Beispiel. [...] Victoria Beckham ist Stammkundin, das sollte eine Warnung sein für all diejenigen, die 150-Euro-Jeans für eine Lebensinvestition halten.
Bei soviel geistigem Dünnpfiff können die Feiertage ja nur gut werden, oder? ;)
Frohes Fest euch allen!
Die totale Gleichschaltung
Ich glaube, es wird wieder einmal Zeit, die mediale Gleichschaltung zu thematisieren. Dieser Tage soll im Iran eine Trauerfeier des kritischen Geistlichen Großayatollah Hussein Ali Montaseriim stattfinden. Interessant ist die völlig gleiche Wortwahl, die sich durch viele Artikel unserer Leitmedien zu dem Thema ziehen. Wird nur noch abgeschrieben?
Spiegelonline: »Auf Websites der Opposition wird von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.«
Süddeutsche: »Auf Websites der Opposition wurde von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.«
FAZ: »Auf Websites der Opposition wird von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.«
Bild.de: »Auf Websites der Opposition wird von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.
Handelsblatt: »Auf Websites der Opposition wurde von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.«
Berliner Zeitung: »Auf Websites der Opposition wurde von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gesprochen.«
Was ist eine Pressefreiheit wert, wenn alle das Gleiche schreiben?
Fernsehen ist Religion
Ein feiner Ausschnitt aus dem Film »Network« von 1976. Der Film hat damals 4 Oscars bekommen. Treffender kann man die Macht des Fernsehens nicht beschreiben: »Wir handeln mit Illusionen« und »ihr glaubt uns alles«. Das Fernsehen ist nicht die Wahrheit! Also: Nicht vergessen...abschalten! ;)
Mit zweierlei Maß
Die Unruhen und Proteste im Iran beherrschen seit längerer Zeit die Presse. Der moralische Zeigefinger und die Verärgerung des Westens über eine erneute Amtszeit Ahmadinedschads ist nicht zu überlesen. Allerdings wird sich auch, ohne jede Rücksicht auf die staatliche Souveränität des Iran, eingemischt und Stimmung gemacht. Wenn das Handelsblatt vom »Polizeistaat« schreibt oder die Welt betont, der »Iran schotte sich von der Welt ab«, frage ich mich wieviel Heuchelei und Verlogenheit der Mainstream-Presse eigentlich noch ertragbar ist? Weiterlesen
Qualitätsjournalismus?
»Das Internet treibt Zeitungen und Zeitschriften in den Ruin — sofern sie sich nichts Neues einfallen lassen«, so beginnt Karsten Lemm im »Stern« seinen Artikel, vielmehr seine Hetzschrift, gegen kostenlose Informationsangebote aus dem Internet. Seiner Argumentation zufolge, sind »Informationen wertlos geworden«, da sie im Internet nichts kosten würden. Nur eine Information, für die bares Geld fließt, ist also etwas wert? Weiterlesen
Wir werden alle sterben!
Sie ist da! Die Schweinegrippe! Die Mainstream-Medien berichten nicht mehr panikartig über die Seuche. Das kann nur eines bedeuten: sie ist bereits unter uns! Journalisten, Redakteure, Fotografen — sie alle sind bereits besessen von dem grassierenden Todes-Virus. Ein weiterer Beitrag oder Artikel über die Jahrhundert-Pest, wird diese nur verstärken, quasi herbeireden. Das Beste ist also fortan darüber zu schweigen. Trotzdem eines ist sicher: Wir werden alle sterben! ;)
Gleichschaltung — Nachtrag
Nachdem ich nun seit einem knappen halben Jahr nebenberuflich die Titelseiten von BILD, FAZ, die Welt, dem Handelsblatt, der FTD, Spiegel und der Südddeutschen analysiert habe, lassen sich gewisse Methoden der Mainstream-Medien eindeutig dingfest machen. Weiterlesen
Ohne Worte
»Die Börsen weltweit reagierten negativ auf die Nachrichten vom Übergreifen der mexikanischen Schweinegrippe auf andere Länder. An den asiatischen Märkten stürzten die Aktien von Fluggesellschaften ab. Auch die Frankfurter Börse tendierte ins Minus.«
- Meldung der Südddeutschen Zeitung vom 28. April 2009