Kinder in Deutschland, Teil 16: Kitas

Anja G. arbeitet seit mehreren Jahren in einem Montessori-Kindergarten in Berlin. Sie hat insgesamt mehr als zehn Kinder eingewöhnt, betreibt Vorschularbeit, macht regelmäßig Elterngespräche sowie Entwicklungsgespräche und arbeitet in der Kleinkind-Pädagogik. Das Interview wurde am Samstag, den 3. September 2011 geführt.

epikur: Wie sieht die konkrete Bildungsarbeit mit Kleinkindern aus?

Anja: Ich sehe die zentrale Aufgabe einer Kindertagesstätte (= erste Bildungseinrichtung) darin, Kinder in ihrer Beziehungsfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Erst wenn sich das Kind aufmerksam mit seiner Lebensumwelt auseinandersetzt, geschieht Lernen. Das aber setzt   emotionale Ausgeglichenheit, das Frei sein  von Ängsten und mit sich selbst in Einklang zu sein voraus. Hier schon beginnt die Bildungsarbeit. Weiterlesen

Neusprech: Bildungsangebot

»Unter anderem will die Union nach einem Wahlsieg ein durchschnittliches Wachstum von drei Prozent erreichen und die Bildungsangebote im Land massiv ausbauen.«

- Meldung aus dem Handelsblatt zur Saarland-CDU vom 19. Juni 2009

Der Begriff »Bildungsangebot« offenbart die Korruption unserer Sprache durch eine marktwirtschaftliche Weltanschauung. Alles Menschliche und Dingliche wird zu einer Ware gemacht, zu einem Angebot, dass auf eine vermeintliche Nachfrage trifft. Selbstbestimmte Individuen, ein Denken, Handeln und Entscheiden abseits eines marktwirtschaftlichen Kosten-Nutzen Kalküls wird sprachlich-ideologisch unterbunden bzw. unterdrückt. Alles ist ökonomisch und alles ist eine Ware lautet die Devise. Auch die Bildung bzw. der geistige Horizont eines Menschen ist tausch — und verwertbar. Weiterlesen

Über die Volksverblödung

»Dünn hungern mit Heidi Klum, Dreck fressen mit Dirk Bach, kleine Mädchen fertig machen mit Dieter Bohlen«, so konstatiert Georg Schramm in gewohnt intelligent-satirischer Art die derzeitige Volksverdummung. Schramm fragt sich, ob diese systematische Verblödung nicht doch gewollt ist? Steckt vielleicht ein tiefer Sinn hinter der Bildungsmisere?